Wo warst Du? | Where were you on September 11th?

Wo warst Du am 11. September? Where were you on September 11th?

Der 11. September 2001, ein Dienstag, ist ein Tag, an den sich jeder erinnert. Jeder weiß, wo er gewesen ist und wie er von den Anschlägen in den USA erfahren hat.

September 11th 2001 is a day that everybody remembers, a Tuesday. And everybody knows where they were, when hearing about the attacks in the USA.

Zehn Jahre nach der Katastrophe von 2001 möchte ich auf dieser Seite Erlebnisse und Erinnerungen sammeln.

Ten years after the catastrophe of 2001 I would like to collect our personal memories of that day.

Bitte schreibt in den Kommentaren
Please post your memories

Ich war in New York auf dem Segelboot meines Bruders, wollte den Spätsommertag in Manhattan verbringen, aber dazu ist es nicht mehr gekommen. Es war früher Vormittag in Amerika, als die World Trade Center kollabierten.

I was in New York on my brother´s sailing yacht, was looking forward spending the late summer day in Manhattan, but it never happened. It was morning in America, when the World Trade Center collapsed.

Wo warst Du am 11. September 2001?
Where were you on September 11th?

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[Update, 16.08.2011: Nachdem SPIEGEL einestages auf diese Seite hingewiesen hat, wurden Einträge/Kommentare geschrieben, die keine persönlichen Erinnerungen an den 11. September 2001 sind, sondern politische Kommentare, die auch Verschwörungstheorien aufgreifen. Dies ist keine Seite solche Inhalte zu posten und ich werde diese Kommentare löschen!]

402 thoughts on “Wo warst Du? | Where were you on September 11th?

  1. Am 11. September 2001 war ich ein Schüler. Mit jungen, ideologisch unverbrauchten 17 Jahren kam ich um 14:25 Uhr aus der Schule. Das weiß ich so genau, weil ich bis 14 Uhr Schule hatte und mit dem anschließenden Bus immer um diese Zeit die Tür hinein kam. Ich war alleine, meine Eltern arbeiteten, meine Brüder waren an diesem Tage nicht da.

    Ich hatte mich gerade in mein Zimmer begeben, den Ranzen in die Ecke gelegt und mich vor meinen Schreibtisch gesetzt, den Intel Pentium I mit 133 MHz angeschaltet, bereit zum zocken, da klingelt das Telefon:

    „Hallo Clemens, hier ist Argi. Ist Felix da?“

    „Nein, irgendwie nicht. Was gibt’s?“

    „Mach mal den Fernseher an.“

    Was ich danach fühlte, fühle ich heute noch. Für dieses Gefühl gibt es kein spezielles Wort. Es ist das Gefühl, das automatisch durch Mark und Bein geht, wenn Du begreifst: das ist ernst, sehr ernst. Dieser Tag verändert.

    Der 11. September 2001 hat mein politisches Denken geprägt, meine Weltanschauung, ist für mich der Beginn und zugleich das Ende. Alles, was davor passiert war, kenne ich eigentlich nur aus den Geschichtsbüchern. Nach dem 11. September 2001 wurde ich erwachsen, bin ich alleine geflogen, habe ich den Führerschein gemacht, surfe ich im Internet. Eigenlich kenne ich die Welt nicht anders.

  2. Ich war an dem Tag im Büro in Dortmund, zu dieser Zeit arbeitete ich bei einem der größten Telekommunikationsunternehmen der Welt, einem US Konzern. Unser central office at 140 West Street, liegt mitten in ground zero.

    Im Network Operating Center in Dortmund überwachten wir zu diesem Zeitpunkt die Leitungen und Internetknoten des weltweiten Netzwerks, als es eine Vielzahl von roten Alarmen gab. Auf der Großleinwand flackerten 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche diverse Nachrichtensender …. der Rest ist traurige Geschichte geworden.

    Ein Tag den wir nie vergessen werden.

  3. Am Morgen des 11.9.2001 ließ ich meine Haare abschneiden, von der Metaller-Mähne zum “braven Angestellten-Look”, nach 10 Jahren ein ziemlicher Einschnitt.

    Am Nachmittag war ich am Arbeiten, in meinem damaligen Studentenjob in einem Hifi-Laden. Ich war gerade dabei, Geräte und Regale sauber zu machen, als ich eine SMS von meiner damaligen Freundin bekam: “Ein Flugzeug ist ins World Trade Center gekracht!”. Ich dachte erst so was wie “Scheiße, hoffentlich ist nicht viel passiert..” denn ich dachte an einen Sportflieger – was auch sonst? Kurz darauf dann noch eine SMS “Noch eins!!” Da wurde mir klar, dass gerade etwas Großes passierte. Ich hab mir für den Rest des Tages frei genommen und bin nach Hause gefahren – ich weiß nicht mehr, ob der erste Tower eingestürzt ist, bevor ich zuhause war oder nicht – ich weiß nur noch, dass ich bis tief in die Nacht wie versteinert vor dem Fernseher saß. Und zum ersten Mal in meinem Leben (bzw. nach dem Mauerfall) hatte ich das Gefühl, dass hier etwas passiert ist, das die Welt verändern würde.

    Noch Jahre später, vielleicht noch heute, brachten/bringen die Bilder dieses Tages Tränen zurück, die Interviews, die Panik der Menschen, die alles miterlebt haben, die unfassbare Erschütterung des Lebens von so vielen Menschen.

    Die Welt heute ist anders als sie vor dem 11. September 2001 war. Und sie ist nicht besser geworden.

  4. I was living in Sheffield, England and happened to be moving house at the time. We had just unloaded the television and I turned it on to see if it was broken during the move.

    The first plane had already crashed and while we were watching, the second hit.

    My friends and I sat, surrounded by unpacked boxed completely mesmerised by the TV footage.

    • I was and still am a serving Soldier in HM Forces, on 11 Sep 01 I was doing my annual Combat Fitness Test (CFT) on Thorney Island in Hampshire, England. The CFT is an 8 mile route march carrying 35lb, a rifle and helmet, to be completed as a squad within 2 hours. When we finished my best friend and fellow soldier Gareth told me that both towers had collapsed following an incident, possibly a bomb, news was still very sketchy at that time. I drove home and switched the tv on and was dumbstruck by the images. How can human beings carry out such atrocities? The following day it felt as f the world was numb, tv, radio, each and everyone of us trying to comprehend the events from Manhattan.

      Since then my service has taken me to both Afghanistan and Iraq, the loss and suffering since 9/11 has continued, governments have changed, regime’s toppled (rightly or wrongly, this is not the forum to discuss such events), people directly linked to this tragedy have been killed or captured. Do I feel like the world is a safer place? No, the threats seem to have increased, and I wonder what future generations will think of mankinds response to this tragedy.

  5. “Schalt sofort CNN an!”, rief mir eine Praktikantin durchs Telefon zu. Ich schaltete und war entsetzt. Standbild des brennenden World Trade Centers, Berichte über weitere entführte Flugzeuge tickerten durchs Bild. Mein Büro, als Pressesprecher eines Konzerns hatte ich den einzigen Fernseher im ganzen Haus, füllte sich mit 30-40 Kolleginnen und Kollegen aus allen Abteilungen und ohne Standesunterschiede. Vom Pförtner bis zum Vorstand standen wir da, fühlten das gleiche Grauen im Nacken und fragten uns, ob das Realität sein kann. Es konnte – und obwohl für uns nicht vorstellbar, es kam noch schlimmer.

    “Da kommt ja noch eines!”, rief die Kollegin aus der Marktforschung. Und wir sahen gemeinsam das zweite Flugzeug ins WTC krachen. Wir sahen gemeinsam Menschen “live” aus den Türmen springen. Wir wussten, dort sterben jetzt Menschen, viele Menschen. Menschen, die uns vielleicht nicht persönlich bekannt sind, mit denen wir nicht verwandt sind, doch trotzdem standen uns diese Menschen nahe und stehen sie auch heute noch, in diesem Moment, wo ich diese Zeilen schreibe. Das waren welche von uns.

    Wir wussten auch, die Welt hat sich verändert. Wir fragten uns nur, wie.

    Als Vorahnung dazu überflogen mehrere Kampflugzeuge vom Typ A-10 Thunderbolt in sehr niedriger Höhe unsere nicht weit vom Flughafen Rammstein gelegene Zentrale.

  6. Dienstag war, und ist es noch heute, mein freier Tag. Der Fernseher lief in meiner Wohnung im Frankfurter Nordend, weil ich auf der Suche nach einer interessanten Doku oder anderem, der Unterhaltung dienlichem Programm, beim zweiten deutschen Fernsehen (ZDF) hängen geblieben war. Beim Aufräumen hörte ich mit einem Ohr auf den Fernseher und schaute ab und zu hin wenn sich etwas veränderte.

    Plötzlich, mitten im Programm, wurde das Bild statisch und ein bekannter Moderator, kann sein dass es Steffen Seibert war, trat ins Bild und verkündete, dass es beunruhigende Meldungen aus den USA gibt: Ein Flugzeug ist in einen der Türme des World Trade Center geflogen. Nun saß ich wie gebannt vor dem Bildschirm und wartete auf Bilder aus New York. Meine engsten Freunde und meine Familie wurden gleich in diesen Minuten telefonisch von mir informiert. Den Aufprall der Maschine in den zweiten Turm bekam ich ziemlich zeitnah, wenn nicht sogar live, zu sehen. Mir war, als wenn da gerade ein Schalter umgelegt wurde und etwas einschneidendes geschah, das das Potential hatte die Welt zu verändern.

  7. Am 11. September 2001 kam ich um 14 Uhr von der Schule nach Hause. Meine Mutter saß bereits im Wohnzimmer vor dem Fernseher und meinte nur “Komm schnell her, da ist ein Flugzeug ins World Trade Center geflogen”. Im ersten Moment dachte ich natürlich an einen schrecklichen Unfall. Als dann das zweite Flugzeug in das Center krachte wußte ich, das kann kein Zufall sein. Wie versteinert sah ich die Türme nacheinander einstürzen. Am schlimmsten war es zu sehen, wie Menschen sich aus Verzweiflung aus den Türmen stürzten…Dieser Tag hat die Welt verändert und mein politisches und gesellschaftliches Denken geprägt. Die Bilder des 11. September 2001 werde ich nie vergessen!

  8. Am 11. September 2001 bin ich nach Köln gezogen. Alles stand voller Umzugskartons, ich habe den ganzen Tag damit verbracht, die Küche einzubauen. Zwischendurch ging ich an einen nahen Kiosk, um etwas zu Trinken zu holen. Dabei hörte ich zwei ältere Herren klagen, etwa “…das ist doch alles verrückt…” oder noch eindringlicher. Jedenfalls war mein Interesse geweckt, ich kehrte zurück und schaltete den Fernseher ein. Dort liefen die Bilder schon rauf und runter, es war immerhin schon 16 Uhr in Deutschland. Und RTL-Moderator Peter Kloeppl profilierte sich bis zur Unkenntlichkeit. Ich war beeindruckt, aber irgendwie auch nicht. Fernsehen ist doch sehr virtuell, und [abgesehen vom objektiven Schrecken eines jeden Unglücks] wurde der Schrecken dieses Tages eher in der darauf folgenden Propaganda hochgezüchtet. Wen ineteressieren sonst Tausende von Toten auf der Welt, wenn nicht Hunderte von TV-Sender davon leben, gerade davon zu berichten und mächtige Regierungen ihre neuen Ideologien darauf gründen können?

  9. Kickoff eines EU-Projektes in Saarbrücken: plötzlich laufen die ersten SMSen ein und wir gucken uns erstaunt an, weil viele widersprüchliche Vermutungen rumgesimst werden. Web gab’s damals auch schon (jaja), aber alle Nachrichtenseiten waren unerreichbar wg. Überlast. Franceinfo hat am schnellsten geschaltet auf eine anfangs Text-only Seite, die später spärlich mit Bildern gefüllt wurde. nach und nach haben es die anderen Seiten ebenso gemacht.

    Mein Bruder war an dem Tag in New York und ich habe ihn erst spätabends erreicht. Wir wussten, dass wir einen Tag erlebt hatten, nach dem sich vieles ändern würde. Vielleicht ein historischer Tag, aber darauf hätten wir gerne verzichtet.

  10. Ich war mit meiner Tochter unterwegs, um die Uniformen meines damaligen Mannes (damals Soldat der U.S. Armee in Deutschland stationiert) zur Reinigung auf dem Kasernengelände zu bringen. Die Dame in der Reinigung, auch eine Deutsche, hatte in der Ecke einen ganz kleinen Fernseher stehen, der lief. Beim Reinkommen erzählte sie mir, dass da irgendetwas passiert sei in den USA und ab da schauten wir gebannt auf den kleinen Fernseher und lauschten der Berichterstattung, bis jemand reinkam und sagte, das ganze Kasernengelände würde abgeriegelt werden, wer jetzt noch rauswolle, sollte das sofort tun. Ich bin dann schnell ins Auto und mit meiner Tochter nach Hause gefahren, bevor der “Lock-down” in Kraft trat, und habe dann zuhause alles weiter über CNN verfolgt.
    Ab diesem Zeitpunkt konnte man nie wieder ohne große ID- und Sicherheitschecks des Autos auf irgendein Kasernengelände gelangen.

  11. Ich war mit meiner damaligen Freundin eine Woche in London. Wir waren am Piccadilly Circus wo wir gerade ein Photo von dem abstrusen Schild einer Frittenbude gemacht hatten. “Original Saarlander Wurstchen” stand dort, was wir ziemlich komisch fanden – saarländischer Regionalstolz und all das.
    Auf dem Weg zum Piccadilly war mir eine kleinere Ansammlung Menschen vor einem Fernsehschirm in einem Schaufenster aufgefallen, aber ich hatte mich nicht weiter darum gekümmert.
    Jetzt sah ich aber schon wieder eine Menschentraube vor einem Schaufenster und so ging ich hin um zu sehen was da los war.
    Da sah ich zum ersten Mal die brennenden Türme. Die Aufnahme lief wohl in einer Schleife und offensichtlich muss es auch eine Audioübertragung nach draussen gegeben haben, auch wenn ich mich daran nicht mehr erinnere. Aber als ich einen Mann neben fragte, was da los sei meinte der nur tonlos: “They say it has just collapsed.”
    Ich weiß noch wie ich auf dem ganzen Rückweg zu unserer Unterkunft dachte, dass das nicht sein könne. So ein Hochhaus stürzt doch nicht einfach zusammen nur weil ein Flugzeug reinfliegt, schon gar nicht wenn man auf den Bildern sah wie klein die Flugzeuge im Vergleich zu den Türmen waren. Offensichtlich hatte ich von derlei Dingen eben keine Ahnung.
    Die Rückreise war der Horror: der Flughafen ein einziges Chaos, Sicherheitskontrollen bis zum Anschlag, selbst Handgepäck musste eingecheckt werden.
    Damals dachte ich noch: So wie die Generation meiner Eltern genau weiß wo sie waren, als sie von der Ermordung JFKs gehört haben, werden wir irgendwann darüber reden, wo wir waren, was wir taten als der 11. September “passierte”. Hätte aber nicht geglaubt, es in einem Blog-Comment zu tun.

  12. Ich saß am Schreibtisch und war mit einem Auge bei meinem Übersetzungsprojekt und dem anderen auf diversen Mailinglisten (wir hatten ja nix anderes damals). Abrupt vervielfachte sich die Frequenz, mit der Beiträge aus USA eingingen, und beinhalteten derart unfassbare Nachrichten, dass ich sofort den Fernseher einschaltete und daher den 2. Flugzeugeinschlag live verfolgte.
    Die Bilder verursachten (unvergleichlich mehr als jede Wortberichterstattung) bei mir eine gespaltene Gefühlslage: Zum einen eine surreales Katastrophenfilmgefühl “Das-passiert-gerade-nicht-wirklich” und zum anderen eine sich in heißen Wellen ausbreitende Gewissheit des “Ab-jetzt-ist-nichts-mehr-wie-es-war”, also des weltgeschichtlichen Paradigmenwechsels.
    Es folgten unendliche Stunden vor dem TV, die Daten- und Telefonleitung offen, über die in den darauffolgenden Tagen zu meinem Glück von allen mir persönlich bekannten Menschen Lebenszeichen eingingen. Sogar von jenen, die in den Twin Towers gearbeitet hatten.

  13. Am 11. September 2001 hatte ich einen Zahnarzttermin in einer Praxis am Saarbrücker Eschberg. Die Weisheitszähne auf der linken Seite mussten raus. Um 14 Uhr hatte ich eine Freundin eingeladen, um mit ihr für die Zwischenprüfung an der Uni zu lernen. Ich weiß nicht mehr weshalb, aber aus irgendeinem Grund lief der Fernseher, als ich mit dicker Backe auf meine Freundin wartete. Das laufende Programm wurde unterbrochen, und die Bilder, die über den Schirm flimmerten machten Angst. An die Germanistik-ZP war an diesem Tag nicht mehr zu denken.

  14. In den Arkaden am Potsdamer Platz präsentierten sich verschiedene Berliner Forschungsinstitute in einer Ausstellung, die am Nachmittag eröffnet werden sollte. Dort war auch ein Operationssaal aufgebaut, aus dem ich um 10:35 Uhr live in der Medizinsendung des Deutschlandfunk über Telemedizin und robotergestützte Operationen berichtete. Nach der Sendung bauten wir die Übertragungstechnik ab und gingen eine Etage höher essen.
    So gegen 14:00 Uhr kehrte ich zurück in mein kleines Büro, in dem leise das Radio lief. Ich wunderte mich über den, für den DLF ungewöhnlich aufgeregten Reportagestil eines Kollegen und über die Länge des Beitrags, drehte das Radio lauter und erfuhr hier erstmals von dem Ereignis. Von einem Terrorangriff war noch keine Rede.
    Meine ersten Gedanken waren, dass es sich um einen Flugunfall handeln muss. Als später der Verdacht eines Terroranschlangs geäussert wurde, hielt ich das für absurd, weil ich nicht glaubte, dass jemand in der Lage sei, eine so perfekte Fernsteuerung für ein Verkehrsflugzeug zu bauen, mit der ein Terrorist auch noch im ersten Versuch ein Ziel genau trifft.
    Auf die Idee, dass ein Selbstmordkommando die Maschine lenken könnte, dass Menschen in der Lage seien, mit einem Flugzeug bewusst in ein Haus zu fliegen kam ich nicht.
    Irgendwann habe ich parallel zum Radio den TV-Kanal CNN eingeschaltet und gleichzeitig im Internet die Webcam beobachtet, die irgendjemand in Höhe des 80. Stockwerks an seinem Bürofenster installierte. Ich konnte den Hudson sehen und quer darüber einen dunklen Schatten. Dies war der Schatten der Rauchwolke. CNN sendete unter seinen Bildern bereits eine Bauchbinde “America under Attack”, als noch gar nicht sicher war, ob es sich um einen Anschlag oder Unfall handelt. Ich ahnte, dass dies Krieg bedeutet, gegen wen auch immer.
    Während CNN zu einer Reporterin am Pentagon schaltete, wurde der zweite Tower getroffen. Schnell schaltete CNN zurück. Ich wollte es nicht glauben, sah mir die Webcam an, die immer noch jede Minute ihr Bild aktualisierte.
    Ich dachte an meinen Bruder, der sich damals sehr oft und lange mit seiner Familie in New York aufhielt, konnte ihn aber telefonisch nicht erreichen.
    Dass die Gebäude so schnell zusammenbrechen, hatte ich nicht erwartet und auch nicht, dass das Bild der Webcam noch einen Tag später im Internet erreichbar wäre, allerdings eingefroren mit dem Zeitstempel der letzten Aktualisierung.
    Dieses Bild mit dem Schatten über dem Hudson ist seitdem neben der Person, die mit kreisenden Tüchern aus einem der Fenster winkt meine visuell eingebrannte Erinnerung an diesen Tag, die andere hängt seitdem greifbar an der Wand meines Studios: der Sendeplan vom 11. September 2001.

  15. Wir waren den ganzen Tag bei unserer Verwandtschaft im Nordsaarland zu Besuch gewesen. Auf der Rückfahrt, auf der A 8 zwischen Schwemlingen und Merzig, hörten wir in den Radionachrichten, dass ein Flugzeug in das World Trade Center gestürzt sei. Bis wir zuhause waren, war auch der zweite Turm getroffen und es war klar geworden, dass es sich nicht um einen Zufall handeln konnte. Unsere Tochter war damals gerade sieben Monate alt. Ich hatte viel Zeit, die Berichterstattung zu verfolgen. Mir sind diese Tage unauslöschlich im Gedächtnis geblieben. Ich sehe noch genau unser damaliges Wohnzimmer und den alten Fernseher vor mir, der Tag und Nacht lief, neben dem Sofa das Laufställchen, und fassen kann ich es bis heute nicht.

  16. Am 11. September 2001 war ich in Florida auf einer klassischen Rundreise von Miami nach Key West durch die Everglades an die Westküste und über Orlando zurück nach Miami. Wir waren gerade auf Sanibel Island an der Westküste als wir im Autoradio etwas von einem Flugzeug im World Trade Center hörten. Richtig verstanden haben wir es nicht und haben uns erst mal keine Sorgen gemacht. Schließlich war schon mal ein Sportflugzeug in ein Hochhaus geflogen … Im Hotel haben wir dann doch mal den Fernseher angemacht und verstanden, was da gerade passiert. Genau kann ich mich nicht mehr erinnern, aber ich glaube, beide Türme waren schon eingestürzt und die Fernsehbilder, die es gab, liefen in Endlosschleife. Und dann sitzt man da und versucht zu verstehen, was da gerade passiert und warum. Das kann doch nicht real sein. Und es drängt sich immer wieder der Gedanke “Hollywood” und “Katastrophenfilm” auf. Aber es ist echt und wer weiß, wie viele Menschen sterben da gerade. Wir haben stundenlang auf den Fernseher gestart. Und dann macht man irgendwie weiter mit dem Tourist sein. Wir sind zwar in den USA, aber eben weit weg von New York. Aber es hatte sich etwas verändert – bei uns und natürlich im ganzen Land. Es gab noch mehr amerikanische Fahnen als üblich, Plakate und Schweigeminuten (selbst in der Shopping Mall). Und irgendwie passte sich auch das Wetter an und bot einen tropischen Sturm mit viel Regen. Der Flug ging knapp eine Woche nach dem 11.9., am ersten Tag mit wieder normalem Flugverkehr.

  17. Pingback: Wo warst Du am 11. September 2001? | Eine Woche im September 2001

  18. Ich war in Missouri, Columbia. Ich stolperte aus einer Perl/CGI Vorlesung in meinen Computer-lab, wunderte mich wieso Menschentrauben am Eingang standen und auf den Mini-Fernseher starrten, wo dort doch nur die üblichen Explosionen zu sehen waren. Ich hab mich wie immer an einen Mac gesetzt. Erst die Skype-Verbindung ins Saarland hat mich aufgeklärt. Ich weiss noch was Dombarts erste Chatnachricht war: “Schatz, ich glaube es gibt Krieg.” Aber vielleicht wars auch die zweite Chatnachricht. Denn auch Blitzlichterinnerungen können falsch sein (Talarico & Rubin, 2007).

  19. Ich war geschäftlich in München und musste nachmittags zurück nach Köln/Bonn fliegen. Zurück im Flughafen spürte ich eine merkwürdige Stimmung. Menschentrauben vor den wenigen Fernsehern. Ich fragte, was los sei und man erzählte mir davon. Ich sah die Bilder und konnte es nicht fassen. Danach ins Flugzeug einzusteigen war für mich ein beklemmendes Gefühl. Die ganze Tragweite der Katastrophe konnte ich erst abends begreifen…..

  20. Am 11. September 2001 hatte ich einen freien Tag. Michael und ich fuhren nach St. Ingbert, danach nach Elversberg um in unserem damaligen Stammlokal bei Corey einen Kaffee zu trinken. Es war schönes Wetter, wir wollten eigentlich im Biergarten sitzen. Wir gingen kurz rein, bei Corey lief der Fernseher. Ich schaute kurz hin, und dachte “Was läuft denn da mittags für’n Actionfilm?” Doch dann wurde aus Action Horror. Terror. Wir standen da und schauten und konnten es nicht fassen. Es war gerade als das 2. Flugzeug ins WTC flog…..Ich werde diesen Tag nie mehr aus meinem Gedächtnis streichen können. Dieser furchtbare Tag, der Abend, die Nacht. Die Berichtverfolgung. Die Tage danach. 3 Tage später sind wir in Urlaub geflogen. Auch das Gefühl am Flughafen werde ich nie wieder vergessen. Angst. Angst, die ich zuvor nicht kannte.

  21. 2001 arbeitete ich in Paris. Genauer in der Défense, dem Pariser Geschäfts- und Hochhausviertel. Am 11. September war ich nachmittags für mehrere Stunden in einem Meeting.

    Als wir irgendwann gut gelaunt aus dem Besprechungszimmer zurück in das Grossraumbüro kamen, war von der sonst so ausgelassenen Stimmung eines Internet-Startups nichts mehr zu spüren.

    Die Kollegen, die meisten waren – wie ich – Mitte 20, sassen still vor ihren Rechnern, flüsterten nur miteinander. Auf unsere Frage was denn los sei, hiess es nur, 2 Flugzeuge seien in das World Trade Center geflogen, die USA würden angegriffen.

    Sämtliche Websites, auf die wir zugreifen wollten waren überlastet. Nachrichtensites schalteten dann irgendwann eine statische Textseiten mit wenigen, kleinen Fotos. Immer neue Schreckensnachrichten von entführten, abgestürzten Flugzeugen und wilde Gerüchte waren darauf zu lesen.

    Ich erinnere mich, dass ein Kollege einen funktionierenden Audiofeed gefunden hatte und uns – mit einem Hörer im Ohr das gerade Gehörte zusammenfasste.

    Eine Kollegin war in Sorge um Ihren Vater, der zum Zeitpunkt der Anschläge in einer Maschine von Washington nach New York sitzen sollte. Natürlich waren sämtliche Telefonleitungen in die USA heillos überlastet.

    Ich erinnere mich auch, dass ich meinen Vater in Deutschland angerufen habe. Einfach um darüber zu sprechen. Soweit man das gerade gehörte und gesehene überhaupt in Worte fassen konnte.

    Auf dem Weg nach Hause herrschte eine sehr seltsame Stimmung im RER nach Paris. Man sah den Menschen an, dass sie geschockt waren und ihnen ähnliche Gedanken durch den Kopf gingen. Kann das hier auch passieren?

    Noch am Abend waren an vielen Stellen der Stadt schwer bewaffnete Sicherheitskräfte zu sehen. Von einem Tag auf den anderen gehörten sie zum Stadtbild.

    Zuhause habe ich dann erst die TV-Bilder gesehen. Immer wieder. Stundenlang.

    Rückblickend meine ich, mit dem Gefühl ins Bett gegangen zu sein, dass mit diesem Tag das 20. Jahrhundert endgültig zu Ende gegangen ist und fortan nichts mehr so sein würde wie es war.

  22. Ich war seit August 2001 in Shanghai, China. Der Zeitunterschied zur Ostküste der USA sind 12 Stunden. Da ich an dem Abend nicht ausging, und keinen Fernseher hatte, bin ich wohl einfach ins Bett gegangen. Morgens chattete ich oft mit meinem damaligen Freund, der gerade am MIT in Boston war. Er bat mich als allererstes, mich hinzusetzen. Dann hat er mir vom eingestürzten World Trade Center und den Flugzeugen erzählt – ich konnte es gar nicht richtig glauben. Erst später am 12. September habe ich dann die Nachrichten gelesen und die Bilder gesehen. Ich hatte viel Kontakt mit anderen Ausländern, auch Amerikanern – die nächsten Tage war Ausnahmezustand, da man nicht wusste, wessen Bekannte oder Familie betroffen waren.

  23. Ich war auf der Rückreise einer Dienstreise von Karlsruhe nach Homburg. Im Auto sitzend auf der B10 war ich ewig lang im Stau und habe dem Radio gespannt und geschockt zugleich zugehört. Für mich hat sich ein Weltbild verschoben. Ich hatte sogar Sorge, noch überhaupt heile nach Hause zu kommen, es konnte ja alles passieren. Ramstein war von da ja nicht allzu weit weg. Die Wochen danach waren auch sehr beängstigend, nicht weit weg von Homburg, meinem Wohnort, befindet sich der US Luftwaffen-Stützpunkt Ramstein. Von dort sind echt im Minutentakt Flugzeuge gestartet und gelandet, alle haben sie Homburg überflogen und einen ziemlichen Lärm hinterlassen.

  24. An diesem Tag waren wir im Finstère im Urlaub. Wir hatten zusammen mit einem befreundeten Ehepaar zwei Wohnungen in einem umgebauten ehemaligen Bauernhof gemietet. Ich kochte gerade Spaghetti für Alle. Die beiden Töchter unserer Freunde waren schon bei uns in der Wohnung bzw. deckten gerade den Tisch auf der Wiese davor. Das Wetter war prima, die Stimmung entspannt. Gleich würden unsere Freunde kommen und mit uns mit einer oder zwei Flaschen Rosé, einem leckeren Salat und Spaghetti Bolognese einen schönen Urlaubsabend verbringen.

    Dann klingelte das Handy und mein Vater teilte mir mit was passiert war. Aus irgendeinem Grund wollte ich nicht vor Ende des Essens von der Katastrophe berichten. Vielleicht wollte ich das gerade gehörte erst für mich etwas einordnen, vielleicht wenigstens noch während des Essens einen “normalen” Urlaubsabend verbringen, die Kinder schonen…ich weiß es bis heute nicht genau.

    Nach dem Essen erzählte ich von dem Telefonat. Es fiel uns schwer, das Ganze zu begreifen, das Ausmaß, die Bedeutung. Wir gingen zu unseren Vermietern, die in einem anderen Teil des Gebäudekomplexes wohnten und fragten, ob wir bei ihnen fernsehen konnten. So saßen wir mit einer französischen Familie im Wohnzimmer und verfolgten das surreale Geschehen. Dann fiel mir ein, dass du, Reinhard, dich ja ganz in der Nähe von Manhattan aufhieltest und machte mir Sorgen. Über 15 Ecken und eine Reihe von Telefonaten gelang es mir, die Telefonnummer deines Bruders auf dem Boot in Erfahrung zu bringen. Ich habe mich gefreut, deine Stimme zu hören.

    Die letzten paar Tage verbrachten wir in einer echt komischen Stimmung. Wir fühlten, dass sich etwas verändert hatte.

  25. An diesem Tag war ich bei meinem besten Schulfreund zu Hause. Während wir diverse Sachen für den nächsten Schultag vorbereiteten, kam die Mutter des Schulfreundes in den Raum in dem wir saßen und sagte zu uns “Kommt mal mit, da ist in New York ein Flugzeug in ein Hochhaus gekracht.”

    Wir gingen mit und auf dem Weg zum Fernseher dachte ich zunächst an ein verunglücktes Sportflugzeug oder eben generell an einen Unfall. Zunächst war ich von dem Ausmaß schockiert und als wir der Berichterstattung (damals bei RTL mit Peter Kloeppel) lauschten und uns die Videos der umherfliegenden Hubschrauber ansahen, krachte das zweite Flugzeug in den zweiten Turm. Da wurde auch mir klar, dass dies kein Zufall war.

    Geschockt saßen wir da und ich kann mich auch heute noch an dieses Gefühl der Ohnmacht erinnern.

    Abends ging ich dann zu Fuß nach Hause und hatte Tränen in den Augen.

    Viele Jahre später hat mich dieses Gefühl wieder gepackt durch eine erschreckend detaillierte, aber aufklärenden, Dokumentation wie es damals in NY genau ablief. Die Dokumentation sollte eigentlich von einem Feuerwehrbezirk in NYC und der Ausbildung von neuen Feuerwehrmännern handeln. Wie ich gerade sehe, kann man sich die Dokumentation unter http://www.youtube.com/playlist?list=PL1583A530B2E3C568 ansehen.

  26. Am 11. September 2001 war ich noch Studentin in Dresden und arbeitete nebenbei in der Lokalredaktion der Sächsischen Zeitung. Ich habe an diesem Tag in der Redaktion gesessen und einen Artikel beendet. Beim Rausgehen sah ich im Foyer vor dem großen Fernseher Menschen Nachrichten gucken. Da ich es aber eilig hatte, habe ich nicht weiter darauf geachtet. Erst in der Straßenbahn hörte ich einige Gesprächsfetzen. Dann rief mich eine Freundin noch in der Straßenbahn an und berichtete mir, was passiert sei. Da sie keinen Fernseher hatte, kam sie zu mir geradelt und wir haben weitgehend schweigend und vor allem geschockt den ganzen restlichen Tag und Abend Nachrichten geguckt.

  27. Der 11.September 2011 war zunächst ein ganz normaler Büro- und “Schultag”.
    Wie in vielen Jahren zuvor, unterrichteten wir auch im Sommer 2001 Teilnehmer des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms, junge Amerikaner und Amerikanerinnen, die im Rahmen eines deutsch-amerikanischen Austausches, Deutschland besuchten und bei uns Deutsch lernten. Das Programm lief prima, die Teilnehmer fühlten sich nach 6 Wochen in Deutschland sehr wohl, waren bei lieben Gastfamilien untergebracht, genossen den deutschen Sommer, deutsche Biergärten und “the German way of life”.

    Irgendwann kam eine Kollegin ins Büro, sagte “Mach’ das Internet an’ und dann saßen wir da, konnten nicht glauben, was passiert. Dann informierten wir die Teilnehmer, sagten die letzten beiden Unterrichtsstunden ab, versammelten alle um einen Fernseher, versuchten die jungen Leute zwischen 19 und 24 Jahren in unserer eigenen Fassungslosigkeit aufzufangen. Einige hatten Familie oder Verwandtschaft in New York, kamen telefonisch nicht durch, waren ratlos, weinten.

    Ich erinnere mich, dass 2 oder 3 Teilnehmer in den darauffolgenden Tagen, das Programm abbrachen, zurück in die USA reisten, einfach nur bei Ihren Familien sein wollten.
    Für die übrigen Teilnehmer und auch für mich, war die Welt danach nicht mehr so, wie vor dem 11. September 2001.

  28. Ich hatte an diesem Tag das Fernsehen im Hintergrund laufen und befand mich um 14:30 im Esszimmer zeitunglesend.
    Plötzlich hörte ich gegen 15 Uhr einen aufgeregten Kommentar und sah, wie ein Flugzeug in das erste Gebäude des World Trade Center hinneinflog.
    Das war zunächst wie eine Szene in einem Actionfilm.
    Was ich spontan empfand ? Wenig. I
    Ich nahm die Handlung, nicht die Realität war. Erst nach und nach empfand ich die reale Tragweite dieses Geschehens und Gefühle der Empathie enstanden.
    ” Wir sind immer und überall über alles informiert,wenn wir wollen, und leben doch wie hinter einer Scheibe, wo man keinen Luftzug mehr wahrnimmt, wo das Leben virtuell wird “, solche oder ähnliche Gedanken überkamnen mich damals.
    Der 11.September steht für eine menschliche Form des Wahnsinns, der das 2100 Jahrhundert überschattet.
    Die Täter waren und sind fern,virtuell, kaum mehr greifbar, sowie die Opfer, die viele selbst nicht erlebt haben.
    Die Schicht der Bildung und Zivilisation. die auf uns liegt, scheint sehr dünn zu sein.
    Sie lässt sich noch viel zu leicht abkratzen.
    Zu wieviel Empathie wird die zukünftige Gesellschaft wirklich fähig sein ?
    Wird der einzelne in dieser Fähigkdeit immer wichtiger ?
    Wenn wir uns in unser ganzen Biologie und Pschologie begreifen, wird unser Ringen um zivisatorische Fortschritte ehrlicher und möglicherweise erfolgreicher.
    Das was am 11.September in New York geschah ( und in vielen Kriegen und Tötungsdelikten) ist bis zum heutigen Tage das Resultat einer Dispostion zu Fähigkeiten, die immer noch in uns allen stecken.

    • Hier sehe ich gerade eine Diskrepanz zu meiner Erinnerung. Also war mein Vater auch zu Gegen als ich oben in meinem Zimmer saß und mit Argi telefonierte. In meiner Erinnerung fühlt sich alles, und so auch das Haus, leer an; ich, alleine, mit einem Hörer in der Hand auf den Fernseher starrend.

  29. Meine Mutter hat mich zu einer Familie gebracht die ich schon damals nicht mochte und ich konnte das eigentlich überhaupt nicht verstehen.Vier Jahre war ich zu dem Zeitpunkt.Irgendwann haben meine Eltern mir das ganze erklärt:Mein Vater war für zwei Wochen nach Amerika zu meinem Onkel in New York geflogen um segeln zu gehen.Als meine Mutter erfahren hat was in Manhattan passierte wusste sie noch nicht wie es meinem Vater und meinem Onkel ging.Gottseidank ging es beiden , obwohl mein Onkel noch an den Türmen war, gut.Außerdem fand sie das ganze viel zu brutal für ein Baby und einen vierjährigen.

  30. Mein Bruder und ich hatten im Jahr 2001 Abi gemacht und bevor die Familie zu Freiwilligendienst und Studium auseinander ging machten wir noch einmal Urlaub auf Amrum. Wir waren den Vormittag etwas gewandert und gegen Mittag besuchten wir dann eine Eisdiele in Nebel. Die war voll und viele guckten auf den stummen Bildschirm in der Ecke, auf dem n-tv lief. Es war surreal. Ohne erklärenden Ton brauchten wir einen Moment um zu begreifen, dass das echt war. Ohne Eis machten wir und auf den schnellsten Weg zu Fuß zurück nach Hause, wo der Rest des Tages natürlich der Fernseher lief. Ich weiß noch, dass ich es für unmöglich hielt, dass die Türme eingestürzt waren. Ich war 3 Jahre zuvor auf einem der Türme gestanden und sie waren so unglaublich hoch…

  31. Ich habe an diesem Tag gearbeitet und die ersten Informationen über das Internet bekommen. Da hieß es zunächst, dass es ein Sportflugzeug war und der Pilot betrunken oder ohnmächtig. Ein Freund von mir arbeitete damals ganz in der Nähe des World Trade Centers und ich habe ihm eine Mail geschrieben, damit er das ganze schnell aus seinem Bürofenster fotografiert (echt ne super Idee) …. Nach ein paar Stunden kam dann meine Mail zurück mit “Out of the Office” Meldung.
    Zum Glück hat mein Freund just in dieser Woche geheiratet und war auf Hochzeitsreise in Las Vegas.
    Insgesamt war das Ganze so unglaublich irreal, dass wir tatsächlich erst mal rumwitzelten, vielleicht auch um irgendwie damit umgehen zu können.

  32. Am 11. September 2001 hatte ich gerade ein Auslandsstudienjahr in Kanada begonnen. Eine Woche vorher, am 4. September 2001, war ich von Deutschland aus eingereist, mit Zwischenlandung in New York, auf dem Newark Airport. Es war ein strahlender Septembertag. Vom Flughafenterminal aus bot sich ein fantastischer Blick auf die Skyline gegenüber und die Türme des World Trade Centers. Ich würde im Laufe des Jahres einen Ausflug nach New York machen und diesmal auch auf das World Trade Center steigen – so beschloss ich in diesem Augenblick. Eine Woche später lag ich noch im Bett in meinem Studentenwohnheim, als aufgeregt ein Kommilitone an meine Tür hämmerte und sagte, ich solle ins Fernsehzimmer kommen, das müsse ich mir ansehen. Auf dem Bildschirm die bekannten Bilder, das ganze Wohnheim saß davor. Nach New York fuhr ich trotzdem noch in jenem Jahr. Doch das New York, das ich eine Woche vorher noch wie eine Panorama-Postkarte vor mir ausgebreitet sah, gab es so nicht mehr.

  33. Ich kann mich an die Situation noch erinnern als ob es gestern war. Ich studierte Politik an der Universität Potsdam und stand gerade auf dem S-Bahnhof in Berlin-Schöneberg. Selbst die Uhrzeit ist mir noch im Gedächtnis als es geschah: Kurz vor vier Uhr klingelte mein Handy und mein bester Freund sprach von einem Flugzeug dass gerade in einen der beide Türme des World Trade Centers geflogen sei und ich solle doch mal den Fernseher anmachen. Anstatt zur Uni bin ich direkt wieder nach Hause gefahren…”pünktlich” zum Einschlag des zweiten Flugzeugs war ich live bei CNN dabei…

    Zeitenwende, Zäsur, Schock, Mitleid, Trauer, Wut, Fassungslosigkeit, Gleichgültigkeit…ich muss gestehen das ich bis heute meine Gefühle in den Stunden vor dem Fernseher und den Tagen danach nicht einordnen, Ihnen keine Überschrift geben kann…aber auf jeden Fall kriege ich gerade wieder eine Gänsehaut wie damals wenn ich diese Zeilen hier schreibe…noch heute denke ich mir immer, wenn ich die Skyline von New York sehe, die Twins dazu…

  34. Ich saß mit meiner Familie zu dieser Zeit in einem Flugzeug über dem Mittelmeer auf dem Rückflug von Ägypten.

    Die Crew verhielt sich sehr nervös und seltsam.

    Das Thema Terror & Sicherheitsvorkehrungen ist dort seit den Anschlägen auf das ägyptische Museum 2005 sowieso sehr präsent gewesen.

    Aber erst als wir in Frankfurt die Kontrollen passiert hatten, sahen wir dann diese surrealen Szenen auf den zahlreichen TV-Monitoren begleitet von der Angst, dass hier weitere Parallel-Aktionen geplant/im Gange seien.

    So schlotterten uns noch im Nachhinein die Knie und ein ziemlich flaues Gefühl machte sich im Magen breit, das noch ein paar Tage anhielt und die Urlaubserinnerungen überschattete.

  35. Es war ein ganz normaler Tag zuhause. Unser Sohn hatte gerade im City College in Brighton angefangen. Wir haben angerufen, er war ganz euphorisch über das Studium, und er und seine neuen Kollegen wussten nichts vom geschehen in New York. Es war gerade passiert, der zweite Turm war hingefallen, es hat einfach alles gestoppt was vorher war. Wir wussten, am nächsten Tag müssen wir einen wichtigen Job machen, die Energie wäre uns beinahe abhanden gekommen. Nichts war so wie vorher, das Leben wurde ab dem Tag ernster.

  36. Es war der Tag meiner letzten Vordiploms-Prüfung – Fach Spanisch. Gleich danach, gegen Mittag bin ich in den ICE nach Karlsruhe gestiegen, um zu meinem damaligen Freund zu fahren. Niemand im Zug wusste, was parallel passiert. Es gab noch kein iphone, so dass man online gewesen wäre. Ich habe jedenfalls nichts mitbekommen. Erst als ich 6 Stunden später ausgestiegen bin und mein Freund mich abholte, erzählte er mir kreidebleich, was los war. Schon in der Bahnhofshalle sah ich die ersten Bilder. Wir stellten uns zu der versteinerten Menschenmenge, die fassungslos auf den großen Bildschirm starrte, um immer und immer wieder diese unfassbaren Bilder zu sehen. Ich glaube, man musste sie so oft anschauen, um vielleicht irgendwann zu glauben, dass es wirklich passiert ist. Man spürte, dass sich an diesem Tag die Welt verändert hat. Und mein banales Vordiplomszeugnis trägt jetzt dieses geschichtsträchtige Datum.

  37. am 11. September war ich im dpa-Büro in Saarbrücken, Eisenbahnstraße 12, als eine Journalistenkollegin anrief und mich auf die gerade im Fernsehen laufenden schrecklichen Bilder der Terroranschläge in New York aufmerksam machte. Da fuhr ich mit eiem mulmigen Gefühl sofort zur US-Air Base Ramstein, die zu meinem journalistischen Aufgabengebiet gehörte, und berichtete von dort von Ort: Höchste Alarmstufe und Wachposten mit schussbereitem Gewehren, aber glücklichrweise keinen Anschlag hier.

  38. Ich war 16 und hatte drei Wochen zuvor gerade mein Auslandsjahr in einem kleinen Ort in Upstate New York, ungefähr fünf Autostunden von NYC entfernt, angetreten. Zur Zeit der Anschläge saß ich in der Schule in einer Study Hall, einer betreuten Freistunde, und habe gerade meine Mathehausaufgaben bearbeitet. Die ganze Zeit standen schon Leute um einen kleinen Fernseher herum, aber ich konnte nicht sehen, was sie ansahen. Als ich fertig war, hatte ich freien Blick auf den Bildschirm und habe mitangesehen, wie ein Flugzeug in den zweiten Turm geflogen ist. Ich wusste nicht, dass es Nachrichten waren, und mein erster Gedanke war: Was für ein schlechter Film! Es war totenstill im Raum und allmählich begriff ich, dass das kein Film war. Ich war völlig benommen und habe einige Tage gebraucht um zu realisieren, was passiert ist.
    Nachmittags war mein Emailpostfach voll und meine Mutter hat angerufen und musste zu Hause in Berlin viele Anrufe entgegennehmen von Bekannten und Verwandten, die wussten, dass ich in New York bin und sich vergewissern wollten, dass ich mich außerhalb der Gefahrenzone befinde. In den Tagen und Wochen danach habe ich viel über amerikanischen Patriotismus gelernt und gemerkt, wie anders diese Kultur ist.

    Zwei Wochen vorher war ich mit dem Austauschprogramm einen Nachmittag zum Sightseeing in der Stadt. Als ich Wochen später meine Fotos entwickelt habe, sind mir kalte Schauer über den Rücken gelaufen, als ich feststellte, dass das einzige Foto, das ich in der Stadt gemacht hatte, ein Foto von den Twin Towers war. Ich hatte die Stadt zwei Jahre vorher besucht und wollte den Nachmittag dann einfach so genießen, ohne durch eine Linse zu schauen. Aber der Anblick der Türme hat mich dann doch zu einem Foto verführt…

  39. Ich bin Journalistin. An diesem Tag hatte ich frei. Mal keine Sendungen. Mal nicht on air. Ich war in meiner Wohnung in Berlin. Ich freute mich: endlich Luft holen, entspannen. Weil ich alleine in der Wohnung war, habe ich n-tv eingeschaltet. Eigentlich nur, um kurz mal zu hören und, ja auch, zur “lautlichen Untermalung”. Aus dem ersten Wolkenkratzer kam schon weißgrauer Rauch….die schiere Größe des Loches…der egoistische Gedanke “da war ich auch schon mal oben”…das drängende Bedürfnis das Unbegreifliche mit jemandem zu teilen…. unzählige Leute habe ich angerufen. Ohne Worte. Das Ringen des Verstandes: Kann so ein Gebäude standhalten? Mutmaßungen über Statik, von der ich kaum etwas weiß… Als könnte man das Ganze dann aufhalten…Über Stunden konnte ich mich nicht vom Fernseher wegbewegen. Ich erinnere mich an eine Geste, gefühlt ebenfalls stundenlang: meine Hand vor meinem Mund…

  40. Ich arbeitete ganz normal in meinem Büro in der Universität, als mich ein alter Schulfreund anrief, der höchstens alle halbe Jahre mal etwas von sich hören ließ und dabei nie mein Büronummer wählte. Er sagte mir, ich solle sofort den Fernseher einschalten – ich würde schon verstehen warum. Nachdem ich begriffen hatte, was passiert war, rief ich alle Mitarbeiter im unserem Sprachenzentrum zusammen und wir kauerten stundenlang in einem leeren Unterrichtsraum um einen kleinen Fernsehapparat herum. Zusammen sahen wir den zweiten Turm einstürzen.

    Ich weiß nicht mehr, was wir damals zueinander sagten. Aber ich erinnere mich noch genau an eine Mitarbeiterin, die zunächst lange Zeit nicht wirklich glauben konnte, dass die Bilder auf dem Schirm Wirklichkeit waren. Auch ich habe einen Moment lang an das berühmte Orson Welles-Hörspiel “War of the Worlds” von 1938 denken müssen, das als fiktive Reportage über eine Invasion vom Mars angelegt war und damals einige Zuhörer zu einer panischen Flucht veranlasst hat. Aber spätestens nachdem wir uns durch verschiedene Sender gezappt hatten, war allen klar, dass das hier echt war. Und doch beschreibt der Begriff “ungläubiges Entsetzen” gut unsere Stimmung für den Rest des Tages, an dem an produktives Arbeiten nicht mehr zu denken war.

    Übrigens nehme ich die Frage “Wo warst Du am 11. September 2001?” selbst bis heute als Frage für den Konversationsunterricht in Englisch und Französisch. Und obwohl viele meiner jetzigen Studentinnen und Studenten damals kaum älter als 10 Jahre alt waren, habe ich noch keinen getroffen, der auf diese Frage keine Antwort wusste.

  41. Am 11. September 2011 war ich morgens beim Arzt gewesen, der hatte mich krank geschrieben und mir Medikamente verordnet, die ich am Nachmittag aus der Apotheke holen wollte.
    Im Auto auf dem Weg dorthin hörte ich Radio. Als die Meldung kam, ein Flugzeug sei in einen Turm des World Trade Centers geflogen, fuhr ich den nächsten Parkplatz an, wendete und fuhr nach Hause. Dort angekommen sah ich gerade den Einschlag des zweiten Flugzeugs.
    Die Medikamente habe ich erst am nächsten Tag besorgt.

  42. Der Mensch ist des Menschen Wolf.

    Zehn Jahre nach „NineEleven“ hat sich daran nichts geändert so wenig wie in den Jahrtausenden zuvor, seitdem der Mensch sich in Zivilisation übt und vom täglichen Überlebenskampf als Primat nun auch Religion, Weltanschauung, Rassenhass, Fastfood, Klavierspielen und bleifreien Kraftstoff entdeckt hat.
    Ich erinnere mich gut daran, dass wir damals, als das neue Jahrtausend noch frisch war, die grausame Realität der Fernsehbilder einstürzender Türme in New York nicht glauben wollten, es zunächst für eine Animation oder gar einen Fernsehgag halten mochten.
    Doch er war live und in Farbe, ein Zerrbild von dem, was weltanschaulicher Hass auf Andersdenkende im Extremfall anzurichten vermag.
    Dabei ist es vollkommen nebensächlich, ob es sich um organisierte muslimische Terrorbanden handelt oder wie in Oslo die Tat eines verwirrten, geistig kranken Einzeltäters ist.

    Ich lebte damals mit meiner Familie in Polen. Das zusammenwachsende Europa hatte uns dorthin versetzt. Mein damaliger Mann war genau zum Zeitpunkt des Attentats in den USA auf Dienstreise, keine Autostunde vom Geschehen entfernt. Angst um ihn hatte ich seltsamerweise nicht sofort, zu surreal war, was auf dem Bildschirm flimmerte. Dort sollte eine große, nationale Katastrophenübung der amerikanischen Streitkräfte durchgeführt werden, an der das polnisch / multinationale NATO – HQ in Stettin, und damit auch mein Mann, maßgeblich beteiligt sein würde. Dazu kam es dann verständlicherweise nicht.
    Eine Laune des Schicksals, dass eine ohne besonderen Anlass geplante und terminierte Übung plötzlich an genau dem Tag des vorhergesehenen Beginns von der schrecklichen Realität eingeholt wurde. Mein Mann musste dann mehrere Wochen in den USA bleiben, bis sich endlich wieder im US-Flugverkehr Normalität einstellte und auch transatlantisch – natürlich unter schärfsten Sicherheitskontrollen – der Rückflug nach Europa möglich wurde.
    Er hat das Geschehen dort hautnah erlebt, auch als das nationale Sicherheitsbedürfnis der Amerikaner plötzlich allen Ausländern, selbst denen aus offensichtlich befreundeten Nationen, mit Argwohn gegenüber trat und alles – von einer Sekunde zur anderen – anders war und eine bedrohliche Stimmung und Angst vor weiteren Anschlägen in der Luft lag.
    Uns wurde klar, dass man nicht die einzig verbliebene Supermacht dieser Erde ungestraft und auf eigenem Boden so angreifen kann. Wir spürten die Spannung und fragten uns, wie „Uncle Sam“ auf diese Ungeheuerlichkeit reagieren würde.

    Die Ereignisse haben uns also zunächst – und durchaus absehbar – ein Folgejahrzehnt voller Kriege und Hass beschert. Rachefeldzüge haben Länder verheert und Hunderttausende von Opfern gekostet, Steuergeld in Billiardenhöhe wurde für Waffen und Krieg gebunden, jeder Tag in Afghanistan oder zuvor im Irak, auch nach dem Tod von Osama Bin-Laden, kostete und kostet die USA mehr als alle Hartz IV Familien unseres Landes zusammen in einem Monat ausgeben könnten, ob mit Anteilen für Bildungspaket, Pay TV und Tabak oder auch ohne!

    Was hat uns aber NineEleven heute, fast genau ein Jahrzehnt danach, gebracht? Wohin hat es uns geführt?
    Lehren die daraus zu ziehen wären um uns – ähnlich wie nach dem II. Weltkrieg – zu überzeugen, dass globale Kriege und bewaffnete, offen oder verdeckt geführte Konflikte nur unsägliches Elend und niemals Lösungen bescheren können und werden?

    Waren also all diese Opfer sinnlos?

    Nein muss ich zynisch anmerken. Wie immer gibt es Wenige, die vom großen Elend, dass Kriege und Konflikte immer mit sich bringen, profitieren.
    Früher nannte man sie „Kriegsgewinnler“ wenn sie Kanonen an Mächtige verkauft haben und ihre Unternehmen damit für kommende Jahrzehnte krisensicher sanierten. Heute tragen sie Nadelstreifen, beraten als Lobbyisten Politiker, Banken und Institutionen und bedienen sich eines weltweiten Netzwerkes Gleichgesinnter.
    Für Sie wird es, ja muss es immer wieder ein neues NineEleven geben, denn nur so können sie sich ihre Existenzberechtigung sichern. Nur mit der Angst vor diesen Dingen kann man Gesetze bürgerfern verändern, Schrauben fester anziehen und unliebsame Stimmen für die Staatsräson zum Schweigen bringen, moralisch und praktisch und jederzeit, auch in modernen Demokratien.
    Ich hoffe, dass unsere Kinder und Enkel sich NineEleven als ein Relikt vergangener Zeiten vor Augen halten können, so wie wir heute vor den Trümmern des Atlantikwalls oder dem ehemaligen Todesstreifen zwischen Ost- und Westdeutschland stehen.
    Grenzen sind immer auch Grenzen im Kopf.
    Wir sollten uns bemühen niemanden mehr so auszugrenzen, dass solche Taten als ein scheinbar legitimes Mittel zur Darstellung globaler Macht gewählt werden kann. Gegen Vorurteile hilft Bildung, Bildung wiederum schafft Lebenschancen und verhindert Engstirnigkeit. Gegen Intoleranz hilft Toleranz, und die müssen wir unseren Kinder so früh wie möglich vermitteln. Nur so kann NineEleven endlich Geschichte werden, die sich nicht wiederholen darf.

  43. An dem Tag kam ich mit meinem Studienfreund Stephan gemütlich in seine WG geschlurft als Stephans Mutter anrief: “Macht mal den Fernseher an…”. Später habe ich im Kaufhof gerade eine CD gekauft als mich meine Freundin erreichte, die gerade in Berlin war und ziemlich fassungslos.
    Der Name der CD war Programm: “Heavy Heart” (Carla Bley). Inzwischen habe ich die CD verkauft und die Musik auf LP. So ändern sich die Zeiten.

  44. 2001 waren die Fernseher noch richtig dicke Kästen. Und einen solchen sehe ich noch immer vor mir: Stunden langes Schauen in die Klotze. Immer und immer wieder die gleichen Bilder. Meine Fassungslosigkeit fesselte mich an den Bürostuhl.

  45. Ich habe mittags nach meiner Praxis um ca. 14.00 Uhr gegen meine Gewohnheit den Fernseher angeschaltet und die Berichterstattung mit den Bildern gesehen. Ich war so betroffen , dass ich spontan ein Bild malte!

  46. Wir waren damals gerade auf Hochzeitsreise auf Madeira.
    Den Fernseher hatten wir nie an und erst zwei, drei Tage später haben wir ihn zufällig mal angemacht. Da gabs nur Dauersendungen mit Kommentaren über eine entsetzliche Sache in Manhattan. Das versetzte einen in eine schreckliche, beklommene Stimmung, nicht zu wissen, was denn nun wirklich passiert war, nur dauernd zu hören, dass es eine absolute Tragödie sein musste.

    Wir waren wie gebannt, verbrachten Stunden vor dem Fernseher und warteten darauf, dass vielleicht mal eine Zusammenfassung des ganzen gesendet würde. Nach einigen Stunden sahen wir dann die Bilder der brennenden Türme.

    Es war völlig surreal, auf Hochzeitsreise auf einer schönen Insel zu sein und tagelang nichts davon gewusst zu haben, was da gerade passiert war.

  47. Pingback: Digitale Bourgeoisie » Wo warst Du am 11. September 2001?

  48. Am 11.September 2001 war ich mit 2 Freunden gerade im Auto auf dem Weg von der Schule. Wir wollten bei einem noch etwas lernen. Im Radio kam die Nachricht und wir konnten es im ersten Moment nicht glauben. Wir dachten die Meldung ist eine Fake, aber als auch die anderen Radiosender die gleiche Meldung sendeten und wir noch von Freunden eine SMS bekamen, haben wir es geglaubt.
    Seit diesem Tag wurde mein Interesse für Weltereignisse, Politik, Wirtschaft geweckt.
    Ich denke heute noch daran als einer der traurigsten Tagen der Weltgeschichte.

  49. Meine Mutter hat mich von meiner Klavierstunde abgeholt. Ich war 12. Danach musste sie weg und ich saß 5 Stunden allein vorm Fernseher und ließ das Ganze auf mich niederprasseln. Immer und immer wieder sah ich, wie die Flugzeuge ins WTC flogen. Ich hatte Angst, das war das erste Mal, dass ich Gewalt bewusst wahrgenommen habe. Ich war der festen Überzeugung, dass jetzt der dritte Weltkrieg ausbrechen würde und ich mich spätestens übermorgen auf der Flucht befinden würde. Die Bilder der springenden Menschen waren für mein 12-jähriges Ich auch zu viel. Irgendwann tauchte mein Vater mit der Sonderausgabe einer Zeitung nach Hause. Am nächsten Tag gab es in der Schule kein anderes Gesprächsthema, aber ich habe in Erinnerung, dass niemand mit uns da wirklich drüber gesprochen hat. Eine Woche später haben wir eine Schweigeminute abgehalten, aber das war alles so weit weg für mein 12-jähriges Ich. [Was mir auch noch einfällt, die Bravo, die am nächsten Tag erschien, hatte zufälliger Weise die New Yorker Skyline als Posterbeilage.]

  50. Vom 9. bis 11 Sept. 2001 fand im New York City Hiltonhotel an der 6th Avenue ein Symposium über Herz-Kreislauf-Erkrankungen statt, zu dem ich mit anderen Kolleginnen und Kollegen von Bayer-Pharma entsandt war.
    Schaute man die 6th Avenue hinab, dann sah man in etwa 10 km Entfernung einen der beiden Tower des World Trade Centers in den Himmel ragen. Nichts lag näher als diesen Tower zu besuchen um hinunter zu schauen auf die Wolkenkratzer von New York

    Bereits am Nachmittag des 10. September machte ich mich mit einer Kollegin auf den Weg, um das World Trade Center zu besuchen. Doch leider war es an diesem Tag sehr diesig und regnerisch, und so änderten wir unseren Plan und beschlossen, das Empier State Building zu besuchen, was ja auch ein stattlicher Bau ist. Das World Trade Center wollten wir dann am nächsten Tag aufsuchen, also am 11 September, in der Hoffnung auf besseres Wetter und bessere Sicht.
    Für dieses Vorhaben verabredeten wir, uns früh am Morgen des folgenden Tages um 8 Uhr in meinem Hotel zu treffen und dann mit einem Taxi dorthin zu fahren, dort zu frühstücken und uns dann auf den Besuchertower zu begeben.

    Nicht ohne Bedeutung sollte bleiben, dass ich im Empier State Building, bevor wir es verließen, eine japanische Sushi-Bar entdeckte. Da konnte ich nicht dran vorbeigehen! Ich beschaffte mir also ein Tablett mit leckeren Sushi-Happen (meine Kollegin war da nicht so begeistert) und ich fing an die Happen zu verschlingen. Wohl animiert durch meine Gier, griff sie dann auch zu und aß mir einen großen Teil meiner Leckereien weg. Ich brachte es nicht übers Herz, sie daran zu hindern.

    Am Morgen des 11. September um 8 Uhr wartete ich in meinem Hotel auf meine Kollegin, aber vergeblich. Irgendwann ging ich dann in ein Straßenkaffee gegenüber vom Hotel, trank einen Kaffee und aß eine Kleinigkeit. Kurz vor 9 Uhr, meine Kollegin war immer noch nicht erschienen, bemerkte ich, wie sich ein Menschenauflauf auf der 6th Ave bildete; alle blickten in Richtung World Trade Center. Ich ging auch dorthin und sah dann, dass aus einem der Tower Feuer und dichter Qualm aufstieg. Ich fragte jemanden, was da los sei. Er sagte mir, ein Flugzeug sei in einen Tower geflogen. Ich fragte dann weiter, ob es eine Cessna gewesen sei, denn man konnte Kleinflugzeuge mieten und Rundflüge buchen; ich dachte zunächst an einen Unfall. Das nicht, wurde mir gesagt, ein Linienflugzeug, Terroristen!
    So langsam dämmerte es mir, dass ich Zeuge eines schrecklichen Ereignisses war.

    Ich holte meine Kamera und als ich zurück auf der 6th Avenue war, sah ich dort, wo kurz zuvor noch der brennenden Tower stand, nur noch Staub. Irgendetwas trieb mich an, zu Fuß in Richtung World Trade Center zu gehen. Mit Ausnahme von Rettungswagen fuhren kaum noch Autos auf den Straßen, sehr viele Menschen waren auf den Beinen.
    Nach etwas mehr als 2 Sunden kam ich in die Nähe des Geschehens, der direkte Zugang war in unmittelbarer Nähe bereits durch Sperren blockiert. Ich konnte auf der West Street beobachten, was ablief, und habe viele Fotos gemacht. Am Straßenrand standen sehr viele Feuerwehrautos, Rettungswagen, Übertragungswagen der Presse. Feuerwehrleute kamen und gingen, bereiteten sich auf ihren Einsatz vor, wurden von Fernsehteams interviewt. Ich befand mich wie in Trance, ich suchte immer wieder mit meinen Augen nach dem 2. Turm. Mein Verstand hatte ja mitbekommen, dass einer nicht mehr existent war. Er konnte nicht wahrhaben, dass es beide Tower nicht mehr geben sollte.

    Ich sah traurige und verzweifelte Gesichter von Feuerwehrleuten. Ich hatte nicht den Mut, meine Kamera auf sie zu richten und ihre Gesichter im Bild festzuhalten. Mich überkam das Gefühl, als Gaffer zu stören, hier fehl am Platz zu sein. Ich machte mich dann auf den Rückweg zum Hotel. Die Straßen waren jetzt schon weiträumiger abgesperrt. Vielerorts waren Menschen aller Hautfarben in den Eingängen von Restaurants und um Autos am Straßenrand geschart und hörten sich gemeinsam die Berichte über die Anschläge an. Ich hatte den Eindruck, dass Menschen, die sich gestern vielleicht noch aus dem Weg gegangen waren, durch die Terroranschläge zu einer Solidargemeinschaft zusammengeführt waren. Alle waren sehr gefasst, ihre Ruhe hatte etwas unwirkliches, fast spirituelles.

    Erst am Times Square, wo mit riesiger Laufschrift in Schlagzeilen über das gesamte Ausmaß der Anschläge informiert wurde, erst da wurde mir die Tragweite des Geschehens bewusst. Ich spürte, wie ich allmählich aus meiner Trance erwachte. Ungemeine Wut befiel mich. Kampfflugzeuge kreisten über der Stadt, sie gaben mir ein beruhigendes Gefühl.

    Gegen 16 Uhr war ich zurück an meinem Hotel, wo ich dann mit meiner Kollegin zusammentraf. Wir begrüßten uns herzlich und sie sagt zu mir: „Siehst du, Rudi, Sushi hat uns das Leben gerettet. Mir ist von dem Zeug gestern Abend so schlecht geworden, dass ich heute Morgen nicht zu unserer Verabredung kommen konnte.“
    Sie sah immer noch mitgenommen aus. Ob es so dramatisch war, was unser Überleben anbelangt, ob Sushi an ihrer Übelkeit Schuld hatte, ich weiß es nicht. Eines ist aber sicher, Übelkeit muss nicht immer etwas Schlechtes sein, strategisch gesehen.

  51. on9/11 I was painting my bathroom at home near Brussels. I heard the news on the radio while working, when they reported the impact of the second plane, I didn’t believe it and found that the radio makers were exaggerating, some kind of a bad copy of the famous radio play by Orson Welles. When my wife got home from work, we started looking at CNN.

  52. Pingback: schuehsch.net » Eine Woche im September 2001

  53. Wir, mein Mann und ein Freund von uns, kamen an diesem Tag gerade von einer Wettkampfreise aus Wales zurück.
    Mein Mann fuhr gleich in unser zu renovierendes Haus um nach dem Rechten zu sehen, unser Freund zu seiner Familie und ich zu meinen Eltern um Hallo zu sagen.
    Kaum war ich dort ging das Telefon und ein Nachbar meiner Eltern teilte mir am Telefon ganz aufgeregt mit, dass in New York “irgendetwas” schreckliches passiert sei. Er war so aufgeregt, dass er kaum einen klaren Satz zusammenbrachte. Darauf hin schaltete ich den Fernseher ein und konnte nicht glauben, was ich dort sah und hörte.
    Gerade erst waren wir von einem Sportwettkampf zurück wo Menschen aus der ganzen Welt friedlich zusammen kamen und miteinander feierten und lebten.
    Ich versuchte unseren Freund, der mit uns in Wales war telefonisch zu erreichen, da er, wie wir selbst auch, Bekannte in den USA bzw. in New York hatten und haben. Dieser wusste noch nichts von all dem was geschehen war und er konnte und wollte es auch nicht glauben.
    Meinen Mann konnte ich telefonisch nicht erreichen, da wir noch keinen Telefonanschluss in unserem Haus hatten.
    Also machte ich mich auf den Weg in unser Haus und teilte den dort Anwesenden mit was geschehen war.
    Niemand konnte das Geschehene so recht glauben und eine Vorstellung von dem, was genau geschehen war konnte sich auch niemand machen.
    Wir telefonierten und mailten an diesem Tag und den folgenden noch viel mit Freunden und Bekannten in der ganzen Welt.
    Weder damals noch heute kann irgendjemand von uns tatsächlich begreifen was damals dort geschehen war.

  54. Bin an diesem Tag von einem Geschäftstermin aus Berlin zurückgekommen. Im Büro hab ich das Radio eingeschaltet und meine Post sortiert. Im Hintergrund hat Musik gedudelt und ich habe munter vor mich hingesummt.
    Dann wurde das Programm unterbrochen und die ersten Meldungen von der Katastrophe gesendet. Ich bin sofort ins Internet und konnte nicht glauben was ich sah. Ich weiß noch, dass das für mich alles einen völlig unwirklichen Eindruck gemacht hat – wie bei einem Computerspiel.

    Meine Kollegin hat mich gefragt, was ich so in meinen Bildschirm starren würde. Mein Kommentar war irgendwas in die Richtung von “Schau Dir das an, das glaubst Du sonst nicht.” Und dann saßen wir wie paralysiert da und konnten erst mal gar nichts mehr sagen.
    Wir haben dann die anderen Kollegen informiert und erst in Verbindung mit den Radioberichten ist das Unfassbare wirklich in mein Bewusstsein vorgedrungen.
    In diesem Augenblick war ich unglaublich froh aus Berlin weg und im beschaulichen Stuttgart zu sitzen, aus Sorge, dass es weitere Anschläge geben könnte.

    Eine große Sorge galt Freunden, die zu dieser Zeit Urlaub in den USA gemacht haben und auch NY besuchen wollten. Ich habe per E-Mail Kontakt aufgenommen und später erfahren, dass sie Gott sei Dank zu der Zeit weit weg auf Hawaii waren.

    Den Abend habe ich zuhause vor dem Fernseher verbracht und von einem Programm zum nächsten geschalten. Immer in der Hoffnung, dass alles sich als ei mehr als makaberer Scherz entpuppen würde. Sie wurde nicht erfüllt.

    Noch immer ergreift mich bei Bildern und Berichten zu 9/11 das gleiche Gefühl wie vor zehn Jahren: Entsetzen, Trauer und Wut.
    Dazu gesellt sich der Wunsch, dass so etwas hoffentlich nie wieder passieren wird.

  55. Das Unfassbare, Undenkbare hat mich am Tag dieses entsetzlichen Ereignisses in eine lähmende Welt der ungläubigen Träumerei versetzt. An diesem Tag war ich im häuslichen Büro für meinen Arbeitgeber tätig und gerade dabei, mir wegen einer bestimmten Angelegenheit Informationen aus dem World-Wide-Web zu besorgen. Gegen 15:40 Uhr, die exakte Zeit ist mir nicht mehr bewusst, hat mich eine merkwürdige, unglaubhafte Internetmeldung veranlasst, die Medien zu wechseln. Eigentlich fühlte ich mich beim Betrachten der Auswirkungen des Anschlages auf das World-Trade-Center in New York in eine virtuelle Horrorwelt in Form einer Hollywood-Inszenierung versetzt. Erst, als der zweite Turm getroffen wurde und langsam einzustürzen begann, wurde mir die Realität dieses Terroraktes bewusst. Ich telefonierte währenddessen mit einem mir befreundeten Lufthansapiloten, um eine Bestätigung über die Möglichkeit zu erhalten, dass Menschen mit einem zivilen Pilotenschein für Sportflugzeuge überhaupt in der Lage sein können, solch kompliziere Maschinen zu fliegen, die derart “zweckentfremdet” wurden. Seine Reaktion deckte sich mit den ersten in den einschlägigen Medien publizierten Verschwörungstheorien, dass die amerikanische Regierung dieses Szenario selbst veranlasst haben könnte, um einen Grund für eine weltweit geplante Terrorbekämpfung zu haben. Es war aber nicht so! Als Rundfigur des zweiten Weltkrieges (als Kind mit zwei Jahren (!) habe ich noch erlebt, wie “feindliche” Bomberflugzeuge Ziele in unmittelbarer Umgebung meines Elternhauses unter Beschuss nahmen!) musste ich akzeptieren, dass auch im vorliegenden Terrorakt Menschen zu allem fähig sind. Eine traurige Erkenntnis! Man kann sie nur ertragen, wenn man versucht, wenigstens in seinem engeren Lebensumfeld für ein nachhaltiges Miteinander seiner Mitmenschen zu sorgen. Und daran versuche ich, mich auch heute zu halten!

  56. September 2001 stand im Zeichen meiner Promotion. Am 11. September saß ich seit dem Morgen im Labor des Landesamtes für Umweltschutz und wertete meine Daten aus: unbekannte toxische Stoffe erfassen in Lebensmittel- oder Umweltproben im Sinne einer Risikoanalyse!! Ich war beschwingt, die Ergebnisse meiner Experimente zeigten in die richtige Richtung, eine Publikation in Vorbereitung, als Expertin eingeladen in eine Arbeitsgruppe für neue Methoden im Bundesministerium für Verbraucherschutz- und Lebensmittelsicherheit. Am Nachmittag gegen 17.00 Uhr war ein informelles Gespräch mit dem Staatssekretär für Justiz und Gesundheit geplant. 15.30 ein Anruf aus dem Landesministerium: aus dem Treffen wird aller Voraussicht nichts werden, es gäbe Nachrichten über einen Terroranschlag in New York, Flugzeuge seien in die Tin Towers geflogen…..Kaum zu glauben..Neben den hochwissenschaftlichen Auswertungen Internet angeschaltet, ungläubig die Nachrichten gelesen und nchmal gelesen, zu Hause meinen Mann angerufen, ” ja die nachrichten sind voll davon, komm nach Hause”.
    Meine Forschungsergebnisse wollten Schäden, was soll ich sagen, nicht akute, sondern chronische Schäden für Mensch und Natur frühzeitig erkenne, Prozesskontrollen ermölichen. An diesem Tag und in den nächsten Wochen war das nicht wichtig–der Boden unter den Füßen schwankte in der nächsten Zeit. Nichts wird so bleiben wie es ist! Freunde aus theologischen Kreisen veröffentlichten einen offenen Brief an die amerikanischen Glaubensbrüder, den Hass nicht Herr werden zu lassen.
    Heute ist der Boden unter den Füßen wieder fester – so ist der Mensch – der offene Brief hat nicht die Kriege verhindern können, die Arbeitsgruppe im Bundesministerium für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit besteht immer och und hat ihre Arbeit noch lange nicht vollendet, denn Vieles bleibt beim Alten und gaukelt uns scheinbare Sicherheit vor. Doch was ist schon sicher….

  57. Ich saß im Auto auf der Rückfahrt von einer Andacht und schaltete das Radio ein. Was ich dort hörte, erinnerte mich an Orson Welles’ Originalsendung “The War of the Worlds” – und die ersten 30 Sekunden war ich davon überzeugt, ein modernes Remake dieser Sendung mitzuerleben. Auch als ich schließlich merkte, dass das nicht sein konnte, dauerte es eine ganze Weile bis bei mir ankam, dass dort offenbar Unglaubliches passierte. Zuhause angekommen, stürzte ich gleich zum Fernseher, um mich endgültig zu überzeugen. Erst als ich’s sah, glaubte ich’s.

  58. Am 11.09.2001 war ich 15 Jahre alt. Ich weiß noch, dass ich schon früh von der Schule nach Hause kam und zu Mittag wie gewohnt vorm Fernseher zu Mittag gegessen habe. Zwischen Sitcoms und anderen TV-Shows habe ich beim Essen durch die Fernsehprogramme geschaltet. Auf einmal begannen die Nachrichten mit der Eilmeldung aus den USA – “Ein Flugzeug ist in einen der beiden Twin-Towers geflogen”. Es wurde zunächst angenommen, dass es ein Hobbyflieger sei. Ich wollte an diese These glauben und mich wieder meinen Teenie-Problemen widmen und die anderen Sender weiter gucken – “Wie kann da nur jemand reinfliegen? Naja, sind ein paar Büroräume kaputt gegangen – schiere Sache.” Mein pubertierende sorgenlose Einstellung lies mich das nicht als real erfassen… Erst langsam wurde mir klar, dass es kein zufälliger Unfall war. Wie in einer Geschichte wurden step by step weitere Neuigkeiten berichtet. An der Reaktion meines Umfeldes begriff nun auch ich als pubertierender Teenager, das hier etwas schlimmes passiert ist. Mein eigener kleiner Mikrokosmos war davon betroffen. Meine Eltern machten sich Sorgen um einen Freund, der zu der Zeit in New York war (Rudi Grützmann) und am Wandertag (12.09.2001) herrschte keine sorgenfreie lustige Stimmung, wie man sie sonst bei einem Schulausflug gewohnt war. So auch wurden Schweigeminuten zu Unterichtsbeginn eingelegt.
    Als heranwachsender Mensch, der sich zu diesem Zeitpunkt eher um sein eigenes Mikrokosmos kümmerte, hatte ich für mich meine Zeit gebraucht um die makrokosmischen Dimensionen dieses Anschlages zu begreifen und damit das Leid für die Angehörigen und die Bedeutung für unsere Gesellschaft zu realisieren.

    Als ich Jahre später noch die Bilder im Fernsehen sah, konnte/wollte ich nicht wirklich begreifen, dass dies real passiert ist, da sie jenen von zahlreich fiktiven Szenen aus Actionfilmen ähnelte.
    Als ich 2006 in New York war und Ground Zero besuchte und mir New Yorker ihre eigenen Erfahrungen berichteten, konnte ich real fühlen und begreifen was 5 Jahre zuvor an diesem Ort passiert ist.

  59. Ich saß in der Agentur an einem belanglosen Artikel, als sie mich ins Layout riefen: das World Trade Center brennt! Wir standen um den Bildschirm herum wußten nicht so recht. Erst als ich den Liebsten anrufen wollte, der gerade in Manhattan lebte, und nicht durchkam, glaubte ich es. Danach pendelte ich zwischen Radio, Computer und Telefon. Der Artikel blieb liegen.

    Am nächsten Tag erst erfuhr ich, daß er, der nur ein paar Straßen nördlich vom Sperrgebiet wohnte, in der Nacht gearbeitet und erst im Morgengrauen nach Hause gekommen war. Die Kollision der Flugzeuge, den Rauch, die Sirenen und flüchtenden Menschen hatte er verschlafen; als er spätnachmittags aufwachte, wunderte er sich über die Dunkelheit, die dann noch Tage anhalten sollte. Auch Telefonverbindungen blieben tagelang Glückssache.

    Am Mittwoch arbeiteten wir wieder, jeder an seinem Kram, der so unendlich unwichtig schien gegen die Bilder von der Katastrophe. Das half, auf dem Boden zu bleiben.

  60. Pingback: Meine Woche im September 2001 | Eine Woche im September 2001

  61. Ich war bei Freunden im Pfarrhaus in Bruchmühlbach-Miesau. Wir standen kurz vor unserem Umzug ins Saarland und hatten für die Familie noch keine feste Bleibe. Unser Freund stürzte mittags ins Haus und sagte: „In Amerika ist die Hölle los“. Er berichtete von den Flugzeugen, die ins World Trade Center gedonnert waren und nannte als mutmaßlichen Drahtzieher Osama bin Laden. Ich begriff zunächst gar nichts. Ich hatte diesen Namen noch nie gehört und konnte nicht verstehen, was dieser Irrsinn sollte, welches Motiv überhaupt dahinter stecken konnte. Wir schirmten dann irgendwie unsere kleinen Kinder ab und hingen den Nachmittag am Fernseher. Mir war sofort klar, dass wir Zeitzeugen eines Ereignisses waren, mit dem sich unsere Kinder später im Geschichtsunterricht beschäftigen werden. Zuletzt hatte ich dieses Gefühl beim Fall der Berliner Mauer gehabt, aber im Gegensatz zur Euphorie im Herbst 1989 machte sich am 11. September nur Entsetzen breit.
    Die Vorstellung, dass in dem Feuerball des Flugzeugs hunderte Menschen verbrannten, wich der noch schrecklicheren Vorstellung, was mit all den Menschen passierte, die durch die einstürzenden Türme in die Tiefe gerissen wurden. Ich dachte an meine Brüder, die als IT-Experten auch hinter diesen Fenstern hätten sitzen können und Witwen und Halbwaisen zurückgelassen hätten. Zugleich fiel es mir schwer, mich der Faszination dieser Fernsehbilder zu entziehen, die immer und immer wieder an diesem Tag zeigten, wie die Flugzeuge in das Gebäude eindrangen und die Türme dann wie ein Kartenhaus zum Einsturz brachten. Mit dieser unglaublichen Zerstörungskraft hatten die Terroristen, wie man heute weiß, ja selbst nicht gerechnet. Mir war auch bewusst, dass die Vereinigten Staaten zum ersten Mal einen Angriff von außen auf ihr Land erlebten. Auf dem eigenen Boden wurde ein äußerst symbolträchtiges Gebäude zerstört, der mächtigste Staat der Welt war plötzlich äußerst verwundbar.

  62. Am 11. September 2001 war ich grade mal 11 Jahre alt. Ich war mit einem Freund auf dem Weg ins Tennistraining, als im Radio die ersten Nachrichten über die Anschläge in New York kamen. Als wir im Tennisclub ankamen war an Tennis nicht mehr zu denken. Alle hatten sich im Mannschaftsheim vor den Fernsehern versammelt um zu sehen, was für schreckliche Dinge passieren.

    Ich werde den Tag niemals vergessen. Wir waren alle sprachlos, geschockt – egal ob wir Jungs oder die Erwachsenen, die dort waren, niemand konnte wirklich gleich realisieren, wie sich die Welt in diesem Moment verändert hat.

    Jetzt 10 Jahre später bekomme ich noch immer Gänsehaut bei jedem Gedanken an diesen einen Tag, den die Menschheit nie vergessen wird!!

  63. Ich war in meinem Büro mit einem langweiligen Job beschäftigt, was es mir erlaubte, bei der Arbeit das Radio laufen zu lassen. Nachdem sich die Meldungen über das WTC wiederholten, kam mir in den Sinn, den Fernseher einzuschalten, in der Hoffnung auf ausführliche Berichte. Immerhin hielt sich mein bester Freund gerade in New York auf.
    Was ich an Bildern und Kommentaren im Fernsehen zu sehen bekam ließ augenblicklich mein Herz rasen. Sofort stürzte ich zu Telefon und hatte nach einer halben Stunde rumtelefonieren endlich Reinhard am Telefon, auf der Yacht seines Bruders in New York.
    Ich war zumindest insofern beruhigt, meinen Freund wohlauf zu wissen. Trotzdem machte sich immer mehr Fassungslosigkeit breit und die Gewissheit, dass an diesem Tag etwas passierte, was es so noch nie gegeben hatte, was die Welt nachhaltig verändern würde.
    Es bleibt die Frage: Wenn so etwas in Amerika passieren kann, was ist dann noch sicher?

  64. Ich hatte kurz zuvor eine neue Tätigkeit begonnen und saß an dem Tag bei meinem Antrittsbesuch beim IHK Geschäftsführer Wolf-Rüdiger Janzen in Kiel. Kurz vor dem Termin war das erste Flugzeug in den ersten Turm geflogen und man rätselte noch was das jetzt für eine Situation war. Noch während des Besuches flog dann das zweite Flugzeug in den zweiten Turm – was wir aber in dem Gespräch nicht mitbekamen.
    Als ich dann hinterher ins Büro zurückkehrte waren alle Kollegen total aufgeregt und damit beschäftigt Ihre Angehörigen anzurufen, “weil es ja jetzt Krieg gibt!”. Ich will das gar nicht lächerlich darstellen – es war nur eben alles sehr aufheizt. Ich selber habe das alles eher realistisch gesehen – aber die Bedeutung des Ereignisses in den ersten Stunden auch falsch eingeschätzt. Tatsächlich hat sich an diesem Tag die Welt verändert!

  65. Am 11. September 2001 lag ich im schwanger Krankenhaus. Ich lag da seit über zwei Monaten und hatte große Angst, weil ich nicht wusste, ob mein Kind leben würde. Mein Bruder hatte eigentlich an diesem Tag frei und kam mich morgens besuchen, meine Mutter war auch da. Ich döste etwas und bemerkte, dass die beiden auf den Balkon gingen und aufgeregt flüsterten. Dann verabschiedete sich mein Bruder eilig – er musste in die Redaktion. Und er bat mich: “Lass das Fernsehen aus!!!” Er hatte auf der Fahrt zu mir im Radio gehört, was passiert war, und beide machten sich Sorgen, ich könnte mich so sehr aufregen, dass ich das Kind verlieren würde. Ich habe tatsächlich ein paar Tage kein Fernsehen geschaut. So kommt es, dass ich bis heute keine Filme vom 11. September gesehen habe. Aber natürlich habe ich alle Zeitungen gelesen. Das war schlimm genug. Meine Tochter übrigens wurde knapp zwei Monate später gesund geboren und wird demnächst zehn Jahre alt.

  66. Zu dieser Zeit war ich mit meinem Freund auf Hawaii. Genauer gesagt auf Oahu. Am 10. September besichtigten wir Pearl Harbor. Auch heute noch ein riesiges militärisches Areal. Am 11. September stand Makaha Beach auf dem Programm. Einer der hot spots für surfer. Kaum eine Menschenseele, Hochsaison ist erst im Winter, endloser Strand, strahlend blauer Himmel. Wie im Paradies. Wir kehrten zu unserem Auto zurück und im Radio kam plötzlich keine Musik mehr. Sondern nur noch Nachrichtensendungen. Ich konnte nicht glauben was der Nachrichtensprecher sagte. Ich hielt es irgendwie für ein science fiction Radio-Hörspiel. Ich sagte: der Sprecher sagt gerade, dass in New York die Türme des World Trade Center eingestürzt sein. Es gab’ einen Anschlag. Wir konnten nicht glauben, was wir da im Radio hörten. Warum sollten diese riesigen Türme einstürzen? Unser Rückweg zum Hotel führte uns wieder an Pearl Harbor vorbei. Das ganze Areal war plötzlich abgeriegelt. Überall standen bewaffnete Soldaten und bewachten die Tore. Wir sahen, dass die Alarmstufe rot ausgerufen wurde, konnten das aber nicht wirklich verstehen. Erst als wir im Hotel den Fernseher einschalteten, mussten wir erkennen, was wir noch kurz vorher für science fiction hielten, die furchtbare Wahrheit war. Wir waren fassungslos. Plötzlich fühlten wir uns nicht mehr sicher in unserem Paradies. Als erstes liessen wir daheim wissen, dass es uns weit entfernt mitten im Pazifik gut geht. Oahu war die erste Insel, wir wollten noch drei weitere Inseln ansteuern und alle per Flugzeug. Die nächsten Tage verbrachten wir damit herauszufinden: können wir überhaupt fliegen? Wann können wir fliegen? Wie geht es weiter? Denn am Ende unseres Urlaubs stand New York auf dem Programm. Wir waren völlig verunsichert. Trotz der schrecklichen Ereignisse ist es uns gelungen dennoch einige schöne Tage auf Hawaii zu verbringen, auch wenn es immer sehr mühsam und zeitraubend war Flüge von einer Insel zur nächsten und dann auch wieder zurück aufs Festland zu bekommen. Am 1. Oktober landeten wir nach einer wahren Odyssee schliesslich in New York und waren erschüttert, was wir dort sahen. Diese Ereignisse und diese Reise haben sich für immer in unsere Erinnerungen gebrannt.

  67. One week before 9/11/2001, 5 of us Sergeants from the second platoon of Dog Company,101st Infantry regiment, 26th Infantry Division,Third Army, USA, met with our wives in Indianapolis, Indiana. We had a wonderful two days reliving and trying to remember our WW2 experiences. At that time I mentioned Richard Clarke, advisor to 3 presidents on terrorism, forecast a strike against the USA and had warned Condeleeza Rice about Alqueda which she had never heard about and ignored. Other warnings were ignored by the FBI, CIA, etc and the result was successful terror attacks. Three of us are still living and scheduled for a reunion with our wives in October 7,8 and 9.

  68. Der 11. September 2001 war ein wunderschöner Herbsttag. Zum Frühstück saß ich mit meinem Bruder Reinhard auf meinem Segelboot in Jersey City, genau gegenüber dem World Trade Center. Die Sonne war hinter dem World Trade Center und wir bewunderten die ‘Urban Landscape’. Dann fuhr ich zur Arbeit und mein Bruder bereitete sich auf einen Besuch in New York vor.

    Ich habe von dem Angriff auf das World Trade Center an meiner Arbeitsstelle erfahren. An dem Tag war ich in Paterson, New Jersey, und der Rauch der Twin Towers war am Horizont zu sehen. Zuerst stand noch ein Tower, aber dann war nur noch Rauch. Zuerst dachte ich, mein Bruder wäre sicher, weil er erst später nach New York fahren wollte, aber was, falls er früher losgefahren ist? Dann kommt er mit dem Wassertaxi am World Financial Center an und läuft zum Wold Trade Center. Das Telefonieren war schwierig, aber am Ende habe ich ihn doch auf dem Boot erreicht und er war sicher.

    Zuerst ging es mit der Arbeit weiter, aber dann war doch bald Schluss. Die Fahrt zurück nach Jersey City war sehr lang und ich war mir gar nicht sicher, ob sie mich überhaupt in die Marina rein lassen würden, aber später am Abend saß ich wieder auf meinem Segelboot. Der Rauch stieg von den Ruinen auf, zum Glück trug der Wind die Asche in eine andere Richtung.

  69. Ich saß an diesem denkwürdigen Tag mit meiner Frau und meiner ältesten Tochter in einer UNITED AIRLINES-Maschine auf dem Weg von Frankfurt nach Chicago. Etwa eine Stunde vor der planmäßigen Landung änderte die Maschine für uns Passagiere in Unkenntnis der schrecklichen Terroranschläge abrupt ihren Kurs und ein Irrflug mit abenteuerlichen Erlebnissen begann, die ich in einem Buch mit dem Titel “SEPTEMBER ELEVEN – Im Schatten der Terroranschläge” veröffentlicht habe.

    2 verschiedene Leseproben dazu gibt es auf:
    http://www.tredition.de/?books/ID2328/SEPTEMBER-ELEVEN und
    http://www.suchbuch.de/leseproben/belletristik/september_eleven/2572

  70. Ich war in Lindau am Bodensee, ganz normal am Arbeiten.Kollege verbreitete die Neuigkeit, die er über das Internet erfahren hatte. Ich glaubte, das sei ein Fake.

  71. Definitely believe that which you stated. Your favorite justification appeared to be on the internet the easiest thing to be aware of. I say to you, I certainly get irked while people think about worries that they just don’t know about. You managed to hit the nail upon the top and also defined out the whole thing without having side effect , people can take a signal. Will likely be back to get more. Thanks

  72. Ich war gerade mit zwei türkischen Frauen in Lebach unterwegs, als wir im Radio von diesem Unglück erfuhren. Damals sprach man noch von wahrscheinlich mehreren 100 Toten.
    Ich habe mein Auto angehalten um alles genau zu hören und habe es dann nochmal genau den Frauen beschrieben, was da in Amerika passiet ist. Sie konnten das auch kaum glauben und als wir dann wieder zu Hause waren, wurde sofort das Fernseh angeschaltet (türkisch TV) und es dauerte nicht lange, dann wurde alles genau berichtet. Keiner war mehr im Stande irgend etwas zu sagen.

  73. ich saß vor meinem Monitor in einem Frankfurter Architekturbüro, als meine Kollegin einen Anruf ihrer Mutter erhielt, die ihr mitteilte das ein Flugzeug ins World Trade Center geflogen sei. Wir waren alle fassungslos und mein Chef erklärte die Arbeit für diesen Tag für beendet.
    Ich erinnere mich noch sehr genau an das Schweigen in den S- Bahnen das die nächsten Tage auf der Fahrt von und zur Arbeit herrschte.

  74. 11.9.2001. Die Schicht zu Ende, zu Hause flimmert der Fernseher vor keinem Publikum. Die Familie ausgeflogen, der Jüngste mit dem Hund unterwegs und die Bilder vom Fall der Twin-Towers flattern. Keiner macht dem Fernseher aus, donnerte das Vaterhirn und was glotzen die wieder Hollywood Katastrophen-Filme. Als die Kommentare langsam die Realität ins Gehirn donnerten, das Ungläubigkeit dem Nichtverstehen vorzog, fiel mein Blick auf die ersten Bücher eines Lyrikbandes auf dem Wohnzimmertisch, das wir damals als BoD (eine ganz neues Ding damals) herausbrachten. http://mikelbower.de/buchhp/. In den Foren eines nicht mehr existenten Webrings geplant, per email gemanagt.
    Und alles verblasste ob der Ungeheurlichkeit der Fernsehbilder. Wie sollte man jemals wieder Lyrik lesen können? Die typisch deutsche Sucht alles zunächst auf sich selbst zu beziehen. Konsequenzen zu erforschen, um sich nicht der nichtvorstellbaren Not der Sterbenden widmen zu müssen? Ich dachte nur, dass mein Gedicht “Teamtürme” darin nicht mehr vorzulesen ginge..
    Abends schrieb ich dann noch dieses, nach den ersten Kommentaren, Präsidentenstatements, aus einer ganzen, auch englischen Titeln fassenden, Serie im in den Folgemonaten.

    ny 09-11-01

    als wär’s um die ecke
    als wär’s hier bei mir
    blutvernetzte tränen
    heulende wut im gigantenstaub
    spür ihn zu schmecken
    würgt den letzten rest vernunft
    mit ungläubigem wissen
    todeshunde wittern schon
    racheverblutende krieger
    ehrzerfetzt

  75. Ich lag schon seit ein paar Wochen mit einem fiesen Bänderriss zuhause und langweilte mich, als mich mein damaliger Partner aus dem Büro anrief und meinte, ich soll SOFORT den Fernseher anmachen. Im Radio bringe man die Nachricht, ein Flugzeug wäre in das WTC geflogen, ob das wahr wäre.

    Als ich einschaltete, flog gerade das 2. Flugzeug in das WTC. Ich war wie paralysiert und konnte mich bis spät in die Nacht nicht mehr von diesen Bildern lösen. Nachts habe ich kein Auge zugetan – ich wußte, daß damit eine Ära endet und die Unsicherheit, in welche Richtung dies die Welt bringen würde, hat mir eine große Anzahl schlafloser Nächte beschert. Ich habe auch lange gebraucht, bis ich die Bilder wieder aus dem Kopf bekommen habe und wieder ruhig durchschlafen konnte.

  76. Pingback: Digitale Bourgeoisie » Die 9/11-Fotos als Fotofilm ”Eine Woche im September 2001”

  77. Im Auto sitzend erfuhr ich von den Anschlägen, die Radiosprecher gaben die Spekulationen an die Hörerschaft weiter, Genaues wusste noch niemand.
    Meine damalige Frau hatte sich gerade in einen anderen Mann verliebt, die Familie mit unseren vier Kindern stand vor schwierigen Zeiten. Wir trafen uns an diesem Tag in einem Möbelgeschäft von Wittenberg, um ein Sofa für den Fernsehraum zu kaufen (warum eigentlich???)
    Ich erinnere mich, dass alle Kunden des Geschäfts damals vor den laufenden Fernsehern standen und fassungslos die Geschehnisse verfolgten.
    Dieser Tag ist unvergesslich, tragisch.

  78. Ich war am 11. September 2011, genau 11 Tage nach Beginn meines ersten unbefristeten Jobs, beim checken meiner Mails im Büro, als ich die Mail eines Freundes mit Priorität “hoch” sah.
    Ich öffnete diese und wusste mit der Nachricht “Flugzeug ins WTC gestürzt” erstmal nichts anzufangen, als mein Chef kam und meinte: “Schalt den Fernseher ein, ich hab gerade einen Anruf bekommen, dass…”

    Wir schalteten den Fernseher ein und sahen: Es war Krieg!

  79. Ich war damals Azubi in einer Berliner Internet-Firma. Als wir in unserem Produktionsraum erstmals was über die Bildschirme flimmern sagten wir … wie blöd kann man sein und mit einem (Sport)-Flugzeug in ein so großes Gebäude fliegen. Dass es sich damals um eine große Linienmaschine handelte war in den ersten Minuten noch nicht klar. Wir waren fassungslos … an Arbeit war an dem Tag nicht mehr zu denken.

    Abgesehen von diesem sehr tragischen Ereignis ist mir eine Sache noch besonders in Erinnerung: Ich habe noch nie (und auch danach nie wieder) gesehen, dass so viele Nachrichten-Server in die Knie gingen. Da in Deutschland zum Zeitpunkt des Anschlages viele Menschen in ihren Büros gesessen haben und keinen Zugriff auf einen Fernsehr hatten, haben viele davon die Nachrichten übers Internet aufgerufen. Sowohl Spiegel Online, als auch N-TV und BILD mussten ihre normalen Websites runterfahren, da sie quasi stillstanden und auf schlanke Versionen ohne Werbung und zusätzlichen anderen Diensten hochfahren. (zum damaligen Zeitpunkt hatte das Netz noch nicht die Bandbreite, wie es heute der Fall ist). Ich kann mich nicht erinnern, dass danach noch einmal so etwas passiert ist. Der Grund dafür ist traruig.

  80. Am 11.9.2001 war ich Auszubildende an einer Schule für Erzieherinnen. Die Ausbildung habe ich erst mit 40 gemacht und freute mich jeden Tag darauf. Was wir an diesem Tag in der Schule gelernt haben, weiß ich nicht mehr, denn ich hatte gerade erst das Semester begonnen. Aber ich weiß noch, dass ich nachhause kam und meine Kinder erschrocken vor dem Fernseher saßen und ich die Bilder sah, die man nie mehr vergisst… Und ich weiß noch, wie unwirklich mir das alles vorkam. Wie ein Film…

  81. Am 11.09.2011 war ich mit meiner damaligen Abi-Klasse in Italien auf Abschlußfahrt. Wir waren an diesem Tag morgens in Verona und sind dann weiter zum Gardasee gefahren.

    In Riva machten wir kurz halt um in einem Supermarkt einkaufen zu gehen, als jemand nach einem Telefonat mit Deutschland laut in die Gruppe rief, das es einen Anschlag in den USA gegeben hat.

    Ich nahm daraufhin mein Handy und ließ mir eine Nachrichten-SMS über das T-Mobile-Portal zukommen. An den Wortlaut des Textes erinnere ich mich noch ganz genau: “Zwei Flugzeuge fliegen in das WTC in New York. Anschläge auch in Washington. Beide Türme eingestürzt. Tausende Tote?”

    Ich habe dann meine Freundin in Deutschland und meine Eltern angerufen. Irgendwann haben wir einen öffentlich zugänglichen Fernseher gefunden und die ersten Bilder gesehen.

  82. Von 14 bis 16 Uhr bin ich in einem Rechner-Pool einer Privatschule gewesen, und habe diverse Java-Programme entwickelt und dabei ein wenig Musik gehoert. Ausser mir sind noch ein paar andere Studenten im Raum gewesen. Die meisten davon still und leise – nur 2 Studenten haben mehr oder weniger leise miteinander gesprochen – so leise also laut, dass ich ab und zu trotz Kopfhoerer und Musik ein paar Wortfetzen mitbekommen hatte.

    Deren Gerede ueber das World Trade Center hatte mich aber nicht weiter interessiert… frei nach dem Motto “lasse reden, die…”.

    Anschliessend bin ich zu meiner Mutter gefahren, die mich zum Abendessen eingeladen hatte. Kaum hatte ich Dir Tuer geoeffnet und ‘Hallo’ gesagt, kam sie bereits auf mich zugelaufen und fing an mir von New York und den Tuermen zu erzaehlen. Ich dachte nur “jetzt faengt meine Mom auch noch damit an”!

    So unglaeubig, wie ich aus der Waesche geschaut haben muss, so aufgebracht, nervoes und “geschockt” war meine Mom. Sie packt mich sofort am Arm und schleppte mich zum Fernseher… und dort habe ich dann bis Mitternacht gesessen. Eine Wiederholung nach der anderen… immer wieder… als waeren es 100 und nicht 2 Tuerme gewesen… voellig surreal… voellig unmoeglich… und irgendwie hatte ich spaet abends immer noch gehofft, dass es nicht wirklich passiert sein kann. Nur ein Traum. Leider nicht.

    Im Januar 2000 war ich in mitten zweier Eisstuerme in New York gewesen und durfte nicht auf die Platform “zwischen” beiden Tuermen gehen, da sie wegen Glatteis gesperrt gewesen war, und musste in einem guenstigen Augenblick, ungeachten von dem Police Guard, unter der Absperrung hindurch, um doch noch an mein Bild – vom Fusse der Tuerme die Skyline hinauf – heranzukommen. Jedes Mal wenn ich auf dieses Bild schaue… muss ich…

    9/11 ist ein so unfassbares Ereignis, insbesondere, wenn man die Tuerme je mit eigenen Augen gesehen bzw mit eigenen Fuessen betreten hatte. Zudem habe ich diverse Freunde und Verwandte in New York, etc., zum Glueck ist kein einziger am 11.9. in Lower Manhattan gewesen.

  83. Am 11. September war ich gerade in die 10. Klasse gekommen. Ich war Nachmittags zuhause, hatte gerade die Sachen für das Handballtraining zusammengesucht, als mich mein Handballkollege anrief und sagte, dass ich sofort den Fernseher einschalten solle da Flugzeuge ins World Trade Center geflogen seien. Ich machte den Fernseher an und traute meinen Augen nicht.

    An diesem Tag viel das Handballtraining aus und die Welt war nicht mehr dieselbe.

  84. Ich saß an diesem Morgen in meinem Büro und hatte einen Kollegen zur Einarbeitung da. Im Hintergrund spielte Bayern 3 als die Moderatorin auf einmal sagte, daß sie eine Eilmeldung über einen Unfall in New York bekommen hätten wonach ein Flugzeug, vermutlich ein Sportflugzeug in einen der Türme geflogen sei. Dann ging das Programm weiter, bis – nach, ich weiß nicht mehr wie langer Zeit – die Meldung kam, daß ein zweites Flugzeug in den anderen Tower gestürzt wäre. Da war mir klar, daß ist kein Unfall. Zu diesem Zeitpunkt hatten unsere Büro-PC´s noch keinen Internetanschluss und im ganzen Bürokomplex gab es nur in der EDV-Abteilung einen Internetanschluss. Also machte ich mich auf den Weg dort hin. Nachdem ich – im Gegensatz zu anderen – die Angewohnheit hatte Radio zu hören waren die Kollegen in der EDV noch vollkommen ahnungslos. Allerdings fruchtete mein Versuch nicht. Es war unmöglich die Website von CNN oder SPON aufzubekommen. Ich ging dann an diesem Tag so früh nach Hause wie selten und saß mit meiner Frau bis in die späten Abendstunden vor dem Fernseher. Das dies ein Wendepunkt in der Geschichte sein würde, daß wurde uns erst in den folgenden Tagen richtig bewusst. Enyas Musik, die danach immer wieder gespielt wurde heisst bei meiner Frau und mir seither nur noch “Falling Towers” und ich kann sie nicht mehr hören. Der Anschlag hätte ein Weckruf sein können, es wurde “nur” ein Angriffssignal. Dies wird uns dazu verdammen all das – in irgendeiner Form – wieder erleben zu müssen. Vielleicht wäre es mit einer anderen Regierung in den USA anders gekommen – aber auch hierfür gibt es keine Gewähr.

  85. Am 11. September 2001 war ich vormittags mit meiner Mutter einkaufen.. als wir uns mit dem Auto auf den Heimweg machten, schaltete ich das Autoradio ein und ein Kommentator berichtete soeben, dass es in der New Yorker Innenstadt wie im Krieg aussieht… Trümmer, Chaos, Feuer. Ich sagte noch: “Was für einen Blödsinn die sich doch immer wieder ausdenken, das kann ja nicht wahr sein.” und schaltete das Radio aus. Als wir später wieder zu Hause waren, sah ich erst die Bilder im Fernsehen brach in Tränen aus… ich konnte es nicht fassen.

  86. Es war die dritte Nacht die ich in meinem heimsichen Bett verbringen durfte.
    Knapp 5 Monate Routine im Lager Prizren lagen da hinter mir.

    Meine Frau war laengst arbeiten, als ich mich so gegen 1100 entschloss auch meinen Tag zu beginnen: Kaffee, Zeitung, Toastbrot und frische Eier vom Schwiegervater und eine selbst gedrehte Fluppe, was will manN mehr?!

    Ich hatte so einiges an Papierkram aufzuholen und musste so einige Telefonate erledigen.
    Wie immer hat mich all dieser BehoerdenBeamtenQuatsch ohne Ende genervt , so dass ich erst einmal ein frisches Pils aus lokaler Produktion genoss …

    Ich schob die Reste vom vorherigen Mittag in die Microwelle und trank ein weiteres Bier.
    Ich machte es mir auf der Couch bequem und im TV lief Kabel 1.
    Ich bin mir nicht zu 100% sicher , aber ich denke es lief Hawaii 5-O oder irgend eine andere alte 70-80er US Serie.
    Dann kamen diese “sonderbaren” Liveberichte , ich konnte es kaum glauben und musste ersteinmal ALLE anderen Sender durchgucken , ueberall lief dann das gleiche!

    -konnte DAS wirklich real sein ?!?-
    scheinbar ja …

    5 Monate danach war ich an einem Ort , genannt Kabul , meine Frau verstand die Welt nicht mehr und reichte 3 Wochen danach die Scheidung ein und ICH …
    ja ICH war seitdem noch weitere 3 mal “DA” unten und musste auch einen Freund dort lassen.

    9/11 war auch mein 9/11

    ich kenne keinen derer die in NYC bzw den USA gestorben sind,
    ich sehe (leider!) nur die Opfer die ich gebracht habe!

    Wenn die deutsche Gesellschaft zumindest die (privaten) Opfer der deutschen Soldaten achten würde, aber in Deutschland werde wir als geldgeile Söldner dargestellt, die sowieso nix anderes im Leben hätten erreichen können…

    Schöne neue Welt: Post 9-11

  87. Im September 2011 war ich Studentin in Bielefeld. Ein Freund von mir betrieb eine damals noch recht kleine Firma, einen Internetversand, in der ausgebauten Garage eines Einfamilienhauses. Dienstags habe ich immer dort gearbeitet, am 11. September war ich dort den ganzen Tag allein mit einer Kollegin. Wir packten fröhlich unsere Pakete, sortierten die Posteingänge und führten weder Telefonate noch hörten wir Radio oder waren im Internet.
    Abends nach der Arbeit lud ich sie spontan ein, mit mir zu kochen und sie brachte noch einen Freund mit. Als wir zu dritt bei Spaghetti mit Soße und einem Glas Wein in der Küche saßen, rief mein Mitbewohner aus dem Urlaub an, er fragte – da klar war, dass für mich die Welt noch in Ordnung war – ob ich heute schon ferngesehen hätte. Nein, wieso, sagte ich. Als er sagte, dass das World Trade Center eingestürzt wäre, musste er fast lachen, so absurd war dieser Satz. Und obwohl ich sofort wusste, dass es ihm ernst sein musste, sagte ich, Du verarschst mich doch, oder. Nein, sagte er.
    Von da an lief der Fernseher bis tief in die Nacht, irgendwann gingen meine Kollegin und ihr Freund heim. Ich telefonierte stundenlang mit meiner besten Freundin. Wir fragten uns, wo wir sein wollten, wenn in Deutschland etwas Ähnliches passieren würde, und versuchten, das Geschehene irgendwie einzuordnen. Es gelang uns natürlich nicht an diesem Abend und auch viel später noch nicht.
    Aus heutiger Sicht ist die Zeit vor dem 11. September 2011 eine andere, unbeschwertere Zeit als heute. Sie wird nie mehr zurückkehren, auch deswegen natürlich, weil ich nicht mehr Mitte zwanzig, sondern Mitte dreißig bin, nicht mehr Studentin, sondern Mutter. Und weil langsam wohl auch dem Letzten klar wird, dass unser Entwurf einer modernen Gesellschaft auf zahlreichen Lügen basiert, die ebenfalls noch in diesem Jahrhundert einstürzen werden.

  88. Ich saß in Berlin in der Bibliothek der HU und hatte zuahuse ein wichtiges Buch vergessen. Also bin ich gegen 13 Uhr schnell nach Hause gefahren und dachte mr, wenn ich schon mal da bin, kann ich auch kurz Emails checken. Mobil ging sowas damals faktisch noch nicht. Immer wenn ich am Computer saß, lief nebenbei n-tv – einfach nur so. Und plötzlich kam diese Meldung aus NY. Bis zum nächsten Morgen saß ich gebannt vor dem Fernseher. Draußen hörte ich Blaulichter. Niemand wußte, ob nicht auch in Berlin ein Anschlag bevorstünde. Vom dritten Weltkrieg war die Rede. In die Bibliothek bin ich an diesem Tag nicht wieder zurück gekehrt. Am nächsten Tag gab es in ganz Berlin keine FAZ mehr. Die Stille vor der amerikanischen Botschaft war bedrückend.

  89. Ich hatte einen Tag frei von meiner Arbeit an einem Uniklinikum in NRW. Ich saß in Aachen im 4. Stock mit viel privater Arbeit an einem schönen Tag in meiner Dachgeschoßwohnung. Obwohl ich selten fernsehe, war ich an diesem Tag neugierig. So bekam ich alles von Anfang an über die Presse mit, teilweise sprachlose schockierte Fernsehreporter, Journalisten und Nachrichtensprecher.
    Mir war ziemlich schnell klar, was dort passierte. Ganz verarbeitet habe ich das bis heute nicht, nach Informationen im Internet, Bilder von sich aus dem Gebäude stürzenden Menschen, Spiegel-Dokumentationen und Sonderheften. Ca. 3000 Unschuldige wurde getötet, keine Menschen im Krieg.
    Viele Bilder und Filme habe ich mir abgespeichert und beschäftige mich bis heute mit dem Ereignis, dass die gesamte Welt verändert hat.
    Es wurde damit klar, dass der virtuelle 3. WK begonnen hat, denn seitdem ging der weltweite Terror von Islamisten erst richtig los, mit einmal waren die Fronten klar, was man vorher nicht so wahrgenommen hatte.

    Ich habe dann auch die Fakten genau recherchiert. Krass und menschenverhöhnend dann immer wieder die technisch unterbelichteten Verschwörer mit ihrem sog. “inside-job”, eine Verhöhnung aller Opfer !

    Es ist alles ziemlich genau bewiesen, bis zum Einsturz des WTC 7 und dem Pentagon-Angriff.

    Seit diesem Tag hat sich der Teufel im Islam, den Islamisten demaskiert. Es ist immer gut, die Fronten zu sehen, Gut und Böse auch woanders zu trennen.
    Hier wurde nun eine neue Front für den normalen Menschen sichtbar, die sich ja leider bis heute hält.

    Immer noch vermisse ich die Türme, und hätte sie gerne genauso wieder aufgebaut, wie sie vorher waren, nichts Neues.

    Und immer wieder freue ich mich über Bilder des WTC vor dem Angriff, und schöne Fotos aus den Türmen.

    Seit diesem Ereignis ist die Welt noch ein weiteres Stück schlechter geworden. Leider. Errettung gibt es davon nur geistig.

  90. Am 2.11.war ich in der Software-Branche beschäftigt und an diesem Tag im Büro.
    Im Internet war meine bevorzugte Seite Spiegel-Online, welche ich am frühen Nachmittag öffnete um News anzusehen. Was ich sah, war der brennende erste Turm des WTC. In dem Bericht ging man von einem Unfall mit einem Sportflugzeug aus. Da ich im Büro der erste war welcher diese Nachricht las, informierte ich Kollegen und Mitarbeiter über das eben gesehene, alle standen wir ungläubig vor dem Monitor. Die Seite und auch andere Seiten waren jedoch sehr schnell überlastet, es wurden von den Redaktionen kurze Textseiten gesendet. Wir schalteten den in unserem Schulungsraum befindlichen Fernseher ein und sahen dann auf CNN den Anschlag auf den zweiten Turm. Unfassbar saßen wir alle vor dem Fernseher und konnten das gesehene nicht begreifen. An Arbeit war nicht mehr zu denken. Aber scheinbar ging es vielen anderen Menschen nicht anders, unsere Kunden-Hotline schwieg an diesem Nachmittag. Einer der Tage in einem Leben, die man nie vergißt.

  91. Ich habe am 11. September bereits seit einem halben Jahr in Toronto, Kanada in einem IT-.Projekt gearbeitet. Ich war am Morgen dieses Dienstags in einem Meeting. Als wir gegen 11 Uhr eine kurze Pause einlegten, kam mein englischer Kollege auf mich zu, der einen wirklich schrägen Humor hatte (eben Engländer). Er sagte zu mir: Das WTC gibt es nicht mehr – und das Pentagon wurde auch angegriffen.

    In der Tat habe ich ihm erst nicht geglaubt. Bis ich bemerkte, dass in einem anderen Besprechungsraum ein Fernseher lief und viele Kollegen dort standen. Die ganze Atmosphäre war verändert. Ich brauchte eine Weile, um diese “Information” zu verarbeiten, um die Katastrophe zu erkenne. Ein schweizer Kollege war erst 2 Tage zuvor wieder nach Toronto gekommen. Freunde von ihm wollten an dem Tag nach New York fliegen. Mein damaliger Freund war gerade zu Besuch und wollte 5 Tage später wieder nach Deutschland. Was wäre gewesen, wenn … All diese Gedanken schossen mir in sekundenschnelle durch den Kopf. Dann starrte ich fassungslos auf den Fernseher hin- und hergerissen zwischen dem Gefühl, wie so etwas passieren kann, wer so etwas macht, und dem Unglaube, dass so etwas überhaupt passiert. Ich dachte sogar für einen Moment an eine Art Fernseh-Version von Krieg der Welten. Es war unfassbar.

    Wir hörten, dass in Toronto Downtown die Hochhäuser evakuiert würden. Ich versuchte, über das Internet mehr Informationen zu bekommen, aber viele Seiten waren ausgelastet. Ich rief meine Eltern in Deutschland an, damit sie erfahren, dass die Lage bei uns verhältnismäßig ruhig war.

    Die Büros in denen wir arbeiteten waren nur durch einen Highway von dem Flughafen getrennt, so dass wir permanent startende und landende Flugzeuge hören konnten. Am 11. September hörten wir noch landende – viele -, da Toronto einer der Auswiechflughäfen für Nordamerika war. Und gegen Abend gab es keinen Fluglärm mehr. Alle Maschinene waren gelandet und der Flughafen geschlossen. Er war so voll, dass die Flugzeuge auf der Rollbahn geparkt wurden.

    Dann folgten fast 2 Tage gespentischer Stille – erstaunlich wie schnell man sich daran gewöhnt. Am Donnerstag nachmittag wunderten wir uns über Lärm, bis wir feststellten, dass die erste Maschine wieder startete, eine Frachtmaschine.

    Obwohl ich weiß, dass es passiert ist, und ich auch die meiner Meinung nach teilweise furchtbaren Folgeentscheidungen der US-Regierung mitbekommen habe, bleibt ein Gefühl des Irrealen in mir zurück.

  92. An den 11. September 2001 und den Moment, als mich auf der Arbeit eine eMail erreichte die sehr beunruhigend war, erinnere ich mich sehr genau. Eigentlich befand ich mich in einer “Hochstimmung”, da ich 10 Tage später geheiratet habe.

    Am 22. September 2001 sollte es für meine Frau und mich eigentlich in die Flitterwochen nach New York gehen. Ein lang gehegter Wunsch, der zu diesem besonderen Termin erfüllt werden wollte.

    Als meine Arbeitskollegen und ich auf unseren PCs und im Radio die ersten Meldungen verfolgten, erreichte mich ein Anruf meiner Frau, die ich per SMS informiert hatte. Sie sah sich im TV die Nachrichten aus NY an. Die ersten beiden Sätze die sie sagte, haben sich mir eingebrannt: “Es sieht aus wie im Krieg – da springen Menschen aus den Fenstern! Das muss ein Alptraum sein!”.

    Unsere Reise verlegten wir kurzfristig nach Paris.

    New York haben wir erst im September/Oktober 2009 besucht.

  93. Mein Freund und ich hatten 2001 gerade Abi gemacht und warteten nun darauf, dass das Studium und damit der Ernst des Lebens beginnen würde.

    An diesem Tag fuhren wir in die Stadt, um einige Dinge zu erledigen. Unter anderem kauften wir in einem Elektromarkt einige CDs. Auf dem Weg zur Kasse bemerkten wir, dass in der Abteilung mit den Fernsehern sehr viele Leute vor den Bildschirmen standen, und wunderten uns, was dort wohl los war.
    Als wir näherkamen, sahen wir einen rauchenden Turm des World Trade Centers, und es wurde davon berichtet, dass ein Flugzeug in das Gebäude geflogen war. Was uns aber erst einmal nicht sonderlich beunruhigte, denn unser erster Gedanke war: “Was läuft denn da für ein komischer Film?” Wir brauchten eine Weile, um zu bemerken, dass das, was wir dort sahen, Nachrichten waren, dass das, was wir dort sahen, wirklich geschehen war.
    Noch während wir zusahen, wurde auch der Südturm getroffen. Erschüttert schauten wir zu, aber das wirkliche Ausmaß konnten wir immer noch nicht fassen, und vor allem konnten wir uns überhaupt nicht vorstellen, was noch daraus werden würde. Na gut, da waren eben Flugzeuge in die Türme geflogen, das war schon sehr krass, aber die Welt würde damit auch zurechtkommen.

    Wir gingen also weiter, kauften noch etwas ein und kopierten etwas später noch einige Sachen in einem Copyshop. Dort lief das Radio, und natürlich wurde auch dort ständig über diesen Anschlag berichtet. Doch plötzlich war der Moderator sehr aufgeregt – er berichtete darüber, dass einer der Türme eingestürzt war! Jetzt erst dämmerte uns, was für eine große Sache da eigentlich wirklich passiert war. Nie hätten wir nach dem Anschauen der ersten Bilder geglaubt, dass diese Türme einstürzen könnten.

    Wir erledigten noch unsere Sachen, fuhren nach Hause, aber unsere Gedanken drehten sich nur noch um die Anschläge. Den Rest des Tages verbrachten wir nur damit, weiter im Internet zu schauen, was passiert war, uns unzählige Bilder und Reportagen anzuschauen, um irgendwie fassen zu können, was geschehen war.

  94. Ich saß in der Bibliothek der Uni vor dem Computer und habe auf Spiegel Online ein wenig rumgesurft. Auf einmal wurde es unruhig, jemand erzählte was vom brennenden WTC. Also bin ich auf die Startseite von SPON und sehe erste Hinweise auf einen Anschlag. Danach kam ich nicht mehr auf die Seite, der Server war zusammengebrochen. Also habe ich meine Sachen gepackt und bin in meine Wohnung gelaufen und haben den restlichen Tag vor dem Fernseher verbracht, um zu verfolgen, was da drüben passiert. Neben der Ungewissheit, was nun kommt, war ich einfach nur traurig. Ich war schon immer begeistert von der Stadt New York, vor allem von Manhattan, und jetzt war diese lebensfrohe Stadt ins Mark getroffen, hat tausende unschuldige Tote zu beklagen, weil ein paar Terroristen das so beschlossen hatten.
    Ich war 1 1/2 Jahre später dann in New York und habe mir Ground Zero angesehen. Erst da wurde mir das Ausmaß so richtig bewusst und ich habe gespürt, dass selbst 1 1/2 Jahre die New Yorker den Schock noch nicht komplett überwunden hatten.

  95. Am 11. September war ich, schwanger im 7 Monat, im Büro. Mein Kollege kam von einem Termin aus der Dresdner Innenstadt zurück und sagte, es hat einen Anschlag auf das WTC gegeben. Da Dresden ein Gebäudekomplex mit gleichem Namen hat, dachte ich natürlich zuerst, er meint das Dresdner WTC. Wir schauten sofort ins Internet, holten später einen Fernseher einer Kollegin, die in der Nähe wohnte, und schauten den ganzen Nachmittag der Katstrophe zu. Ich weiß nicht, wie oft ich Herrn Wickerts dramatischen Live-Kommentar zum Zusammenbruch des Nord-(Süd?-)Turms gesehen habe … Bekannte von mir haben an diesem Tag ihr erstes Kind bekommen … Meine Tochter wurde am 2.12.2001 geboren.

  96. Seit Anfang 2001 arbeitete ich bei einer kleinen, jungen Software Firma. Unser Produkt war fertig und am 12. September sollte der Start unserer ersten Roadshow sein. Wir hatten 10 Veranstaltungen geplant, Interessenten eingeladen, Hotels und Besprechungsräume gebucht. Der 11. September war fuer die Generalprobe reserviert. Jede einzelne Präsentation und Produktvorführung wurde live durchgespielt um etwaige Fehler auszuschliessen und jedem die Möglichkeit zu geben noch zu üben. Viel hing von dieser Roadshow ab. Mitten am Nachmittag, während wir gerade probten platzte meine Sekretärin in den Besprechungsraum und sagte, dass gerade ein Flugzeug in das WTC geflogen sei. Fassungsloses Kopfschütteln, die Frage nach Flugzeug, Opfern etc. konnte nicht beantwortet werden. Wir machten weiter, ich nahm an es hatte sich um ein kleines Flugzeug gehandelt, eine Cessna 170 oder ähnliches. Kurz darauf erfuhren wir, dass eine weitere Maschine in den zweiten Turm gecrashed war. Wir unterbrachen unsere Proben. Alle gingen an ihre Arbeitsplätze und versuchten im Internet mehr zu erfahren. Teilweise waren cnn.com und andere Seiten kaum erreichbar, wegen Überlastung gingen die Server in die Knie. Wir gingen alle nach Hause. Während ich im Auto sass hörte ich in den Nachrichten, dass der erste Turm eingestürzt war. Ich war schockiert, hatten doch meine Frau und ich erst ein Jahr zuvor im Restaurant Windows on the world in der Topetage des WTC zu Abend gegessen… Zu der Roadshow am nächsten Tagbkamen statt der angemeldeten 24 Teilnehmer nur 7. Zu den weiteren Terminen hatten wenige Leute Lust, nur noch einer fand statt. Wir vielen mit unserem Zeitplan genau in das Loch der Unsicherheit und der Angst, das sich nach 9/11 auftat. Dazu kamen die echten und die falschen Anthraxanschläge. Unsicherheit überall, niemand wollte groß investieren, viele warteten ab, was denn geschehen würde. Unserer kleinen Firma ging 6 Monate nach 9/11 das Geld aus, zum Glück fanden wir einen Käufer für den Rest.

  97. Am 10. September hatte ich gerade ein wichtiges Buchmanuskript fertiggestellt und bin danach für einige Tage zu meiner Schwester an den Gardasee gefahren, die dort mit Mann und Kind eine Ferienwohnung hatte. Als wir am 11.09 gerade in einem Surfshop einen neuen Mast kaufen wollten, fiel mir der – auch für italienische Verhältnisse – sehr hektische Radiomoderator auf und ich bat um eine Übersetzung. Zurück in der Ferienwohnung haben wir den Fernseher angemacht und dann alles live mit verfolgt. Stundenlang. Draussen ganz normales Strand- und Surferleben. Irreal. Für Unsummen mit den Lieben zuhause telefoniert. Darauf geachtet, dass meine vierjährige Nichte nichts mitbekommt!! Also auch “Urlaubsleben” gespielt, obwohl die Welt gerade stillzustehen schien. Irreal! Traurig.

  98. Als freier Texter in München war ich am 11. September 2001 von einer Werbeagentur gebucht. Ich saß morgens allein in einem ruhigen Raum mit großer Fensterfront, um Headlines für das Geschenk-Abo eines Reisemagazins zu entwerfen. Im Großraumbüro nebenan saßen zahlreiche Grafiker, die plötzlich aufgeregt umher liefen. Wirre Wortfetzen flogen umher. Irgendwann sprang ich auf und erfuhr von einem Flugzeug, das offenbar ins WTC gerast war. Jeder dachte an ein Sportflugzeug. Die Seite von Spiegel-Online war überlastet und zeitweise nicht mehr abrufbar. Im Konferenzraum stand ein kleiner Fernseher, der uns dann die furchtbare Realität offenbarte. Ich weiß noch, wie ein Kollege ungläubig in den Bildschirm starrte und immer wiederholte “Wahnsinn … wahnsinn!” Keiner konnte mehr konzentriert arbeiten. Natürlich nicht. Jegliche Routine war blockiert. Zurück in meinem Texterzimmer, blickte ich immer wieder auf ein nahe gelegenes Hochhaus. Und so verrückt es im Nachhinein klingen mag: Ich hatte wirklich Angst, dass dort auch jeden Moment ein Flugzeug einschlagen könnte …

  99. Am 11. September 2001 hatten wir nachmittags einen Termin beim Gynäkologen – meine Frau war im 4. Monat schwanger. Nach den Routineuntersuchungen sollte das Kind mit dem Ultraschallgerät vermessen werden. Der Satz “Das sollte so nicht aussehen” des Arztes wird mir wohl immer im Gedächtnis bleiben. Drei Minuten später war klar: Unser Kind war gestorben. Meine Frau und ich sind dann nach Hause gefahren und haben den Rest des Tages trauernd und in Abgeschiedenheit verbracht.

    Was in New York und Washington stattgefunden hatte, haben wir an dem Tag erst abends gegen neun mitbekommen.

  100. am 11.09.2001 war ich 26 und student. als ich aus der uni kam, setzte ich mich vor den fernseher und sah einen turm brennen. ich dachte an einen unfall, die kommentatoren wussten auch nicht mehr zu berichten.
    meine 2 mitbewohner waren beschäftigt, und saßen deshalb nicht vor dem fernseher; wir dachten an einen unfall, bei dem ein sportflugzeug in den turm gestürzt ist.

    als das 2. flugzeug in den turm stürzte (ich dachte erneut an eine cessna o.ä., ich bemerkte nicht, dass es eine passagiermaschine war), rief ich meinem mitbewohner zu: “alter komm schnell, hier is noch so’n depp ins wtc gekracht…”

    wir dachten weiterhin an unfälle, was anderes wäre viel zu surreal gewesen…

  101. Ich saß an dem Morgen am Schreibtisch in unserem Großraumbüro am Potsdamer Platz. Irgendwann bemerkte ich, dass sich immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor einer Monitor-Säule versammelten und ging nach vorne, um zu sehen, was los ist. Es lief CNN. In diesem Moment schlug gerade das zweite Flugzeug ein und ich dachte noch, schon wieder so ein Katastrophenschocker aus Hollywood – und das am frühen Vormittag. Dann sickerte langsam die Erkenntnis durch, dass es Realität war, was wir sahen. So richtig arbeiten konnte und wollte an diesem Tag niemand mehr. Immer wieder versammelten wir uns vor den TV-Geräten und verfolgten die grauenhaften Bilder. Um 17 Uhr kam der Sicherheitsdienst und räumte das Gebäude. Angst vor einem Anschlag in Berlin. Das Absurde: als wir das Gebäude verließen, tobte auf dem Potsdamer Platz das Leben, als wäre nichts passiert – Kino, Restaurants, Bars – alles lief weiter wie bisher. Nur ein Flügel des Sony Centers war geräumt. Ich habe dann mit einer Kollegin bis in die frühen Morgenstunden bei mir zu Hause die Ereignisse im Fernsehen verfolgt. Dieses Gefühl der Unfassbarkeit werde ich nie vergessen. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass ein Kollege in New York bei dem Anschlag ums Leben gekommen ist – begraben unter den Trümmern des Nordturms.

    • Es war natürlich nicht der frühe Vor- sondern der Nachmittag. In meiner Erinnerung fühlt es sich aber so an, als habe der gesamte Tag unter dem Eindruck der Ereignisse gestanden – etwas anderes werde ich mit dem 11. September nie mehr in Erinnerung bringen können.

  102. Am 11. September saß ich im Zug von Bielefeld nach Gelsenkirchen. Mein Freund Marcel und ich fuhren zum Championsleaguespiel des FC Schalke 04 gegen Panathinaikos Athen. Wir beide junge, wilde 17 jahre jung, sind direkt nach der Schule aufgebrochen um möglichst viel Zeit in Gelsenkirchen verbringen zu können.

    Wie so oft in dem Alter, waren wir unbekümmert und freuten uns auf das Spiel. Irgendwann zwischen 14 und 16 Uhr, so glaube ich, rief mich ein anderer Freund -Christoph- an:

    “Malte, hast du gehört, was passiert ist?”

    “Nein, was ist denn passiert – ist jemand gestorben?”

    “Da sind Flugzeuge ins WTC geflogen, vermutlich Terroristen, ein Turm ist schon zusammengestürtzt!”

    “Ach du scheisse, da gib’s vermutlich hunderte Tote”, sagte ich, nicht schätzungsfähig, was das Ausmaß betraf.

    “Hunderte? Tausende! Amerika brennt! Ich melde mich später!”

    Ich weiss nicht mehr, ob ich geschockt war oder einfach nicht in der Lage war, das Ausmaß der Anschläge einzuschätzen.

    Nach dem Spiel holte uns mein Vater aus Gelsenkirchen ab, weil die Zugverbindung wochentags schlecht waren. Er berichtete uns, was passiert war. Noch nachts sah ich alles im TV und begann, diese katastrophe zu verstehen.

    Fast 10 Jahr später, im Februar 2011, besuchte ich für 6 Tage eine amerikanische Freundin in New York City, die ich ein 3/4 Jahr vorher bei Facebook kennengelernt hatte. Wir hatten uns schon oft über 9/11 unterhalten.

    Am vorletzten Tag des Aufenthalts war ich am Ground Zero. Sah den Bau der neuen Türme. Die Abdrücke der alten. Die Erinnerungen and 9/11. Und den Stolz der Amerikaner.

    Erst jetzt verstand ich wirklich, was passiert war.

  103. Ich war damals Student in Marburg. Ich hörte in den Nachrichten aud Deutschlandfunk zufällig noch den Nachsatz, dass ein Hobbyflugzeug in einen der Türme gestürzt sein soll und bin nach Hause gefahren um es mir im Netz anzuschauen. Ich rief einen guten Freund an, mit dem ich 5 Monate zuvor nóch vor den Twintowern gesessen habe. Als ich zu HAuse war begannen gerade die ersten Berichte, dass es ein Terroranschalg war. Ich verbrachte die nächsten 6 STunden vor dem Fernseher. Eine der wenigen ganz plastischen Erinnerungen welche man in der Form wohl wirklich nur selten erlebt.

  104. Ich hatte mich mit einer Freundin eines Freundes in einem Cafe getroffen. Ich war gerade dabei mein nächstes Fotoprojekt zu planen: “Wofür schlägt dein Herz” und suchte Menschen, die mir berichteten, wofür sie sich engagieren, was sie beschäftigt und glücklich macht. Als wir nach einem schönen und innigen Gespräch an der Theke bezahlen wollten, sahen wir, dass der Fernseher oben an der Decke eingeschaltet war und alle anderen Gäste still und geschockt auf die gezeigten Bilder starrten. Es war wie in Zeitlupe. Immer wieder wurden diese Bilder, die um die Welt gingen gezeigt. Als überhörte man einfach den Ton, das Gesagte brannten sich diese Bilder in die Seele und erschütterten ein Urvertrauen, welches bis dahin mit den Katastrophen dieser Welt einigermaßen zurechtkam. Es war, als würde hier etwas sichtbar, was nichts mehr mit Ungerechtigkeiten oder Ideologien zu tun hatte. Eher mit Machtmissbrauch, Manipulation und Menschenverachtung erster Güte. Wir wurden konfrontiert mit einer Unsicherheit, die alles in Frage stellte, die unvorhersehbar und zerstörerisch gezielt die Wurzel des Menschlichen angriff.
    Dieser Schmerz, der dann um die Welt ging, einte sie auch. Deutlicher denn je zuvor, ist der 11/9 ein Symbol des Menschlichen, der Notwendigkeit des Zusammenstehens, des Gedankens EINER Welt. Wir sind nicht trennbar. Nicht durch Grenzen, Sorgen, Ängste, Armut, Sprache, Nöte… alles ist eins. Und dieses wird uns, wenn auch auf mitunter schmerzliche Art und Weise mehr und mehr bewusst werden. Der 11/9 ist wie ein Mahnmal, doch gleichzeitig auch Hoffnungsschimmer für vielleicht die EINE Welt, in der wir mit Verantwortung nach Ausgleich und Gleichgewicht suchen, um diese wichtigste aller Lektionen zu lernen: LIEBE. Diesen Angriffen des Bösen gilt es, noch mehr Fürsorge, Mitgefühl und Positives entgegenzusetzen. Darum geht es. Damit die Welt sich in ihrem Bewusstsein erhöhen kann, bedarf es vielleicht des Schmerzes. Wir sind enorm daran gewachsen.
    Herzlichst: Sabina

    • Ich weiß nicht, ob die Welt in diesem Moment wirklich geeint war. Immerhin wurde durch die Anschläge erst bewusst, wie weit die arabisch/ muslimisch geprägte Welt sich von unserer westlichen Welt entfernt hat. Es gab beinahe keine Kommunikation, kein Gefühl von Anerkennung und Einheit mit den Oststaaten.

  105. Ich kam an dem Tag gerade aus der Schule, so um 13 Uhr. Mein Schwager wollte vorbei kommen und nach meinem Computer sehen, der wieder seine Macken hatte. Wir waren beide beschäftigt, den Computer wieder ans Laufen zu bekommen, als meine Schwester anrief und meinte, es hätte einen Unfall auf das World Trade Center gegeben.
    Wir haben dann sofort den Fernseher angemacht und konnten sehen, wie das zweite Flugzeug auf einmal in den anderen Turm raste.
    Es ist wirklich nicht zu beschreiben, wie wir uns fühlten, ich denke einfach geschockt. Meine Generation kannte bis dahin ja “nur” die Unruhen in Nordirland, den Nahostkonflikt, Kosovo etc. Obwohl das schon alles sehr nah an Deutschland war dachte man doch immer, dass es weit weg ist und sich in die Mitte Europas, geschweige denn nach Amerika, niemand wagen würde. Warum sollte man auch so einflussreiche Länder angreifen?
    Aber es war wirklich ein Gefühl: Jetzt verändert sich alles.
    So hatten wir schon im selben Jahr die Präsidentschaftswahl von George W. Bush nicht begreifen können, als ob wir ahnten, dass da noch was kommt.

  106. Ich arbeitete damals als Abteilungsleiter im IT-Bereich einer großen Bank in Downtown Frankfurt am Main. Die Unternehmensberater von McKinsey gingen bei uns ein und aus. Wir mussten 30% Kosteneinsparung erreichen und diskutierten jeden Tag die dafür notwendigen Maßnahmen. So auch an diesem Tag. Ich saß in meinem Büro mit meinem Gegenpart von McKinsey zusammen, als dessen Mobiltelefon klingelete. Seine Freundin aus der Schweiz forderte ihn auf, sich zu informieren. SPIEGEL Online war unsere erste Anlaufstelle, da lief der Server dort noch normal. Und zuerst sah es so aus, als sei “nur” eine kleine Propellermaschine in einen der beiden Türme geflogen. Das apokalyptische Ausmaß wurde dann erst in den nächsten Stunden klar. Mindestens an diesem Tag schien die Zahlenreiterei vollkommen unwichtig geworden zu sein. Bis spät in die Nacht lief der Fernseher mit CNN. In den folgenden Tagen haben wir uns immer wieder überlegt, ob die Skyline von Frankfurt – natürlich viel kleiner und unbedeutender, aber in Deutschland eben auch symbolträchtig – nicht auch ein Anschlagsziel wäre, wenn man denn hier einen ähnlichen Anschlag verüben wollte…

  107. Ich war am 11.9.2011 im Büro, als ich per email über den ersten Einschlag erfuhr. Zuerst dachte ich (wahrscheinlich wie tausende andere auch) “ein Unfall mit einem Sportflugzeug …. “, doch dann haben wir mit Kollegen auf einem Mini-Fernseher die ersten Bilder gesehen und konnten es nicht fassen.
    Wie ich zu Hause war, bin ich allen Ernstes auf den Dachboden und habe meine Bw-Klamotten sortiert; für mich war das ein Angriff auf die USA und es hätte mich nicht gewundert, wenn der Bündnisfall ausgerufen worden wäre (und als Reserveoffizier der Fallschirmjäger wären ich evtl. bei den ersten mit dabeigewesen). Zum Glück kam es dann doch nicht ganz so (wenn auch ähnlich und etwas später mit dem ISAF-Einsatz, der mich aber nicht betraf).

  108. An einem ganz normalen Dienstag vor fast zehn Jahren war ich auf der Arbeit im saarländischen Sankt Wendel. Als Kollegen am Nachmittag von den Anschlägen berichteten, konnte keiner so recht glauben, was passiert war. Von einem Angriff war die Rede, fliegenden Bomben. Wir waren schockiert, fassungslos, ratlos.
    Als ich mich auf den Heimweg machte, habe ich solange an meinem kaputten Autoradio herumgedreht, bis ich auf Mittelwelle den Deutschlandfunk hereinbekam, der pausenlos über das Geschehen berichtete – mein UKW-Empfangsteil war kaputt.
    Noch heute muss ich bei den krächzenden Mittelwellenklängen aus dem Radio an diesen Septembertag denken.

  109. Meine Cousine Isabelle und ich haben an diesem Tag einen langen Spaziergang gemacht und waren am Strand irgendwo zwischen den Ostseebädern Baabe und Göhren auf Rügen, als mein Onkel anrief. Auf dem Mobiltelefon, das fand ich damals noch total albern. Er erzählte vom ersten Flugzeug, das ins WTC geflogen ist. Da dachten viele noch, es wäre ein Unfall. Im Sturmschritt sind wir die letzte Strecke zu unserer Ferienwohnung gelaufen, um Nachrichten zu sehen. Ich erinnere mich, daß mir das Laufen durch den Sand damals unendlich langsam vorkam. In der Zwischenzeit war auch das zweite Flugzeug in einen der Türme geflogen. All dies in der rügenschen Idylle zu erfahren war recht surreal. Den Rest des Tages haben wir sprachlos, der Berichterstattung folgend vor dem Fernseher verbracht.
    Als ich wieder zu Hause war, habe ich die Fotos angesehen, die ich zu meinem NYC Urlaub 1996 gemacht habe…vom WTC über Manhattan, es war ein atemberaubender Ausblick auf eine andere Welt.

  110. An diesem Tag verlor ich vieles: meine politische Anschauung, mein Gefühl der Sicherheit in meinem Land und meine beste Freundin.

    Ich hatte es ziemlich eillig nach Hause zu kommen, leicht genervt von der Schule aber in riesiger Vorfreude auf das Radiohead-Konzert in der Wuhlheide lief ich durch den HInterhof quer über den Garten.. Meine Nachbarin rief mir irgendwas zu, aber da sie immer schimpfte wenn ich über ihren Garten lief, ignorierte ich sie. Sie wollte mir mittteilen was geschehen ist und wusste das meien Freundin mit ihrer Familie in New York waren. Ich habe wochenlang vorher Streitereien mit meine Eltern gehabt weil ich unbedingt mitwollte und sie es mir nicht erlaubten, das die Kosten den Rahmen sprengten.

    Als mein Freund mich anrief und sagte das ich den Fernseher anmachen solle und ich für die ersten Sekunden dachte- oh mist- kommt die Band aus Amerika?, nicht das die das Konzert absagen- begriff ich nicht was da passiert ist. Dann stürzte das zweite Flugzeug in den Tower und nun überflutete mich ein große Scham (wie konnte ich nur solche egoistische Gedanken haben)- als zweites kam die Angst. Ich hatte Angst um meine Freundin, um die Menschen die in dem Turm waren, um meine Familie und um mich.

    Die Stunden bis zum Konzert erlebte ich wie im Trance, an der Disskusion ob wir zum Konzert gehen oder nicht beteilligte ich mich nicht, ich fand mich irgendwann im strömendem Regen sitzend in der Wuhlheide wieder. Thom Yorke begann sein Konzert mit den Worten: Heute ist kein guter Tag, dieser Tag wird alles verändern- euch und mich, jetzt und hier können wir nicht viel tun- ausser zu beten. Ich werde euch ein paar Lieder singen- doch bitte aplaudiert nicht, seid ruhig ganz still. Ich war ganz still: Meine Gedanken schrien: Du kannst doch nicht hier sitzen, du weißt nicht wie es deiner Freundin geht, sie hat bestimmt grad wahnsinnige Angst oder ärgert sich das sie aus dem Hotel nicht rausdarf…

    Zu Hause kamen mir meine Eltern entgegen, sie hatten bereits Kontakt zur Familie meiner Freundin aufgenommen, Nadine (Name geändert) ist mit ihrem Bruder im Word Trade Center gewesen- sie wollten zur Aussichtsplattform, beide kamen nicht rechtzeitig aus dem ersten Turm heraus. Die Stille des Konzerts umhüllte mich komplett.

    In vier Wochen liegen genau 10 Jahre zwischen heute und diesem Tag. Ich werde in New York sein, das allererste Mal, dank meiner Eltern, die mir den Flug dahin finanzieren. Ich bin froh das sie es erst zehn Jahre später tun.

  111. Der elfte September 2001. Ich war zu ein paar geschäftlichen Besprechungen in Hamburg, bin dorthin einen oder zwei Tage zuvor per Fieger von Frankfurt aus angereist. Am Elften sollte es nachmittags wieder zurück an den Main gehen.

    In Hamburgs Innenstadt herrschte mittags wahres Sauwetter: Es regnete und stürmte, keiner ging freiwillig vor die Tür, rund ums Rathaus zwischen Binnen- und Außenalster trieben heftige Böen das Regen- und das Alsterwasser waagerecht über Plätze und Straßen. Schirme flogen übers Pflaster, vereinzelt huschten völlig durchnässte Gestalten durch die City… Ich suchte Zuflucht in der Havanna Lounge, aß dort eine Kleinigkeit zu Mittag und wartete mit nur einem anderen Gast in dem für zwei Personen viel zu großen, an diesem Tag außergewöhnlich leeren Clublokal darauf, dass wir wieder halbwegs trockenen Fußes raus gehen konnten.

    Zunächst fiel mir auf, dass der ansonsten untadelige Service an diesem Mittag irgendwann “unsichtbar” wurde. Liegt vielleicht daran, dass eh nichts los ist, dachte ich. Doch dann kam irgendwann ein Küchenmitarbeiter, die Spülhilfe, raus an die Bar, nahm sich einen Drink – ein an normalen Tagen undenkbares Verhalten dort – und stammelte etwas von Unfall, Überfall, New York. Kurz darauf schleppte die Küchencrew einen kleinen Fernseher aus der Küche und stellte ihn auf die Theke. Alle rückten um den Bildschirm zusammen, der die unfassbaren Bilder ausstrahlte, deren Bedeutung wir im Augenblick des Geschehens genau so wenig erfassen konnten wie die hilflosen Kommentare der Moderatoren.

    Fassungslosigkeit. Entsetzen. Ungläubiges Starren auf den Bildschirm. Das kann doch alles nicht wahr sein! Erst allmählich sickert die Realität als solche ins Bewusstsein.

    Meine Gedanken wandern zu Freunden und Kollegen in den USA. Stundenlange Versuche, sie telefonisch zu erreichen – zwecklos: kein Durchkommen.

    Nun, ich muss den Club verlassen, um mit dem Taxi zum Hamburger Flughafen zu gelangen. Immer noch regnet es in Strömen; obwohl nur wenige Schritte bis zur Straße steige ich klatschnass in ein Taxi, das mich aus der Stadt fährt. Freilich gibt es nur dieses eine Thema – für den Taxifahrer, für mich, für die Radiosprecher. Während der Fahrt versuche ich immer wieder per Wiederwahl, meine Freunde in NY zu erreichen – vergeblich. Noch ist nicht bekannt, wie weit die Verwüstungen gehen, welche Gebäude in der Stadt betroffen sind. Ich bin in großer Sorge – uns muss dann einige Tage später hören, dass zwar alle persönlichen Freunde unbeschadet geblieben sind, dass aber Hunderte Kollegen im weiteren Wortsinne – Mitarbeiter von Kundenunternehmen – in den Türmen ums Leben gekommen sind.

    Am Hamburger Flughafen herrschte nachmittags Ausnahmezustand: Überall standen Fernseher, die Menschen, Passagiere, Abholer, Mitarbeiter des Flughafens, Polizei und Zoll, bildeten dichte Trauben rund um die Geräte. Die Security war überraschen lasch an diesem Nachmittag, dem wohl letzten Tag der ziemlich unbeschwerten Fliegerei. Ich hatte den Eindruck, dass jeder – wirklich jeder an diesem Tag versuchte, Freunde, Familie, Mitarbeiter telefonisch zu erreichen – ich hatte noch nie so viele Menschen gleichzeitig mobil telefonieren sehen. Ununterbrochen klingelten Handys, jeder, der nicht gerade sprach, versuchte jemanden zu erreichen, kaum jemand sprach face to face mit den anderen Menschen am Flughafen. Selbst noch während des Boradings und während des Wartens auf einen Abflugslot wurde weiter telefoniert – und niemanden von der Crew schien es zu stören. Es herrschte Ausnahmezustand.

    Der Flug war pünktlich und ohne besondere Vorkommnisse. Die Welt aber war eine andere geworden.

    Vier Jahre später war ich im September 2005 einige Zeit in New York. Aus dieser Zeit stammt folgender Blog-Eintrag vom elften September von mir:

    9/11 und die schweren Jungs
    Vernissagen-Besucher auf dem Weg zu den angesagten Galerien im Meatpacker District. Sonntagsspazierende Familien mit Kindern und den Großeltern. Orthodoxe Juden, ganz in Schwarz gekleidet. Direkt daneben schwarze Ledermänner, denen die Montur wie eine zweite Haut zu sitzen scheint. Egozentrische Yuppies, die gerade einige hundert Abschläge auf der Driving Range in den Piers gedroschen haben. Fitneßfetischisten, die ihre workout-gestählten geölten Oberkörper zur Schau stellen. Wohlhabende New Yorker mit ihren Prestige-Hündchen. Glückselig bekiffte Dog-Walker mit mehr als einem halben Dutzend kläffender Kundenhunde. Biker auf ihren glitzernden Hightech-Rennrädern. Joggerinnen in knappen Outfits, ausgestattet mit MP3-Player, Schrittzähler, Pulsuhr und Trinkgürtel. Eben ganz normale New Yorker Sie alle stehen nun bereits seit mehr als 15 Minuten an mehreren unwirtlichen Fußgängerampeln an der hier schnellstraßenähnlichen 12. Avenue, hinter ihnen der Hudson River mit seinen vielfältigen Freizeitangeboten, in der prallen Sonne eines wundervollen Spätsommertages. Es ist der 11. September 2005, 16 Uhr.

    Sie alle stehen hier, weil hunderte, nein: tausende Mitglieder von Motorradclubs auf ihren schweren Maschinen, eskortiert von einigen Dutzend Motorradpolizisten des NYPD, die Straße blockieren. Die 12. Av. vibriert, wenn die riesigen, funkelnden Harleys in Zweierreihen vorbeiziehen. Hinterreifen wie Walzen. Auspuffanlagen, die noch nie was von einer StVO gehört haben. Ein kurzer Dreh am Gas und die startenden Hubschrauber vom Hudson-Heli-Port sind nicht mehr zu hören. Ohrenbetäubender Lärm, wenn ein paar Jungs gleichzeitig mal etwas aufschließen. Diese Truppen sehen aus wie eine Casting-Show für eine aktualisierte Neuauflage von “Gangs of New York”. Tattoos soweit die Muskelshirts den Blick freigeben. Coole Sonnenbrillen. Blitzende Helme. Schwere Boots. Lärmende Hupen, Hörner und Sirenen. Wenn ab und an ein armer Schlucker auf einem “japanischen Reiskocher” im Feld mitfährt, hat man den Eindruck, das sei eine Spielzeugmaschine. So klein! Und haben die überhaupt den Motor an? – Man hört ja nix!

    Unter ihren heiligen Kutten haben fast alle Fahrer das gleiche T-Shirt an: “United we ride”. Alle Maschinen sind mit einer US-Flagge ausgestattet, einige haben riesige Fahnen im Schlepptau. Fast alle Fahrer und alle Beifahrer haben eine Hand zum Victory-Zeichen erhoben. Es ist weißgott keine stumme, aber eine wortlose Demonstration zum Gedenken an die Opfer der Anschläge des 11. Septembers vor genau vier Jahren. Ziel der Fahrt ist Ground Zero, dort wird es eine Andacht geben.

    Die Teilnehmer dieser Gedenkfahrt strapazieren die Toleranz ihrer Mitmenschen im Alltag sicher oft bis an die Grenzen dessen, was eine Gesellschaft, eine Gemeinschaft ertragen mag – Lärm, Erscheinungsbild, Habitus. Manche von ihnen mögen die Grenzen des Gesetzes ausgelotet und für zumindest dehnbar gefunden haben. Manche von ihnen mögen stinknormale Spießbürger sein, andere wiederum haben mit dem New York, mit den USA, für die der Financial District, den sie bald mit ihrem Korso durchqueren werden, steht, nichts gemein. Und manche, vielleicht viele von den unfreiwillig Wartenden an den jetzt unpassierbaren Übergängen mögen im Alltag sauer sein über die lärmenden, nervenden Biker.

    Heute aber spürt man, was dieses Land ausmacht, was es zusammen halten lässt. Fast alle in der zufälligen Wartegemeinschaft haben nun auch ihre Hände zu den V-Zeichen erhoben, sie winken den Bikern zu, die mit fröhlichem Hupen oder ordentlich Gas-geben danken, viele stehen andächtig am Straßenrand und haben die rechte Hand auf der linken Brust. Die wenigen, die nur gucken, sind meist Touristen.

    Diese Amerikaner wissen, was ihnen ihre Freiheit wert ist. Sie wissen, dass sie ein hohes, ein empfindliches Gut darstellt. Sie stehen ein dafür. Mit Pathos. Aber auch mit Lebensfreude, mit individueller Initiative, mit Engagement. Nicht bekümmert, sondern mit Vollgas.

    United we Ride Side by Side. That’s America!

    (Blogeintrag Ende)

    Und heute? Mit zehn Jahren Abstand muss man konstatieren, dass es den Terroristen gelungen ist, zumindest ein Jahrzehnt die Themen bestimmt, die öffentliche Meinung geprägt zu haben. Ein Erfolg? – Ich fürchte, sie werden es so interpretieren.

  112. Am 11. September war ich 8 Jahre alt. Ich weiß, dass ich mit meiner Mutter und meinen Geschwistern Fernsehen geschaut habe. Mein Vater hatte an dem Tag eine Art Dienstbesprechung. Als es dann passierte, wurden alle Fernsehshows unterbrochen für die Meldung. Mein Vater kam nach Hause, er war ziemlich aufgelöst und erzählte uns davon, dass die Dienstbesprechung unterbrochen wurde, wie still der mit unzähligen Leuten gefüllte Raum auf einmal wurde.
    Den Rest des Tages haben wir nur noch vor dem Fernseher gesessen und uns immer wieder die Nachrichten angeschaut.
    Zwischendurch haben wir unsere Verwandten aus Amerika angerufen, die in Ohio wohnen. Ich weiß, dass wir ganz lange mit ihnen geredet haben, und wie aufgelöst sie waren.
    Aber das war wohl jeder am 11. September.. Die Welt ist quasi kurz stehen geblieben.

  113. Am 11. September war ich arbeiten. Ich hatte gerade mein erstes Ausbildungsjahr bei einem Verlagsdienstleister absolviert. Ich bekam erst mit was in NY geschah als mich ein Freund und Kollege aus Braunschweig anrief. Er redete von Sonderschichten am Abend und Sonderdrucken von ZEitungen… ich versuchte zu kapieren was überhaupt los ist. Zu diesem Zeitpunkt war bereits der erste Turm eingestürzt.
    Meine blonde Kollegin die noch im Büro war und ständig Radio hörte, hatte nichts mitbekommen…
    Ich war an jenem Nachmittag auch mit einer Freundin verabredet. Als wir uns im Café trafen lief dort der Fernseher und wir saßen wortlos nebeneinander und sahen die immer wiederkehrenden Bilder der einstürzenden Türme ehe wir wie paralisiert nach Hause fuhren.
    Noch heute wenn ich die Bilder sehe läuft dieser Tag im Zeitraffer in meinem inneren Auge ab.

  114. Im September 2001 war ich mit meinem Mann und meinem Bruder in Urlaub in Südfrankreich.
    Am 11.09.01 saßen wir gemütlich auf der Terrasse unseres Ferienhauses, mein Bruder lag in der Hängematte. Plötzlich klingelte sein Handy. Er sagte kaum etwas, war fassungslos. Ich dachte zunächst, dass etwas mit unserer Mutter passiert sei. Dann war das Gespräch beendet, mein Bruder konnte kaum sprechen, er war geschockt. So habe ich ihn noch nie gesehen, und ich werde dieses Bild meines Bruders in der Hängematte auch nicht vergessen. Dann sagte er was passiert war. “Du machst wohl Witze”, war meine erste Reaktion. Ich konnte das einfach nicht glauben. Wir machten das Radio an, fanden sehr schnell einen Sender der über den Anschlag berichtete, und waren nur noch fassungslos.
    Die ersten Fernseh-Bilder habe ich erst Tage später gesehen, nach unserer Rückkehr. Auf dem Weg nach Hause wurden wir an jeder Raststätte an die Geschehnisse erinnert, denn jeder Mülleimer, jeder Container war verschlossen, als Vorsichtsmaßnahme.

  115. Ich ging morgens wie immer arbeiten. Dann bekam ich um kurz nach 8 einen Anruf von meiner Mutter. Meine Oma war nachts im Alter von 87 Jahren gestorben. Ich machte einen kurzen Spaziergang, es war ein schöner sonniger Spätsommermorgen nahe Düsseldorf. Nachmittags war ich mit meiner Kollegin alleine, so hörten wir Radio :-) . Plötzlich kamen die ersten Nachrichten über das Unglück. Im Internet wollten wir mehr herausbekommen, aber nichts funktionierte. Man kam auf keine Seite, die Infos bringen konnte. nach der Arbeit holte ich für meine Familie was zu essen beim Türken. Dort lief der Fernseher und wie es an so Tagen ist, kommt man sehr schnell mit fremden Leuten ins Gespräch. Bei meinen Eltern angekommen, war Oma nicht unbedingt das Thema Nr. 1, was ich damals schon blöd fand, aber natürlich lief der Fernseher und man schaute wie gebannt immer wieder hin. Als ich später heim kam in die WG, saß meine beste Freundin mit ihrem Freund – natürlich – vor dem Fernseher. Keiner konnte fassen, was da geschehen war, ich glaube, noch Tage nicht.
    Ich hatte den ganzen Tag eine Gänsehaut und mir war kalt.

  116. Ich war in Frankfurt auf der Internationalen Automobilausstellung. Am 11. September war der erste Pressetag. Pressekonferenzen im Halbstundentakt. Ich befand mich gerade auf dem Stand von Bentley, als mein Handy klingelte. Ein Kollege sagte, es sei ein Flugzeug ins WTC geflogen. Ich dachte gleich an ein Kampfflugzeug, blöder Unfall; unwahrscheinlich, aber kann passieren. Eines der Bentley-Fahrzeuge hatte kleine LCD-Fernseher für die Fondpassagiere eingebaut, dort bildeten sich Menschentrauben, die die Geschehnisse verfolgten. So sah auch ich die ersten Bilder und war fassungslos: Ein Passagierflug – kein Unfall, ein Anschlag. Kurze Zeit später lief das Fernsehbild auf allen verfügbaren LED-Wänden und Fernsehern auf der Messe. Bedrückte Stimmung auf der ganzen Messe. Niemand hatte mehr den Kopf frei für die PS-starken Neuheiten. Am Abend im Hotel saßen wir im Wintergarten mit Blick auf die Frankfurter Skyline, der Fernseher lief. Fassungslosigkeit und Totenstille.

  117. Ich kann mich noch sehr genau erinnern. Die Ereignisse des 11. Septembers habe ich in unserem Büro in Frankfurt am Main verfolgt. Zuerst kam über Radio die Meldung des ersten Crashs rein. Ich habe dann sofort im Web nachgesehen. Bei dem Einschlag des Flugzeugs in den zweiten Turm des WTC, wurden erste Berichte über einen möglichen Terroranschlag verbreitet. Die ersten Nachrichtenportale kamen schon dem Ansturm der Informationssuchenden nicht nach und schalteten Sonderseiten ohne Grafiken um den Überlastungen Herr zu werden. Da wir zu dieser Zeit kein TV im Büro hatten, waren die einzigen Informationsquellen das Netz und das Radio. Da durch die sich überschlagenden Ereignisse fast alle Nachrichtenseiten nicht mehr erreichbar waren, wechselte die Informationsquelle zu Foren und Chats. Eine Chronik befindet sich übrigens noch im Heise Forenarchiv. An diesem Tag wurden dann ebenfalls in Frankfurt am Main einige Bürotürme wegen eines Alarms geräumt. Ich habe dann im Büro bis 22 Uhr gearbeitet und mich ausschliesslich über das Netz informiert. Die ersten Bilder sah ich auf den Nachrichtenkanälen im TV als ich gegen 23.30 Uhr wieder zu Hause war. Durch diese Bilder, die ich Nachts zum ersten mal sah, wurde das ganze Ausmaß visuell. Ich habe sofort mein Laptop nochmals aufgeklappt und via Kreditkarte eine erste Spende zur Unterstützung der Helfer getätigt.

  118. Im Sommer 2001 bin ich einen Monat lang durch die USA gereist. Es war meine “Belohnungs-Reise” zwischen Abitur und Beginn des Studiums. Ich hatte mehrere Freunde in New York besucht und hatte mir das World Trade Center exakt 2 Wochen vor dem 11.9.2001 angesehen.
    Am 9.9.2001 war ich wieder zurück in München und verbrachte die nächsten Tage sehr entspannt daheim, um mich vom Jetlag zu erholen. Am 11.9. rief nachmittags meine Großmutter an, um mir zu sagen, ich solle den Fernseher anmachen. Panisch versuchte ich, meine Freundin in ihrem Büro in New York zu erreichen, aber zuerst ging niemand an’s Telefon. Später kam ich dann durch, und meine Freundin erzählte mir, das ganze Büro sei auf das Bürodach gestiegen, weil man von dort die Twin Towers sehen konnte. Eine andere Freundin war daheim bei ihrem Kind und wusste nicht genau, was passiert war, sie war einfach panisch.
    Der 11. September hätte mich sowieso mitgenommen, aber da ich so kurz zuvor in New York gewesen war, fühlte ich mich irgendwie noch näher am Geschehen.

  119. Ich war daheim mit meiner damals 3 Jährigen Tochter. Ich schaltete den TV ein, weil sie grade lieb in ihrem Zimmer spielte. Direkt sah ich die Bilder des ersten Flugzeugs, das in den Tower knallte und dachte “Oh cool, das sieht gut aus, mal abwarten welcher Film was ist und merken. Den will ich sehen!” Dann begriff ich erst das dieser undenkbare Anblick Realität war… Meine Tochter kam ins Wohnzimmer aber ich konnte nicht umschalten und kaum auf sie regieren. Ich war gelähmt und geschockt von den Bildern und dachte immer wieder ” Wann lösen sie das auf? Das kann nur ein schlechter Scherz sein! Bitte!” Meine Tochter hatte nicht nur mich, sondern auch den Kindergarten um das gesehene erklärt zu bekommen und zu verarbeiten. Sie machte sich nur Sorgen um die Spielsachen der armen Kinder in dem Haus, die ja nun kaputt wären… Ich sagte ihr, sie bekämen alles neu…. Wenns doch nur so einfach wäre…. Mir kommen immernoch die Tränen…

  120. Ich war auf dem Weg in die Druckerei zur Abnahme eines Auftrages. Im Aufzug hörte ich erste Gerüchte, im Büro meines Produktioners liefer der Fernseher – dort sah ich dann die ersten Bilder. Zurück in meinem Büro war an Arbeiten kaum zu denken, das ganze Haus war aufgewühlt, die Leitung kam zusammen. Eine surrealistische Situation – ein Unglück – später als Anschlag ersichtlich – in diesem Ausmaß, in den USA, ausgerechnet das WTC – in Stunden ausgelöscht… So groß, dass es eigentlich nur aus Hollywood hätte stammen können – aber es war real. Es hatte sich jemand einen solchen Anschlag “getraut”….

  121. Am 11.09.2001 hatten ein Freund und ich früher Feierabend. Wir entschlossen uns einen Kaffee trinken zu gehen.

    Unsere hitzige Diskussion wurde durch das klingeln meines Handys unterbrochen. Ein Freund am anderen Ende fragte wo ich gerade sei und ob ein Fernseher in meiner Nähe hätte. Er sagte das irgend etwas ins World Trade Center geflogen sei. Vermutlich ein Sportflugzeug.

    Glücklicherweise hing in diesem Caffe ein Fernseher an der Wand. Als ich die Bedienung fragte, ob sie ihn anschalten könnte meinte Sie ziemlich trocken, das es zu früh dafür sei. Auf mein Drängen hin schaltete sie das Gerät trotzdem ein.

    Zu sehen war der brennende Nordturm.

    Mir war klar das solch ein Schaden unmöglich von einem Sprotflugzeug angerichtet werden konnte.

    Jedes Gespräch im Caffe verstummte. Entsetzte und erschütterte Gesichter.

    Ich saß mit dem Rücken zum Fernseher. Ich wendete mich kurz ab, als ein großer Aufschrei durch das ganze Caffe fuhr.

    Der Südturm wurde getroffen.

    Als ich dan zuhause war, stürzten die Türme ein. Ich habe dann noch die ganze Nacht jede neue Information und Spekulation wie ein trockener Schwamm in mich aufgesogen.

  122. Für mich in Schweden ist 9/11 nur einer in der Reihe:
    1/3 86: Mache das Rado an, klassische Musik auf einem seichten Kanal, Flagge draussen auf Halbmast – von bösen Ahnungen erfasst mache ich den Fernseher an: Olof Palme ermordet.
    Ende Sept. 94: In den Morgennachrichten etwas über eine gesunkene Fähre, nur mit halben Ohr zugehört. An der Arbeit verschwand dann plötzlich ein Kollege: seine Schwägerin war Passagierin auf der Estonia.
    11/9 2001: Sehe die ersten Meldungen und Bilder auf den Internet an der Arbeit, rufe zu Hause an: Stellt den Fernseher an…
    Zwei Jahre nach 9/11, 11/9 2003: Aussenministerin Anna Lindh stirbt an den Verletzungen die sie bei einem Attentat av Tag davor erlitt. Det Attentäter ein serbischer Nationalist, wie 1914 in Sarajewo.
    Det 11. September ist wirklich kein gutes Datum, 1973 war es Pinochets Staatskupp in Chile.

    • Vergass das Wichtigste:
      22/7 dieses Jahr: Autourlaub in Nordschweden. über das Autoradio als einzger Informationsquelle erfuhren wir scheibchenweise die Fakten über das Attentat in Oslo, das bald zwei wurde: Oslo und Utöja. Dies war ohne Zeifel Skandinaviens 9/11!

  123. Ich war mit freunden am Gardasee und wir segelten eine wunderschöne Regatta auf einer Asso 99.
    Als wir so gegen 16.00 Uhr Ortszeit wie der im Hafen ankam berichtete uns ein Freund das der dritte Weltkrieg ausgebrochen sei und Amerika auf breiter Front angegriffen werde, wir konnten es kaum fassen , erst als wir in einem Cafe die Nachrichten gesehen hatten wurde mir ganz langsam bewusst was da wirklich geschehen ist. Zu Hause hatte ich zu dem Zeitpunkt in meinem Laden einen Räumungsverkauf da ich die Schaufensterfront neu gestalten wollte, eigentlich war die Planung so das man mit den Erlösen des Sonderverkaufs den Umbau bezahlen könnte, aber 9/11 hat auch hier seine Spuren hinterlassen, ich habe mich bis heute nur sehr spärlich von den entgangen Umsätzen und der damals doch sehr deutlichen Störung des wirtschaftlichen Umfeldes erholt, der Umbau war bereits geplant und wurde auch ausgeführt.
    Die Fassade des Hauses ist schöner geworden, mein Laden etwas heller aber die Welt hat sich verdunkelt und die Sonne wird nie wieder so strahlen wie vor dem 11.September 2001

  124. Es ist komisch, dass es Ereignisse im Leben gibt, an die man sich immer erinnern wird und man eben auch genau weiss, was man selbst zum Zeitpunkt dieses Ereignisses getan hat.
    Ich selbst saß mit Kollegen den ganzen Tag über der Absatzplanung für das Jahr 2002. Wir waren in einem Besprechungsraum und quasi von der Umwelt abgeschottet. Es muss so zwischen 16.00 und 17.00 Uhr gewesen sein, als ein Kollege die Tür aufriss und uns mit grossen, weit geöffneten, fast panischen Augen zurief: “was macht ihr hier – der dritte Weltkrieg beginnt!” Wir waren wie vor den Kopf gestossen und versuchten uns im Internet schlau zu machen, was aber nicht möglich war, da alle Netze überlastet waren. Wir brachen das Meeting dann ab und alle fuhren nach Hause. Berufsbedingt lebte ich damals in einer kleinen Pension, ich verbrachte den Rest der Nacht völlig gelähmt vor dem Fernseher und konnte nicht fassen, was ich dort sah.
    Mein Leben hat sich seitdem verändert: ich habe eine gewisse Panik, dass mich Informationen nicht rechtzeitig erreichen bzw. in der Welt etwas passiert, was ich erst später erfahre. Seitdem informiere ich mich mit einer gewissen Regelmässigkeit im Internet über Neuigkeiten aus der Welt.

  125. Ich habe am 11. September im Rechenzentrum einer Zeitung gearbeitet. Nebenher hatte ich Spiegel-Online als Newsseite laufen. Nach der ersten Eilmeldung dass das WTC von einem Flugzeug getroffen wurde brachen die Nachrichtenkanäle zusammen. Sämtliche News Websites gingen unter der Last der Anfragen in die Knie. Auch die Website unserer Zeitung wurde hektisch auf einen Notticker umgestellt.

    Ein Mitarbeiter unserer Abteilung organisierte eine Fernseher, der in einem gläsernen Besprechungsraum aufgestellt wurde, so dass man ihn aus den umliegenden Büros sehen konnte.

    Bald arbeitete kaum noch jemand, alle standen vor dem Fernseher und starrten ungläubig auf die Bilder. Ich erinnere mich noch gut an den Moment als der erste Turm plötzlich in sich zusammensackte. Es war totenstill im Raum.

    Nach dem Einsturz des zweiten Turms war an arbeiten überhaupt nicht mehr zu denken. Die meisten machten früher Schluss und gingen nach Hause.

  126. Ich steige gegen 15 Uhr in Narvik in den Zug nach Stockholm. Ein paar junge Mitfahrer erzählen dem Schaffner etwas von New York, fuchteln mit den Armen und sagen “BOOOHMMM”. Mehr verstehe ich nicht, mir ist aber klar, dass etwas Beeindruckendes passiert sein muss. Nun sitze ich aber 26 Stunden lang in diesem Zug und bin vermutlich einer der letzten Menschen im westlichen Europa, der erst so spät von den Ereignissen erfährt. In Stockholm steige ich dann äußerst gespannt aus, und da stehen dann alle diese Leute um kleine Fernseher herum.
    Und was ich sehe übertrifft alles, was ich mir vorstellen konnte. Nach einem Tag zeigen alle Sender das geballte Kurzprogramm: Ich sehe innerhalb einer Minute Brände, explodierende Flugzeuge, einstürzende Häuser, eine riesenhafte Wolke, springende Menschen, blutige Menschen, die aus dem Nebel kommen.

    Kaufe mir dann dort eine FAZ und versuche mich zu informieren. Lese jeden Satz fünfmal, kann mir gar nicht vorstellen, dass das real sein soll. Unglaublich. Unfassbar.

  127. Am 11.September war ich mit zwei Freundinnen auf Grand Canaria! Wir waren gerade vom Frühstücken wieder auf unser Hotelzimmer gekommen. Wir wollten uns umzuziehen da wir an den Strand wollten. Meine Freundin meinte da es bei mir sowieso immer länger dauert macht sie noch kurz den Fernseher an. Ich war im Bad, sie kam zu mir und sagte das müsse ich mir ansehen. Und dann sahen wir das Unvorstellbare!!! Wir standen völlig unter Schock und riefen unsere Eltern an. Sie haben versucht uns zu beruhigen aber merkte das auch sie mit dieser Situation überfordert waren. Später haben wir alle drei zusammen am Strand gesessen, den Sonnenuntergang betrachtet und geweint. Dieser Urlaub wird mir für immer in Erinnerung bleiben.

  128. Ich war im Büro an diesem Tag, bei einem Chemiehandelskonzern, mit ehemaliger Muttergesellschaft in USA. Ich hörte die ersten Nachrichten im Radio, dann saßen fast alle meine Kolleginnen und Kollegen vor dem Fernseher in unserem Konferenzraum. Wir waren entsetzt und erschüttert, einige von uns waren oft in New York gewesen, kannten die Twin Towers und waren oft auf der Aussichtsplatform. Dann stürtzte der Nordturm ein, unser Entsetzen wurde noch größer. Dann fuhr ich auf dem schnellsten Weg nach Hause, beendete meine Arbeit an diesem Tag, ein Arbeiten wäre ohnehin nicht mehr möglich gewesen.
    Gegen 14:00 Uhr kam meine jüngste Tochter Monja aus der Schule, schaute von der Galerie unseres Hauses auf die Fernsehbilder und brach in Tränen aus…
    Papa, sagte sie, da waren wir noch vor eine halben Jahr alle da oben.. auf der Aussichtsplatform und haben Hamburger gegessen… und nun ist er weg…
    unfassbar. Ich war Anfang April mit 3 von meinen 4 Töchtern für eine Woche in New York, meiner ausgesprochenen Lieblingsstadt, ich wollte ihnen zeigen, warum der Papa so für diese Stadt schwärmt… ich glaube, sie haben es verstanden. Ich war oft auf Fotosafari mit meinen 2 Spiegelreflexkameras in New York unterwegs, oft am Sonntagmorgen, wenn New York’s Straßen noch menschenleer und fast ohne Autos war. Beliebteste Objekte waren natürlich die Wolkenkratzer, aber auch die schönen, wenigen alten Häuser dieser Stadt. Ich habe rund ein dutzend Filme verschossen nur am WTC, dem Innenhof mit dem Brunnen und der bronzenen Kugel. Die schönsten Fotos hängen heute noch als Poster in meinem Büro zu Hause… Fotos von unschätzbarem Wert für mich…
    von einem der schönsten Gebäude dieser Welt, die es nun nicht mehr gibt.
    Ich habe an diesem Tage über 6 Stunden Videoaufnahmen der Berichterstattungen und Bildern dieses Tages aufgenommen, mit meiner Tochter im Arm und haben geweint, daß es soviel Hass und Krieg auf der Welt gibt, die vor solchen Anschlägen keinen Halt macht.
    Wir sind an diesem Tag reifer geworden und sehen vieles anders.
    Wir waren nie wieder in New York, ich bin nun 65 Jahre alt, meine Töchter sind alle erwachsen, die Jüngste ist nun 20 Jahre alt… sie sprechen immer noch oft von unserem gemeinsamen Ausflug nach New York. Ich werde demnächst alle Videobänder auf DVD’s kopieren, damit sie auch den Enkelkindern noch erhalten bleiben, die 2 schönsten Türme von New York.
    Wolfgang Müller-Koppelberg

  129. Ich war am 11. September zuerst in der Schule in Garmisch-Partenkirchen. Nachdem ich um 16 Uhr nach Hause gekommen war, machte ich den Abwasch und hörte nebenbei Nachrichten.Ich hörte von Anschlägen in den USA, aber da ich nicht genau zugehört hatte, dachte ich erst, es seien wieder Terroristen mit einem sprengstoffbeladenen Wagen in ein Gebäude gerast. Dann kamen genauere Berichterstattungen, woraufhin ich sofort den Fernseher einschaltete. Dort dann die Bilder von den eingestürzten Türmen. Ich war sehr durcheinander und suchte meine alte Vermieterin auf, um ihr Bescheid zu geben, dann rief ich meine Eltern an, die noch nichts mitbekommen hatten. Irgendwann weinte ich vor den Fernseher. Später nahm ich noch eine längere Berichterstattung auf Video auf, weil es ja eindeutig war, dass sich etwas grundlegend geändert hatte auf der Welt.

  130. Am 11. September war ich morgens auf dem Weg zu einer Wohnungsbesichtigung in Berlin-Schöneberg. Kurz darauf war ich wieder zu Hause, mahte den Fernseher an und sah Feuer aus dem 1. Turm. Fassungslos blieb ich vor dem Gerät stehen. Plötzlich eine 2. Explosion.
    Freunde kamen vorbei und wir saßen den ganzen Tag bis spät abends vor dem Fernseher. Mein Freund Mario versuchte Vijayashanker Paramsothy, kurz: Vijay telefonisch zu erreichen. Einen Freund den er in seinem Jahr in New York kennengelernt hat. Nichts.

    Augenzeugenbericht aus den Towers:
    Langsam kommt Bewegung in die Überlebenden. Judy Wein findet Vijayashanker Paramsothy und Gigi Singer – beide haben keine lebensbedrohlichen Verletzungen. Kelly Reyher, der noch schnell nach oben fahren wollte, um seinen Palm Pilot zu holen, stemmt die Fahrstuhltür auf und klemmt seine Aktentasche dazwischen. Er krabbelt aus dem brennenden Aufzug und findet Donna Spira 150 Meter entfernt. Ihr Arm ist gebrochen und ihr Haar verbrannt, aber sie kann noch laufen.

    Dann erscheint ein unbekannter Mann – er hat ein rotes Taschentuch vor Mund und Nase gebunden – und sucht einen Feuerlöscher. Judy Wein erinnert sich später, wie der Mann zur Treppe zeigt und sagt: “Jeder, der noch laufen kann, steht jetzt auf und geht. Jeder, der anderen vielleicht helfen kann, sucht Leute, die Hilfe brauchen. Und dann runter.” Sankara Velamuri und Diane Urban, Kollegen von Mary Jos, bleiben in der Sky Lobby, um zwei schwer verletzten Bekannten, Dianne Gladstone und Yeshavant Tembe, zu helfen. Auch Mr. Paramsothy bleibt zurück. Alle fünf werden sterben.

    Berlin Charlottenburg Nordhauser Str. 11.9.2001

  131. Zahnarzt und Umzug scheinen an dem Tag “in” gewesen zu sein… Ich hatte einen letzten Zahnarzttermin in Deutschland, bevor am 19.09. mein Umzug in die Schweiz anstand. Dort sollte ich den ersten Job nach dem Studium antreten. Nach dem Zahnarzt kurvte ich gegen 14:30 mit dem froschgrünen Polo meiner Eltern, den sie mir für die Umzugsvorbereitungen geliehen hatte, über die Autobahn. Die Musikkassette (!) war zu Ende, und so ging automatisch das Radio an, wo sich die Meldungen über die rauchenden Türme überschlugen. Zuhause, wo ich eigentlich mitten am Packen war, machte ich sofort den Fernseher an und stellte ihn bis 0.30 Uhr nicht mehr ab. Sass wie versteinert davor. Erst als der erste Turm einstürzte, realisierte ich, dass diese Ereignisse nicht reversibel sein würden.

    Mir ging das persönlich wahnsinnig nahe. Ich hatte zwei Jahre zuvor in New York studiert, hatte in der Disco “Windows on the World” im 107. Stock des Nordturms getanzt, hatte alle besuchenden Freund/innen auf die Aussichtsplattform auf dem Südturm geschleppt. Telefonisch waren meine Freund/innen in NY nicht zu erreichen, aber per E-Mail erhielt ich bis zum Abend von allen ein Lebenszeichen. Ein Freund arbeitete als Arzt und wartete in seinem Krankenhaus stundenlang auf dann nicht eintreffende Patienten…

    Ich schlief irgendwann völlig erschlagen ein, aber war früh wieder wach und stellte wie zwanghaft gleich wieder den Fernseher an, immer noch inmitten von zu packenden Kisten. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass irgendwas nachhaltig kaputt gegangen sei.

    Den Umzug schaffte ich dann irgendwie doch noch. Am 27.09. erlebte die Schweiz ihren ersten Amoklauf, als ein Irrer im Parlament des Kantons Zug wild um sich schoss. Und am 2. Oktober wurde die Swissair gegroundet. Das vervollständigte mein Endzeit-Feeling.

  132. Ich war an diesem Tag auf Arbeit und habe es aus den Nachrichten erfahren. Informationen waren an diesem Tag aus dem Internet nicht mehr erhältlich – es war einfach “abgestürzt”.

  133. Ich lebte zu der Zeit im Tessin und lernte im Italienischkurs ein älteres deutsches Ehepaar kennen, die als Hausmeister auf einem traumhaften Anwesen am Gardasee tätig waren. Da der Hausherr nicht da war, luden sie mich und meine Familie zu der Geburtstagsfeier der Frau ein, am 11. September. Es war ihr 50. Geburtstag. Nachdem meine Familie und ich das traumhafte Grundstück direkt am Gardasee und das Haus ausgiebig bewundert hatten, wollten wir nun die Geburtstagsfeier mit viel Wein, gutem Essen und bei bester Stimmung an dem sonnigen Nachmittag in dem kleinen Verwalterhaus angehen. Ein Telefonanruf der Tochter aus deutschland zwang uns den Fernseher einzuschalten. Da war die Party vorbei, niemand hat was gegessen oder getrunken, wir sassen schweigend vor dem Fernseher. Lediglich meine Töchter haben hin und wieder Fragen gestellt. Abends sind wir dann in unser Haus in Lugano zurück gefahren, ich habe mich die halbe Nacht vor die Glotze gesetzt und dann am nächsten Morgen mit Kopfschmerzen gesehen, wieviel Rum mit Cola ich dabei vernichtet habe. Allerdings war mir auch sofort klar, das nichts wieder so sein würde wie zuvor. Noch heute sehe ich genau das Dach des WTC vor mir, das ich zwei Jahre zuvor mit meiner Frau besucht hatte. Umso schwerer viel es uns beiden das Geschehen überhaupt nur zu verstehen.
    Klaus Werner

  134. Ich war im Herbst 2001 für drei Monate in Seattle, Washington um ein Laborpraktikum an der University of Washington zu machen. Seattle liegt zeitlich drei Stunden hinter New York. Der Morgen des 11. Sept. war wie jeder andere auch. Für abends hatten wir ein Sit-in bei unserem Chef geplant. Der war zwar im Urlaub, aber meine Kollegin hatte den Schlüssel, da sie als seine Haus-Sitterin eingesprungen war. Ich weiß nicht mehr ob ich durch den Wecker wach wurde oder zur gewohnten Zeit von alleine, jedenfalls habe ich im Dösen nach dem Radio getastet…. nur Gerede keine Musik, nächste Station, auch nur Gerede, eine Kinovorschau zu einem neuen Sci-Fi Film, nächste Station, endlich Musik, aber viel zu kurz und dann wieder diese Kinovorschau mit eingestürzten WTC Türmen, alle anderen Stationen das gleiche – keine Musik. Da hab ich dann endlich zugehört und wie in Trance den Fernseher angeknipst und mich eine Stunde nicht mehr von der Bildfläche losreißen können. Im Labor dann war ich mit meinen News natürlich nicht die erste, alle drängten sich um die zwei Rechner im Gemeinschaftsraum um im Internet Updates zu verfolgen. Niemand kannte jemanden, der direkt von der Katastrophe in NY betroffen war, aber der Vater von der Freundin eines Kollegen war evtl. in einem der Flugzeuge, auf dem Rückweg nach LA. Wir haben weitergearbeitet, Versuche vom Vortag mußten beendet werden, aber so richtig war natürlich niemand bei der Sache. Das Sit-in haben wir nach einigen Überlegungen trotzdem gemacht. Mit unerwarteten Gästen, den Eltern eines Kollegen, die aufgrund des Flugverbotes für drei weitere Tage gestrandet waren. Dem Vater der Freundin war übrigens nichts passiert.
    Was mir im Nachhinein bewußt wurde ist die Anteilnahme aus dem Ausland. Mir schien das Entsetzen über die eigentliche Tat in Deutschland viel größer zu sein als in den USA. Dort fingen gleich am nächsten Tag Diskussionen über Maßnahmen und Reaktionstaten statt, die ich auch mit vielen amerikanischen Kollegen geführt habe, mit sehr unterschiedlichen Meinungen. Im Zusammenhang mit 9/11 sind mir nicht nur die Bilder des World Trade Center in Erinnerung geblieben sondern auch die Reaktionen auf der Straße in den Tagen darauf, der extreme Patriotismus, Blumenmeere und die Angst Turban tragender Menschen, die ihre Autos mit Flaggen nahezu plakatiert hatten.

  135. Am 11. September 2001 war ich arbeiten im Reisebüro meiner Eltern. Es gab dort einen Firmendienst, sprich eine Abteilung bei der speziell Firmen ihre Geschäftsreisen buchen konnten. Um kurz nach 15 Uhr rief dort einer der Kunden ganz aufgeregt vom Flughafen Warschau aus an und sagte, wir sollten”irgend etwas tun”, weil der Flughafen soeben gesperrt wurde und er ganz dringen nach Hause müßte. Sämtliche News-Homepages waren bereits überlastet, man hatte keinen Zugriff mehr. Zum Glück hatten wir noch einen Radio im Büro, so erfuhren wir die schreckliche Nachricht betreffend das 1. Flugzeug. Nicht lange danach dann die nächste. Eine Kollegin von mir und ich wir hatten kurz zuvor ein Buch gelesen, in dem fast genau dieses Szenario beschrieben worden war(Die Faust Gottes). Wir schauten uns an und sagten gleichzeitig: das sind Anschläge und es geht noch weiter….leider haben wir recht behalten. Keiner von uns wird diesen Tag je vergessen !

  136. Nach einem langen und anstrengenden Tag als Wehrdienstleistender bei der Bundeswehr kamen wir am Nachmittag von einer Truppenübung zurück. Wir waren alle fix und fertig und wollten nur noch duschen und uns den Dreck und Schweiss vom Körper waschen.

    Unser Hauptmann liess uns aber alle antreten und verkündete uns die schreckliche Nachricht, die USA seien angegriffen worden. Er gab der ganzen Truppe daraufhin den restlichen Nachmittag frei. Wir verteilten uns auf zwei Stuben, die als einzige Fernseher hatten. Dort blieben wir bis in den späten Abend hinein und sahen die beklemmenden Bilder von in den Tod springenden Menschen und verstaubten und verletzten Feuerwehrleuten, die helfen wollten und dabei selbst in Lebensgefahr geraten sind.

    Wir haben an dem Abend mit Sondergenehmigung des Hauptmanns Pizza in die Kaserne in Ahlen liefern lassen, weil niemand zum Abendessen gehen wollte. Auch haben nur wenige an diesem Abend geduscht oder sonst was unternommen.

    Ich weiss heute noch, was für ein Gefühl es war, die Menschen beim mehr oder weniger Freitod zu sehen, wie geschockt wir alle waren, dass Menschen freiwillig lieber springen als auf Rettung zu hoffen. In einem Teil der Nachrichtenbeiträge wurde auch das Geräusch von auf dem Boden aufschlagenden Menschen deutlich, was einem durch Mark und Bein ging.

    Jeder hat Recht, wenn er schreibt: die Welt hat sich an dem Tag verändert.

  137. Ich bin am 7. September 2001 nach einem wunderschönen Sommer in NYC vom ersten Feldforschungsaufenthalt für meine Doktorarbeit nach Berlin zurück gekommen, am 10. September hab ich meinen Freund das erste Mal wieder gesehen und wir haben den ganzen Abend Pläne für seinen Besuch bei meinem nächsten Aufenthalt im Frühjahr gemacht. Am nächsten Tag war ich am frühen Nachmittag zu einer Stadttour mit einem New Yorker Freund in Berlin-Mitte verabredet, er war zum ersten Mal in Deutschland. Auf dem Weg zu seinem Hotel rief mich meine Mitbewohnerin, ich solle den Fernseher anstellen an, gerade sei ein Flugzeug ins WTC geflogen. Susann arbeitete damals bei einer Firma für Film Post-Production und ich bin erstmal davon ausgegangen, dass ihre Kollegen sich einen Scherz erlaubt und eine frisch geschnittene Filmsequenz in den Loop gestellt haben. Im Hotel angekommen wußten die Leute an der Rezeption von nichts und haben mich auch ziemlich schräg angeschaut, als ich gefragt habe, ob es irgendwo im Haus CNN-Empfang gibt (es war ein Künstlerhotel, das viel auf sein unkonventionelles Image hält…). Statt des Stadtrundgangs haben wir uns dann auf die Suche nach einer englischsprachigen Fernsehmöglichkeit gemacht und den Rest des Tages fassungslos vor der CNN Berichteerstattung im Irish Pub am Hack Markt verbracht. Zwischendurch hingen wir immer wieder am Telefon, um rauszufinden, ob Familienmitglieder und Freunde o.k. sind. Wenn wir zum telefonieren raus sind, schien die Sonne, alles war ganz normal, kaum jemand hatte schon was vom Anschlag mitbekommen. Drinnen haben wir den Einsturz des 2. Towers live gesehen ohne zu kapieren, dass es live war, und zuvor die Menschen, die gesprungen sind.
    Die nächsten Tage bin ich zuhause geblieben und saß non-stop vorm Fernseher und hab entweder emails an Freunde in New York geschrieben oder versucht, bei meiner Tante jemanden zu erreichen. Sie war damals 96 und hatte rund um die Uhr eine Betreuung, glücklicherweise war am 11. September eine Nurse da, die alleinstehend ist und die nächsten Tage bei ihr bleiben konnte. Das haben wir aber erst nach 3 Tagen rausfinden können. In den Wochen drauf hab ich mich von einem großen Teil meines (überwiegend links ausgerichteten) Freundeskreises abgeschottet, weil mir ihre “Die Amis haben’s sich ja selbst zuzuschrieben”-Sprüche total auf den Wecker gingen. Egal wie man die politischen Hintergründe bewertet, die zu den Anschlägen geführt haben (und die schlimmen politischen Konsequenzen, die die Bush Administration daraus gezogen hat) – mich hat es damals sehr getroffen, dass die Kritik in Deutschland mit so großer menschlichen Kälte und Unbeteiligtheit gegenüber den Menschen einherging, gegen die sich die Anschläge gerichtet haben.
    Heute bin ich dankbar, dass das erste politische Großereignis, das mich und meine Perspektiven auf die Welt geprägt hat, der Fall der Berliner Mauer war, und nicht, wie bei den meisten meiner amerikanischen Freunde der 11. September.

  138. Ich arbeitete im Büro an meinem Schreibtisch. Mein Kollege Werner schaute zur Tür hinein und rief mir zu, dass etwas in New York mit dem World Trade Center passiert sei. Ich sehe ihn noch heute in der Tür stehen…

  139. Am 11. September war ich in meinem Büro bei einem US-Computerhersteller und bekam einen Anruf von einem meiner besten Freunde mit dem ich einige Monate zuvor in New York war und auch das WTC besucht habe. Er rief mich also an und fragte mich ob ich gerade die Nachrichten sehen würde und das einer der Tower brannte. Während wir telefonierten und darüber sprachen (zu diesem Zeitpunkt war ich noch nicht schockiert) brach mein Freund für einen Moment ab und als er seine Sprache wiedergefunden hatte schrie er fast, dass ein Flugzeug in den zweiten Turm geflogen ist. Ich war völlig perplex und hatte eine Gänsehaut und irgendwie hatte ich fast so etwas wie Panik. Meine Gedanken begannen wie wild zu rotieren und ich fürchtete , dass die USA angegriffen würden. Inzwischen bekamen mehrere Kollegen im Büro Informationen von Bekannten und Verwandten und es breitete sich eine merkwürdige Unruhe aus. Ich muss dazu sagen, das unser Bürogebaude in unmittelbarer Nähe eines der größten europäischen Flughäfen stand und wir minütlich startende und landende Jets durch unser verglastes Büro beobachten konnten. Die nächste Stunde habe ich kaum noch in Erinnerung wir wurden jedenfalls dann von unserem Arbeitgeber aufgefordert den Bürokomplex zu verlassen da man sich nicht sicher war ob man es mit einem terroristischen Hintergrund zu tun hatte und auch unser Unternehmen ein Angriffsziel sein könnte. Ich bin dann mit dem Handy am Ohr und im Gespräch mit meinem Freund wie in Trance in meine Wohnung gefahren. Als ich im Fernsehen den Einsturz des zweiten Towers sehen musste habe ich das Telefonat beendet und saß minutenlang völlig benommen da. Obwohl sich das geschehen so weit entfernt abgespielt hat war ich emotional mittendrin und es war so als ob ich das Leid der Opfer mental und körperlich spüren konnte. Niemals wieder möchte ich dergleichen erleben und ich hoffe inständig, dass die Menschen irgendwann lernen einander nicht zu töten.

  140. An diesem Tag war ich elf Jahre alt, und verfolgte mit meinem kleinen Bruder das KiKa-Programm. Irgendwann sagte Juri im Fernsehen, dass etwas Schlimmes passiert sei in Amerika, und dass jetzt automatisch umgeschaltet werden würde auf Das Erste. Wir sollten unbedingt unsere Eltern fragen, ob sie sich zu uns setzen und uns die Dinge erklären. Doch unsere Mutter war da gerade im Garten, so sahen also mein Bruder und ich allein die ersten Bilder vom Anschlag, zu der Zeit brannte erst ein Turm.
    Mein Bruder fragte mich, was da passierte, und ich sagte, es wäre alles ein großer Unfall, so wie wenn jemand aus Versehen einem anderen weh tut, nur viel schlimmer. Als das zweite Flugzeug einschlug, sagte mein Bruder, dass da aber jemand wohl wütend ist, und das bestimmt nicht “aus Versehen” passiert. Wie recht er hatte, doch ich versuchte stur an einen Unfall zu glauben.
    Später brachte meine Mutter mir behutsam bei, dass heute sehr viele Menschen gestorben waren, was ich bis dahin einfach nicht hatte fassen können, und dass es ein Terror-Anschlag gewesen war, was ich bis dahin einfach nicht kannte. In dem Moment wusste ich, dass sich etwas in der Welt verändert hatte, und ich fühlte dieses unheimlich beklemmende, kalte Gefühl in der Brust, was an diesem Tag wohl jeder hatte.

    • Muss ehrlich sagen, ich erinnere mich heute nicht mehr daran, ich bin drei Jahre jünger als Lisa. Damals war ich noch in der Grundschule, in der dieses Thema großzügig umfahren wurde, erst später auf dem Gymnasium wurden wir herangeführt an 9/11.
      Was (und ob) ich an Weltanschauungen vor 2001 hatte, weiß ich nicht mehr; ich weiß nur, dass mit 2001 das Wort “Terror” kein abstrakter, entfernter Begriff mehr war, sondern irgendwie immer präsent.

  141. Am 11. September 2001 war ich als Offizier der Bundeswehr Klassenleiter an einer Schule des Heers. Wir hatten an dem Tag Lehrproben abzunehmen und ich befand mich von daher außerhalb geschlossener Gebäude. Als ein Lehrgangsteilnehmer mir zurief, dass in New York die Twin Towers brennen, konnte ich das kaum glauben. Mit meinen Ausbildern sind wir in den Aufenthaltsraum und sahen im Fernseher die erschütternden Bilder. Uns war klar, dass diese Vorgänge die Welt verändern und gerade uns Soldaten vor neue Aufgaben stellen sollten. Und vor neue Aufträge. Es dauerte nicht lange und wir organisierten ein Antreten, in dessen Zuge alle Soldaten der Inspektion (etwa 150) über die Geschehnisse informiert wurden und eine Gedenkminute abgehalten wurde. Es war eine seltsame Stimmung – irgendwo zwischen angespannt, verstört und unruhig. Erwähnt werden sollte noch, dass wir einige Muslime in unseren Reihen hatten. Man kann sich vorstellen, dass etliche (friedliche!) Gespräche und Diskussionen einsetzten. Eine gute Freundin lebte und lebt in New York – von ihr bekam ich dann Informationen quasi aus erster Hand. Eine andere Freundin aus Chicago (beide selbst Amerikanerinnen) wiederum bat mich, ihr Informationen zukommen zu lassen; sie misstraute den heimischen Medien. Man merkte, dass die Welt sich schon veränderte… Und wir waren mittendrin.

  142. Ich war damals Zeitsoldat,ich wollte mein Soldatenleben mit einem Auslandseinsatz beenden. Ende August 2001 wurde ich in das SFOR Hauptquartier nach Sarajevo versetzt. Das Hauptquartier beherrbergte damals fast 2000 Soldaten, 1500 Amerikaner und der Rest bestand aus Soldaten aus allen Nato Ländern. Die Stimmung bis zum 11. septmber war sehr entspannt, es war wie ein großes Sommerferienlager, und wir konnten jeden Tag in das schöne Sarajevo fahren um den Feierabend zu geniessen. Am 11. September sass in meinem Büro und wurde von einem Kollegen der in einem anderen Teil des Lagers arbeite vom Anschlag informiert. Sofort rannte ich zum fernseher welcher in einem Besprechungszimmer stand. Schnell kamen fast alle Kollegen dazu und wir alle waren sehr geschockt und keiner traute sich etwas zu sagen. Irgendwann sagte einer der Soldaten, Scheisse das wird alles ändern! Man sah kaum einen Amerikaner auf der Basis, fast alle waren vor dem Fernseher. Keiner wusste wie man den Amerikanern jetzt gegenüber treten sollte. Es kamen sehr schnell auch Gerüchte auf dass einige Soldaten in New York Angehörige vermissen oder sogar Tote zu beklagen haben. Am 12. September wurde das Lager rundum gesichert, und wir fanden uns alle wieder, wie wir in der schweren Splitterschutzweste und Keflanhelm am Schreibtisch sassen und arbeiten sollten. Fortan gab es keinen Ausgang mehr nach Sarajevo, wir sassen jetzt alle in einem großem Gefängnis…
    Innerhalb weniger Tage wurde die friedliche Stimmung abgelöst und so etwas wie Trotz gepaart mit Wut und Trauer machte sich breit, die ersten wollten sich schon für einen kommenden Afghanistaneinsatz freiwillig melden.

  143. Am 11. September machte ich gerade Pause von meinem Studentenjob. Meine Frau und ich schalteten gerade den Fernseher ein, als sich die Nachrichten überschlugen. Wir waren 7 Wochen vorher auf dem Südturm gewesen und die Erinnerungen noch frisch.
    Es erschütterte uns bis ins Mark.
    Ich erinnere mich, wie wir versuchten, unsere Verwandten zu erreichen. Eine davon ist Krankenschwester in NYC.
    Letztes Jahr waren wir am Ground Zero und es ist nicht zu beschreiben, wie wir uns dabei fühlten.

  144. Ich arbeitete und arbeite noch immer beim Radio. Wir gingen unseren alltäglichen Tätigkeiten in der Musikredaktion nach. Irgendwann am frühen Nachmittag rief ein Kollege im Vorbeigehen in unser Büro, es wäre ein Flugzeug in das WTC geflogen: “Ne kleine Sportmaschine oder sowas.”

    Au weia, das ist ja übel.

    Aus reiner Neugier schalteten wir unseren winzigen Fernseher in unserem Büro an, ein Brotkasten, der da mehr oder weniger stand, weil ihn noch niemand weggeräumt hatte. Die ersten Bilder, die im TV übertragen wurden, zeigten sehr deutlich: ein Sportflugzeug war das mit Sicherheit nicht. Während wir noch darüber rätselten, ja teilweise fast Witzchen über den “Unfall” machten, erlebten mein Kollege und ich den Aufprall der zweiten Maschine. Inzwischen waren sämtliche Fernsehapparate im Sender eingeschlaltet, in den Redaktionen kam die Arbeit zum Erliegen. Lediglich die Nachrichtenkollegen zeigten eine gewisse hektische Ativität. Es bildeten sich Menschentrauben vor den Bildschirmen. Fassunglos verfolgten wir die Geschehnisse.
    Ich rief meine Frau an, die tatsächlich zu Hause noch nichts davon mitbekommen hatte. “Ach Du Scheisse” war das einzige, das sie sagen konnte, wir hingen schweigend am Telefon – bis plotzlich der erste Turm einstürzte. Ich war schlichtweg entsetzt. Mein Kollege im Zimmer sprang sogar vom Stuhl auf.
    Als erste, beinahe hilflose Reaktion fingen wir träge an, unsere Musiksendepläne des laufenden Tages durchzuschauen, um unpassende Songs wir “Flugzeuge im Bauch” zu eliminieren – noch immer nicht wirklich klar darüber, welche Tragweite das hatte, was wir hier live im TV miterlebten.
    Nach den wichtigsten Arbeiten, die diesen Tag noch erledigt werden mussten, machte ein Großteil des Senders früh Feierabend. Ein fröhliches Unterhaltungsprogramm zu gestalten war nicht mehr länger relevant. Auch die Morgensendung am nächsten Tag bestand zu fast 90% aus Wortanteil – ein Novum bei einem Musiksender. Die Musik war tragend, sogar einige klassische Stücken wurden gespielt.

    Am Abend des 11.9. fuhren meine Frau und ich noch zur US-Botschaft in Berlin und legten – zusammen mit Hunderten anderer Menschen Blumen am Zaun nieder. Die Gedanken zu sortieren fiel mir schwer. Die ersten Spekulationen geisterten durch die Medien und ich konnte nur schwer abschätzen, wo uns diese Katastrophe hinführen würde.

  145. Ich war am 9/11 in Finnland als Austauschschüler und kam nachmittags aus der Schule. Niemand war zuhause und ich griff etwas zu essen und schaltete den Fernseher ein. Da mein Finnisch zu der Zeit sehr begrenzt war, wunderte ich mich massiv, dass auf drei Kanälen der gleiche, schlechte Actionfilm lief. Bis ich merkte, dass es kein Film, sondern Realität war, vergingen weitere Minuten. Das ganze Ausmaß von 9/11 verstand ich erst Monate, vielleicht Jahre später. Noch heute wirkt es abstrakt und unfassbar. Opferzahlen und politische Analysen für Gründe und Folgen wirken naturgemäß statisch. Am Abend von 9/11 telefonierte ich mit Freunden und Familie in Deutschland und den USA. Ich war verunsichert. Was bleibt war, dass das finnische Wort “terrorismi” eines der ersten war, welche ich lernte, weil es groß und breit im Videotext prangerte!

  146. Ich war damals gerade mit meinem Abiturjahrgang auf Abschlussfahrt in Rom. Wir hatten uns gerade die vatikanischen Museen angesehen und aßen am Petersdom ein Stück Pizza. Plötzlich fuhren eine Menge Polizeiautos vor und der komplette Platz wurde abgesperrt. Da unser Nachmittagsprogramm in diesem Moment zunichte gemacht wurde, entschlossen wir uns, einfach ein bisschen durch die Stadt zu bummeln. In irgendeinem Café sahen wir beim Vorbeilaufen ein qualmendes Hochhaus, dachten aber in dem Moment irgendwie nicht, dass das eben nicht der Trailer von Stirb Langsam 3 ist, sondern bittere Realität. Völlig unbeschwert kamen wir am späten Nachmittag in unserer Bungalowanlage an, wo uns der Hotelwirt hektisch zum Fernseher lotste und fragte, ob wir schon unsere Verwandten angerufen hätten, wer wisse schon, ob Europa verschont bleiben würde. Wir beendeten den Abend nicht, wie auf der Klassenfahrt üblich, auf den Verandas unserer Bungalows mit einem Bier, sondern in der Lobby auf den Fernseher starrend und telefonierend mit der Kinnlade auf dem Boden.

    Als ich von der Klassenfahrt zurückkam, erfuhr ich über das Internet, dass ein guter Bekannter von mir, den ich aus meinem Aufenthalt in den USA 1998 kannte, als Feuerwehrmann im Turm 1 des World Trade Centers am 11.09.2001 gestorben ist.

  147. Ich saß zu Hause in Hannover im Wohnzimmer, schaute fern und wartete auf eine Freundin, die zum Frühstück kommen wollte.
    Mein damaliger Freund war in Südafrika zu einer Konferenz.
    Die Sendung, die ich damals laufen ließ wurde unterbrochen und es dauerte ein paar Minuten, ehe ich realisiert hatte, was dort gesagt und gezeigt wurde.
    Ich habe als erstes in Sun City angerufen – dort hatte man das noch nicht mitbekommen und machte sich Sorgen, dass mit dem Rückflug mit Emirate etwas nicht klappen könne.
    Meine Freundin und ich haben unser Frühstück verschoben, nach gemütlichem Zusammensein war uns nicht mehr.

  148. Kurz eine Vorgeschichte: Im August 1999 lernte ich meine spätere Frau Sylvia kennen. Ich überredete sie wahnwitzigerweise direkt zu einer USA-Reise. Ich wollte einen Freund in Tucson besuchen und am Anfang und Ende der Reise in New York übernachten. Wir flogen im September 1999 nach New York und waren am 11. September 99 im und am WTC, Zwei Jahre später erlitt meine Frau während der Arbeit einen Zusammenbruch. Ein Aneurysma im Gehirn war geplatzt. Im Bielefelder Gilead-Krankenhaus wurde Sie stundenlang operiert und sie wurde gerettet. Am 11.September 2001 besuchte ich sie nun auf der Halbintensiv-Station. Es lief irgendwie immer der Fernseher. Aufgrund der Medikation hatte Sie schon diverse Halluzinationen gehabt. Ich sass mit dem Rücken zum Fernseher. Plötzlich erwähnte Sie ein brennendes WTC. Ja, ja…dachte ich. Eine Intensivschwester betrat das Zimmer und fragte ob das nicht alles schlimm sei. Ich hab es immer noch nicht verstanden – bis ich zehn Minuten später ein Glas Wasser holen wollte – da hab ich es dann gesehen. Wir haben es bis zu bitteren Ende gesehen.
    Abends im Zug war eine bedrückte Stimmung, die ich nie vergessen werde.

  149. Ich war 20 und stand kurz vor dem Beginn meines Studiums, in der Uni hatten eine Woche zuvor die Vorbereitungskurse begonnen, die auch von mir besucht wurden. Damals wohnte ich noch bei meinen Eltern und fuhr 60 km mit dem Zug zur Uni. Kurz nach 15 Uhr wartete ich am Bahnhof und wusste noch nicht, was kurz zuvor in New York geschehen war.
    In meiner Heimatstadt wartete ich gerade auf den Bus zu meinen Eltern, als meine Mutter mich anrief und wissen wollte, wo ich bin. Sie erzählte mir panisch, dass Flugzeuge ins WTC und ins Pentagon geflogen seien. Ich habe das ganze gar nicht so ernst genommen, dachte sie übertreibt. Erst zuhause, als ich mit meinen Eltern die Bilder von den brennenden Türmen und den verzweifelten Menschen, die sich in den Tod stürzten, im Fernsehen sah, spürte ich selber die Angst und begriff wie furchtbar diese Anschläge waren.
    Ich telefonierte mit meiner damaligen Freundin, die in Heidelberg wohnte. Die Stadt ist ja bekanntlich von den amerikanischen Soldaten mit geprägt, ihr Halbbruder ist auch US-Amerikaner. Als ich sie eine Woche später besuchte, waren bereits Folgen des Anschlags auch in Deutschland erkennbar. In Heidelberg gab es damals einen Armee-Flugplatz, dessen Landebahn von einer Kreisstraße gekreuzt wurde (wie bei einem Bahnübergang gab es Schranken, die bei einer Nutzung der Landebahn geschlossen wurden). Die Straße wurde nach dem 11.9. für gut ein Jahr gesperrt, vor den US-Kasernen standen Soldaten in Kampfmontur, etc.

    Es ist wohl unbestreitbar, dass dieser Tag die Welt nachhaltig verändert hat. Waren die USA in den 1990ern noch die letzte verbliebene Supermacht mit boomender Wirtschaft und Haushaltsüberschüssen, so kann man 10 Jahre nach den Anschlägen feststellen, dass sie diesen Status u.a. durch die beiden mit dem 11.9.2001 begründeten Kriege mittlerweile eingebüßt haben. Terroranschläge in westlichen Ländern sind im Gegensatz zu den 19890ern in den 2000er Jahren keine Seltenheit gewesen. Wer heute eine Flugreise machen will, muss auf mitgebrachte Getränke verzichten, wer in die USA will wird erst einmal komplett durchleuchtet… Wir können nur hoffen, dass die nächsten 10 Jahre friedlicher verlaufen. Derzeit sieht es aus, als würde auf das Jahrzehnt des Terrors das Jahrzehnt der Finanzkrisen folgen.

  150. Es war ein heißer Sommertag und ich war im Büro. Im Radio lief Titiyo mit “come along” und noch heute denke ich an den 11. September wenn ich das lied höre. Ich hörte davon im Radio und besuchte sofort die Seiten von stern und spiegel. Kurz darauf machte ich Feierabend und sah im Fernsehen live, wie der zweite Turm einstürzte. Ich war geschockt. Am selben Abend fuhren wir abends zu Freunden und ich war erschrocken ob der leeren Straßen. Die ganze Nation saß vor dem Fernseher. Ich werde diesen Tag niemals vergessen…

  151. Ich war damals 16 Jahre alt und saß im Wohnzimmer mit meiner Schwester und meinen Eltern, die zu der Zeit Urlaub hatten. Seltsamer Weise lief relativ untypisch der Fernseher am frühen Nachmittag und meine Schwester zappte mit der Fernbedienung herum, bis sie schließlich auch bei CNN angekommen war.
    Die Türme standen zu dem Zeitpunkt noch und ich kann mich an Live-Aufnahmen aus einem Helikopter erinnern und dem Bericht über einen “Brand” im World Trade Center. Bisher war nur einer der beiden Türme angegriffen worden. Meine Schwester schaltete nach ca. einer halben Minute weiter und ich sagte “Ey, lass mal dran!”. Das tat der Information aber keinen Abbruch, da die nächsten Kanäle, auch die deutschen, nun die gleichen Bilder zeigten.
    Ich kann mich daran erinnern, dass wir alle relativ aufgebracht darüber am diskutieren waren, was wohl passiert war. Als das zweite Flugzeug Live im Fernsehen einschlug, wurde uns die Brutalität des Ereignisses klar. Wir saßen bis abends gebannt vor dem Fernseher. Die einstürzenden Türme und die damals als sehr hoch prognostizierte Zahl der Toten, von 5000-8000 Menschen war zunächst die Rede, waren unglaublich. Einige der Unterhaltungssender, darunter z.B. Musiksender, zeigten den Rest des Tages ein schwarzes Bild mit weißer Laufschrift, in der der tiefe Respekt vor den Ereignissen geäußert wurde.
    Am nächsten Tag in der Schule hatte man ein bischen das Gefühl, in einer neuen Welt zu leben.

  152. Ich war mit meinem Freund auf dem Weg nach Österreich, wir wollten das schöne Wetter in den Bergen genießen. Während wir bei strahlenden Sonnenschein nach Dienten gefahren sind, konnten wir nicht glauben, was wir auf der gesamten Fahrt im Radio gehört haben. Ohne Bilder als visuelle Unterstützung konnten wir einfach nicht glauben und verstehen, dass so etwas Schreckliches wirklich passiert ist. Als wir gegen Abend in unserer Pension angekommen sind, hat uns das alte Ehepaar stumm vor den Fernseher geführt, die Frau völlig fassungslos: “Schauts, die Leut aus den Türmen, die han alle tot.”

  153. Ich war zum Jobtraining in Milton Keynes (UK) und saß seit dem Morgen hochkonzentriert mit einer Kollegin über einer Finanzsache, als wir die Unruhe um uns herum nicht länger ignorieren konnten. Wir hoben die Köpfe und jemand sagte im Vorbeigehen, dass ein Flugzeug in ein Hochhaus in New York gestürzt sei. Sounds bizarre, meinte Mandy, und schaute um sich. Ich ging sofort auf spiegel online und dann war die Arbeit für diesen Tag erst mal vorbei.

    Im Weiteren hing ich dann dauernd vor CNN. Das Gefühl der Unfassbarkeit verließ mich die ganzen restlichen Wochen in der spätsommerlichen, idyllischen Golflandschaft dort (mit dem Raumschiff des gigantischen Shopping Centers in seiner Mitte) nie mehr. Und verstärkte noch das andere Gefühl, dass alles irgendwie eine amerikanische Mythe war, nirgends anders möglich, ein Armageddon als wahr gewordener Hollywood Film – dabei leicht surreal, als würde ich von einer leicht traumhaften Dimension her auf die Probe gestellt. Und zugleich eine bestimmte Idee von Gegenwärtigkeit, nämlich dabei zu sein bei dem Moment einer noch unbekannten Art Zeitenwende, so rasch nicht mehr weg.

    Das Verrückte ist, dass ich zu den ersten namhaft werden Anschlägen von Al Quaida seinerzeit auf die Botschaften in Ostafrika, nun nicht dabei, aber ganz kurze Zeit vorher in Nairobi gewesen war. Und immer wieder habe ich damals während Jahren des Reisens überall in muslimischen Ländern, ob in Dubai oder Dschibouti, in Nordafrika oder dem prosperierenden Malaysia, etwas von dem latenten, atavistischen bis rationalen Hass auf den Westen mitbekommen, tatsächlich immer wieder – das wurde mir auf einmal deutlich. Etwas, das – wenn auch nur in den vereinzelten Stimmen – mir auch vorher mehr zu denken geben hätte müssen. Aber verstanden gewesen wäre damit immer noch nichts. Das ist ein weiteres Gefühl bis heute.

    So wie der Holocaust angeblich eine Einzigartigkeit in der Geschichte darstellt, bleibt wohl bis auf Weiteres auch jener 11. September eine Singularität. Mit der unguten Ahnung, dass auch die irgendwann getoppt werden wird. Mit den wiederauferstehenden (oder nie untergegangenen) religiösen Kategorien sind die menschengesuchten Katastrophen im Paradies (wie ja etwa auch „Bikini“) nun etwas Emergentes, Fanale einer Heillosigkeit. Und nicht mehr weit fort. Eine Prophezeiung.

    Auch dieser Zusammenhang geht seit 2001 – an sich schon ein aufgeladenes Datum – nie mehr weg.

  154. ….ich saß damals am Empfang im Regus Business Center in Mainz, als uns eine Kundin informierte, dass ein Anschlag auf das WTC NY verübt wurde. Wir haben sofort CNN eingeschaltet, im Internet und Radio die Nachrichten verfolgt. Wir hatten damals ein Regus Center im WTC, auf der 93. Etage, ein beklemmender Gedanke, als wie die Bilder sahen. Dann kam die Order, dass wir das Center aus Sicherheitsgründen räumen müssten, da man weltweit Sorge vor weiteren Anschlägen hatte. Gerüchte machten schnell die Runde, dass auch in England und in Deutschland Anschläge geplant seien. Nachdem das Center geräumt war, bin ich mit meiner Kollegin nach Hause gefahren und wir haben fassungslos die Nachrichten immer und immer wieder im Fernsehen verfolgt. Die Tatsache, dass die Twintower nicht mehr da waren, war unbegreiflich und unfassbar. Am nächsten Tag erfuhren wir, dass 5 Kollegen aus dem Regus-Office ums Leben gekommen waren. Sie waren eingeschlossen und hatten es nicht mehr geschafft in die unteren Etagen zu gelangen. Die plötzliche Nähe zu diesem Anschlag hat uns sehr gelähmt und auch heute noch bekomme ich Gänsehaut, wenn ich darüber nachdenke.

  155. Meine Tochter war grade geboren und meine Frau und ich gönnten uns während des Mittagsschlafs der Kleinen den “Luxus” eine Runde Diablo2 zusammen im Internet zu spielen, aber nur solange, bis in den Chaträumen die Nachrichten reinfluteten. Wir schalteten den Fernseher an und haben quasi bis spät in die Nacht nur noch davorgesessen. Es war unfassbar, einzigartig und grausam, diese Bilder und das Leid zu sehen, die Konsequenzen der Anschläge konnte man damals noch nicht erfassen. Mich persönlich haben die Bilder der springenden Personen aus den Towers am meisten “erschreckt” und teilweise in meinen Träumen verfolgt (es waren zu viele Sendungen/Berichterstattungen)…

  156. Ich war am 11. September 2001 auf einer griechischen Autofähre auf dem Rückweg von Cesme (Türkei) nach Brindisi (Italien). Ich hatte gerade einen wundervollen 4-wöchigen Urlaub mit einer Gruppe Freunde in der Sonne hinter mir, freute mich auf zuhause und noch ein paar weitere Wochen Semesterferien. Wir lagen ganz entspannt an Deck und hatten keinen Schimmer, was sich gerade Dramatisches am anderen Ende der Welt abspielte. Plötzlich bekam einer aus unserer Gruppe eine SMS von zuhause: “Das World Trade Center gibts nimmer”. Der Gedanke war so absurd, dass wir es für einen blöden Scherz hielten. Erst am nächsten Morgen, als wir endlich in Italien ankamen und die Schlagzeilen der Zeitungen sahen, begriffen wir allmählich, dass da etwas ungeheuerliches passiert sein musste. Die Bilder waren unfassbar, wie aus einem Roland Emmerich Blockbuster. Keiner von uns war des Italienischen mächtig, daher wussten wir noch immer nicht, was denn da nun wirklich passiert war, und englisch- oder deutschsprachige Zeitungen gab es dort nicht. Es war noch sehr früh am Morgen, noch vor Sonnenaufgang, daher wollten wir nicht zuhause anrufen und nachfragen. Wir machten uns zurück auf den Weg nach Deutschland – und endlich kamen wir nördlich genug, um österreichische Nachrichten zu empfangen. Was wir da hörten war absolut unbegreiflich, aber uns war sofort klar, dass die Welt über Nacht eine andere geworden war. Als ich dann noch ein paar Stunden später zuhause war und die Fernsehbilder das erste mal sah – Schock.

  157. Ich war damals gerade mit der Schule fertig und wollte über den Sommer etwas Geld verdienen und so arbeitete ich in einer Betriebskantine. Der Sohn einer Arbeitskollegin rief uns an und erzählte, dass auf die Twin Tower Anschläge verübt wurden. Wir schalteten den Fernseher im Teamraum ein – die Bilder waren furchtbar…

  158. Ich saß in meinem Büro mit zwei weiteren Kollegen bei meinem Arbeitgeber, einem Wiesbadener Versicherungsunternehmen. Plötzlich schaute mein Chef kurz rein und sagte: “Da ist ein Flugzeug ins World Trade Center geflogen”.

    Wir wechselten sofort ins Internet auf “Spiegel-Online”. Dort sahen wir die Photos des einen Gebäudes des brennenden World Trade Centers. Ein paar Minuten später kam dort die Meldung, dass auch in den 2. Turm ein Flugzeug geflogen sei. Ich kann mich noch gute erinnern, dass ich spontan sagte: “Ein Anschlag!”. Danach wurde es sehr schwer die Seiten der gängigen Nachrichtensender/zeitschriften aufzurufen. Es war kaum mehr möglich Seiten aufzurufen. Das Netz war total überlastet.

    Einer meiner Kollegen, Bernd, gab uns dan den Tipp: schaut mal auf die Seite der Zeitung meines Heimatortes. Welche Zeitung das war, weiss ich nicht mehr (irgendetwas bei Möchengladbach). Die hatten sehr schnell auf reine Textbeiträge umgestellt und ließen einen aktuellen Ticker laufen. Von da an saßen wir alle beieinander und schauten uns dort stundenlang die eingehenden Updates an.

    Als dann nacheinander beide Türme eingestürzt waren, herrschte tiefe Betroffenheit. Es war in unseren Büros sehr lange sehr ruhig. Wir dachten daran, wieviele Menschen dort wohl noch waren und es nicht mehr geschafft hatten.

  159. Am 11. September 2001 war ich in Boulder, Colorado. Ich wurde vom Anruf meines Freundes geweckt. Er rief von der Arbeit an und sagte, dass ein Flugzeug abgestürzt und in einen der Zwillingstürme geflogen sei. Gemeinsam mit seinem WG-Mitbewohner saß ich den ganzen Tag lang wie erstarrt im Schlafanzug vor dem Fernseher. Eltern und Freunde riefen immer wieder aus Deutschland an und wollte wissen, ob es mir gut geht. Während ich mit meinem Vater sprach, stürzte der zweite Turm ein. Am Abend bin ich dann alleine in die Berge gefahren, habe mich auf einen Stein gesetzt und geweint. Eine unglaubliche Traurigkeit hat mich erfasst.
    Erst drei Tage zuvor war ich aus Deutschland in die USA geflogen – mit Zwischenstopp in Newark. Ich erinnere mich noch wie ich die beiden Türme bewunderte, als ich draußen vor dem Flughafen stand. Sie glänzten im Sonnenlicht und wirkten so majestätisch. Später, als ich in meinem Anschlussflieger nach Denver saß, weiß ich noch wie ich meinen Hals verrenkt habe, um einen Blick auf das WTC zu erhaschen. Meine Augen wollten sich einfach nicht lösen. Dabei kam mir ein komischer Gedanke: “Die Türme werde ich ja auf meinem Rückflug wiedersehen, hoffe ich zumindest.”

  160. Ich habe am 11.09.2011 bis mittags geschlafen, dann im Internet gesurft, gegen 16 Uhr war es an der Zeit etwas zu essen, gegen 17 Uhr duschen und um 18 Uhr sollte dann der Nachtdienst beginnen. Ich arbeitete damals als Rettungsassistent auf einer Rettungswache.

    Privat interessiere ich mich für Luftfahrt und habe auch viele Kenntnisse darüber. Dieses allerdings mehr noch als der normale Flugsimulator-Fan etc. weil ich unter anderem im ADAC Rückholdienst tätig war und auch viele Piloten kenne, insofern also auch mehr Ahnung aus dem realen Fliegerleben habe als der “nur interessierte” Laie.

    Während ich um 16 Uhr mit den Butterbroten zugange war hatte ich das Radio an und hörte in den Nachrichten von einem Flugzeugeinschlag ins New Yorker WTC. Im ersten Moment habe ich mich gefragt, was in der Steuerung eines Verkehrsflugzeugs schief laufen muss, dass man die üblichen Flugwege “verpasst” / verlässt und in ein Gebäude fliegt, wie hoch überhaupt die Wahrscheinlichkeit ist, dabei ausgerechnet ein Hochhaus zu treffen. So ein schmaler Strich in einem riesigen Himmel – was für ein tragischer Zufall, wie mir schien.

    Ich habe dann das TV eingeschaltet um Bilder zu sehen und alle Kanäle berichteten schon. Erschreckende Bilder…

    Es war dann irgendwann Zeit sich für den Nachtdienst bereit zu machen. Auf der Rettungswache bedrückte Stimmung, Nachtdienstkollegen trudelten ein und die Tagesschicht wollte nicht gehen. Gemeinsam saß man vor dem TV und verfolgte das Ungeheuerliche. Gegen 19 Uhr bekam ich dann einen Einsatz, eine Verlegung vom ortsansässigen kleinen Krankenhaus in die Neurochirurgie der Uniklinik Bonn. Nichts Wildes…

    Im Krankenhaus fanden wir dann aber eine zunehmend eintrübende Patientin und entschieden, dass das keine einfache Krankenwagen-Verlegung mehr ist, sondern ein echter Notfall. Also haben wir unseren Notarzt hinzu gezogen und sind dann einer entsprechenden Vorversorgung losgefahren. Unterwegs verschlechterte sich der Zustand der Patientin so, dass eine Narkose eingeleitet werden musste.
    Normalerweise steigt der Stresspegel dann um Einiges, aber an dem Abend war der Gedanke immer “Was für eine harmlose Situation für uns wenn man sich überlegt, was die Kollegen in New York gerade bewältigen müssen…”

    Wenn ich an 09/11 denke, frage ich mich – neben meinen eigenen Erinnerungen – oft, welche “Erinnerung” unsere damalige Patientin wohl an diesen Tag hat. Bewusst hat sie die Ereignisse nicht miterlebt da sie eingetrübt und später in Narkose war. Aber ob die hier schreiben würde “Der Tag war ein ganz eigener Einschnitt in meinem Leben weil ich in Lebensgefahr war” – oder ob es einfach nur ein leeres Blatt ist, weil dieser und die nachfolgenden Tage in Narkose für sie gar keine Erinnerung haben?

    Ich weiß nicht mal, ob sie überlebt hat. Aber ich hoffe es…

    Der Gedanke, wie die New Yorker Rettungskräfte mit dieser Katastrophe umgehen und wie man selber agieren oder fühlen würde wenn hier so etwas passiert wäre, hat mich stark beschäftigt. Die Angst vor einem “Big Bang” hatte ich zwar immer, auch hier konnten Flugzeuge abstürzen etc. Aber man verdrängt die Phantasien weil es nur Gedanken sind und die ganz großen Katastrophen dank guter Sicherheitsstandards in unserer westlichen Welt zum Glück nicht passieren oder glimpflich verlaufen.
    09/11 hat dann aber klar gemacht, dass Horror-Szenarien auch hier stattfinden. Morgen passiert es nicht mehr nur im Fernsehen am anderen Ende der Erde, sondern in unserer westlichen Welt und womöglich genau hier bei mir… Bis zum Ende meiner Rettungsdienst-Zeit hat mich dieser Gedanke und diese Belastung nie wieder los gelassen. Großschadenslagen sind nicht nur Theorie, die hoffentlich nie passiert, sondern es wird irgendwann Realität. Die Unbefangenheit, man werde sowieso alle kleineren und größeren Lagen im Griff haben, war für mich mit 09/11 weg.

  161. Am 11. September 2001, meinem 14. Geburtstag, war ich nachmittags gegen 16.00 Uhr Schuhe kaufen. Anscheinend wusste keiner im Laden etwas. Als meine Mutter und ich um 17.00 Uhr nach Hause kamen, fragte uns mein Vater, ob wir schon etwas aus Amerika gehört hatten. Er zeigte auf den Fernseher. Den ganzen Abend sah ich dann in meinem Zimmer fern. Mein Bruder, der damals bei der Bundeswehr war, meinte, dass die US-amerikanische Regierung schon längst wisse, wer das war. Irgendwie hatte ich das Gefühl, als ob ein großer Krieg ausbrechen würde.

  162. Am Morgen dieses Tages hatten meine Frau und ich einen heftigen Streit gehabt, sodaß ich dem Schweigen, als ich von der Arbeit kam, keine Bedeutung beimaß.
    Als ich kurz darauf das Wohnzimmer betrat, fiel mir auf, daß auch meine Töchter
    ganz still vor dem Fernseher saßen. Dann sah ich die brennenden Türme, die springenden Menschen, die herumflatternden Papiere.
    Für eine sehr lange Zeit sagte niemand von uns ein einziges Wort.
    Noch heute kommen mir die Tränen, wenn ich Bilder von damals sehe.
    Ich bewundere zutiefst die Angehörigen der Opfer, die heute Besucher über Ground Zero führen.

  163. Der 11. September 2001 … ca zwei wochen vor meinem 11 Geburtstag. Ich erinner mich an den Tag als wär es erst gestern passiert! Ich war an diesem Tag bei einem Freund und wir schauten Fernsehen, als plötzlich die Sendung unterbrach und wir die Bilder von New York sahen.

    Es war gespenstisch still und ich merkte sofort, das hier und jetzt eines der schlimmsten und traurigsten Momente des Jahres passierte. Ich ging gegen 15 Uhr nach Hause und rief zu erst meinen Vater an, der ein sehr hohes Amt bei der Feuerwehr inne hat und musste mit ihm über den Anschlag reden.

    Für ihn waren es vor allem die Feuerwehrleute, die einen gigantischen Job leisteten und somit für ihn am präsentesten waren. Für mich war es Anfangs schwer zu akzeptieren, dass mit einem Schlag soviele Menschen gestorben sind.

    Es ist sehr schwer die Gefühle von damals und heute in Worte zu fassen, trotzdem gilt mein Mitgefühl stets den Familien aber auch den Rettungskräften!

  164. Ich absolvierte ein Praktikum bei Siemens in Guangzhou/VR China. Am Abend (da war in Amerika noch früher Morgen) trafen sich die europäischen Expats und Freunde im einzigen französischen Restaurant der Stadt, wir nannten das unseren “Sturm auf die Bastille”. Hoch über den Dächern gab es guten Wein und feines Essen bei gedämpftem Licht und angenehmer Hintergrundmusik. Wir hben das intensiv genossen; unsere Medizin gegen Kulturschock und gedünstete Hühnerfüße.
    Als ich dann gutgelaunt aber müde mit meiner Freundin im Taxi nach Hause fuhr, bekam ich eine SMS von einem Kollenen, der es schneller heim geschafft hatte: “World trade center steht nicht mehr pentagon brennt – alter mach dein tv an”
    Keiner der chinesischen Sender brachte in dieser Nacht auch nur den Hauch einer Berichterstattung. Nur die Hong-Kong-Sender und mein 56K-Modem (Spiegel-Online im Dauerbetrieb) versorgten uns mit Informationen. Spät in der nacht ging meine Freundin dann schlafen. Ich blieb bis zum Morgen vor meinem Notebook sitzen, unfähig etwsa zu tun, in dem Bewusstsein, das dieser Tag unser aller Leben und Einstellung zur Welt verändern würde.

  165. Ich war alleine in Portugal im Haus meiner Eltern. Ich hatte den kaputten Fernseher abgeholt und wollte ihn testen, damit ich am Abend “Ally Mc Beal” sehen konnte. Als ich den Fernseher eingeschaltet hatte, wurde berichtet, dass New Yorker in Panik geraten sind, weil sie ein Flugzeug am Himmel gesehen haben. Ich habe natürlich erst einmal nichts verstanden. Erst nach und nach ergab sich ein Bild der Ereignisse. Ich werde niemals die schrecklichen Bilder vergessen, als die Menschen aus den Türmen sprangen. Abends bin ich dann zu einer Telefonzelle gefahren, um mit meiner Familie über das Geschehen zu sprechen. Ich dachte immer, dass als nächstes Anschläge in Deutschland an der Reihe sein würden. Und, dass man zumindest in Portugal sicher sein würde, da sich Terroristen meiner Ansicht nach kaum für Portugal interessieren würden. Die Portugiesen sahen das natürlich anders. Am Flughafen Faro standen die nächsten Wochen Polizisten mit Maschinengewehren im Anschlag, generell durfte man das Flughafengebäude nur mit Bordkarte betreten. Was ich erschreckend fand, war die Reaktion mancher Lateinamerikaner mit denen ich mich später unterhielt. So nach dem Motto: Die Amerikaner haben in Lateinamerika so viel Leid angerichtet, also haben sie es nicht anders verdient.

  166. Ich hatte an dem Tag eine wichtige Sitzung im Rahmen eines Sonderforschungsbereichs, also “Hauen und Stechen” um Geld auf hohem Niveau.

    Da ich wie immer auf meinen damaligen Chef warten musste bevor wir zu dieser Sitzung gehen konnten, versuchte ich diese Zeit mit der Lektüre von SPIEGEL Online zu überbrücken. Ich war richtig genervt, dass ich keinen Zugriff auf die Seite bekam. Ich konnte ja nicht wissen, dass gerade wenig vorher das Flugzeug in den ersten Turm gekracht war.

    Als ich dann einige Stunden später, leicht genervt wegen gefühlt endlosen Diskussion er jetzt nun für was Kompetent genug ist und daher mehr Geld als die anderen bekommen sollte, wieder zurück ins Institut kam holten mich die Ereignisse ein. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie über unsere Beamerleinwand im Labor die Bilder von CNN flackerten und ich richtig Probleme hatte auch nur im Ansatz zu begreifen was da gerade passiert war. Die ganze Diskussion um Forschungsgelder, die ich als kleiner Doktorand gerade hatte über mich ergehen lassen müssen, wurde angesichts der Tragweite des Ereignisses in Manhattan innerhalb von wenigen Minuten vollkommen unwichtig…

  167. Also, ich hatte in dieser Woche Urlaub und war an dem Tag am Flughafen München zum Spotten, Vormittags am Besucherhügel im Besucherpark, hab noch die ganzen Nordamerikaner rausgehen sehen. An dem Tag war soweit ich mich erinnern kann auch die Lufthansa JU-52 in MUC.

    Nach einem Mittagessen beim Burger King bin ich dann zur Südbahn gefahren, wo ich´s mir in meinem Auto (verbotenerweise) bei der Feuerwehrzufahrt beim Südhügel gemütlich gemacht hab und den Flugbetrieb beobachtet hab.

    Um kurz vor 15 Uhr kam dann auf Antenne Bayern die erste Meldung, dass in New York ein Kleinflugzeug ins WTC geflogen sei.

    Und dann überschlugen sich im Radio auch schon die Ergeignisse.

    Um kurz vor halb 4 beschloss ich dann nach Hause zu fahren und mir das ganze im Fernsehen anzuschauen.

    Auf halber Strecke zwischen München und Salzburg hiess es dann, dass ein Turm des WTC eingestürzt sei….

    Nachdem ich dann zuhause war und den Fernseher aufdrehte, war auch der zweite Turm bereits zusammengebrochen….

    War ein sehr trauriger Tag für mich persönlich, denn ob ihr´s glaubt oder nicht, genau ein Jahr vorher, am 11.September 2000, war ich im Zuge meiner Hochzeitsreise auf dem Nordturm auf der Aussichtsplattform.

    Gruss

    TOM

  168. Ich fuhr gerade zu einem meiner Klavierschüler, als ich die Nachricht im Radio hörte… dort angekommen, machten wir -statt Klavierunterricht- den Fernseher an… die Türme brannten… ich habe versucht, meinen ebanfalls in N.Y.C. wohnenden Bruder anzurufen… keine Chance… keine Verbindung möglich… bis der erste Turm fiel, blieb ich bei meinem Klavierschüler zu Hause, dann bin ich zurück zu mir gefahren… Habe mir Bilder angesehen von meinem letzten Besuch auf den Twin Towers vom Oktober 2000… ein sehr bewegender und trauriger Tag…

  169. Ich war Schüler in Lebach im Saarland. An diesem Tag war “Maria-Geburts-Markt”, praktisch der höchste Feiertag in der kleinen Stadt. Wir hatte daher auch nur 3 Stunden Schule und gingen danach noch über den Markt. Ich war so gegen 12 zuhause und fuhr um 14 Uhr mit einem Kumpel ins Nachbardorf um im dortigen Copy-Shop mal nachzufragen, was das Bedrucken von T-Shirts kostet.
    So gegen 14.30 Uhr fuhren wir wieder zurück. Ich hörte nebenbei im Radio, das ein Flugzeug ins WTC geflogen sei, dachte aber an ein kleines Sportflugzeug und machte mir so keine großen Gedanken dazu.
    Es war ein windiger Herbsttag, also gingen wir mit ein paar Freunden auf eine Anhöhe unseres Dorfes zum Drachensteigen. So gegen 19 Uhr kam dann ein weiterer Bekannter zu uns, der uns mal so erzählte was im Moment so los sei, praktisch ja auf der ganzen Welt.
    Schnell zuhause angekommen und das Fernseh durchschaltend merkte ich dann, wie groß das Ausmaß dieses Anschlags war. Es war ein extrem mulmiges Gefühl.
    Es schien, als wäre die Welt aus den Angeln geraten und würde momentan still stehen.

  170. Als Freiberufler im IT-Sektor hatte ich im Sommer 2001 etliche Aufträge eingebüßt und saß am 11. September in meinem Homeoffice am PC. Ob ich Buchhaltung, Acquise oder was auch immer geacht habe… ich weiß es nicht mehr. Meine Frau rief plötzlich aus dem Wohnzimmer, es sei ein Flugzeug ins World Trade Center gestürzt. Sofort den Browser gestartet (wenn er nicht eh’ offen war) und auf Spiegel Online nachgelesen – da war aber noch nicht viel. Also Radio angemacht – aber auch dort beschrieb der Moderatur nur, was er im Fernsehen sah. Ich glaubte zu diesem Zeitpunkt noch an einen abstrusen Unfall oder Selbstmord, bis es plötzlich hieß: Da kommt noch eine zweite Maschine!
    Das war dem Moment, in dem ich mein Büro verlassen und mich zu meiner Frau vor den Fernseher gesellt habe. Die Einstürze haben wir fassungslos gemeinsam angeschaut, es war komplett surreal.
    Klar war schon vorher, dass die Menschen in den oberen Stockwerken praktisch keine Chance hatten. Nach dem Einsturz hatte ich allerdings mit viel höheren Opferzahlen gerechnet als es dann tatsächlich waren – insofern auch nach 10 Jahren noch Respekt vor den Helfern, die zigtausende noch in Sicherheit gebracht haben!
    In de Folge hielt ich die Anschläge für eine begrenzte Aktion und konnte nicht glauben, wie diese die USA und auf deren Druck die ganze Welt verändert haben – zum Schlechteren, wie ich finde. Es ist viel Freiheit verloren gegangen – und meine Auftragskrise währte statt der erwarteten “paar Wochen” über drei Jahre…

  171. Am Morgen des 11.9.2001 dachten viele von uns IT Studenten an der it akademie Gütersloh noch, die Welt wäre am 10.9., also am Montag, untergegangen: 80% der Studenten rechneten fest damit, bei Lycos unterzukommen, aber Lycos sagte alle schon vergebenen Verträge ab – die Internetblase war gerade geplatzt. Nur ich und wenige andere war verschont worden, weil sie bei anderen Arbeitegebern untergekommen waren, die uns diese Spezialausbildung bezahlten…

    Nach der “Lycos-Bombe” fand am Morgen des 11.9. natürlich kaum noch regulärer Unterricht statt, alle Betroffenen mußten sich ja nun neue Jobs suchen … dann kamen wir nach dem Lunch wieder rein und unser Dozent sagte, da wären zwei(!!) Flugzeuge ins WTC gerast. Da wussten wir, daß unsere Probleme *dagegen* bedeutungslos waren – wir waren tatsächlich mind-blown, wie die Amis sagen würden. Und wir merkten, daß man Internetnachrichten wegen der Überlastung nicht mehr reinbekam.

    Und als ich dann vorzeitig am Nachmittag nach hause kam und den Fernseher anmachte, war genau in dem Moment *live* zu sehen, wie der Nordturm einstürzte … die ganze Woche las und sah ich nur noch Nachrichten; denn ich war ja zukünftig beim Westfalenblatt beschäftigt.

  172. Nachmittags im Büro: wir hatten gerade unseren ersten Internetrechner und haben gegoogelt. Plötzlich sahen wir den ersten Turm im Rauch und dachten erst an einen (heute sagt man) fake! Der Kommentar sprach von einem Sportflugzeug, welches in WTC2 stürzte. Plötzlich sahen wir wie eine zweite (große) Maschine in den anderen Turm einschlagen. Wir waren alle lange sprachlos, ein unvergeßlicher Moment! Vormittags wurde mein Sohn eingeschult!

  173. Als damaliger Student Artikel auf simflight.de verfasst und gleichzeitig n-tv geschaut. Irgendwann wurde das Live-Bild aufgeschaltet und ich saß stundenlang gelähmt vor der Glotze – unterbrochen von fassungslosen Chats mit ebenso unter Schock stehenden Buddies. Ich kann die Bilder nicht vergessen und möchte es auch nicht. Der Menschheit eine Mahnung. Wieviele da auch noch immer kommen mögen.

  174. Am Mittag des 11. Septembers war ich mit meinem Vater und meinem Bruder grade auf dem Weg zum Baseballtraining meines Bruders. Da ich erst wenige Tage vorher 7 geworden binn musste ich natürlich mitkommen, sodass wir kurz bevor wir ankamen im Radio hörten, dass ein Flugzeug ins World Trade Center geflogen war. Wir machten uns nicht viel daraus, da mir die Tragweite dieses Anschlags nicht bewusst war und mein Bruder und mein Vater dachten es sei ein Unfall. Als ca. 2 1/2 Stunden später das Training beendet war und wir auf dem Weg nach hause waren schalteten wir das Radio wieder ein und hörten die schrecklichen Nachrichten aus New York. Da ich mir wie gesagt der Tragweite nicht bewusst war wollte ich zuerst “einfach wie sonst” weiterleben, schaltete unseren Zweitfernsher ein, auf dem anderen Fernseher liefen natürlich Nachrichten , und wunderte mich zunächst über die immer wiederkehrenden Bilder im TV. Irgendwann begriff ich dann das dort was schlimmes passiert war, was auch sicherlich nichts mit einem Unfall zu tun hat. Als wir dann am nächsten Tag in der Schule eine drei- oder vierminütige Schweigeminute abhielten war mir klar, dass sich in unserer Welt etwas verändert haben muss, ich wusste damals nur nicht was.

    Interessanterweise ist der 11.9.2001 einer der einzigen tage an die ich mich, seit meiner Einschulung bis ca. zur 5.Klasse, genau erinnern kann.

    Auch wenn man beide Ereignisse nicht miteinander vergleichen kann hat mich die Atomkatasdrophe in Fukushima dieses Jahr an den 11.9.2001 erinnert. Ich war in der Schule und unsere Lehrerin hat uns aufgetragen mit unseren Handys ins Internet zu gehen um Neuigkeiten zu erfahren. Diese Szene wie fast alle fassungslos auf die Bilder auf ihren Handys starrten erinnerte mich an den Schockzustand der 2001 auf dem Weg nach hause im Auto herrschte

  175. Ich stand zwei Wochen vor der letzten mündlichen Prüfung meines Studiums. Um auszuspannen schaute ich mir in der 14 Uhr-Vorstellung im Kino “Ritter aus Leidenschaft” an. Und komischerweise habe ich auf dem Heimweg über Präsident Bush nachgedacht. In den Wochen zuvor hatte es wieder rund um Israel gebrodelt und ich fragte mich, wie wohl Al Gore mit dieser Situation umgegangen wäre.
    Zuhause angekommen sah ich die brennenden Türme – überall auf jedem Sender. Und dann war ich erst einmal wie gelähmt. Bis spät in die Nacht habe ich noch telefoniert und Emails an meine Bekannten aus den USA geschrieben und für den Rest der Woche war ich so blockiert, dass ich keinen Finger für meine Prüfung rühren konnte.

  176. Im Autoradio höre ich auf dem Weg von der Schule nach Hause ein Sportflugzeug sei in einen Turm des WTC gekracht.
    Zuhause angekommen mache ich sofort den Fernseher an, auch meine Kinder kommen ins Zimmer, wir verfolgen die Berichterstattung, die zunächst noch von einem Unfall ausgeht. Mir ist das alles nicht geheuer. Ich rufe meinen Mann an der FH an, um mit ihm darüber zu reden – und noch während wir sprechen sehen wir voller Entsetzen das zweite Flugzeug in den zweiten Turm rasen…
    Nie werde ich das vergessen… ich lehne in der Tür zum Wohnzimmer … das Telefon steht im Flur … meine Kinder hocken auf dem Teppich … ich rede mit meinem Mann über meine Vermutungen … das Flugzeug… der Kommentator im Fernsehen weint … wir weinen auch…
    Am nächsten Tag stelle ich in der Schule eine Kerze auf, auch die Schüler sind vollkommen verstört….

  177. Am Nachmittag des 11.September 2001 war der Hebräischkurs an der Uni Haifa in Israel gerade zu Ende gegangen, ich war wahnsinnig hungrig und biss gerade in mein Hähnchensandwich (es schmeckte sehr lecker, leider viel zu viel Mayonnaise…) als ich bemerkte dass sich eine Menschentraube um einen Fernseher gebildet hatte den ich vorher noch nie bemerkt hatte.

    Irgendein Idiot hatte ein Hochhaus in New York mit einem Flugzeug getroffen, sehr witzig, haha, der hatte sicher Tomaten auf den Augen. So oder so ähnlich gehen die Witzeleien der Gruppe um den Fernseher. So langsam machte sich aber Unbehagen breit, ist das Loch nicht ein bisschen groß für ein Sportflugzeug? Bis plötzlich das zweite Flugzeug auch quer durchs Bild rast, äh ja, nicht mehr lustig, das Hähnchensandwich bleibt mir im wahrsten Sinne des Wortes im Halse stecken, es schmeckt plötzlich ganz fad, ich habe keinen Hunger mehr, mir ist der Appetit vergangen.

    Langsam breitet sich die Meldung auf dem Campus aus, oft kann man erkennen wer es schon weiß und wer nicht. Ich denke immer nur: Bitte bitte lass es keine Palästinenser gewesen sein, denn wenn dem so ist dann ist hier die Hölle los!

    Irgendwie erwarte ich dass jeden Moment die Meldung kommt auch andere prominente Hochhäuser in anderen Weltstädten seien getroffen worden (Paris? London? Moskau? Berlin oder doch Frankfurt? Irgendwo in Asien?!), weil dann, ja dann ist wirklich Ende Gelände, wie würde ich jemals nach Hause zu meiner Familie kommen? (Der Flugverkehr wurde nicht nur in den USA sondern auch nach Tel Aviv gesperrt.) Überland durch den Libanon und Syrien? Wenn es wirklich wild wird? Nie im Leben…Wann werde ich sie wieder sehen?

    Ich packe eine kleine Tasche mit dem Wichtigsten falls ich schnell weg muss (Wasser,viel Wasser, es ist heiß), trage Geld und Pass seitdem bei mir versteckt unter der Kleidung versteht sich, gehe zum Geldautomaten (wer weiß ob der morgen noch funktioniert – oder in wenigen Stunden?), tausche etwas vom Abgehobenen Geld in Dollar um, reagiere irgendwie ziemlich rational zwischen der aufsteigenden Panik.

    Aber nichts dergleichen passiert, Gottseidank, alle anderen Hochhäuser bleiben heile. Das Internet ist eine große Hilfe, ich erinnere mich noch genau an die Text Only Webseiten, an das konzentrierte Lesen im Computerraum und die gerufenen Tipps welche Seite gerade geht und welche überlastet ist.

    Abends treffen sich alle ausländischen Studenten im Aufenthaltsraum, es wird informiert, die Unileitung gibt sich blasé, also falls jetzt wirklich das Undenkbare käme (Krieg) dann wäre hier nicht der schlechteste Platz auf der Welt sondern der Beste, niemand kenne sich so gut aus mit Krisen wie die Israelis, und außerdem, falls wir es noch nicht bemerkt haben sollten, das hier ist ein Bunker, und da und da und ist auch einer, aber wir sollten uns mal keine Sorgen machen, so schlimm werde es schon nicht.

    Die meisten ausländischen Mitstudenten sind aus den USA, irgendwie haben alle Bekannte oder Verwandte in New York, hängen am Handy und kommen nicht durch. Die Israelis maulen weil sie von einem in den anderen Fernsehraum umziehen müssen damit die ausländischen Studenten in dem Raum fernsehen können in dem Handyempfang ist. Irgendwann bricht Streit aus weil die eine Hälfte will CNN und die andere BBC gucken, weil letzteres nicht ganz so martialisch ist und gefühlt besser informiert, die anderen beharren auf CNN weil es ihr Heimatsender ist…Ab und zu kommt jemand mit dem Handy nach Hause durch und ist danach total aufgelöst.

    Der Unterricht läuft weiter, ein paar Tage später sind Abschlussprüfungen. Ich kann nicht lernen, das Radio läuft nebenher, BBC World Service. Der gepackte Rucksack steht immer noch neben dem Bett.

    Die Boulevardzeitungen bringen unfassbare Bilderstrecken, kreisen die Springer ein damit man sie auch ja sieht, Schriftgröße 65, Doppelseite zum Aufklappen, alles sehr boulvardesk, ich kaufe sie trotzdem (oder extra deswegen?).

    Die Lage beruhigt sich nach wenigen Tagen, es waren wohl doch keine Palästinenser, Glück gehabt, das Pulverfass ist nicht explodiert. Die Flugzeuge fliegen auch wieder von Tel Aviv lese ich in der Zeitung, allerdings werden diese von Kampfflugzeugen über Tel Aviv hinweg begleitet werden (damit man sie rechtzeitig abschießen kann falls doch wieder was wäre?) – und damit soll ich in einigen Tagen nach Hause fliegen?! Als ich dann einige Tage später von Tel Aviv in die Heimat fliegen kann ist wieder alles “normal” (so normal-schizophrenisch wie israelische Flughafensecurity schon immer war) und zu meiner Erleichterung werden wir auch nicht von einer F 16 begleitet als wir abheben…

  178. Ich gehörte wohl zu den letzten Menschen in Europa und Amerika, die von den Anschlägen erfahren haben. Ich war ein junger Student, und obwohl keine wichtige Prüfung anstand, wollte ich konzentriert arbeiten, ohne Ablenkung durchs Internet. Ich verbrachte den Tag in einer recht wenig frequentierten Institutsbibliothek an einem idyllischen Platz in einem Zimmer, das Rückzug erlaubte. Ein Handy hatte ich damals noch lange nicht. Bei gelegentlichen Ausflügen an den Bibliothekscomputer widerstand ich der Versuchung, über den Katalog hinaus zu surfen. Ein wenig wunderte mich, dass es zwei Menschen am anderen Ende des Flurs zu wundern schien, wie ruhig ich am Computer saß.

    Gegen acht Uhr abends kam ich nach Hause (nur ein paar Minuten zu Fuß von der Bibliothek, so dass ich unterwegs nichts erfuhr) und ging gleich ins Internet, wie meistens als erstes auf eine Nachrichtenseite.

    Mein erster Gedanke war, die Seite sei Opfer eines Hackerangriffs geworden. Als ich kapierte, dass das real war, war ich geschockt wie ganz selten.

    Mehrere Freunde von mir waren damals für längere Zeit in den USA; eine gute Freundin hatte mir tags zuvor erst von ihrem Besuch in Manhattan am vorigen Wochenende geschrieben. Nicht nur deshalb gingen mir die Terroranschläge sehr nahe. Ich hatte den Eindruck, dass viele Deutsche nicht ganz begriffen, welch gravierenden Einschnitt diese Anschläge aus amerikanischer Sicht bedeuteten – im Rückblick: auch ich nicht … Nach dem 11. September 2001 habe ich allmählich deutlich mehr Verständnis und Sympathie für die USA und ihre Position in der Weltpolitik entwickelt.

  179. Am 11. September war ich mit einigen Arbeitskollegen auf einer 2tägigen Schulung bei der Firma Sun. Wir haben unsere Lektionen gepaukt und von den Anschlägen nichts mitbekommen. Erst am Abend, als wir gemeinsam in der S-Bahn standen, hörten wir von einigen Fahrgästen diese Nachricht. Beide Türme sollten eingestürzt sein. Ein weiteres Flugzeug soll in das Pentagon gestürzt und ein viertes abgeschossen worden sein. Zuerst sehr ungläubig oder misstrauisch riefen einige von uns Freunde an und erhielten die Bestätigung. Betretendes Schweigen, Ohnmacht, Erklärungsversuche, völliges Durcheinander in den Köpfen. Einer: “Das bedeutet Krieg!”. Ein anderer: “Ach was – gegen wen den?”. Der erste: “Gegen Libyen zum Beispiel – was weiß ich denn.” An Afghanistan oder an die Taliban dachte damals noch keiner…
    Heute, 10 Jahre danach, ist Afghanistan allgegenwärtig. Der Einmarsch der Amerikaner in Afghanistan wurde von mir als notwendig und folgerichtig eingeschätzt. Die Amerikaner hatten nicht nur meine moralische Unterstützung. Dies änderte sich grundlegend mit dem Einmarsch der USA in den Irak.

  180. Ich war am 11. September auf dem Weg von der Arbeit nach hause als im Autoradio die Meldung kam, dass ein Flugzeug in ein Gebäude des World Trade Centers geflogen sei und es dort jetzt brenne. “Wie kann man mit einem Flugzeug denn aus Versehen so einen Turm treffen?” fragte ich mich. Die Meldung geriet rasch wieder in Vergessenheit, unter “alltägliche Unfälle” abgelegt. Zuhause angekommen rief mich meine Mutter an “mach mal schnell das Fernsehen an, da ist was schlimmes passiert”.
    Na gut.
    Die ersten Bilder des Towers und mir wurde ganz anders. Ich saß wie versteinert vor dem Fernseher und plötzlich kamen die Bilder von dem Einschlag des zweiten Flugzeugs. Da fing mein Herz wie wild an zu schlagen und als die Gebäude dann nacheinander einstürzten saß ich auf der Couch vor dem Fernseher und habe geweint. Es war einfach schrecklich!!!
    Die Menschen die aus den Türmen sprangen um sich zu retten, das ganze Papier das durch die Luft flog – das ganze Ausmaß der Katastrophe konnte ich gar nicht begreifen, aber es hat meine Seele schwer erschüttert.
    Ich saß da, bei herrlichem Wetter nachmittags in Deutschland in meinem schönen Zuhause auf meinem gemütlichen Sofa und einige tausend Kilometer weiter tobte das Inferno, ich werde das Gefühl damals nie vergessen.
    Es bleibt einfach völlig unbegreiflich für mich, wie Menschen zu so etwas fähig sind.

  181. Um 17 Uhr hatte ich einen Termin und bis dahin war noch etwas Zeit. Da mein Mann sich kurz hingelegt hatte, wollte ich keinen Lärm machen und schaltete das Fernsehen ein. 15 Uhr. Nachrichten im ZDF. Dort kam eine Kurzmeldung, ein Flugzeug sei in einen Turm des World Trade Centers gekracht. Viel Aufmerksamkeit wollte (oder konnte?) man dem Ereignis zunächst aber nicht schenken und so schaltete ich auf CNN um, um Näheres zu erfahren.
    Dort waren Livebilder und aufgeregte Moderatoren spekulierten: ein technisches Versagen der Maschine, Herzinfarkt des Piloten, an einen Terroranschlag wurde anfangs nicht gedacht. Es war ein schreckliches Unglück, ein Unfall. Erst als sich die zweite Maschine den Türmen näherte war die Fassungslosigkeit überwältigend. Die Bilder haben sich ins Gedächtnis gebrannt. „Only Time“ und die Tränen rinnen. So wie ich mich auf ewig an den Moment erinnern kann, als ich, siebenjährig, die Nachricht über die Ermordung Kennedys im Radio hörte und das Erschrecken der Erwachsenen mir Angst einflößte, wird auch der Gedanke an den 11.September mir das Herz zerreißen.

  182. Ich war an dem Tag mit 2 französischen Kunden auf Dienstreise in der Kölner Region. Wir hatten einen guten Termin bei potenziellen Partnern gehabt und befanden uns auf der Rückreise Richtung FFM Flughafen. Sprachen während der Fahrt über den Termin, als mich meine Freundin plötzlich sehr hysterisch anrief und nur noch von Krieg und Angriffen auf das World Trade Center sprach. Zunächst dachte ich noch an einen Scherz meiner Freundin und bat sie, doch bitte mal ernst zu bleiben, zumal ich mit Kunden unterwegs sei und die Situation jetzt unpassend sei. Aber sie wurde immer hysterischer und ich merkte, dass es diesmal “kein Spiel” war. Ich beruhigte meine Freundin am Telefon und legte dann auf. Das Gespräch lief über Freisprechanlage und ohne dass meine Kunden was verstehen konnten, merkten sie schon an der Stimme und Tonfall, dass da was nicht stimmte. Mein Beifahrer fragte gleich, was denn los sei. Ich schaltete sofort das Radio ein und bekam gleich die Bestätigung der Schreckensnachrichten. Übersetzte meinen Kunden was wohl geschehen war und wir waren alle drei schockiert und sprachlos. Noch war das ganze Ausmaß des Terrors nicht klar und im Radio wurde auch über mögliche weitere Anschläge weltweit spekuliert. Und wir auf dem Weg zum Frankfurter Flughafen. … Mir war nicht wohl bei dem Gedanken. Meinen Kunden noch weniger, denn die mussten noch fliegen… Dort angekommen, lies ich Sie dann auch direkt am Eingang zu den Abfertigungshallen nur aussteigen und parkte noch nicht einmal. Die Angst bzw. die Verunsicherung ob der unklaren Situation und was noch zu erwarten wäre, ließen mir keine Ruhe und ich wollte nur schnell weg von dort. Ich wünschte meinen Kunden viel Glück auf der Heimreise – selten, dass ich diese “gängige, abgedroschene Floskel” beim Verabschieden meiner Kunden benutzte und vor allem auch noch nie so ernst und aufrichtig meinte. Auf dem Rückweg habe ich dann nochmal meine Freundin angerufen – sie war auch im Hotel auf Dienstreise. Auch mit meiner Mutter und meinen Geschwistern telefoniert. Die Infos waren immer erschütternder. Ich hatte selbst aber noch keine Bilder gesehen. Da ich noch zwei Stunden zu fahren hatte und auch endlich was essen musste ( es war wohl schon ca. 16 Uhr), bin ich an einer Raststätte rausgefahren und habe dort versucht etwas zu essen. Dabei dann auch erste Bilder auf n-tv gesehen. Ich bekam kaum einen Bissen runter, die Atmosphäre in der Raststätte war auch sehr bedrückt. Ich wollte nur noch nach Hause. Endlich angekommen, lies ich alles stehen und liegen und setzte mich vor den Fernseher. Wie gelähmt schaltete ich von einem Sender zum anderen. Überall die selben Bilder. Es hat mich sehr mitgenommen. Meine Gedanken rasten von einem Extrem ins andere und ich hatte zum ersten mal in meinem Leben eine wortwörtliche Weltuntergangs-Stimmung. Mit 31 Jahren !!! Ich blieb noch bis 3 Uhr nachts vor dem Fernseher und konnte auch im Bett nicht so schnell einschlafen. Oft hatte man schon im Freundes- und Familienkreis über mögliche Szenarien und Situationen diskutiert, ob und wann und wie die Menschheit es schaffen würde sich selbst auszulöschen. Den so oft beschworenen und gefürchteten dritten und letzten Weltkrieg anzetteln würde …. Sicherlich begünstigt durch den Schock, die erste Hysterie und die vielen Spekulationen und ersten Kommentare zu möglichen Folgen und Konsequenzen, wie auch die emotionale Verwirrung über das Unmögliche, was doch geschehen ist, glaubte ich, dass wir nun wohl so weit seien und die fatalistischsten Hirngespinste plötzlich zur Realität würden …. Diesen Tag werde ich nie vergessen und er hat einiges in meinem Leben verändert. Durch direkte und indirekte Auswirkungen aufgrund des Ereignisses ( noch heute müssen wir mit dem Argument der “Terrorgefahr” Einschnitte in unserer Freiheit und Lebensqualität hinnehmen). Vor allem hat er aber meinen naiven Glauben an “das Gute im Menschen” erschüttert und einen gewissen “Zukunfts-Pessimismus” verfestigt, der auch durch die unmittelbaren Reaktionen und nachfolgenden Ereignisse, Maßnahmen und Entwicklungen bis heute, eher noch bestärkt wurde. Wir sind alle nur Marionetten, die von wenigen skrupellosen “Menschen” ohne Moral und Anstand manipuliert werden. Doch ich hoffe weiter, dass ich mich irre.

  183. Genau wie der Autor dieser Seite war ich am 11.09.2001 zum Urlaub in New York.
    Mein erstes Mal, lange ersehnt.
    Faszinierend, wie sich Geschichten ähneln: Am Morgen des 11. machte ich mit meiner Begleitung gerade Pläne für den kommenden Tag, im Fernseher lief der Weather Channel, als plötzlich das Programm wechselte und erste Live-Bilder vom brennenden Turm zeigte. Während der laufenden Reportage flog von Rechts das zweite Flugzeug heran und schlug in den Turm ein. Mit dem Einschlag verschwand das Bild. Ein anderer Sender wurde gesucht. Erstarrt und ungläubig folgten wir den Kommentatoren, verließen unser Hotel nahe der 42nd Street und versuchten via Internet mehr zu erfahren. Beim Verlassen des Internet-Cafes sahen wir auf den riesigen Werbe-Bildschirmen in der 42nd keine Broadway-Vorschauen, sondern den Einsturz der Türme, Warnungen über Terror-Alarm in New York und immer wieder widersprüchliche Aussagen.

    Am Nachmittag wanderten wir wie paralysiert durch die Straßen, an jedem Telefon verzweifelt versuchend, eine der raren freien Leitungen zu erwischen, um den Familien daheim sagen zu können, dass es uns gut geht. Nie zuvor hatten wir uns so verloren und zur Tatenlosigkeit verdammt gefühlt.
    Nie wieder danach sehnte ich mich so nach Kommunkation. Unvorstellbar im Rückblick, dass noch vor 10 Jahren nur die wenigsten deutschen Handys in amerikanischen Mobilfunknetzen funktionierten, von WLAN ganz zu schweigen.

    Schließlich schafften wir es nach quälend langen weiteren Tagen des Bangens und Hoffens mit der ersten Maschine, die wieder in München landete, nach Hause zu kommen.

    Diese Tage werden mich immer begleiten, sie sind auch heute im Rückblick sehr “unreal” und teilweise wirken sie auf mich als hätte ich in einem Film gestanden.
    Trotz all des Schreckens und der Verzweiflung bleibt mir vorallem in Erinnerung, dass alle Menschen, die zu dieser Zeit in NY waren plötzlich ein unglaubliches Zusammengehörigkeits-Gefühl entwickelten. Dieses Gefühl und diese damit verbundene Hoffnung wird ebenfalls immer bleiben.

  184. Am 11. September 2001 habe ich auf der New Jersey Seite direkt an der GW Bridge gearbeitet. Ich wohnte wenige Minuten zufuss entfernt von meinem Büro. Meine Arbeitszeit fing so um 9 Uhr jeden morgen an. Ich bin an dem besagten Morgen in aller Ruhe ins Büro spaziert, ohne zu wissen, was genau während meines Spaziergangs zur Arbeit auf der anderen Seite des Hudson Rivers passiert ist. Erst als ich im Büro ankam, welches auf dem 14. Stock war, erfuhr ich was los ist. Wir hatten einen Konferenzraum, wo viele Leute wie versteinert und in Schock standen, wohl zu dem Zeitpunkt sich aber noch nicht im Klaren über das Ausmass waren, was an dem WTC Tower passiert war. Da glaubten wir noch an die Mär von der kleinen Cessna, die ausversehen in den Turn gerast ist. Fast jeder von uns hatte Freunde, die in den Türmen am arbeiten waren. Ein grosses Glück an dem Tag war, dass die beiden Türme vor 9 Uhr angegriffen wurden.

    Meine Freunde haben überlebt. Weil sie wie so oft zu spät zur Arbeit kamen.

    Unser Gebäude wurde kurz nach dem Zusammenbruch des zweiten Turmes evakuiert aufgrund einen Bombenwarnung in der Tiefgarage.

    Ich habe New Jersey noch am selben Tag verlassen und bin nach Upstate New York zu Freunden gefahren, habe mich für 3 Tage krankgemeldet. Das war eine sehr weise Entscheidung.

    Die Welt ist nicht mehr wie sie vor dem 11. September war. Sie wird es auch nie mehr werden.

  185. Ich lebte zu der Zeit noch in Greifswald, mein Studium hatte ich fast beendet. Ich erinnere mich, dass es auch in Vorpommern ein strahlend schöner Spätsommertag war. Wir hatten damals in der WG-Küche einen kleinen Fernseher über dem Küchentisch angebracht. Kurz vor 15 uhr ging ich in die Küche und schaltet wie beiläufig das Erste an. Ich wollte schnell die Nachrichten um 3 sehen. Aber irgendwie war diesmal alles anders, eine Sondersendung lief aus New York und ein offensichtlich ziemlich ratloser Kommentator schilderte, dass in New York einer der Türme des World Trade Centers brennt, vermutlich sei ein größeres Flugzeug hineingekracht. Ich rief schnell meinen zweiten Mitbewohner in die Küche, der auch gerade zu hause war. Wir starten fassunglos auf die Fernsehbilder und machten die restlichen TV-Geräte in unseren Zimmern an, jedes mit einem anderen Kanal-wir gingen dann in mein Zimmer, weil ich als einzigster CNN hatte. Ich weiß noch, dass ich einen ziemlich beschleunigten Puls bekam. Ich konnte nicht glauben, dass es wirklich real war, was sich dort gerade abspielte, als der erste Turm einstürzte wurde mir heiß und kalt zugleich. Ich dachte auch:Was ist mit Europa? Trifft es uns heute auch noch? Vielleicht Berlin? Fernsehturm? Frankfurts Skyline? Ich weiß noch, das mein Mitbewohner und ich den Rest des Tages von einer eigenartigen Unruhe befallen würden und sich unsere Kommentare zunächst auf Aussagen wie krass, abgefahren, unglaublich beschränkten. Ich glaube ich war noch bis spät in den 12.September wach, an Schlaf war nicht zu denken, den Fernseher habe ich den nächsten Tagen kaum noch ausgemacht.

  186. Ich war am 11.09.01 Schülerin in der 12. Klasse der Oberstufe. Ich war gegen 13 Uhr nach Hause gekommen und hatte mich nach dem Mittagessen hingelegt, als mich um kurz vor drei eine Freundin anrief. Alles was sie sagte war: “Mach den Fernseher an.” Als ich sie fragte, welchen Kanal ich einschalten soll, sagte sie nur: “Egal welchen.”
    Den restlichen Tag habe ich vor dem Fernseher verbracht mit einem ein Druckgefühl im Herzen – Entsetzen und Unverständnis.

  187. Ich kam nachmittags aus der Schule und wollte nur ein bisschen fernsehen bis die Zeit vergeht, dass ich am späten Nachmittag zur Tanzschule gehen könnte.
    Ich schaltete den Fernseher ein und schon kamen mir die Bilder der Twin-Towers entgegen. Ich dachte im ersten Augenblick, dass es sich um einen neuen Film handelt, der in allen Nachrichten besprochen wird. Wie soll man in diesem Alter auch begreifen, was da vor sich geht?
    Mein Vater kam nach Hause und ich berichtete ihm, was da gerade ablief. Wir saßen einfach nur schweigend vorm Fernseher und hatten ein seltsames Gefühl, das sich nicht beschreiben lässt. Man ist einfach sprachlos, taub und kann nicht fassen, was da abläuft.
    Dann wurde es Zeit, dass ich zur Tanzschule ging. DIe Tanzstunde lief wie immer ab. Die Schüler, die schon Nachrichten gesehen haben, hatten natürlich nur das eine Thema. So gab es eine Menge 14-Jähriger, die sich über einen der unglaublichsten Angriffe unterhielten und versuchten ihre Sprachlosigkeit in Worte zu fassen und irgendwie zu begreifen, wieso das passiert und was es für Folgen haben wird.
    Little did we know it would change the world that much.

  188. Ich fuhr an diesem Tag ein Auto Probe und hörte die Nachricht, dass ein Flugzeug in das WTC geflogen ist beim Heimweg von der Probefahrt.
    Daheim angekommen, schaltete ich N-TV ein und verfolgte den restlichen Tag die Ereignisse inklusive den Kollaps des Nordturms.

  189. Ich hatte Urlaub und meine Frau rief mich aus dem Garten ins Haus: “Komm mal, in Amerika ist ein Flugzeug in ein Hochhaus gestürzt!” Wir dachten natürlich zuerst an ein Unglück, aber als der zweite Flieger einschlug war klar, daß es sich um einen Anschlag handelte und daß wir die Geschichte zukünftig in die Zeit vor, bzw. nach dem 11. September 2001 einteilen würden.

    Als dann das erste Gebäude einstürzte, entfuhr mir der Satz: “Wie stürzt den das ein? Das sieht ja aus, wie bei so einer kontrollierten Sprengung?!” Aber gut, wer weiß was da alles mit hinein gespielt hat? Vielleicht werden wir bald hören, daß beim Bau dieses Turmes gepfuscht wurde – zu schlechter Stahl, Beton oder sowas… Als dann der zweite Turm genau so zusammen sackte wußte ich, daß das nicht sein konnte! Ich war einige Jahre bei der Feuerwehr, aber ich hatte natürlich nie mit Hochhausbränden oder Flugzeugeinschlägen zu tun, aber ein bißchen Erfahrung über Brände und über das Verhalten brennender Gebäude bekommt man als Feuerwermann schon. Und daß zwei Stahlskelettbauten auf genau dieselbe Art einstürzen, habe ich spontan als unrealistisch empfunden. Später erfuhr ich, daß sogar noch ein drittes Gebäude in sich zusammen gestürzt war und seither bin ich mir sicher, daß wir Zeugen eines bis dahin unvorstellbaren Betruges und Massenmordes waren! Ich weiß nicht wer dahinter steckt, aber alle Terroristen dieser Welt zusammen, hätten das nicht fertig gebracht!

    Und alles was ich seither über diesen Tag erfuhr, einschließlich der Vorgänge um den Untersuchungsbericht, haben mich in dieser Meinung bestätigt!

  190. Ich hatte mich nach der Schule mittags an meinen Schreibtisch gesetzt um zu lernen und machte kurz das Radio an.

    Auf SWR 3 kam ein Bericht, die USA würden angegriffen und eine Beispiellose Welle an Attacken fände statt.

    Über das WTC wurde korrekt berichtet, es hieß jedoch auch vor dem Pentagon wäre eine Autobombe explodiert (es war ein Flugzeug) und ein weiteres Flugzeug wäre Richtung Los Angeles unterwegs (das war eventuell das in Pennsylvania abgestürzte.

    Ich rannte nach oben zu meiner Mutter die telefonierte. Als ich noch jung war mussten wir Kinder immer fragen bevor wir den Fernseher anmachten, aber an diesem Tag machte ich ihn einfach an und ließ die Bilder für sich selbst sprechen. Meine Mutter verstand erst nicht worum es ging und wollte dass ich den Fernseher wieder ausmache. Bald merkte sie jedoch, dass es ernst ist und beendete ihr Gespräch.

    Ich rief meine Freunde auf dem Handy an, die noch Nachmittagsschule hatten, aber dort hatte es sich auch schon rumgesprochen.

    Ich erinnere mich, dass auch viel Schadenfreude herrschte unter Schülern, aber auch in der restlichen Bevölkerung. Es war wohl diese selbstbewusst zur Schau getragene Unantastbarkeit der USA die Kratzer bekommen hatte und die zeigte, dass auch die größte Militärmacht angreifbar ist.

  191. Was ich noch sagen wollte:

    Viele hier meinen das zweite Flugzeug LIVE in den Turm fliegen gesehen zu haben.

    Das halte ich für sehr unwahrscheinlich, da nur 15 Minuten zwischen diesen Einschlägen waren und nicht jeder sofort einen Fernseher parat hatte.

    Ganz zu schweigen von den Fernsehsendern in Deutschland, die auch nur 15 Minuten hatten um live darüber zu berichten und dass mit Material, dass sie nicht selber filmen konnten sondern erst besorgen mussten.

    Siehe Wikipedia Artikel zum Ablauf der Anschläge:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Ablauf_der_Terroranschläge_am_11._September_2001

  192. Ich war im Büro. Ich saß am Rechner und arbeitete an einem Text, als ein Kollege ins Zimmer kam und meinte, in New York sei etwas passiert. Ich rief spiegel online auf und wir starrten auf die brennenden Hochhäuser. Nach und nach kamen mehr Kollegen ins Büro. Viele Internetseiten ließen sich schon nicht mehr aufrufen, weil sie überlastet waren. Ich weiß noch, dass sich die Ersten schon wieder auf den Weg ins eigene Büro machten, als ich plötzlich rief: Ein Turm stürzt ein! Unglaublich. Wir konnten nicht fassen, was wir sahen. Die nächsten Abende und Nächte verbrachte ich vor dem Fernseher. Immer wieder die gleichen Bilder. Immer wieder war ich fassungslos. Meine Oma lebte in den USA. Mein bester Freund ist Amerikaner und wohnt in Boston. Das Land ist mir nah. Einige Tage später nahm ich mir eine Auszeit. Ich hatte Karten für ein Konzert. Eigentlich sollte die Lustige Witwe aufgeführt werden. Statt dessen wurde ein Requiem gespielt. Ich glaube von Verdi. Die Musik war unglaublich. Traurig und tröstlich. Jetzt hatten auch wir einen Tag, von dem jeder wusste, wo er ihn verbracht hatte. So wie unsere Eltern, die wussten, wo sie waren, als Kennedy erschossen wurde.

  193. Ich war 18 und ging noch zur Schule. Um 15.10 war Schluss und ich kann mich erinnern, dass ich auf der Fahrt nach Hause im Autoradio etwas von einem Unfall mit einem kleinen Sportflugzeug gehört, aber nicht weiter beachtet habe. Zu Hause habe ich ein Bad genommen und auch das Radio lief, aber in mein Buch vertieft habe ich immer noch nichts mitbekommen.

    Mein damaliger Freund kam rein und sagte: “Das World Trade Center in New York ist eingestürzt und das Pentagon brennt.” Ich weiß noch, dass ich erst dachte: “Der nimmt mich auf den Arm!” Und dann beschlich mich ein ganz unheimliches Gefühl: “Ist Krieg oder was?”. Ich habe natürlich sofort den Fernseher im Wohnzimmer angemacht und bin davor hängen geblieben. Furchtbar! Ich kann mich erinnern, dass ich an dem Nachmittag noch unterwegs gewesen bin um zu tanken (aus der irrsinnigen Überlegung “bevor es zu spät ist” heraus) und das überall eine ganz komische Stimmung war.

    Noch heute, wenn ich die Bilder sehe, kann ich nicht ganz fassen, was da passiert ist…

  194. Ich saß beim Friseur, als ich im Radio aufgeregte Berichte hörte und amerikanische Sirenen. Da war aber noch gar nicht klar, was los war.
    Später im Auto wurden die Berichte genauer, ich war auf dem Weg in ein Möbelhaus. Als dann auch noch der Bericht über das Pentagon dazukam, was mir klar, dass die Welt nicht mehr die selbe war. Zufällig habe ich Bekannte im Möbelhaus getroffen, denen ich von der Katastrophe erzählt habe. Sie starrten mich nur verständnislos an und begriffen nicht, was das alles bedeutete.
    Daheim saß ich stundenlang vor dem TV und habe immer wieder die Bilder des Einsturzes gesehen, die so irreal waren.
    Es sind wirklich Momente, die man nie vergessen wird, und die das Weltgeschehen veränderten.
    Im Juni 2011 war ich auf der Abschlussreise nach einjährigem Aufenthalt in NYC, wir haben die WTC-Türme noch nachts gesehen und gefilmt.

  195. Am 11. September saß ich zu Hause mit meinem damals 1,5 Jahre alten Sohn. Ich bereitete unsere Hochzeit vor, die am 18. September statt fand. Mein Mann war bei einem Bewerbungsgespräch.Ich war im 6.Monat schwanger.
    Ich wollte mir die Nachrichten ansehen, hauptsächlich wegen des Wetterberichts. Da wurde von dem Unfall eines Verkehrsflugzeugs mit dem World Trade Centre berichtet. Entsetzt ließ ich den Fernseher weiter laufen. Die Ereignisse überschlugen sich, irgendwann kam mein Mann zurück, wir haben die ganze Nacht geredet, abends noch mit Freunden und Verwandten telefoniert.
    An diesem Tag war ich das erste Mal in diesem Sommer nicht mit meinem Sohn auf dem Spielplatz. Kurz nach den Anschlägen kamen die Bewerbungen meines Mannes alle wieder zurück, die Firmen hatten alle Einstellungs-Stops, da ja niemand wusste, wie es wirtschaftlich weiter gehen sollte. Nur die Firma, bei der er das Gespräch hatte, hat ihm einen Arbeitsvertrag angeboten.

    Christine Enzel, Stuttgart

  196. Ich war damals im ZUK (Zentrum für Umwelt und Kultur). Habe fleißig meinen Zivildienst erledigt, bzw. in dem Moment war ich in dem Ladencafe und habe Capuccino verkauft. Als ich kurz mal aufs Klo ging lief in unserm Ziviwohnzimmer schon der Fernseher. Der erste Turm war schon eingestürzt. Total parallisiert ging ich kurz wieder ins Cafe rüber, machte ein “komme gleich wieder Schild” drann und erlebte ein paar Minuten später wie der zweite Turm einstürzte. An dem Tag war nichts mehr so wie früher.

    Felix Mayr, München

  197. Der 11. September 2001 begann für mich mit Geschenken auf dem Esstisch. Es war mein 14. Geburtstag.
    Der 11. September 2001 endete für mich als der wohl traurigste Geburtstag in meinem Leben.
    Der 11. September war ein Dienstag. Dienstags ist Kinotag. Ich war am Nachmittag mit Freunden also im Kino. Danach wollten wir zu mir und Pizza machen. So wie man eben Geburtstag gefeiert hat, damals.

    Daraus wurde nicht, da die Welt nicht mehr die war, die sie vorher war.
    Wir saßen vor dem Fernseher und sahen die erschreckenden Bilder. Keiner von uns wusste, was das für die Zukunft bedeuten würde. Wir waren gelähmt.
    Dieser Tag hat mich bis heute geprägt.
    An den Tagen um dem 11. September schaue ich nicht fern.
    Ich finde es wichtig, an diesen Tag zu erinnern und den Terrorismus zu bekämpfen, aber ich kann diese Bilder nicht sehen. Ich fühle mich, als hätte ich selbst dort einen geliebten Menschen verloren.

    In weniger als einem Monat jährt es sich zum 10. Mal.
    In weniger als einem Monat wird sich die Welt an dieses schreckliche Ereignis erinnern und den Opfern gedenken.
    In weniger als einem Monat werde ich 24 und ich werde meinen Geburtstag mit Menschen feiern, die ich liebe und schätze.

  198. Ich habe am 11.09.2001 ganz normal gearbeitet. Irgendwann nachmittags nach der Mittagspause meinte meine englischsprachige Kollegin, ein Flugzeug wäre ins WTC geflogen. Ich dachte erst, die spinnt, aber kurz darauf stand es auch auf SPON und allen anderen Websites.

    Keine Stunde später saßen alle im großen Konfi beisammen und schauten in den Röhrenfernseher die Live-Bilder auf allen Kanälen… das war schon der Hammer. Auch in den Firmen und Agenturen in den Häusern rundherum hingen alle kollektiv und gebannt vor den Bildschimen. Gearbeitet hat an dem Tag keiner mehr richtig.

    Abends fuhr ich in der U-Bahn heim, und der ganze Zug war leer, und überall eine gespenstische Stille. Abend dann weiter Live-TV etc. Erst am nächsten Tag drehte sich das Rad des Alltags wieder allmählich…

    Gruß aus Hamburg, Mike

  199. Zu jener Zeit arbeitete ich für eine Deutsche Subsidiary einer Amerikanischen Consultancy. Die meisten Mitarbeiter waren wie üblich online, so auch ich. Als Startseite war bei mir Yahoo eingerichtet, welche immer die neuesten Ereignisse anzeigte. Plötzlich um die Mittagszeit ruft einer in die Runde, dass ein Flugzeug ins WTC geflogen ist. Sofort schaute ich auf den Monitor und glaubte erst an ein Unglück. Als einige Minuten später wieder jemand ruft, dass nun auch der zweite Turm getroffen wurde, sprangen einige auf und schalteten den Fernseher im Meeting Raum an. Da eh Mittagspause war sind die meisten Kollegen und auch ich ungläubig vor dem Fernseher gesessen. Es gab aber tatsächlich ein paar Mitarbeiter, die die Katastrophe anscheinend überhaupt nicht interessiert hat und weiterarbeiteten als ob nichts geschehen war. Irgendwie war die ganze Situation im Büro surreal. Bald darauf haben ein paar Kollegen das US Office in New York angerufen, was gar nicht so leicht war. Es liegt in Greenwich Village und hat eine Dachterrasse, auf der alle Mitarbeiter die Katastrophe beobachtet haben. Gott sei Dank ist niemanden meiner Bekannten etwas passiert. Schon komisch, ein paar Monate zuvor war ich geschäftlich zum ersten mal in unserem New Yorker Büro und als wir an unserem freien Tag Sightseeing angesetzt haben standen wir vor der Wahl ob Lower Manhattan oder der Bereich um 5th Avenue und den Central Park. Wir entschieden uns für letzteres und besuchten das Empire State Building anstatt den WTC. Wir dachten das WTC können wir uns ja das nächste Mal ansehen. Es gibt kein nächstes Mal…

  200. An diesem Tag ging es um den Kopf von Verteidigungsminister Rudolf Scharping. Er musste dem Verteidigungsausschuss Rede und Antwort stehen. Irgendwann schaltete ich n-tv ein, um zu sehen, ob er’s überlebt hatte, denn eigentlich war er ja schon längst unhaltbar. Und dann sah ich dieses Bild des brennenden WTC-Turms und hörte, das ein Flugzeug hineingerast sei.

    Ich bin PR-Berater war damals Pressesprecher von Boeing in Deutschland. Ich rief sofort meine Frau an, sie möge mir per Taxi einen dunklen Anzug und eine dunkle Krawatte ins Büro schicken. Noch während die ersten Fernsehsender bei mir anriefen, um ein Statement zu dem Unglück zu bekommen, sah ich das zweite Flugzeug in das Gebäude einschlagen. Entsetzt verfolgten meine Mitarbeiter und ich die Ereignisse, sahen die Gebäude einstürzen und damit eine Welt. Trauer und Fassungslosigkeit waren unsere Gefühle. Dies war kein Unfall, dies war etwas, das sich jeder schnell formulierten Stellungsnahme entzog. Noch am selben Tag schicken wir allen Amerikanern, die wir kannten, eine Mail, um unser tief empfundenes Mitgefühl auszudrücken.

    Am nächsten Morgen rief ich die Mitarbeiter meiner Agentur zusammen und sagte: “Ich weißt nicht, was hier rauskommt. Aber wir sollten uns alle darauf einrichten, dass die nächsten Jahre schlimm werden.” Und das wurden sie dann ja auch. Als ich wenige Wochen später in die USA reiste, kam ich in ein Land, das sich tief verändert hatte und traf auf Menschen, die ihre Unbefangenheit und Offenheit verloren hatten. 9/11 ist für die USA ein nationales Trauma.

    Ich wohnte damals in der Einflugschneise des Hamburger Flughafens. Für einen luftfahrtbegeisterten Menschen wie mich waren die Flugzeuge, die über unser Grundstück hinwegflogen, immer etwas Erfreuliches gewesen. Es hat bestimmt ein Jahr gedauert, bis ich in meinem Garten wieder einigermaßen unbefangen nach oben schauen konnte.

  201. Der Tag, an dem ich es erfuhr, war der 12. Es war ein herrlicher Tag am Great Barrier Reef, und ein Traum erfüllte sich, als ich die Unterwasserwelt in all ihrer Schönheit erleben durfte. Die Vorfreude darauf war so groß, dass ich beim Einschiffen die geknödelten Bermerkungen unserer Begleiter nicht ernst nahm und an irgend einen Film glaubte, den sie vor New Yorker Kulisse drehen. Am Abend dann der Schock. Wie eng Schönheit und Schrecken beisammen liegen können, hatte ich bis dahin nicht geahnt. Auch heute noch gehören für mich die mentalen Bilder vom Rifftauchen und den Flugzeuge in den Türmen zusammen.

  202. Mitten in einer Besprechung mit mehreren Mitarbeitern, als die Türe aufging und ein Kollege reinkam und verkündete das die beiden Tower in Flammen stehen und vermutlich ein terroristischer Anschlag dahinter steht…

  203. Am 11.9.2001 kam ich von meinem Praktikum bei einer großen Elektronikfirma in Berlin. Da wir im Büro keine Fernseher oder Radios und für uns Studenten auch keine Internetzugänge hatten, wußte ich nichts vom Einschlag der Flugzeuge in New York. Erst auf der Heimfahrt wurde ich neugierig, als sich zwei kleinere Jungen darüber unterhielten, ich aber nur Bruchstücke davon hörte und verstand. Zu Hause habe ich dann den Fernseher eingeschaltet und auf CNN das Ausmaß der Anschläge gesehen. Ich glaube ich war kurz vor dem Einsturz des ersten Turms zu Hause und schaute bis in die tiefe Nacht mit einem Gefühl der Ohnmacht fern.

  204. Natürlich erinnere auch ich mich genau an den 11. September 2001. Ich war damals Studentin und arbeitete während der Semesterferien bei P&C im Lager. Irgendwann gegen Mittag kam ein Kollege und sagte, dass irgendwelche Flugzeuge in die Twin Tours in New York geflogen wären. Ach, ja? war meine Reaktion. Ich konnte mir nichts darunter vorstellen, kannte zudem die Twin Tours gar nicht und arbeitete weiter. Nach Feierabend fuhr ich mit dem Bus nach Hause, auf den Straßen war alles normal. Kaum zu Hause angekommen, schellte das Telefon, hast du das schon gesehen, mach den Fernseher an, sagte mein Freund mir. Was ich dann sah, werde ich in meinem ganzen Leben nicht mehr vergessen können. Ich war bewegungsunfähig, saß nur lethargisch auf der Couch und weinte. Es war unmöglich das Gesehene zu begreifen. Wir sitzen auf der Couch und sehen wie Menschen verzweifelt versuchen, sich aus dem brennenden Gebäude zu retten. Sie stürzen aus dem Fenster, fallen in den sicheren Tod. Immer wieder diese Bilder, überall. Auch die Tage danach verlebte ich im Schockzustand. Ich fühlte mich wie in Watte gehüllt, taub und benommen. Ich bin in die Kirche gegangen, habe ein Windlicht in mein Fenster gestellt. Dies mag für manche kitschig klingen, aber ich musste irgendwie mein Mitgefühl ausdrücken.
    Wenn ich heute die Bilder sehe, denke ich wieder an diesen Ablauf. Es fällt mir schwer hinzuschauen, denn wieder kann ich nur weinen. Selbst wenn ich jetzt hier meine Erinnerung an diesen Tag aufschreibe, kann ich es nicht verhindern.

  205. Am Morgen des 11. September 2001 begleitete ich eine große Exkursionsgruppe – deutsche Schüler und Geologen aus den Niederlanden – auf den Gipfel des Vulkans Ätna in Sizilien, wo ich seit einigen Jahren arbeitete. Erst wenige Wochen vorher waren die Bilder von einem Ausbruch des Vulkans um die Welt gegangen – jetzt aber war alles ruhig, es war herrliches Wetter, und alle waren begeistert von der Tour. Hinterher fuhren wir in großen Allradantrieb-Bussen herunter zur Touristenstation “Piano Provenzana”, wo ich in einer Bar nach einer Exkursion auf dem Ätna mein “Bier nach dem Vulkan” zu mir zu nehmen pflegte. Es waren eine Menge Leute in der Bar, und die Blicke aller waren auf den Fernseher in der Ecke gerichtet, wo gerade der erste der brennenden WTC-Türme gezeigt wurde, und ein Flugzeug in den zweiten flog. Als erstes erinnerte ich mich an einen Film – “Der Schrecken der Medusa” – den ich vor Jahren gesehen hatte, und in dem es eine ziemlich eindrucksvolle Szene gibt, in der ein Flugzeug in einen Wolkenkratzer fliegt. Für einen Augenblick dachte ich, daß dies vielleicht eine Neuauflage des Films sei, aber die Leute in der Bar sagten mir, es sei eine Liveübertragung, und es handele sich um einen Terroranschlag.

    “Und da reden alle schlecht von Vulkanen”, dachte ich spontan. Ein Teil von mir wollte nicht so ganz überrascht sein, nach all den Jahrzehnten, in denen sich die USA überall in der Welt eingemischt hatten, Diktatoren unterstützt und Demokratien gestürzt hatte. Doch wie viele Feinde sich Amerika weltweit auch immer gemacht haben mochte, so gab es keinerlei Rechtfertigung für einen derart barbarischen Akt des Terrors, und wie alle anderen um mich war ich erschüttert über das Schicksal der Menschen dort, die am 11. September 2001 unfassbaren Schrecken und enormes Leid erlebten. Noch heute gehen mir die Schauer den Rücken herunter, wenn ich daran zurückdenke und die Bilder und Filmaufnahmen von jenem Tag anschaue. Am Abend des 11. September 2001 machte ich den Hintergrund der Website, an der ich damals arbeitete, schwarz als Ausdruck meiner Betroffenheit und meines Mitgefühls.

    Noch etwas hat mich damals zutiefst beeindruckt – die perfekte Inszenierung, die ausgetüftelte Choreographie dieses Anschlags, ganz auf der Höhe des “Medienzeitalters”, die modernsten Kommunikationsmittel voll ausnutzend – und all das wozu? Um die Menschheit etliche Schritte zurückschlittern zu lassen – das Höchstmaß an Absurdität.

  206. On that moment, I was in Malta in a meeting where all Mediterranean Country representatives were discussing how to best protect the Mediterranean Sea from environmental accidents!
    In the meeting room were present: Palestinians, Israelis, Libyans… The first rumour coming from the French delegate was that a terroristic attack with involvement of Palestinians happened in NY. The meeting was cut and every one was watching TV to better understand the terrible situation…

  207. Ich war Schülerin und nachmittags mit meinem Hund Lucky eine große Runde spazieren. Gegen 15:00Uhr (oder auch etwas später) kamen wir von unserem Spaziergang zurück und das Telefon klingelte. Es war meine Mutter, die von der Arbeit aus anrief. Sie sagte, ich solle doch bitte den Fernseher anmachen und die Nachrichten schauen – es wäre ein Flugzeug in das WTC geflogen, hätte man im Radio gesagt. Ich fragte sie, wo denn bitte das WTC sei… In NY.
    Ich schaltete also den Fernseher an und saß mehr oder weniger die ganze Zeit davor – auch Lucky schien sich dafür zu interessieren und schaute wie gebannt auf den Bildschirm. Irgendwann gegen 19:00Uhr konnte ich nicht mehr, ich war wie in einem Schockzustand. Ich nahm die Leine von Lucky und ging mit ihm noch mal eine Runde spazieren – ich musste einfach nochmal raus.

    Am nächsten Tag haben wir in der Schule (ich ging zu der Zeit auf das Berufskolleg St. Michael in Ahlen – eine katholische Schule) in der schuleigenen Kapelle einen Gedenkgottesdienst mit einer Gedenkminute abgehalten. Einige hatten Tränen in den Augen.
    Meine Klasse hatte danach 2 Schulstunden Vertretung bei dem Schuldirektor und wir haben uns mit ihm über das “Ereignis” am Vortag unterhalten und erzählt, was uns berührt. Später hatten wir noch Unterricht bei unserem Politiklehrer, auch hier haben wir ausführlich darüber gesprochen. Er sagte uns, dass er auch Seelsorger sei und das wenn uns etwas bedrückt, dass wir auch gerne zu ihm kommen können und darüber reden…

    Es gibt diesen Film von Jules & Gedeon Naudet, den beiden Franzosen, die an diesem Tag einen jungen Feuerwehrmann begleiten. Ich war selbst in der Feuerwehr und kenne den “Alltag”, wenn man in der Feuwehr ist. Für mich persönlich kann ich nur sagen, dass die Rettungskräfte und sämtliche Menschen, die ihr Leben an diesem Tag für andere Menschen riskiert haben für mich Helden sind. Es ist sicherlich sehr schwierig für diese Menschen mit der Situation umzugehen, dass so etwas Schreckliches passiert ist – obwohl sie ja ihr menschenmöglichstes getan haben.
    Ich habe die DVD des Filmes und schaue sie mir jedes Mal am 11.September an, quasi als “Erinnerung” an diesen wirklich schrecklichen Tag und um den Opfern des 11.September zu Gedenken.

  208. Ich war – wie so oft – mit meinen beiden Kleinkindern auf dem Spielplatz und dort verabredet mit einem Freund meines Sohnes und dessen Vater, der im Laufe des Nachmittags auf sein Handy schaute und meinte: Komisch, in New York ist ein Flugzeug in die Twin Towers gecrasht. Mehr ließ sich mit den damaligen Mitteln der Kommunikation nicht herausbekommen. Irgendwie ließ sich das Unbehagen den Nachmittag über nicht mehr abschütteln.

  209. Ich weiß es noch wie heute: Ich saß am 11.9.2001 mit gebrochenem Fuß zuhause, las, checkte zwischendrin mal meine Mails auf gmx.de, ohne indes beim Abmelden das Bild zu bemerken, das mit der Hauptnachricht einherging…. abends kam mein Mann nach Hause. Als erstes drückte er mir ein Trostgeschenk für den gebrochenen Fuß in die Hand, das war ein Plüsch-”Oskar in der Mülltonne” aus der Sesamstraße. Und dann meinte er: “Hast du in den letzten Stunden Nachrichten gehört?” (wir haben keinen Fernseher), ich. “nein, warum?” er: “es hat einen Terrorangriff auf die USA gegeben. Das World Trade Center ist eingestürzt, es gibt vermutlich 10000 Tote.” Ich saß buchstäblich da wie vom Blitz getroffen, hatte das Gefühl eines richtigen physischen Elektroschocks. Ich habe noch nie in meinem Leben ein solches Entsetzen gespürt. Und obwohl ich noch kaum etwas wusste, war mir in dem Moment schon klar, dass dieser Tag die Welt verändern würde… ich habe dann in den nächsten Tagen pausenlos vorm Internet gesessen, Nachrichtenseiten angeschaut, Informationen in mich aufgesogen, um irgendwie besser begreifen zu können, was da passiert war. Aber das war jenseits von dem, was man begreifen kann.

  210. Ich sass am 11. September 2001 in einem Flugzeug von Delta Airlines auf dem Flug von Frankfurt/Main nach Atlanta. Etwa auf der Höhe von Grönland wurden wir vom Flugkapitän darüber informiert, dass wir wegen eines geringfügigen technischen Problems eine Zwischenlandung in Neufundland machen müssten und man deswegen den überflüssigen Treibstoff ablassen würde. Erst nach der Landung dort wurden wir über den wahren Grund des Zwischenstopps informiert und das durch Sperrung des amerikanischen Luftraums an einen Weiterflug zunächst nicht zu denken ist.
    Zunächst herrschte eine bedrückende Stille im Flugzeug und unwillkürlich schaute man den neben einem sitzenden Passagier an, so, als wollte man sich vergewissern, das dieser das eben auch gehört und man keinen Alptraum hatte. So unglaublich klang es. Schon bald versuchten die ersten sich per Telefon genauere Informationen über die Vorkommnisse in New York einzuholen, was aber durch Überlastung der Telefonnetze in den ersten Stunden fehlschlug. So blieb es dann auch nicht aus, dass sehr bald die ersten wilden Gerüchte im Flugzeug die Runde machten. Ich erinnere mich noch daran, dass da zeitweilig von 30 000 Toten in New York die Rede war. Unsere von der Aussenwelt abgeschnittene Situation war für die Passagiere, die Angehörige in New York hatten, eine nicht endend wollende qualvolle Zeit des Wartens und der Ungewissheit.
    Nach etwas über 20 Stunden wurden wir aus dem Flugzeug herausgeholt und mit Schulbussen in eine Ortschaft namens Lewisporte transportiert, wo wir bei einer Kirchengemeinde einquartiert wurden. Die extra für uns dort aufgestellten Fernseher waren schnell umlagert und wir konnten zum ersten Mal die schrecklichen Bilder aus New York sehen.
    Neben der Tragödie in New York sind mir die liebenswerten Einwohner von Lewisporte in Erinnerung geblieben. Ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft standen im grassen Gegensatz zu den grausamen Terror-Attacken auf das World Trade Center in New York.
    Erst am 14. September wurde unser Flug nach Atlanta fortgesetzt

  211. Pingback: Eine Woche im September « Bachmichels Haus

  212. Wo war ich hab 11.09.2001? Was hab ich getan an diesem Tag.

    Ich finde es bemerkenswert, dass ich mich noch sehr gut und sehr detailliert an diesen Tag erinnern kann. Ich war erst 13 Jahre alt und natürlich noch Schüler. Generell hab ich wenig Erinnerung an die Zeit in diesem Alter, aber diesen Tag werd ich nie vergessen. Komischer Weise war ich an diesem Tag morgens beim Friseur. Entweder hatten wir keine Schule, oder ich hab damals schon geschwänzt. Jedenfalls war mein erster “Kontakt” mit den Ereignissen folgender.

    Friseurin:”Hast du gehört, da ist ein Flugzeug mitten in New York abgestürzt.”

    Ich:”Oh krass, wie konnte das denn passieren?”

    F:”Ja irgendwie in ein Gebäude rein, muss ganz schlimm sein.”

    Ich:”Fliegen Flugzeuge überhaupt einfach so über New York? Ist doch voll gefährlich…”

    F:”Ja, deswegen fliege ich so ungern, wenn man abstürzt hat man selten eine Chance.”

    Danach bin ich nach Hause und hab den Fernseher eingeschaltet. Die Hilflosigkeit und Fassungslosigkeit der Ereignisse die sich dann abgespielt haben, hat mich total beeindruckt. Es war für mich das erste Mal, dass ich Fernsehreporter gesehen habe, die nicht fassen konnten was gerade passiert. Ich kam mir vor wie in einem Film. Als dann die Nachricht einging, dass auch ein Flugzeug ins Pentagon eingeschlagen ist, wusste ich nicht mehr wo mir der Kopf steht. Ich war allein zu Hause, 13 Jahre alt, den Kopf voller Dummheiten, geprägt von zahllosen Soft-Action Filmen, in denen das “Gute” doch immer siegte. Und dann das: Realität. So etwas gibt es wirklich. Es gibt wirklich Menschen die die Welt zerstören wollen. Das waren so meine Gedanken. Meine Mutter hat mir später erzählt wie aufgelöst ich war als sie um die Mittagszeit nach Hause kam.

  213. Am 11. September 2001 saß ich mit meinem Chef im Büro, als dessen Freundin anrief: “Schaut sofort in den Live-Ticker von RP Online” sagte sie und legte wieder auf. Ich dachte an einen Scherz, irgendeine witzige Internetseite, wunderte mich nur über die knappe Art des Anrufes.
    Die Internetseite ließ sich nicht öffnen und nach zwei Versuchen gab ich auf, da ic ja immer noch dachte, es handele sich um irgendeinen lapidaren Scherz.
    Kurz darauf wieder der Anruf der Freundin: “Habt Ihr´s gesehen?”, und als sie hörte, dass wir immer noch total ahnungslos waren, erzählte sie vom Flugzeug, dass ins WTC geflogen war.
    Wir alle dachten an einen Unfall – nie im Leben hätte ich einen terroristischen Anschlag vermutet – bis ich endlich eine Nachrichtenseite im Internet geöffnet bekam und kurtz darauf das zweite Flugzeug in dieses riesige, unverwundbar wirkende Hochhaus krachte.
    Chef und ich saßen erst da wie gelähmt, dann liefen wir in den Konferenzraum, wo bereits die gesamte Belegschaft vor dem Fernseher versammelt war. Ungläubige Blicke, Tränen, Entsetzen, Bilder von Menschen, denen der Tod kurz bevor steht… dieses Gefühl werde ich nie vergessen!
    An arbeiten war nicht mehr zu denken; wir machten den Laden dicht und den restlichen Tag verbrachte ich vor dem Fernseher. Fassungslos, entsetzt und weinend.

  214. Wir kamen gerade von einer Bergtour im Tessin zurück und hatten Mühe die Meldungen über den 11. September als Realität zu begreifen.

    Das Leben ist ein Risiko: es beginnt trübe und endet todlich.

  215. Ich saß bei einem Arzt im Wartezimmer, in dem das Radio lief. Plötzlich wurde das normale Programm unterbrochen und es wurde berichtet, dass das WTC brennt und noch nicht klar ist, was passiert war.

    Als ich dann nach dem Arztbesuch zu Hause ankam, habe ich sofort den Fernseher angeschaltet und fassungslos auf die Bilder aus New York gestarrt.

  216. I had just crossed the Holland tunnel on the way to a meeting in New Jersey when the first plane hit.
    In the office building where I was having the meeting they took everyone into the cafeteria where we watched the first tower clasped.

    I made a loud verbal comment that “There must be a lot of people pissed of at the USA to pull this off. “ The whole room turned and gave me a look like I was evil and anti American.

    As the last ten years played out, I think our government has only destroyed our country by so many bad decisions. “They” said they did not have to do another attack, as American would designate from the inside, as sure enough it is!

    George Carlin pretty well sums it up here:
    http://www.youtube.com/watch?v=PYZpWTvre9c&feature=related

  217. Also ich kann mich noch gut daran erinnern. Ich war im zweiten Lehrjahr als Kfz – Mechaniker und ging nach der arbeit in die Fahrschule nach der Fahrschule muste ich noch auf den Bus warten. Bis dahin war die Welt ja noch in ordnung. Plötzlich klingelte mein Handy, meine Frundin war dran.

    Freundin: Hey basti du wirst nicht glauben was Passiert ist!
    Ich: Ne was den schon wieder Stress mit deiner Schwester.
    Freundin: Blötzin! In America sind Flugzeuge in das World Trade Center Geflogen!
    die Dinger Brennen jetzt. Oh warte mal in das Pentagon ist auch eins gekracht. Oh mein got!
    Ich: Wie? das ist ein witz oder?
    Freundin Nein das ist ernst!
    Ich: Ja bin ja gleich zuhause dann schau ichs mir im Fernsehen an!
    Als ich dann zuhause war sagte mein Vater hir schau mal was bei den Amis wieder passirt ist kein wunder ist ja das land was Psychopaten züchtet war bestimmt ein durchgeknalter Terrorist!
    Dazu sagte ich ja! Wir haben ja Verwante in den USA aus Texas!
    Aber wir waren alle geschokt über das was passiert ist.
    Ich sagte zu meinen Eltern past mal auf: der jenige der dafür verantwortlich ist kann sich jetzt warm anziehen! und so wars ja auch letztentlich.

  218. Ich bin um 15:15 Uhr nach Hause gekommen. Mein damals 14-Jähriger Sohn saß am Fernsehen, obwohl er seine Schulaufgaben hätte machen sollen. Ich war etwas verärgert, weil er auf meinen Hinweis nicht reagierte. Sein Kommentar war: “Mama, das ist kein Film aus N.Y., das ist Realität”. Ich habe mich zu ihm gesetzt und wir haben gemeinsam die Schreckensbilder aus New York angeschaut. Bis spät in die Nacht.

  219. Zusammenleben in Dillingen Saar. Sustainabel Trust. Ich erinnere mich, dass ich aufhorchte, als am 11.9.2001 die Nachricht aus New York durch das Radio an mein Ohr drang. Ich hörte, wusste die Situation nicht einschätzen. Wie auch. Wer konnte die furchtbaren Ereignisse am 11.9.2001 schon einschätzen? Da ich keinen Fernseher hatte und im Internet keine Erklärungen fand, packte ich meine Sachen im Büro zusammen und lief zum Pfarr- und Jugendheim. Dort gab es ein Fernsehgerät. Ich sah die Bilder aus New York. War das REAL oder Sience fiction, fragte ich mich. Es war einfach unfassbar, was da geschah. Was kann ich tun? fragte ich mich als nächstes. In Dillingen leben viele Muslime. Wie mochte es ihnen gehen? Ich vermittelte ein Gespräch zwischen dem Vorstand des türkisch-islamischen Moscheeverein und dem Pfarrgemeinderatsvorsitzenden der Innenstadtpfarrei. Ich hielt es für wichtig, den muslimischen Mitbürgern eine Plattform anzubieten, zu den Ereignissen zu sprechen. Sonntag, 16.9.2001, kamen fünf Vertreter der türkisch-islamischen Union in die Katholische Kirchengemeinde. Der Vorsitzende hielt eine Rede, in der er für die türkisch-muslimische Gemeinde die islamistischen Terroranschläge verurteilte. Er betonte, welch hohen Wert Friede und Friedfertigkeit im Islam darstellen. Ich hoffe sehr, dass dies zum gegenseitigen Vertrauen nachhaltig beigetragen hat.

  220. Ich habe wie jeden Morgen hier im australischen Adelaide das Radio angeschaltet. Der Sender spielt nur klassische Musik hat aber morgens auch ein paar Wortbeiträge. Aber ich habe nicht richtig zugehört. Mein Mann kam dann ins Zimmer, hörte der Moderatorin auch nicht richtig zu und sagte „Mann, was ist sie heute wieder so salbungsvoll, das trieft ja förmlich.“

    Dann hörte ich aber, dass der Ton anders war als sonst und dass es sich da wohl nicht nur um einen ordinären Flugzeugunfall handelte. Wir stellten den Fernseher an, und konnten es kaum glauben, was da geschehen war.

    Welcher Hass muss in diesen Menschen sein, fragten wir uns, um so etwas zu tun. Wäre es möglich, weniger Hass hervorzurufen?

    Wir haben den Fernseher den ganzen Tag angehabt und viel geguckt, was wir sonst nie machen. Dass dies eine neue Ära einläutete, war uns klar. Ich fühlte mich wie 1961, als ich als Teenager zu den Sommerferien in London war und auf dem schwarz-weiß Fernseher die amerikanischen und russischen Panzer sah, die sich in meiner Heimatstadt am Checkpoint Charlie gegenüberstanden. Was nun?

    Australier sind auch umgekommen, aber eine umfassende Liste wie sonst bei Katastrophen gab es nicht. Als ein paar Angehörige der australischen Opfer eine Selbsthilfegruppe gründen wollten, verweigerte das Außenministerium die Namen, so dass die Gruppe nicht zustande kommen konnte. Das hat mir nicht gefallen und mich zum Schluss geführt, dass in den Towers auch Geheimdienste waren, die vielleicht die eigentliche Zielscheibe waren.

  221. Ich war frisch in der Ausbildung bei einem Computerunternehmen in Hamburg. Soweit ich mich erinnere, war es ein ganz normaler Arbeitstag im Büro. Es war nicht viel zu tun und das Radio lief, dann kamen die Meldungen. Einen Fernseher hatten wir nicht.

    Wir surften alle im Internet, damals noch nicht gerade die Datenautobahn wie heute, und den Rest des Tages verbrachte ich fast ausschließlich auf Spiegel Online, in einer Tour F5 zum Aktualisieren drückend. Minütlich oder noch schneller kamen die Meldungen. Bald knickte die Serverleistung vom Spiegel ein, das Aktualisieren dauerte Minuten. Doch die Berichterstattung im Radio war dennoch viel langsamer. Die Bilder der springenden Menschen, das zweite Flugzeug – Spiegel Online brachte die Nachrichten beinahe live. Gebannt, schockiert, paralysiert starrte ich auf den Monitor, den Finger stehts auf dem Aktualisierungsknopf.

    Noch vor dem Feierabend um 17.30 Uhr erreichte uns per E-Mail aus der Firmenzentrale die Mitteilung, dass mehrere Kollegen aus einem eng befreundeten deutschen Partnerunternehmen in einem der WTC-Flugzeuge gesessen hatten. Die Bestürzung war groß.

    Ich erinnere mich noch an die düstere Stimmung auf der quälend langen Heimfahrt. Ich musste an meinen Vater denken, der einmal die düsteren Tage beschrieben hatte, als er sich in den Tagen der Kubakrise auf sein Notabitur vorbereiten musste und ein dritter Weltkrieg unmittelbar vor der Tür stand. So ungefähr musste sich das angefühlt haben, dachte ich. Für mich war dieses Gefühl völlig neu, im kalten Krieg war ich noch zu jung. Plötzlich überschattete ein dunkles Ereignis globaler Tragweite die Zukunft und den Alltag von allen. Keiner wusste, was geschehen würde, aber es war klar: Etwas würde geschehen müssen.

    Abends hatte ich noch Bandprobe mit meiner Punkband. Es war ein denkwürdiger Abend, wir haben viel geredet. Uns war allen bewusst, dass dies die Welt ändern würde – mit einem frischgebackenen Cowboypräsidenten George W. Bush sahen wir die Welt schon am Abgrund, am Beginn einer endlosen Spirale der Gewalt und eine dräuende Sintflut von Terroranschlägen. Nach der Probe sah ich noch bis tief in die Nacht fern – und surfte nebenbei im Internet, mit unstillbarem Hunger nach den aktuellsten Nachrichten.

    Etwas hat sich am 11.9.2001 für mich konkret geändert: Das Internet für mich an diesem Tag zum Informationskanal Nummer Eins geworden. Nachrichten unmittelbar – und nur die, die mich wirklich interessieren. Das war mir damals völlig neu und wurde bei diesem Ereignis deutlich sicht- und spürbar. Seither habe ich nur noch sporadisch mal eine Tagesschau angesehen. Das Fernsehen, einst Leitmedium, ist für mich seit diesem Tag nur noch begleitendes Rauschen.

  222. Der 11. Sept 2001 begann für mich in einer neuen Stadt, an einem neuen Arbeitsplatz, in meinem neuen Büro. Ich hatte eine Besprechung mit einem meiner neuen Mitarbeiter. Wir bereiten ein Treffen der Außendienstmitarbeiter vor. Auf einmal rief mein Vater auf meiner neuen Dienstnummer an. In den Nachrichten habe man gesagt, ein Flugzeug sei in das World Trade Center in New York geflogen. Ich sagte ihm, dass das nicht sein könne. Die US Army würde doch nicht zulassen, dass ein Flugzeug in das World Trade Center fliegen könne – es handele sich bestimmt um eine Falschmeldung. Nur wenige Minuten später war klar, dass das vollkommen undenkbare gerade passiert war. Dass die Konsequenzen weitreichend sein würden, war mir dann sehr schnell klar – wie weitreichend sie wirklich waren und sind, ist mir bis heute nicht vollkommen klar.

  223. Ich war am 11.09.2001 in New York und Augenzeuge der Katastrophe, wie Herr Reinhard Karger.
    Morgens gehe ich zur Post und gebe die letzten Postkarten auf. Danach will ich zum Guggenheim-Museum in den Norden Manhattans. Als ich aus dem Postgebäude komme sehe ich eine schwarze Rauchwolke über Südmanhattan. Ein Wolkenkratzer scheint zu brennen. Dichte Rauchwolken quellen aus den oberen Geschossen. Ich gehe auf die Unfallstelle zu. Viele Straßen lang. Dann höre ich von Passanten, dass es sich um das World Trade Center handelt. „Nein“, denke ich, „das kann doch nicht wahr sein.“ Gestern war ich noch auf der Aussichtsplattform. Bei einem gewissen Abstand mache ich halt. Ich habe ein ungutes Gefühl, da schon Fassadenteile brennend vom Gebäude fallen. 180.000 Tonnen Stahl pro Büroturm. Die Feuerwehr ist machtlos bei den hohen Gebäuden. Eine Amerikanerin hat die Türe ihres Wagens offenstehen und das Autoradio laut eingestellt. Es handelt sich um einen terroristischen Anschlag. Zwei Passagierflugzeuge wurden gekidnappt und als fliegende Bomben benutzt. Die umherstehenden Amerikaner sind, wie ich, entsetzt. Der Radiosprecher berichtet, dass auch das Pentagon teilweise durch den Einschlag eines Verkehrsflugzeugs beschädigt wurde. Dann passiert das Unfassbare. Der erste Turm bricht zusammen. Ein Grollen. Die Geschosse stürzen, eines nach dem anderen, ein. Aufschreie der Umherstehen. Menschen fallen sich in die Arme und weinen. 25 Minuten später bricht der zweite Turm zusammen. Vorher sah ich Menschen aus den Stockwerken springen. Es ist ein entsetzliches Desaster, das sich vor meinen Augen abspielt. Eine schwarzgraue Wolke liegt über Südmanhattan. Tausende Menschen sollen sich zum Zeitpunkt der Anschläge in den Türmen aufgehalten haben, viele schafften es herauszukommen. Unsagbare Wut überkommt mich. Zivilisten sind wieder Opfer des Terrors geworden. Ich begebe mich in Hotel und rufe zuhause an, dass mir nichts passiert ist. Aufatmen dort. Ich gehe in eine Kirche an der 5th Avenue. Mit einer Gemeindeschwester halte ich ein langes Gespräch. Wir lesen den 46 Psalm der Bibel. Es ist gut über das Erlebte zu erzählen. So kann ich die Sache besser verarbeiten. Ein Gottesdienst schließt sich an. Angehörige von Opfern und Vermissten sind anwesend. Sie nennen Namen. Alle halten sich bei den Händen als für die Menschen gebetet wird. Genken an die Menschen, die bei der Katastrophe des World Trade Centers starben oder verletzt wurden. Es ist unfassbar für mich. Es passierte vor meinen Augen als Tower 1 und 2 einstürzten. Was sind das für Menschen, die so etwas planen und ausführen? Sinnlos, so sinnlos.

  224. I am an American who was living in Berlin on 9/11. My colleagues (from Germany, Latvia, and the US) and I were just beginning a meeting in my apartment when one of their wives called and told me that a plane had crashed into one of the World Trade Center towers. She didn’t know why but had heard reports that the Pentagon had been attacked. I had just bought a tiny, used TV the week before, so I set it up on my dining table. We just kept staring at the little screen—not believing what we saw—as the second plane flew into the second tower. For the next two weeks the TV was on every minute I was at home as I struggled to understand what was happening in my country.

  225. Wir waren in Royan in Urlaub, waren den ganzen Tag unterwegs, ich weiß nicht mehr wo. Abends wurde immer der Fernseher eingeschaltet, um die Wettervorhersage für den nächsten Tag zu sehen. Diesmal sahen wir Bilder, die wir erst einmal nicht für real hielten. So etwas gab es nicht! Ich verstand überhaupt nichts von dem, was im Fernseher gesagt wurde, zumindest konnte ich es nicht mit meinem Bild der Realität in Übereinstimmung bringen. Aber es schien real zu sein. Um Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir einen Freund angerufen. Der fragte uns, was wir wüssten. Dann meinte er: “Ihr wisst ja gar nix.” Und begann zu erzählen… Danach saßen wir den ganzen Abend wie gebannt vorm Fernseher.

  226. Wir hatten hier in der nähe von Bonn einen großen Jahrmarkt(Pützchensmarkt) ich war mit meiner Schwester unterwegs,wir wollten noch eine Runde laufen auf einmal hieß es :das irgendwo ein schlimmes Unglück passiert sei.Alle Fahrgeschäfte und Buden mußten sofort alle schließen,wir gingen dann nach Hause wo ich direkt den Fernseher anmachte und da sah ich alles live.Es war schreklich,ich werde das nie vergessen und gehe seit dem nirgendwohin wo es sehr voll ist!So etwas kann man nie vergessen:

  227. Ich hatte im Sommer 2001 gerade meine Ausbildung zur Bürokauffrau abgeschlossen und arbeitete weiterhin in dem Betrieb, einer Galvanik. Ich musste an diesem Tag Angebote für Nickel einholen und dachte noch, das besprechen wir morgen früh und dann bestellen wir.
    Nach der Arbeit bin ich zum Supermarkt und hörte dort im Radio, dass ein kleines Sportflugzeug ins WTC geflogen sei und dass es sich wahrscheinlich um einen Unfall handelt.
    Danach bin ich ins Schwimmbad gefahren um dort Kinder zu trainieren. In der Tiefgarage hörte ich dann im Radio, dass nun ein zweites Flugzeug ins WTC geflogen sei und dass man jetzt von einem terroristischen Hintergrund ausgehe.
    Als Trainer musste ich immer etwas früher da sein und erfuhr dadurch erst von einem der Kinder, dass der erste Turm eingestürzt war.
    Das Training wurde an dem Tag früher beendet als sonst, weil alle Eltern und Trainer nach Hause wollten, um sich das im Fernsehen anzuschauen.
    Auf dem Heimweg war jede Ampel rot und an einer dieser Ampeln hörten wir dann, dass nun auch der zweite Turm eingestürzt sei.
    Ich konnte das alles gar nicht richtig glauben und war mehr als geschockt. An dem Tag lief bei uns zu Hause der Fernseher bis spät in die Nacht und es war eines der wenigen Male wo es mir komplett egal war, dass am nächsten Morgen der Wecker klingeln würde und ich zur Arbeit musste.

    Uns war allen klar, dass nichts mehr so sein würde wie es war.
    Am 12. September ging ich zur Arbeit und rief meine Lieferanten an. Alle Metallpreise hatten sich über Nacht dramatisch erhöht. Und auch wenn das in dem Moment nur ein sehr unter geordnete Rolle spielte so ist mir das bis heute im Gedächtnis geblieben.

  228. Zum Zeitpunkt des Anschlages war ich auf der Entbindungsstation und habe auf die Geburt unseres ersten Kindes gewartet. Ich hatte den Fernseher im Zimmer angeschaltet und dann dies: Qualm, Schreie, Menschen in Panik.
    Erst dachte ich an eine Dokumentation, aber dann diese Flugzeuge und der Einsturz der Türme.
    Ich lief sofort sofort in die Nachbarzimmer und berichtete auch den Krankenschwestern auf der Station was los war, doch keiner glaubte mir, bis Sie selbst die Geräte anschalteten.Es wurde mächtig ruhig auf der Etage, obwohl dort sonst ja immer sehr viel Trubel herscht.
    Diesen Tag werde ich nie vergessen. Positives ist zu erwähnen – zwei gute Freunde haben an diesem Tag Geburtstag und eine Hochzeit guter Bekannter fand an diesem Tag statt, aber ich verbinde diesen Tag immer mit dieser Katastrophe.

  229. Hallo zusammen,
    das vergisst man nie! Ich bin Landwirt und war an diesem Tag damit beschäftigt, meine Silolagerplatte zu reinigen und für die Maisernte vorzubereiten. Ich hatte auf dem Traktor mein Radio an, als die erste Meldung kam, dass wohl ein Passagierflugzeug beim Absturz ins Worldtradecenter gestürzt sei. Ich lief sofort ins Haus, um meiner Frau und meinen Eltern diese für sich schon schreckliche Nachricht mitzuteilen. Wir schalteten CNN auf dem Fernseher ein um zu erfahren, was sich da genau abgespielt hatte. Wir hatten gerade ein paar Minuten die Bilder auf dem Fernseher verfolgt, als das zweite Flugzeug in den andern Turm flog. Die Zweifel – ob Unfall oder Anschlag – waren weggewischt… Kurze Zeit später stürzten die Türme ein. Ich habe immer noch den Spruch des CNN Reporters im Kopf “…they are collapsing…both towers seem to collapse… Immer wieder die Bilder, wie die Menschen sich aus den obersten Stockwerken stürzten…die fortlaufenden Menschen, die vor den Qualm- und Aschewolken flohen… Unmengen von Papier…Feuerwehr, Polizei…

    Ich bin heute 46 Jahre alt, aber dieser Tag gehört wie der Mauerfall und die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zu den Ereignissen, die mich sehr stark geprägt und bestürzt gemacht haben.

    Hermann

  230. Wenn man bei Frankfurt am Main von der A5 auf die A3 Richtung Darmstadt fährt, kommen einem dort die Flugzeuge im Sinkflug entgegen. Ich fand es immer ganz witzig, die Flugzeuge so nah und von unten zu sehen. Man sieht das ausgefahrene Fahrwerk und fast könnte man glauben, die Passagiere hinter den Fenstern zu sehen. An genau dieser Stelle war ich an jedem Tag, als ich das Radio einschaltete. Doch statt Musik hörte ich einen fast hysterischen Moderator. “Oh mein Gott” rief er, “der Turm ist eingestürzt! Er ist einfach weg! Oh mein Gott, die vielen Menschen!” Ich verstand nicht gleich, wovon er sprach, aber ich hörte die Erschütterung in seiner Stimme und die unterdrückten Tränen. Er sprach vom zweiten Turm und den Menschen, die aus dem Gebäude sprangen. Entsetzt hörte ich zu. Ich war mittlerweile auf der A3, fuhr wie automatisch und bemerkte, dass ich immer langsamer wurde. Als ich aus dem Fenster schaute, sah ich, dass auch die anderen Autos langsam fuhren, die Fahrer hatten alle den gleichen Ausdruck des Entsetztens im Gesicht. Als ich schließlich zuhause war, schaltete ich sofort den Fernseher ein. Ich sah die Bilder und alles andere wurde unwichtig. Am nächsten Tag musste ich die gleiche Strecke nach Hause fahren und zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich Angst, als mir die Flugzeuge entgegen kamen.

  231. Am 11. September 2001 war ich in einem stinknormalen und ruhigen 24 Stunden Dienst als Feuerwehrmann auf meiner Wache.Die Frau eines Kollegen rief an und sagte wir sollten den Fernseher einschalten, ein Passagierflugzeug sei ins WTC gekracht…Daraufhin sind wir alle in den Fernsehraum und haben eingeschaltet.

    Wir sahen im Fernsehen life den Einschlag des zweiten Flugzeugs und die brennenden Gebäude.Ich kann mich gut erinnern,wie wir mehrmals bei den Bildern darüber sprachen,dass es so aussieht,als wenn das Gebäude einstürzen könnte und kurz darauf kollabierte der erste Turm.
    Jemand fragte, wohin sich wohl die amerikanischen Kollegen geflüchtet haben könnten und unser Wachabteilungsführer sagte:
    “Nirgendwohin,die waren auf dem Weg nach oben,genau wie wir es tun würden”

    Ich werde diesen Satz nie vergessen.

    Eine Woche später gab es einen organisierten Trauergottesdienst für die uns unbekannten amerikanischen Kollegen,wir fuhren mit Trauerflor an den Fahrzeugen zur Kirche.Dort waren auch einige Bürger versammelt,die uns zuklatschten und uns die Hand gaben als wir in die Kirche gingen,obwohl wir mit dem Geschehen dort doch selbst nichts zu tun hatten,sondern einfach nur selbst auch Feuerwehrmänner sind…auch diesen Moment werd ich immer in Erinnerung halten!

  232. Der 11.September2011, war so ein schöner Tag, bis zu diesem Zeitpunkt.
    Mein ältester Sohn war zu dem Zeitpunkt 4 unsere Kleine 2 Jahre der Große hüpfte durch die Wohnung.
    Ich schaltete den Fernseher ein, da ich Nachrichten schauen wollte.
    Bei RTL blieb ich hängen, da mich Peter Klöppel irgendwie fesselte, wie er dort saß, so geschockt und um Worte ringend was er da berichten musste.

    Den ganzen Tag lies ich diesen Sender laufen und auch Herr Klöppel berichtete unaufhörlich.
    Recht schnell war mir klar das das ein Terrorakt war. Ich schaute meine Kinder an und dachte mir, in was für eine Welt wurdet ihr herein geboren.

    Diese vielen Menchen, wo erst nach Jahren einige von Ihnen identifiziert werden konnten.
    Schrecklich

  233. Ich war in der Arbeit, als meine Mutter mich aufgeregt anrief und mir von dem Anschlag erzählte. Da meine Mutter gerne zu Übertreibungen neigt nahm ich das Ganze nicht so ernst. Außerdem hatte ich einiges zu tun in der Arbeit und hatte eigentlich keine Zeit um mir das genauer anzuhören. Als ich nach der Arbeit zu ihr fuhr um meinen Hund zu holen blickte ich kurz in den Fernseher, ich wollte eigentlich gleich wieder weiterfahren. Doch vor lauter Entsetzen setzte ich mich erstmal vor den Fernseher. Der 2. Turm fiel gerade in sich. Mir kamen Tränen in die Augen. Ich wollte nicht glauben was ich da sah, überall Trümmer, entsetzte Gesichter der Menschen ringsum, Menschen sprangen aus den Fenstern. Ich mußte ab und an wegschauen dabei. Der Schock saß sehr tief bei mir, ich hab die Bilder bis heute nicht vergessen. Es ist mir auch heute noch unverständlich, wie Menschen zu so etwas fähig sein konnten. Ich fuhr anschließend nach Hause, die ganze Nacht hatte ich kaum geschlafen, zu intensiv waren die Bilder. Sie verfolgen mich manchmal noch heute. Ich werde sie nie mehr los, das weiß ich.

  234. Ein Kollege sprach uns in der Firma an und sagte ein Flugzeug wäre ins World Trade Center gestürzt… wir haben ihn ausgelacht und konnten das nicht glauben. Dann TV eingeschaltet und in diesem Moment sahen wir ein Flugzeug das in einen Tower stürzte. Sehr schnell haben wir verstanden das es das zweite Flugzeug war das in den 2 . Turm geflogen ist. Der Tag ist eingebrannt in meinem Gedächtnis. Ich bin von der Arbeit zu meinen Eltern und habe mich erstmal von meine Mom drücken lassen. Ich brauchte das Gefühl der Liebe um mich etwas besser zu fühlen. Noch immer finde ich es unfassbar was dort passiert ist. Ich möchte weinen und schreien vor Wut und Trauer.

  235. ich war auf dem Weg von der Arbeit nach hause. Wie immer hörte ich Radio, WDR2, Horst Kläuser sagte gerade, dass ein Flugzeug in den Nordturm fliegt.
    Ich glaubte es nicht. Während der Fahrt hörte ich weiter diese Reportage und weinte.
    Zuhause habe ich den Fernseher eingeschaltet. Meine Kinder waren noch klein und haben meine Tränen nicht verstanden.
    Ich habe immer gern Action Filme und Thriller geschaut oder entsprechende Bücher gelesen, weil ich die Inhalte immer als fiktiv und damit wenig bedrohlich empfunden habe. Seit dem 11. September weiss ich das diese Inhalte grausame Realtät sein können.
    Seit dieser Zeit habe ich Angst um meine Kinder.

  236. Der 11.September 2001… Eigentlich komisch, das man sich nur an Tage erinnert, an denen etwas schlimmes passiert ist. Aber mir geht es kein Stück anders. Ich war an diesem Tag auf Arbeit, damals gab es die Quelle noch… Das letzte Lehrjahr hatte ich gerade begonnen und ich kann mich noch genau erinnern, das ich an der Fototheke stand und einem Kunden gerade eine Kamera erklärte. Der Kunde sah sich gerade die Kamera genauer an und mein Blick schweifte etwas ab, auf den Fernseher, der links von uns stand. Wieder abgelenkt vom Kunden vergaß ich die gesehenen Bilder kurz. Als der Kunde verschwunden war, wurde ich jedoch wieder auf die Bilder aufmerksam und im ersten Moment dachte ich mir, was das für ein Film sei, den man um diese Uhrzeit zeige. Nachdem aber auf jeden Fernseher in Geschäft dieser “Film” lief, wurde mir erschreckend schnell bewusst, dass dies die pure Realität sein musste. Meine Kollegen und ein paar Kunden hatten das ganze auch schon mitbekommen und wir standen alle gesammelt vor einem großen TV und sahen uns mit Schrecken die Bilder des einstürzenden WTC an. Im ersten Moment dachte wohl jeder an einen Unfall. Als dann aber das zweit Flugzeug noch kam, war klar, das war kein Unfall.
    Wir gingen wohl alle an diesem Abend mit gemischten Gefühlen nach hause.
    An diesem Tag habe ich jedenfalls den Glauben in die Sicherheit der Welt ein bisschen mehr verloren. Auch habe ich mich gefragt, wie sich die Menschheit und die Welt ab diesem Tag verändern wird.
    Im nachhinhein betrachtet ist weniges besser geworden, vieles hat sich aus meiner Sicht aber auch zum schechteren gewendet. Ich denke seitdem öfter über das Leben und den Sinn darin nach und ich kann auch sagen, dass mir das ein Stück weit beim erwachsenwerden geholfen hat.
    Politisch gesehen, naja, ich halte nicht (mehr) viel von Politik.

  237. es ist mein geburstag den 36j drum werde ich das nie vergessen,hatte an den tag frei bis ich einenn anruf von einen freund bekommen habe ich sollte doch mal RTL an machen da ist ein flugzeug rein gekracht in einen der türme.dachte erst das es ein unfall war,machte dann für meine kleinen sohn damals 6 monate alt eine flasche fertig als ich ihn die gegeben habe und dabei fernsehen schaute kamm das 2 flugzeug und krachte rein.ab da war mit klar das es doch kein zufall sein kann.

    danach war es mir nicht nach feiern mehr und wir hatten den geburstag 14 tage später erst nach geholt weil wir die ganzen tage vor der glotze schauten was da alles los war.

    schlimme sache 3000 tote leute auf einmal da bekomme ich immer noch eine gänsehaut wen ich dran denke,und die blöden verschwörer sollten sich was schämen so einen unfug zu sagen mehr will ich zu den nicht sagen da ist jedes wort zu schade dafür.

    gruss
    Ralf

  238. Ich kann mich auch sehr gut an den Dienstag (11. September 2001) erinnern. An diesem Tag hatte ich in der 7. Stunde Musikunterricht auf dem Gymnasium. Damals war ich 18 Jahre alt. Als ich auf meinem Heimweg war – waren die Türme bereits getroffen. Daheim angekommen schaltete ich nicht, wie üblich das Radio ein- sondern hantierte in der Küche. Meine Mutter kam wenig später nach Haus (ebenfalls unwissend von den schrecklichen Ereignissen in den USA). Gemeinsam aßen wir zu Mittag. Später, gegen 16h hatte ich Nachhilfe und kurze Zeit später klingelte das Telefon. Ich ging ran, jedoch hatte meine Mutter bereits abgenommen. Als ich hörte, dass es meine Tante war dachte ich mir nichts dabei. Wenig später kam meine Mutter ins Zimmer- ohne anzuklopfen, mit dem Satz: “Mach den Fernseher an”.
    Ich antwortete “Warum denn, wenn jetzt wieder jemand aus den Königshäusern verunglückt ist…Ich habe Nachhilfe.”
    “Mach den TV an.” Woraufhin ich fragtewelches Programm ich denn einschalten solle. “Egal welches, mach einfach an!”
    Ich schaltete ein und sah die Wiederholungsschleife der Ereignisse. In diesem Moment durchfuhr mich ein richtiger Schauer- der durch meinen ganzen Körper ging. Dieses Gefühl werde ich nie vergessen. Mir fiel die Fernbedienung aus der Hand und ich wurde kreidebleich…..Nur zwei Jahre zuvor war ich in NYC gewesen, davor das erste mal 1997. Ich kannte die Türme- auch wenn nicht nicht oben auf der Platform war – von beiden Urlauben. Zuletzt war ich 2006 in NYC und die Türme fehlen in der Silhouette- unten am Ground Zero schaute ich zunächst in die Grube und dann langsam nach oben – und die Türme fehlten einfach. Es war ein komisches Gefühl…

  239. Am 11. September 2001 war ich gerade dabei in meine erste eigene Wohnung zu ziehen. Mein 2. Studienjahr in England stand kurz bevor und nach der WG-Zeit sollte in der Wohnung ein ganz neuer Lebensabschnitt beginnen. Aber der September 2001 war nicht nur für mich der Beginn eines neuen Lebens, sondern für die ganze Welt, wie sich herausstellte.

    An diesem Tag war ich unterwegs um ein paar Besorgungen zu machen. Ich hörte im Radio von einem Flugzeug, das ins WTC geflogen ist. Dachte, wie soviele, an einen Unfall mit einem Sportflugzeug. Zu Hause angekommen verfolgte ich es weiter übers Radio, den Fernseher einzuschalten kam mir gar nicht in den Sinn. Die Tragweite war mir nicht bewusst. Irgendwann dachte ich, dass die vielleicht auch einen kleinen Beitrag im Fernsehen bringen. Als ich diesen einschaltete, liefen bereits auf allen 4 Sendern, die ich hatte, Sondersendungen. Ich blieb dann bei der BBC hängen und habe an diesem Tag nur vorm Fernseher gesessen. Ich rief meine Schwester an und später auch meine Eltern. Nirgends wurde noch gearbeitet. Alle standen unter Schock. Die Welt schien still zu stehen.
    Meine Studienkollegen waren noch nicht wieder da. Dieses Gefühl der Hillosigkeit und Einsamkeit an diesem Tag, werde ich nie vergessen. Ich war allein 1.000 km von zu Hause und die Welt hatte gerade begonnen sich radikal zu ändern.

  240. Ich hatte damals früher Schule ausgehabt .. ich weis noch ganz genau das dass Wetter richtig gut war (Süd-Germany) .. Als ich daheim war machte ich zu erst meinen PC an um meine Emails zu Checken da bekam ich dies im Chat von freunden mitgeteilt und Lief direkt ins Wohnzimmer und sah auf N24 wie das Zweite Flugzeug hinein flog .. Alles danach liegt irgend wie im Nebel .. Ich weis aus dieser Zeit noch das es ja einige Tage danach Weltweit diese 1. Schweige Minute gab.

  241. Der 11. September 2011 war mein erster offizieller Arbeitstag, Ich ware gerade erst nach New Orleans, Louisiana gezogen. 2 Monate spaeter sollte unsere Hochzeit sein und ich hatte etliche Freunde und Familie aus Europa eingeladen. Im Aufzug zur “Employer orientation” hoerte ich das erste mal von dem Anschlag. Wir sassen dann den ganzen Tag vorm Fernseher anstatt zu arbeiten. Das Leben schien in Zeitlupe abzulaufen, besonders an 9/11 aber auch viel viel spaeter. Die Angst und Unsicherheit war fuehlbar. Ich glaube, es wurde uns schlagartig klar, dass dies das Ende der “Unschuld” fuer uns bedeutete, des “carefree way of life”. Viele meiner Freunde sagten ihre Fluege zur Hochzeit ab weil sie Angst vorm Fliegen.hatten.
    Das einzig Gute an 9/11 ist, dass es mich in gewisser Weise auf Hurrikan Katrina und die Folgen vorbereitet hat. Und unsere Hochzeit war trotzdem wunderschoen…

  242. Pingback: A Unique Perspective on Sept. 11 « HoangKyBacTien's Blog

  243. Am 11. Sept. hatte ich mit Kollegen meine wöchentliche Sitzung in Supervision. Diese begann immer um 13.00 Uhr und endete um 17.00 Uhr. Wir nahmen diese Sitzungen stets ernst und unterbrachen sie nur für einen kurzen Kaffee.
    So erfuhr ich auf dem Weg nach Hause, was ca 30 min dauerte, von dem Angriff auf das WTC. Noch nie ist mir die Strecke so lang vorgekommen. Zu Hause angekommen sprang ich aus dem Auto und rannte ins Haus. Dort warf ich Tasche und Mantel in die Ecke und wollte meine Kinder, zu dem Zeitpunkt 13 und 14 Jahre alt, informieren und gemeinsam mit ihnen Fernsehen. Das war aber nicht nötig. Sie saßen mit versteinerten Mienen vor CNN und sagten: Seit drei Uhr hat Viva den Sendebetrieb eingestellt. Es werden nur noch Bilder aus New York gezeigt. (Ausnahmsweise war ich dankbar, dass es Viva gibt.) Untermalt waren die Bilder von der elegischen Musik (ich meine von einer irischen bis dahin unbekannten Gruppe), die nicht enden wollte.
    Wir waren paralysiert und konnten uns stundenlang nicht von den Bildern lösen.
    In meiner Leseecke lag das Buch von Peter Berger über Osama bin Laden, dass ich mir zu meinem letzten Geburtstag gewünscht hatte. Ich hatte das Buch bereits gelesen, war mir aber nicht sicher, was davon wahr und was Vermutungen waren. Jetzt bekam alles für mich eine makabere Verifizierung.
    In den nächsten Tagen habe ich alles aus dem Fernseher herausgeguckt, was lief über die Anschläge, über Al Kaida. Auch nachts konnte ich mich nicht davon lösen. Es war eine bedrückende Zeit für mich.

  244. ich war an jenem Tag ganz normal bei meiner Arbeit und hatte vor, etwas früher nach Hause zu gehen, weil mein Sohn an diesem Tag eingeschult worden war. Es waren einige Verwandte bei uns, wir wollten eine kleine “Einschulungsfeier” machen. Daraus wurde wenig. Ich hatte die Neuigkeiten im Büro erfahren, bin dann relativ rasch nach Hause gefahren. Die Verwandten, meinen Frau, die Kinder – alle waren ahnungslos und vollauf damit beschäftigt, die Feier für unseren Kurzen anzustimmen. Ich erschien und sagte nur: “Schaltet den Frenseher ein – Amrika wird angegriffen!”
    Keiner glaubte auch nur eine Silbe, jeder dachte ich mache irgendeienen bösen Scherz. Ich schaltete sofort das Gerät ein und wir alle konnten nur noch ungläubig auf das starren, was sich da ereignete. Es war so irreal; fast wie Szenen aus einem Roland Emmerich Endzeitfilm.
    Die Feier fand dann eigentlich nicht mehr so wirklich statt. Wir saßen zwar alle zusammen, schauten immer wieder auf den Fernseher und diskutierten und spekulierten, wer, wiseo, was wird noch geschehen, usw…
    Diesen Tag werden wir in besonderer Erinnerung behalten: Als den Tag, der die Welt veränderte, als den Tag, an dem unser Sohn eigeschult wurde, als den Tag, an dem ein ein fröhliche Famielienfest geplant war, dass dann im Angesicht des Grauens nicht mehr stattfand.

  245. Ich war mit dem Auto unterwegs als die Meldung übers Radio kam. Im Büro hatte dann gleich den Fernseher eingeschaltet und wir saßen komplett und vollkommen sprachlos vor der Glotze. Unsere Gedanken sind seit dem jeden September bei den Opfern.

  246. Ich war an dem Tag zu Hause. Mein jüngster (er war 7Jahre alt) hatte gegen viertel nach acht seinen Schulweg angetreten. Ich hatte mir für den Vormittag Hausarbeit vorgenommen,putzen,saugen, aufräumen. Das übliche eben. Habe mir dabei den Fernseher angemacht. Es war das Frühstücksfernsehen bei Sat 1. Während ich anfing ,sauber zu machen schaute ich immer mal wieder rein. Als das erste Flugzeug in die Türme geflogen ist habe ich die ersten Berichte gar nicht richtig mitbekommen. Ich nahm an ,das ist eine Vorschau für einen Kinofilm.Ich habe dann auf verschiedene Sender rumgezappt. Bin bei RTL hängen geblieben und habe den ganzen Tag nichts anderes mehr gemacht als diese Katastrophe zu verfolgen. Als meine Kinder (damals 7Jahre,11 Jahre und 15 Jahre) mittags nach Hause kamen saß ich verheult im Wohnzimmer und ich konnte nur mit Mühe erklären was los ist. Wenn ich die Bilder heute wieder sehe, bekomme ich zwar immer noch Gänsehaut aber es ist nicht so schlimm wie damals. Ich hatte wirklich Angst davor das wir einen 3.Weltkrieg bekommen könnten.

  247. An diesem Tag, saß ich mit meiner Kigagruppe im Garten und spielte, als mein Handy klingelte und mein Mann (damals noch Freund) mir aufgeregt mitteilte, dass ein Flugzeug ins WTC geflogen sei, ein großes, ein Passagierflugzeug. Er arbeitete damals “On Post”,in der “Mess Hall” bei den amerikanischen Streitkräften in Hohenfels und ein Riesenferseher stand dort im Essensbereich. Ich dachte nur “Oh Gott, wie kann soetwas passieren ????” Doch ich musste mich ja weiter um meine Kigakinder kümmern. Etwas später, rief er mich wieder an, ganz aufgeregt, sagte er mir, ein zweites Flugzeug wäre ins WTF geflogen, wieder ein Passagierflugzeug und alle in der Arbeit seien ganz aufgeregt und würden durcheinander reden. Von da an dachte ich mir, “Ok, da stimmt jetzt was nicht mehr !!!!!” Ich konnte es kaum erwarten, nachhause zu kommen, um endlich den Ferseher einschalten zu können. Da kam der dritte Anruf und er sagte mir, ein anderes Flugzeug, wäre wohl ins Pentagon geflogen. Kurz darauf der vierte Anruf, indem er mir sagte, “Die wollen hier alles dicht machen und wir dürfen nicht mehr “off post”. Sie sagen, es waren Terroranschläge und haben Angst, dass es hier weiter geht.” Ich dachte nur noch “Bitte lieber Gott, lass nichts mehr passieren und mach, dass Andy nachhause darf”. Er durfte !!!!! Seitdem, darf man nur noch mit ID-check durchs Gate fahren, links und rechts mit Betonpfeilern den Weg weisend und ab und an, wird einem das Auto auch auf den Kopf gestellt. Einige Betonpfeiler standen ja schon seit dem “Desert Storm” vor dem Gate, aber seit dem 11. September 2001 ist alles anders. Abends, als wir dann ein paar Stunden alles im TV verfolgt hatten und uns das Ausmaß der Katastrophe bewusst wurde, wollte ich nur noch wissen, ob all meine Freunde in den USA in Ordnung waren und es begann eine lange Nacht, des Telefonierens. Diesen Tag, werden wir nie wieder in unserem Leben vergessen !!!!

  248. Pingback: The Last Sunrise Between the Twin Towers – Spiegel Online | World Trade Center Complex

  249. Ich stand an der Kasse im Supermarkt gegenüber von meiner damaligen Wohnung. Aus irgendeinem Grund hatten sie Fernseher an der Kasse und dort sah ich zum ersten Mal die Bilder des WTC. Ich bin sofort in meine Wohnung zurückgegangen, habe den Fernseher angemacht und ihn den ganzen Tag nicht mehr ausgeschaltet. Ich saß wie erstarrt davor. Mir war klar, dass dieses Ereignis weitreichende Folgen für uns alle haben würde und wir diesen Tag nie vergessen würden.

  250. Thanks for this site in memory of all of those who were lost and pained that day. I was living in Brooklyn, Park Slope section, during this time. I was attending Manhattan School of music at the time and my french wife worked at Alliance Francaise in midtown east side. We would leave together on tuesdays to take the F train from 4th ave and 9th street into Manhattan together. I was running late this morning, just getting out of the shower and preparing fast while my wife said she would go ahead. As I was listening to WBGO, there was a news break at about 8:48 saying a private plane had crashed into one of the towers. I did not think much of it until my wife came running back to the apt to say she could see a Twin Tower on fire from the end of our block. I was dressed and we proceeded together to continue our way to the subway. We got on the train for one stop, after which the train was stalled in the tunnel between stations for maybe 5 minutes. It was announced that there would be no train service to Manhattan today. Finally we were let out and we could see more clearly the fire as crowds and traffic started gathering on the ave, a main thoroughfare to downtown Brooklyn. People started saying that a large plane hit one of the towers. So as wife and I walked back home we saw that the sky was falling with dust and burned papers. A passerby said one of the towers collapsed. When we finally got home, there was no t.v. reception and very little radio too. Our mobile phones stopped working also. We had a land line phone and made contact with others who told us of the devastation.

    It was a sad time for all of us, realizing how many lives were lost. The economy in lower Manhattan would be affected for months, including the jazz clubs. And I recall viewing the aftermath and smoldering fire from across the Hudson on the BQE( brooklyn-queens expressway) when I would drive past. The smoldering and smoke had to have lasted for almost a month. Police checkpoints made life very difficult too. YES, I REMEMBER THAT SAD SUNNY DAY IN NYC.

  251. Unfortunately I was in the Pentagon at 0942 when the Terrorist crashed AA 77 into the Building. The over pressure, blast noise , smoke and stench from the Jet fuel were over overwhelming..

    Papers floated into the air followed by a blinding black smoke. It was hard to figure out which way to go; however, we followed what appeared to be a light in the smoke and made it out. Only later did I find out that the AA 77 nose gear came to rest 150 feet from my office, which was destroyed.

    This attack had a major impact on my hearing and my head has been suffering from PTSD, anxiety and depression ever since..

  252. Ich war im Büro in HH als ein Arbeitskollege herein kam und fragte, ob wir das mit dem Flugzeug, das ins WTC geflogen ist, auch schon gehört hätten. Wir haben uns dann zu dritt in mein Auto gesetzt, um die Nachrichten im Radio zu hören.
    Später hat ein anderer Kollege einen kleinen tragbaren Fernseher in seinem Büro aufgestellt. Da saßen wir nun – etwa 10 Kollegen – und starrten ungläubig auf ein kleines schlechtes Bild.

  253. Im September 2001 war ich Leiter des damals noch sehr kleinen Volkswagen Electronics Research Labs in Silicon Valley, Kalifornien. Am 11. September war ich auf Dienstreise in Wolfsburg, meine Familie in Kalifornien. Am Nachmittag kam ein Kollege, begeisterter Hobbyflieger, ins Büro wo wir gerade eine Besprechung hatten und meinte in New York sei wohl ein kleines Flugzeug in einen der World Trade Tower geflogen. Kurze Zeit später stellte sich das als eine gewaltige Untertreibung heraus. Ich habe dann meine Familie in Kalifornien angerufen, kam aber erst nach vielen Versuchen überhaupt durch. In Kalifornien schien alles soweit ruhig, aber dann sagte meine Frau, die das ganze life am Fernseher sah, dass jetzt der Turm einstürzte. Ich habe dann den Abend bei Freunden verbracht und die Ereignisse verfolgt. Meine Kinder wurden sofort aus der Schule nach Hause geschickt und einige Tage später benutzte das amerikanische Militär die internationale Schule meines jüngsten Sohnes als Ziel für Probeangriffe, so dass die Kinder viel Angst bekamen und die Schulleitung protestieren musste. Ich konnte dann erst mit einer Woche Verspätung wieder zurück nach Kalifornien fliegen, da ja der ganze Flugverkehr ruhte. Später hingen dann an vielen Gebäuden in Silicon Valley riesige amerikanische Flaggen und auch an den meisten Häusern zeigte der Flaggenschmuck die Solidarität, War schon beeindruckend.

  254. Als das erste Flugzeug das World Trade Center traf, lag meine ganze Familie noch im Bett. Wir waren erst am frühen Morgen aus unserem USA-Urlaub zurückgekommen und kurierten unseren Jetlag aus. Vom Anschlag erfahren haben wir dann durch unsere Großmutter, die uns panisch anrief – und genau wie wir froh war, dass wir nicht noch im Flughafen in New York saßen.
    Eine solche Katastrophe miterleben zu müssen wünsche ich niemandem auf dieser Welt – und der Gedanke zu wissen, dass es auch unser Flugzeug hätte treffen können und wie knapp wir den Ausmaßen dieses Anschlags entgangen sind verursacht mir noch heute ein sehr flaues Gefühl im Magen.

  255. I’m an American and had just gotten home from work in Germany when my boyfriend told me what had happened. He had been listening to the radio all day at this workplace, but I hadn’t heard a thing. The force of what had happened, of course, didn’t me until much later. Watching the pictures on TV I remember wanting to be back in the U.S. with my family very badly and feeling very isolated where I was (despite having lived over 20 years in Germany at the time). It was scary to imagine not being able to return to the U.S. in the distant future, which is what I felt. Those were my inital feelings-later it was mourning for the victims, strangers who felt like loved ones.

  256. Ich war am 11.September 2001 (ein Dienstag) auf der Arbeit. Als ich mit meiner Freundin telefonierte und sie mir plötzlich am Telefon sagte, dass ein Flugzeug in ein Hochhaus in New York geflogen wäre..Mein Gedanke, wie kann denn ein Flugzeug in ein Hochhaus fliegen. Sie machte das Fernsehgerät lauter, sodass ich mithören konnte.. Dann sagte sie plötzlich. Da fliegt ein zweites Flugzeug in den anderen Turm..Ich so. was. das kann doch nicht wahr sein. Für mich war das so unvorstellbar, das ein Passagierflugzeug in einen Wolkenkratzer rast und das auch noch mit völliger Absicht.
    Dann einige Zeit später.. sagte meine Freundin. Kerstin. der eine Turm ist weg. Ich:” Wie der Turm ist weg. der kann doch nicht weg sein, der stand doch eben noch. Doch Kerstin der Tum ist zusammengestürzt. Ich so..Ach du großer Gott. die armen Menschen..Ich blieb die ganze Zeit mit ihr am Telefon. Zum arbeiten war ich überhaupt nicht mehr fähig.. dann schrie sie. Kerstin der zweite Turm stürzt ein. Bis dato hatte ich noch kein Bild oder Internetbericht darüber gesehen. Ich hatte nur eine grobe Vorstellung, wie das ganze ausgesehen hat.

    Als ich an diesem Tag abends zu meiner Freundin fuhr, und ich dann endlich bei ihr war und ich auf das Fernsehgerät starrte, kamen als die Bilder, als das zweite Flugzeug in den Südturm flog.. ich saß fassunglos vor dem Fernseher und sagte die ganze Zeit, dass kann doch nicht wahr sein. Wie können da zwei Flugzeuge einfach so reinfliegen. Dann die Bilder, als die zwei Türme in sich zusammenstürzten. Ich saß vor dem Ferseher, sah die Bilder und mir liefen die Tränen. Ich war so traurig und gleichzeitig so wütend. Mir taten die Menschen so unsagbar Leid, die noch in den Türmen waren und nicht mehr rechtzeitig raus konnten..
    In dieser Nacht habe ich nicht geschlafen, sondern habe die ganze Zeit RTL geschaut..und selbst wenn ich mir die Bilder heute noch ansehe, läuft mir ein eiskalter Schauer über den Rücken, jedesmal, wenn ich die Bilder und Dokus im Fernsehen sehe muss ich weinen, weil es mich so unsagbar traurig macht, was Hass alles anrichten kann und das knapp 3000 Unschuldige an diesem Tag ihr Leben lassen mussten. Ich werde diese Bilder mein Lebtag nicht vergessen..
    Dieser Tag hat wirklich die Welt verändert..

  257. An jenem Tag war ich auf dem Weg in die Dortmunder Innenstadt. Meine damalige Freundin lag dort nach einem schweren Motorradunfall in der Klinik und wurde gerade erst notoperiert.

    Auf der Autobahn hörte ich es dann im Radio. Zuerst ging man noch von einem tragischen Unfall aus; im Krankenhaus hörte ich dann, dass ein zweites Flugzeug in den zweiten Turm geflogen sei. Ein Terroranschlag – jetzt war es klar!

    Gerade erst ein Jahr zuvor war ich noch in New York und auch in der Vorhalle des World Trade Center.

  258. Am 11.09.2001 sass ich in Hamburg im Büro mit meinen Kollegen. Wir hatten ein Radio im Büro, in welchem dann plötzlich gesagt wurde, ein Sportflugzeug sei ins WTC gestürzt. Ein paar Minuten später war dann die Rede von 2 Passagierflugzeugen. Entsetzen machte sich breit und kurz darauf standen alle im Büro eines Kollegen und starrten auf den Fernseher. Ich werde diesen Tag nie vergessen und auch nicht das was bei diesem schrecklichen Anblick fühlte. Meine Bewunderung gilt all denen, die in dieser Situation handelten, koordinierten und retteten.

  259. Ich war damals in der 13. Klasse und kam gerade vom Sportunterricht, als ich die Nachricht im Radio hörte. Anfänglich war da noch die Rede von “einem kleinen Sportflugzeug”, welches anscheinend in einen der Türme des WTC geflogen war. Den Rest des Tages haben meine Familie und ich im Grunde genommen ausschließlich vor dem Fernseher verbracht. Vergessen werde ich diesen Tag nie……..der 11. September ist mein Geburtstag.

    I was a student in 13th grade at that time and I had just come home from gym class when I heard the news on the radio. Initially, they reported about “a small sports plane” which had crashed into one of the WTC towers. Me and my family basically spent the rest of the day in front of the tv. I’ll always remeber that particular day…….9/11 is my birthday.

  260. Ich lebte mit meinem damaligen Lebensgefährten in Hamburg. Beide arbeiteten wir für einen Verlag, der auf Reiseberichte spezialisiert war. Ich hatte eine Woche Urlaub und machte nach Haushalt und Frühstück den Fernseher an um Nachrichten zu sehen. Ich sah die zwei Türme, wie sie rauchten. Dachte erst, komischer Film, umgeschaltet, das Gleiche. Ich glaube es war die Tagesschau, auf der ich sah, wie der erste Turm einstürzte.
    Kein Film! Das war real! DAS WAR REAL! Und zwei Kollegen von uns waren in NY! Ich rief meinen Freund an. Die Kollegen haben wohl noch die Redaktion angerufen, dass sie nicht auf die Aussichtsplattform können, weil es „oben“ wohl brennt. Seitdem natürlich keine Chance mehr sie zu erreichen. Ich rief meine Familie in Süddeutschland an und Kollegen. Wir diskutierten was wir tun könnten. Ich kann mich noch genau erinnern, dass ich dachte: jetzt geht’s los, jetzt kommt Krieg. Die Bilder im Fernsehen, werde ich nie vergessen. Die überforderten Moderatoren, Menschen die aus den Türmen springen, Angriff aufs Pentagon, ….
    Wir saßen die ganze Nacht vorm Fernseher, dem nächsten Tag versuchte ich mit der Zweigstelle unseres Mutterkonzerns in Brooklyn Kontakt auf zu nehmen. Wir telefonierten mit der Botschaft, dem Hotel in NY, etc. Man war so hilflos….In unserem Viertel gab es ein riesiges Aufgebot an Polizei und Presse, wir wohnten in Harburg.
    Ein Tag später, kontaktierte mich eine Kollegin aus Brooklyn per Mail, dass sie uns derzeit mit den vermissten Kollegen nicht weiter helfen könnte, da Chaos herrscht. Achja, unser Mutterkonzern verlangte dann noch einen Report, warum wir zwei statt einer Person nach NY schickten. Das wäre wohl eine Überschreitung des Budgets gewesen….Ich habe diesen Report nie gesendet.
    3 Tage nach dem Anschlag bekam mein Chef eine Mail von den Kollegen. Sie lebten und sind bei einer New Yorker Familie untergekommen, die sie aufgelesen haben.
    Wieder zurück waren Beide sichtlich geschockt. Sie redeten nicht viel. Aber sie luden uns zu einer kleinen Survival-Party ein. Es war sehr ruhig, nettes Essen und dann sahen wir die Bilder an der Wohnzimmerwand: Die Skyline mit und die Skyline ohne, vom Kollegen aufgenommen. Und die anderen Fotos und er erzählte.
    Sie sahen das zweite Flugzeug reinfliegen. Sie liefen dann orientierungslos in der Gegend rum. Sie sahen Leichen, die gesprungen waren, Papier flog und dann kam eine riesige Staubwolke und sie rannten. Die Kollegin hatte Angst zu ersticken. Sie erreichten wohl noch ein Schiff und dort lernten sie die New Yorker kennen, die sie aufnahmen. Sie hatten nur noch den Rucksack und ihre kaputten, verdreckten Kleider am Leib.
    Es fällt mir heute noch schwer, über diese Tage zu schreiben. Ich denke nach wie vor oft an die Menschen, die einfach in ihre Arbeit an diesem Tag gingen oder ins Flugzeug stiegen und leider kein Glück hatten. Never forget!

  261. Ich war am 11.9.2001 erst junge 11 Jahre alt, kann mich aber dennoch gut dran erinnern. Ich und meine Schwester (damals 10 Jahre) waren bei einer Freundin meiner Eltern untergebracht, Da meine Eltern auf dem Weg in die USA, nach New York, waren. Sie sollen sich dort mit Freundin die schon in New York waren treffen und dann sollte es nach ein paar Tagen weiter nach Orlando gehen. Die Freunde meiner Eltern warteten grade am Flughafen als die Flugzeuge ins WTC flogen, da meine Eltern gegen 10:00 in New York landen sollten.

    Ich kam grade aus der Schule (16:00) und der Fernseher war an. Es war grade ein Bild zu sehen wo beide Türme am brennen waren. Die Freundin meiner Eltern versuchte die nächsten 2 Stunden erstmal irgendwelche Informationen zu bekommen wo das Flugzeug meiner Eltern denn jetzt war und sicher zu gehen dass es nicht eines der Flugzeuge war dass in die Türme gerast ist. (da wussten wir noch nicht dass es nur Inland Flüge waren) Ich rechnete mir erstmal aus wann meine Eltern hätten landen müssen, da ich wusste wann sie los geflogen sind konnte man das in etwa ausrechnen. Als ich dann merkte dass sie genau 1 stunde später in New York gelandet wären, war das Beruhigung genug für mich! Sie konnten es einfach nicht sein!!
    Am späten Abend haben wir dann erfahren dass der Flug meiner Eltern nach Neufundland umgeleitet worden war (sie waren die ersten die dort ankamen und haben sogar noch Hotelzimmer bekommen, andere Leute mussten in Turnhallen etc schlafen). Eine gute Sache hatte das ganze: meine Mutter liebt Neufundland seit dem sehr und möchte irgendwann auch noch mal dort hin!

  262. Ich war 11 Jahre alt und hätte das ganze wahrscheinlich gar nciht mitbekommen, wenn meine Oma nicht angerufen hätte, als ich aus der Schule kam.
    Sie sagte nur, in New York würde es brennen.
    Meine mutter udn ich haben sofort den Fernseher eingeschaltet und sahen die schrecklichen Bilder.
    Was folgte war ein Nachmittag vor der Glotze in einem Raum gefüllt mit ungläubigem Schweigen.
    Erst hieß es ja es habe eine Explosion gegeben, aber als wir dann da saßen und da ein Flugzeug in den zweiten Turm flug war uns klar, das geht grade etwas ganz arg schief.
    Um zu verdeutlichen, wie wenig ich damals verstand: Einige Tage später las ich in der Zeitung die Überschrift “War es Osama bin Laden?”. Und ich dachte zu dem Zeitpunkt wirklich da wären ein Paar böse Rechtschreibfehler und es ginge um einen Einbruch in einem Laden durchgeführt von einem Osama.
    Erst später erfuhr ich, dass er wirklich so hieß und hinter all dem Leid steckte.
    Ich muss grade irgendwie an die Worte von Mr. Olivander aus dem ersten Harry Potter Film denken “Er tat große Dinge, großartig aber böse” (Nicht grade im Wortlaut)

    I was eleven years old and came from school when my grandma called and told that a building in New York was burning. We switched on the TV and saw the horrible pictures. We sat there in fron of the TV the whole evening in unbelieving silence.
    First they said it was an big explosion, but when they showed the pictures of the second plane flying into the second tower we new that there was happening something bad.
    The following days where full of silence-minutes in school and long conversations with our teachers who tried to make us understanding the big evil behind this.
    But understanding this took a long time for me. Sometimes I realy get depressed and sad about the question why somebody could do something like that or just about what happened this days…
    I realy didn’T understand it when it happened and I think i didn’t understand the real menaning of terrror this time. I didn’t know Osama bin Laden and now i think I could quote Harry Potter and the sorcerers stone “He did big things, big but evil” (translatetd from german)

  263. Am 11. September 2001 war ich meiner Familie im Urlaub in Ägypten. Die Nachrichten flossen langsam und spärlich und erst im späteren Tagesverlauf hatten wir Gewissheit, wass passiert war.
    Wir sollten am folgenden Wocheende wieder nach Hause fliegen – was unter den gegebenen Umständen allerdings schwierig schien. Viele Urlauber entschieden sich, früher abzureisen – sobald es Flüge geben sollte.
    Wir tate es nicht und wurden auf einem Egypt Air Linienflug über München nach Frankfurt wieder nach Hause gebracht. Ein gespenstischer Flug, so kurz nach den Anschlägen und nur ganz spärlich besetzt.
    Wieder glücklich zu Hause angekommen stellte sich heraus, dass unser Nachbar in NY vermisst wurde. Es sollte sich bald herausstellen, dass er zum Zeitpunkt der Anschläge einen Termin in einem der Türme des WTC wahrgenommen hatte und nie mehr gefunden werden sollte.

  264. Ich war im Büro unserer Internetagentur und nachmittags feierten wir gerade den Geburtstag einer Arbeitskollegin mit einem kleinen Umtrunk, als die ersten Nachrichten eingingen. “Ein Flugzeug ist ins WTC geflogen!” und wie so viele Menschen auf der Welt dachten wir, dass es sich um eine Cessna oder etwas vergleichbar kleines handeln würde. Dass es vielleicht gesundheitliche Probleme an Bord gab, Herzinfarkt des Piloten oder ähnliches.

    Ich sprach noch mit der Kollegin darüber, dass mein Mann und ich just 2 Jahre und 2 Monate zuvor auf dem WTC gestanden wären. Sie sogar exakt vor einem Jahr – an ihrem Geburtstag. Wir hatten also beide schon dieses Kribbeln bei der Auffahrt und den unglaublichen Ausblick vom WTC erleben dürfen und nun das!
    Eine andere Kollegin war dagegen völlig unberührt. Während wir völlig aufgedreht und sprachlos waren, sagte sie nur “Das berührt mich jetzt überhaupt nicht”. Ich war fassungslos! Alleine die zu befürchtenden Opferzahlen durch den Einschlag selbst mussten einen Menschen doch berühren..!?

    Bald darauf war der Umtrunk dann beendet, vermutlich auch, weil viele von uns ins Web eintauchten um zu sehen, was Neues aus New York berichtet wurde. Zu dem Zeitpunkt war bereits das 2. Flugzeug in den Turm gerast und allen wurde klar, dass das kein Zufall mehr war.

    Ich fuhr dann kurz drauf nach Hause, zitternd und wütend: am nächsten Tag war der 60. Geburtstag meiner Mutter und wir wollten ihr eine gemeinsame Reise nach New York geschenkt haben, die sie sich immer schon gewünscht hatte. Nun gab es nicht nur diese Anschläge, sondern auch unser Geschenk war hinfällig.

    Zuhause der erste Griff zur Fernbedienung des Fernsehers. In dem Moment berichtet RTL gerade davon, dass die Türme zusammengebrochen sind. Wut und Entsetzen kochen in mir hoch, ich greife zum Telefon, rufe meine Mutter an und wir fangen beide an hemmungslos zu weinen, während wir uns fragen, welche Teufel hinter diesen Plänen stecken.

  265. Pingback: stern.de “Der Tag, der unsere Welt veränderte” | Eine Woche im September 2001

  266. Mein Mann und ich waren am Vorabend spätabends aus einem Südfrankreichurlaub gekommen. Wir hatten mehrere Kilo frischer Austern dabei, die wir an diesem Abend mit Freunden vertilgen wollten. Also war ich am Vormittag des 11. September in einem großen Einkaufszentrum, es war voll und laut und die Nachrichten, die die Musikberieselung unterbrachen, waren nur bruchstückhaft zu verstehen. Ich dachte, es hätte einen schrecklichen Unfall gegeben. Im Auto hörte ich dann Weiteres, Genaueres, der erste der beiden Türme war gerade eben eingebrochen, es wurde von einem zweiten, von einem dritten, einem vierten? – unvorstellbar, die Nachrichtenredaktionen mußten sich einfach getäuscht haben!!! – Flugzeug gesprochen; ich verstand den Satz “Das Pentagon brennt” als Metapher im Sinne von “da ist jetzt aber Freuer unter dem Dach”. Ich fuhr heim, hilflos weinend und fand meinen Mann versteinert vor dem Fernseher. Abends kamen dann die Freunde, fast alle hatten tränengerötete Augen und wir aßen die Austern und tranken Wein und waren uns überhaupt nicht sicher, ob wir an diesem Abend nicht das Ende unserer bisherigen Zukunft erlebten.

  267. Ich war mit dem Auto vom Frühdienst auf dem Weg nach Hause. Ich hatte das Autoradio eingeschaltet und hörte die Nachrichten, als ich in meinen Stadtteil fuhr. Als die Meldung von dem ersten Flugzeug kam, lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. Es war unheimlich. Als ich geparkt hatte, bin ich schnell in die Wohnung und habe den Fernseher eingeschaltet. Dort lief bereits die Tagesschau mit Ulrich Wickert. Er war auch betroffen, vor allem als das zweite Flugzeug einschlug. Das werde ich alles nie vergessen.

  268. Ich war an diesem Tag im Elbe Einkaufszentrum in Hamburg und freute mich auf eine ruhigen Shopping-Tag ohne Kind.
    Mir kamen einige Laute entgegen, die laut und aufgeregt am Handy von einem Flugzeugunglück in New York sprachen.
    Einige Geschäfte weiter stand eine größere Menschenansammlung vor einem TV Geschäft und sahen live die Geschehnisse in New York. Am Anfang gingen wir noch von einem „normalen „ Flugzeugunglück aus. Als dann das zweite Flugzeug in den zweiten Tower flog sahen wir uns entsetzt und fassungslos an – einige weinten.
    Ich hatte zeitweise das Gefühl als ob ich einen Kinofilm wie ‚Die Hard’ sehe, es war so irreal.

    Das Ganze wurde dann getoppt von einer alten, sehr gut gekleidete Dame sich an uns vorbei schob und laut sagte. „Die Amerikaner haben doch selber Schuld, was mischen die sich auch immer überall ein“.
    Wir dachten erst wir hätten und verhört und sahen ihr irritiert hinterher als sie in der Menge verschwand. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor bis ich wieder klar denken und reagieren konnte. Ich fragte in die Menge ob ich das eben richtig verstanden hätte. Einige Passanten in meiner Nähe nickten sichtlich irritiert – es war alles so unwirklich.
    Mit einem Kloß im Hals ging ich langsam zurück zu meinem Auto und kämpfte mit den Tränen. Ich rief Freunde und Familie an, von denen ich wusste, dass sie viel geschäftlich in die USA reisten – sie waren alle o.k.
    Ich denke oft an diese irreale Szene zurück und frage mich, was einen Mensch so böse und herzlos werden lässt so etwas zu sagen.
    Seit diesem Tag ist nichts mehr wie es mal war und die Unsicherheit begleitet uns täglich.

  269. Der 11. September 2001- tatsächlich weiss ich noch heute ganz genau wo ich war an diesem Tag.
    in Wien- ich bin eigentlich deutsche und lebte seit 1 Jahr in der Stadt.
    Ich hatte mir den Nachmittag freigenommen, weil mich meine Schwester, die in der Zeit in den USA lebte, besucht hatte.
    Wir wollten gerade aufbrechen und den Abend in einem Lokal verbringen- ich war noch kurz im Bad, da schaltete meine Schwester den Fernseher an.
    Es war 18.30, das weiss ich noch ganz genau, denn wir wollten noch kurz die Nachrichten sehen.
    Auf einmal rief mich meine Schwester, ich solle sofort kommen.
    Also standen wir gemeinsam vor dem Ferneher, RTL Peter Kloeppel (auch das weiss ich noch) und sahen die Bilder, der man nicht fassen konnte.
    Wir schalteten zu den anderen Sendern aber alles ging ja noch durcheinander, keiner konnte begreifen, was da gerade passiert war.

    Meine Schwester wollte eigentlich in den nächsten Tagen zurück in die USA fliegen, was ja erstmal nicht ging, weil alle Flüge gestrichen waren.

    Wenn heute etwas über den 11. September kommt, sehe ich es mir immer an- es ist wirklich ein Tag, der die Welt verändert hat.
    Die Schicksale der Menschen berühren mich und mir kommen oft die Tränen, wenn ich an die denke, die ihr Leben an dem Tag verloren haben oder einen Menschen verloren haben, den sie sehr geliebt haben. Das Leid, das dieser Anschlag in so viele Familien gebracht hat, ist einfach unfassbar.

    Ich werde morgen nach New York fliegen (nicht anlässlich des 10ten Jahrestags; es hat sich einfach so ergeben) und natürlich auch Ground Zero besuchen.
    Es wird ein sehr bedrückendes Gefühl sein, das weiss ich schon jetzt.

  270. Ich arbeitete damals in der Debitorenbuchhaltung. Plötzlich kam mein Chef aus dem Büro und erzählte daß der Dax gerade auf Sturzflug ging und “Gerüchte” würden verbreiten es sei ein Flugzeug ins World Trade Center geflogen.
    Wir haben dann umgehend das Radio eingeschalten wo dieses “Gerücht” bestätigt wurde.
    Es war ein regelrechter Schock, ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, der Arbeitstag war sofort zu Ende. Ich bin sofort nach Hause wo ich den Rest des Tages mit der Berichterstattung durch RTL mit Peter Klöppel verbrachte. Es gab zu diesem Zeitpunkt noch nie ein Ereigniss welches mich so heftig getroffen hat. Die Einstürze der beiden Türme waren irgendwie völlig surreal.

    Ein Jahr zuvor hatte ich New York besucht, und dort noch im 107ten Stock des World Trade Center zu Abend gegessen, daher war mir die Bedeutung dieser Flugzeugeinschläge und deren Folgen auch sofort bewusst – es war schlichtweg ein Schock.

    Ein wirklich schockierender Tag der sich in mein Gedächtnis einbrannte.

  271. Ich hatte Dienst in einem Pflegeheim in der Nähe von Zürich. Die Patienten schauten gerade eine Sendung über eine “Schwester ?????”. Plötzlich wurde ein Banner eingeblendet der mitteilte dass in WTC ein Feuer brenne. Sofort schaltete ich auf CNN und erklärte den alten Herrschaften das Geschehen.
    Als das zweite Flugzeug in den Turm schlug erkannte ich dies als solche nicht sofort.
    Ich ging zu meinen Kollegen und erzählte was eben passierte.
    Zusammen sassen wir dann vor dem TV Gerät und sahen zu wie die Türme in sich zusammenfielen.
    Entsetzt machten wir unseren Dienst zu Ende und ich ging auf den Hundeplatz. Hier war dieses schreckliche Ereignis ebenfalls Thema.
    Im Jahre 2006 kam ich mehr durch Zufall nach New York und auch an Ground Zero. Es war für mich einer der ergreifensten Momente meines Lebend da zu stehen wo so viel Tragik geschah.
    In den Jahren danach hatte ich die Möglichkeit, Männer des FDNY, die am Ground Zero Dienst taten, persönlich kennen zu lernen und ich versuche das was dort geschah und heute noch geschieht zu verstehen und an Andere weiter zu geben.
    Durch diese Freundschaft zu den Firefighter habe ich eine grundsätzlich andere Einstellung zu Feuerwehr bekommen obwohl ich selber viele viele Jahre als Feuerwehrmann tätig war.

  272. Am 11. September war ich in der Berufsschule und kam gegen halb fünf Nachmittags heim. Mein Vater sagte mir, dass in den USA entsetzliche Terroranschläge stattgefunden haben, das WTC eingestürzt sei, das Pentagon angegriffen wurde, in den USA Chaos herrsche, niemand wisse, was genau los sei und der Flugverkehr in den ganzen USA unterbrochen wurde. Das hörte sich völlig surreal an.
    Dann sah ich mir bis in die Nacht hinein diese damals gesendete “Endlosschleife” mit den entsetzlichen Bildern dieses gigantischen Verbrechens an, die wie gemacht dafür war, diese Bilder in’s Gedächtnis einzugravieren. Es fühlte sich an wie ein Emmerich-Film, nur dass das Gefühl dominierte, dieser Film würde so schnell nicht aufhören. Damals schon dominierend waren Begriffe wie “Angriff”, “Krieg” etc.
    Meine Befürchtung war deshalb, dass die Verantwortlichen in den USA dieses Verbrechen nicht als Verbrechen behandeln würden, dessen Tätern und HIntermänner mit allen legalen Mitteln nachgestellt werden muss, auf dass sie sich für ihre Taten vor einem ordentlichen Gericht zu verantworten haben. Vielmehr befürchtete ich, diese Ereignisse würden zu einem Grund genommen werden, einen Krieg anzuzetteln, mit all seinen Grausamkeiten und sinnlosen Leiden, um dieses Verbrechen mit einer Serie von “Gegenverbrechen” zu “vergelten”. Ebenso befürchtete ich, dass Deutschland, Europa und die ganze Welt in diesen Krieg verwickelt werden könnte.
    In der Rückschau möchte ich sagen: Es schien den Verantwortlichen schon damals entweder nicht bewusst oder egal zu sein, dass sie mit dem Krieg dazu beitrugen, diesem Verbrechen eine Aura der übergesetzlichen Tat zu verleihen, die ihrerseits wieder Handeln jenseits der Gesetze zulässt und damit einer Erosion des verbrieften Rechts galloppierenden Vorschub leistet: Weil dieses widergesetzliche “Gegen”-Handeln mit seinen Taten jenseits des Gesetzes anerkennt, dass es Verbrechen gibt, die, obzwar ungesetzlich, dennoch legitim seien, wenn nur “die Richtigen” sie begehen. Eben jene Position, welche jeder Verbrecher vertritt, auch diejenigen, die die Anschläge am 11. September verübten.

    At 9/11, I was in professional school and arrived at home at half past four in the evening. My dad told me, a series of horrible attacks had taken place in the U.S., the WTC collapsed, an assault on the Pentagon had taken place, the U.S was in complete chaos, no one knew what’s happening and air-traffic in U.S. was grounded. It sounded completely surreal.
    After that, I watched the “infinte loop” with the horrible pictures, showing this gigantic crime till late in the evening. This loop served perfectly for engraving these pictures into my mind. It felt like watching an Emmerich-movie, except the dominating anticipation that this film won’t be over that soon. From the beginning, terms like “War” and “Strike” were predominant.
    My fear was, that the ones in charge in the U.S. won’t deal that crime like a crime, where culprits and backers are hunted down with any means legal to bring them to a court of record. In fact, I feared these events being used as a reason to instigate a war, with all its cruelty and pointless suffering. Somehow to reciprocate these crimes with a series of “counter-crimes”. I further feared that Germany, Europe and the entire world might be dragged into that war.
    Looking back, I’d say: It seems like the ones in charge either weren’t aware of or didn’t mind that, by going to war, they were supporting the “non-statutory” aura of the crimes. Assumed on the side of U.S. authorities, thist was taken as excuse to act outside of the restraints of the own laws, i.e. extralegal. This eroded the chartered rights dramatically: As this law breaking “counter”-acting with its deeds far of law and justice admits that there are crimes that are, eventough illegal, nonetheless legitimate, as long as it’s “the right ones” committing them. Just the view any criminal is advancing, as well as the criminals that commited and planned 9/11 did.

  273. An diesem Tag, es war zur Berliner Zeit ca. gegen 16.00 Uhr, kam ich von der Arbeit nach Hause. Kurz darauf rief mein Sohn von der Arbeit aus an und sagte ich soll mal den Fernseher anmachen. Ein Turm brannte bereits. Ich sah dies mit einer noch relativen Gelassenheit und hielt telefonischen Kontakt mit meinem Sohn. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, daß es sich um einen Terrorakt handelt. Ich sagte zu meinem Sohn, daß kriegen die Amis schon hin, die haben eine ausgezeichnete Feuerwehr.
    Kurz darauf überschlugen sich die Ereignisse, im bekannten Ablauf.
    Vom Fernseher ging ich nicht mehr weg.
    Nie werde ich den Anblick vergessen wie die Türme zusammenbrachen.
    Wie in Zeitlupe.
    Es war ein furchbarer Tag und es folgten viele furchbare Ereignisse mit weiteren Terrorakten, Kriegen und unzähligen Opfern.
    Ich bekenne hier und jezt:
    Als Bin Laden starb, war es für mich ein guter Tag.

  274. Auf der Rueckreise von einem Europa Urlaub von Bruessel nach Newark, landeten wir in Monckton, New Brunswick, Canada. Der Flug Kapitan erklaerte den Terror Anschlag in den USA und die Ausmasse dieser Katastrophe sahen wir nach unserer Landung auf einer Fernseh Leinwand in einem Flugzeug Hangar. Spaeter transportierte uns ein Bus in das oertliche Eislauf Stadium, wo wir mit hunderten von Fluggaesten aus aller Welt von der Kanadischen Regierung und dem Roten Kreuz empfangen wurden.Wir verblieben vier Tage in Canada als Gaeste einer Familie in Monckton. Die Gastfreunschaft und das Mitgefuehl der Kanadier, das uns waehrend unseres Aufenthaltes in dieser schwierigen Zeit gezeigt wurde, werden wir nie vergessen und zu unseren besten Freunden zaehlt heute ein Ehepaar von DC, das mit uns bei der Gast Familie in Monckton untergebracht war. Nach unserer Rueckkehr gingen wir nach “Ground Zero” und der Schock dieser Katastrophe wird fuer immer mit uns sein. Meine Familie in Deutschland erlebte und ueberlebte zwei Weltkriege und meine Familie in den USA erlebt den Krieg und die Angst vor dem internationalen Terrorismus taeglich, da unser Sohn als Mitglied einer “Special Forces Unit” in den Kriegszonen und Terrorist Laendern seit dem 11.9.2001 engaged ist. “We will never forget”.

  275. Mein Mann und ich hatten gerade unsere erste USA-Reise angetreten. Nach sechs Tagen “Big Apple” (ohne WTC-Besuch; wir hatten den Ausflug aufs Empire State Building vorgezogen) und einem Abstecher zu den Niagara-Fällen waren wir per Eisenbahn unterwegs quer durch die Staaten – im California Zephyr von Chicago nach Emeryville. Am Morgen des 11.09. raste die Nachricht, ein Flugzeug sei ins WTC gestürzt, in Windeseile von Mund zu Mund, von Wagon zu Wagon, und diese Unruhe weckte uns auf. Wir hatten einen kleines Radio dabei und waren, kaum hatten wir es angestellt, von sämtlichen Passagieren unseres Coach Wagons und noch ein paar mehr aus den Nachbarabteilen umringt. So erfuhren wir und unsere Mitreisenden nach und nach alle bis dahin bekannten schrecklichen Einzelheiten. In Denver, dem nächsten fahrplanmäßigen Halt, wurde der ganze Zug auf den Kopf gestellt; niemand durfte so lange aussteigen – und anlässlich dieser Durchsuchungsaktion fand unser nette Zugbegleiter in einem “rest room” am anderen Ende des Zuges meine Gürteltasche wieder, die mir ein Langfinger in der Nacht zuvor während des Schlafs vom Körper entwendet hatte. Alles war noch vorhanden, Pass, Kreditkarten, Führerschein; lediglich das Bargeld fehlte – aber was für eine Nebensächlichkeit angesichts der anderen Ereignisse dieses Tages…

  276. Ich war mit meinem Mann in seinem Home-Office. Er telefonierte mit einem Kollegen, als meine damals 12jährige Tochter gegen 15.00 Uhr herunterkam und uns bat, den Fernseher einzuschalten. Auf allen Programmen würden auf einmal die gleichen Bilder gezeigt von Flugzeugen, die in New York in Wolkenkratzer flügen, sogar auf dem Kinderkanal. Zu dem Zeitpunkt war ihr noch nicht klar, dass das kein Film, sondern Realität war. Wir verfolgten dann bis zum Abend gemeinsam fassungslos die weiteren Bilder.

  277. Am 11.9.2011 arbeitete ich wie jeden Tag in der Tischlerwerkstatt als Lehrling. In der kleinen Stadt inmitten des Thüringer Waldes ist das Weltgeschehen fern. Es gilt als wichtig was die Gesellen an Nachrichten verbeiten, große Themen und Zusammenhänge haben hier kaum Platz. Als die Nachricht vom ersten Flugzeug durchs Radio dringt, vermuten wir noch einen Unfall. Doch beim Einschlag des zweiten stehen alle vorm Radio. Dann der Einsturz – der Rest ist Geschichte. Selbst die Schweigeminuten in den kommenden Tagen haben wir gemeinsam mitgemacht – trotz der Ferne der Ereignisse.
    Die dunkle Silouette der rasenden Flugzeuge hat sich bei mir eingebrannt und jedes tiefer fliegende Flugzeug hat fortan einen bedrohlichen Charakter für mich.
    Es waren alles Menschen!

  278. Ich war am 11. September bei der Arbeit – in einem Callcentre in Belfast.

    Wir waren damals fuer den deutsch- und englischsprachigen Kundendienst einer Bank zustaendig, und es war ein ganz normaler Tag – bis mich unsere Techies zu ihrer Ecke riefen, und mir die ersten Bilder der Angriffe auf NY zeigten. Ich sagte ‘what a sick joke!’ zu ihnen, und dachte ‘bloody geeks’, und wollte wieder zu meinem Schreibtisch, aber sie riefen mich zurueck, und zeigten mir mehr auf der BBC website.

    Innerhalb der naechsten Minuten wurde es sehr still bei der Arbeit. Es kamen kaum noch Anrufe von Kunden durch. Entweder waren die Leitungen ueberlastet, oder es stoerte an dem Tag keinen mehr, wie viel oder wie wenig auf dem Konto war.

    Irgendwann wurde es so ruhig, dass bis auf ein oder zwei Mann alle entweder draussen rauchten, oder vor den Bildschirmen der Techies standen.

    Den Abend verbrachte ich mit Hund und Wein vorm Fernseher. Ich weiss noch, dass mir der Gedanke staendig durch den Kopf ging, dass Bush erst vor relativ kurzer Zeit die Macht uebernommen hatte, und dass das kein guter Ausgangspunkt war. Mit Bush als President wuerde es bestimmt Krieg geben, gegen wen, war ja zu der Zeit noch total unklar.

    Aber ich dachte auch, dass das Leid und Elend bestimmt auch zu etwas Gutem fuehren koennte- naemlich dass sich die zu diesem Zeitpunkt immer noch sehr duestere Situation in Nordirland doch bessern wuerde. Terrorist zu sein war ja bis dahin anscheinend ziemlich ‘cool’ gewesen – … aber jetzt?

    Leider hat sich mein Optimismus nicht verwirklicht – und ich bin froh, jetzt nicht mehr in einem Land zu leben, wo sich die Leute sinnlos die Koeppe einschlagen.

    Unsere 9/11 Tradition ist jedes Jahr die gleiche – wir gucken uns die Dokumentation von Jules und Gedeon Naudet an. Same procedure as last year, James?

  279. Ich saß an diesem Morgen bei der Arbeit in einem Lufthansa-Cargo-Callcenter und telefonierte als plötzlich unser Chef in den Raum kam und zum Teamleiter ging. Unser Teamleiter war Amerikaner und ehemaliger Air Force Mitarbeiter, der schon seit vielen Jahren in Deutschland lebt. Die Beiden unterhielten sich kurz miteinander, dann verließen sie gemeinsam den Raum. Wir telefonierten weiter, aber es wurde immer “ruhiger” …… bis fast garkeine Anrufe mehr “reinkamen”. …… Unser Teamleiter und unser Chef kamen zurück in den Raum und unser Chef meinte, dass gerade ein Anruf von Lufthansa Frankfurt reingekommen wäre, dass bis auf Weiters sämtliche Flüge nach Amerika gecancelt worden sind und wir keine Fracht mehr nach dort annehmen dürften. Wir sollten ansonsten “ganz ruhig” weitertelefonieren. …… Warum die Flüge gecancelt wurden hatte er uns nicht gesagt, aber inzwischen hatten die Spediteure, die noch bei uns anriefen, uns informiert. Wir konnten es zunächst nicht glauben, aber als ich dann die fassungslose und versteinerte Miene meines Teamleiters sah wurde mir klar, dass etwas ganz, ganz Schreckliches passiert sein musste ! …… Ich weiß bis heute nicht woher er die Kraft nahm seine Schicht zu beenden !!!!!! ……..

  280. An diesem Nachmitag sass ich im Büro, musste eine Arbeit beenden, konnte nicht ins Internet, hörte aber die Kollegen, die zunehmend aufgeregter berichteten, was sich in NY ereignete – fuhr dann so schnell wie möglich nach Hause, erinnere mich, dass ich schon im Auto zu weinen begann, während ich den Nachrichten lauschte. Dann sass ich für den Rest des Tages und der Nacht auf dem Boden vor dem Fernseher – fassungslos, wütend und weinend, wie tausende andere. Ich dachte an meinen Besuch des WTC, 1972, wie ich hinaufblickte, der schier endlosen Fassade entlang hinauf – die Vorstellung, dass jetzt dort Menschen in den Tod sprangen….es schmerzt noch heute, wenn ich daran denke. Ich war wie betäubt, konnte es einfach nicht fassen….. Es war ein Erlebnis, das sich in meine Erinnerung eingebrannt hat wie damals das Attentat auf JFK.

  281. 9-11-2001 The Irony of that magnificent Blue sky. Sent the kinder off to schule. Arrived at my salon, turned the key to unlock the door, at just about the same time the first airliner slammed into the tower.
    “Quick, turn on the radio,a plane has crashed into the World Trade Center”. I tuned into 1010 WINS all news radio and the announcer confirmed this.
    My first thoughts were of my childen. Deciding they were safe in school, my clients and I some how absorbed day’s horrific events. We cried and prayed. We telephoned people we loved. That evening at home while watching TV it became very clear as to who was responsible for this abomination.
    I reside in Upstate New York where many of the firefighters lived with their families. Some of them were my clients. The stories are endless. The heartbreak is endless. What did ” they” hope to achieve from all this destruction ?

  282. Gegen 14.30 Uhr war ich auf dem Weg zu einem Kunden. Autoradio lief, wie immer. Gab es zu der Uhrzeit schon Nachrichten zu “ein (Privat)Flugzeug ist in das World Trade Center geflogen”? Ich weiß es nicht mehr…
    Nach dem Kundenbesuch (ca. 15.15 Uhr) fiel ich die Betontreppe hinunter, landete auf der letzten Stufenkante mit der Kniescheibe. Stand auf, humpelte durch das Einkaufszentrum zu meinem Auto und sah Menschentrauben vor den Fernsehern in den Schaufenstern vom Media Markt. Dachte einen Mix aus “bloß weg hier, ich mag ‘prollige’ Menschenmassen nicht” und “Schei***, mein Knie tut echt weh, sieh zu, daß Du nach Hause kommst!”
    Ich fuhr die 3 Kilometer nach Hause und hörte schlimme Nachrichten im Radio. Legte mich zu Hause auf das Sofa und machte, ein Kühlpack auf dem Knie, den Fernseher an…
    Ich sah den Turm bzw. die Türme des WTC zusammenbrechen und erinnerte mich daran, wie ich 14 Jahre zuvor die Aussicht vom Südturm aus genossen hatte. Ich erinnerte mich an die Skyline von Manhattan, die ,von Liberty Island aus betrachtet, so unverwechselbar war.
    Und ich wartete sehnsüchtig auf den Abspann des Hollywood-Films, denn ich meinte soeben zu sehen. Dies konnte doch nur ein Film sein?!?! Einerseits das Wissen (der Kopf), daß das Gesehene die Wirklichkeit war. Andererseits der Wunsch, das Gefühl (der Bauch), daß das Gesehene doch VERDAMMT NOCHMAL EIN FILM SEIN MUSS!!!
    Das kann doch nicht WIRKLICH passieren! Sagt der Bauch… doch der Kopf weiss es besser…
    und dann?
    … Trauer … ich trauere um die Toten. Ich trauere um meine eigenen Erinnerungen, ich trauere um das Symbol, ich fühle mit all den Menschen, die Familie, Freunde und Bekannte verloren haben … und Erinnerungen. Ich rufe meine Verwandten in den USA an, um zu hören, wie es ihnen geht. Die bange Hoffnung, daß keiner direkt betroffen ist.
    Es folgte eine Woche vor dem Fernseher und das langsame Begreifen, daß … ja, was hatte ich begriffen? Direkt nach 9/11 war nur das vage Gefühl, daß die Welt nicht mehr die sein würde, die sie mal war..
    Die sie nur für mich und meine Generation in einem Land der 1. Welt nicht war? Nach ca. 50 Jahren Frieden?
    Es war auf jeden Fall eine Zäsur.

  283. Der 11.09.2001 war ein beschissener Tag, genau genommen ein Desaster. Ich hatte gerade meine letzte Fahrstunde hinter mir und soeben erst erfahren, dass man eine gewisse Technik beherrschen muss, um rückwärts um eine Kurve zu fahren. Die eilig eingeschobenen Übungen in dieser Angelegenheit führten nur dazu, dass mein Panikpegel um ungefährt 1000 Punkte in die Höhe schnellte. Ideale Voraussetzungen für die Führerscheinprüfung am nächsten Tag…

    Frustriert und nervös warf ich mich zu Hause erst einmal vor die Glotze, um meinen Geist auf Standby zu schalten. Mute – Ton aus! Das letzte, was ich jetzt gebrauchen konnte, war ein mieser Low-Budget-Katastrophenfilm.

    Dann las ich die Topmeldung. Und las sie noch einmal.

    Teletext aus, Ton an. Ein Flugzeug ist ins World Trade Center gekracht? Zwei Flugzeuge? Wie kann denn sowas passieren? Was soll das? Hier geht gerade ein Kindheitstraum von mir in Flammen auf! New York, das World Trade Center… Das stand immer ganz oben auf der Liste der Orte, die ich unbedingt besuchen wollte! Und all die Menschen… Da müssen doch tausende Menschen im Gebäude sein!

    Das Ausmaß der Katastrophe war zu groß für Herz und Verstand. Durchzappen, Info-Bruchstücke sammeln, Erklärungen suchen. Ich starrte auf die unfassbaren Bilder, hörte etwas von Terrorangriffen – Terrorismus? Islamisten? Selbstmordanschlag? Diese Vokabeln waren in meiner Welt bisher höchstens als Randbegriffe aufgetaucht. Noch bevor ich das alles auch nur ansatzweise einordnen konnte, stürzte der erste Turm ein.

    Ich kann nicht in Worte fassen, was ich empfunden habe, als ich die brennenden Türme sah. Entsetzen? Fassungslosigkeit? Angst? Es war dieses flaue Gefühl im Bauch, das dir den Magen zuschnürt und sich wie ein kaltes Kribbeln durch deinen ganzen Körper frisst, dich bis in die Haarspitzen, bis ins Mark erschüttert.

    Was hier passierte, änderte alles. Das hier war ein Wendepunkt in der Weltgeschichte. Das spürte ich, genau wie Millionen Mitmenschen, die in diesem Augenblick die Katastrophe verfolgten. Etwas derartiges habe ich bis heute nie wieder empfunden.

    Irgendwann kam mein Vater hereingepoltert. “Ab heute ist nichts mehr so, wie es war”, rief er atemlos, fassungslos. Und: “Das gibt Krieg.”

    ~~~

    Einen Tag später brauste ich verkehrsregelgerecht über die Autobahn, auf der Jagd nach meinem Führerschein – während hinter mir auf dem Rücksitz das Weltgeschehen diskutiert wurde. Mit beiden Augen auf Saarlands Straßen, mit einem Ohr am Ground Zero absolvierte ich meine Fahrprüfung. Ich musste nicht rückwärts um die Kurve fahren, ich musste nicht einmal am Straßenrand einparken. Was einen Tag zuvor in New York geschehen war, bewegte die Herzen und Gedanken der Menschen so sehr, dass alles andere nebensächlich wurde. So hielt ich dann auch nach knapp 25 Minuten die Fahrerlaubnis in den Händen. Mission erfolgreich, alle Voraussetzungen fürs 18-Werden erfüllt.

    Am 13. September 2001 wurde ich volljährig. Erwachsen wurde ich zwei Tage vorher. Am 11. September 2001, dem Beginn des 21. Jahrhunderts.

  284. Pingback: 9/11 – Der Tag, an dem die Erde stillstand

  285. Ich bin wahrscheinlich einer der wenigen, die den 11. September nicht live am Fernsehen miterlebt haben. Ich zwar zu der Zeit mit meinem Mann im Urlaub in Italien, an wechselnden Orten und viel draußen in der Natur. Erst zwei Tage später haben wir von dem Terroranschlag erfahren, als wir in einem kleinen Lokal eine Zeitung liegen sahen. Ich dachte erst an einen bösen Scherz, konnte es gar nicht glauben. Aber als wir dann in unser einfaches Hotel zurückkehrten und im Eingangsbereich doch auf den Fernseher sahen, liefen dort die Aufnahmen der Anschläge. Ich fand das unfassbar, es war ein großes inneres “Das kann doch nicht wahr sein”. Auch wenn es viele sicher nicht verstehen können und ich dafür Kopfschütteln ernte, verbinde ich mit dem Moment und jedes Mal wieder, wenn ich Fotos oder Filmsequenzen sehe, ein großes Staunen und so etwas wie Bewunderung, so einen Anschlag geplant und realisiert zu haben. Das heißt nicht, dass ich es gutheiße, aber für mich war es ein genialer und bösartiger Akt, der vielen Menschen das Leben gekostet hat. Meine Bewunderung gilt ebenso den Menschen, die Schlimmeres verhindert und unter Einsatz ihres Lebens bei der Rettung geholfen haben. RIP.

  286. Ich war wohl einer der Letzten, die von diesem Ereignis erfahren hatten, da ich seit 1994 keinen Fernseher mehr besitze.
    Gegen 19 Uhr erhielt ich am 11.09.2001 einen Anruf von einem Freund, der im Fernsehen die Berichterstattung über die Flugzeuge, die in die Twin Towers flogen, verfolgte. “Hast du schon davon gehört? Da sind in New York zwei Flugzeuge in das World Trade Centre geflogen. Auch in das Pentagon ist ein Flugzeug gestürzt. Es handelt sich wohl um einen Terroranschlag islamistischer Fundamentalisten.”
    Bilder bekam ich erst zwei Tage später zu sehen, als ich die Nachrichtenmagazine Stern und Spiegel erwarb. Ich ließ mir also am Telefon die Bilder beschreiben, die mein Freund gerade im Fernsehen sah. Mir kam es so merkwürdig einfach vor, wie dieser terroristische Angriff vollzogen wurde. Ich konnte nicht so recht begreifen, wie ein paar Männer quasi synchron mehrere Flugzeuge in einem Land wie den USA in ihre Gewalt bringen konnten und diese so mir nichts, dir nichts in einen Wolkenkratzer oder gar in das Pentagon lenken konnten. Fragen, die mir durch den Kopf gingen, waren: Wurde in der Luftraumüberwachung niemand misstrauisch, wenn solche Flieger ganz erheblich von ihrem eigentlichen Kurs abkamen, gab es im Vorfeld nicht irgendwelche Hinweise, anhand derer amerikanische Geheimdienste mit einem solchen Anschlag hätten rechnen müssen? Waren diese Verbrechen wirklich so perfekt organisiert, dass sie nicht verhindert werden konnten?
    Es mag nicht wenigen so gegangen sein, dass sie sich in dem Irrglauben wähnten, die Sicherheitssysteme der hochtechnisierten, westlichen Staaten seien so gut, dass sie auf derartige terroristische Aktionen schnell und gezielt genug reagieren könnten. Oder wurde da innerhalb des Sicherheitsapparates einfach geschlampt?
    Dirk und mich hat verblüfft, dass diese Vorgehensweise, Flugzeuge zu entführen und in Wolkenkratzer zu lenken, überhaupt möglich war. Das hatte eher den Charakter von Hollywood-Drehbuch als von Wirklichkeit!
    Zumindest haben wir im Abendland eine ganz erhebliche Korrektur hinsichtlich der Fähigkeiten militant-ideologisch motivierter Gruppierungen erfahren. In all dieser letztlich doch feigen, da hinterlistigen Form der Kriegsführung religiöser Fanatiker gegen die liberale Lebensweise der westlichen Zivilisation steckt eine bemerkenswerte Genialität in der Planung und Durchführung derartiger Anschläge.
    Ich kann dem Pathos, das häufig in der Schilderung der Ereignisse vom 11.September 2001 mitschwingt – “der Tag, an dem die Erde stillstand”, “Angriff auf die demokratischen Werte”, “das Wahrzeichen des Kapitalimus stürzte in sich zusammen” oder “der Tag, der die Welt veränderte” und ähnliche Formulierungen – nicht so viel abgewinnen, da ich nicht finde, dass sich die Welt tatsächlich groß geändert hätte, seit der Mensch selbstständig denkt, und die so genannten demokratischen Gesellschaften ihre Werte längst verraten haben (ich will das auch noch ein wenig erläutern). Über all dem steht für mich, dass diese terroristischen Angriffe immer wieder aus meiner Sicht Unbeteiligte, Unschuldige, einfache Menschen ins Verderben reißen – und bei den Anschlägen auf das WTC waren es so viele wie nie zuvor und danach. Die bewegendsten Bilder waren für mich diejenigen von den Menschen, die sich hunderte Meter über der Straße an den Fensterrahmen klammerten, während dicker Rauch aus den Türmen des WTC quoll, und die Bilder von den Personen, die aus dem 84. oder 75. Stockwerk in den Tod stürzten. Gewiss, für Fanatiker macht es keinen so großen Unterschied, ob ein Präsident eines verhassten Staates oder ein ganz normaler Arbeiter umkommt. Als Andersdenkende und Angehöriger anderer Glaubensrichtungen sind wir alle Feinde totalitärer Systeme, unabhängig unserer gesellschaftlichen Position.
    So ist der 11. September 2001 der Beginn des sich bewusst Werdens einer omnipräsenten Bedrohung durch Extremisten, die mit aller Macht versuchen wollen, das Andersartige zu zerstören.
    Unterschiede und Vielfalt gewaltsam zu überwinden und alle Menschen global einer einzigen Ideologie (religiös, politisch, gesellschaftlich…) zu unterwerfen gehört schon recht lange zu den Hauptgeißeln des Homo sapiens sapiens. Das meine ich damit, dass sich die Welt in Wirklichkeit gar nicht so sehr verändert hat. Wir kämpfen gewissermaßen seit je her mit den immer wieder gleichen Unzulänglichkeiten der menschlichen Natur. Ich glaube, dass es keinen Anlass zum Optimismus gibt, dass die Menschheit diese Missstände je beseitigen wird!
    Insofern symbolisiert der 11. September 2001 für mich die Unüberwindbarkeit des menschlichen Scheidewegs! Es ist ein Krieg des Menschen gegen sich selbst! Dieser Krieg kennt keine Gewinner! Es gibt nur Verlierer!

  287. Ich war damals 15, sonniger Tag in Holland. Bin auf einer Klassenfahrt. Wir waren dabei unsere Sachen zu packen um am See Schwimmen zu gehen. Plötzlich stürzte mein Kollege mit bleichem Gesicht in unser Zimmer. Er hatte schon gepackt und wollte eben noch im nahegelegenen Supermarkt was zum Trinken kaufen. Er sagte New York liege unter Schutt und Asche. Es sei Krieg ausgebrochen.

  288. Ich befand mich in Reisevorbereitungen. Es war eine Einladung zu einer archäologischen Forschungsgrabung im Nildelta. Am 13.09.2011 sollte es von Hannover via Zürich nach Kairo gehen. Danach mit Sammeltaxen in die Wüste. Zum Grabungsort. Ein Jahr zuvor war ich bereits aufgrund wissenschaftlicher Studien vor Ort und hatte mich spontan bei den verantwortlichen Forschern für eine nächste Grabungskampagne beworben. Meine Bewerbung verlief positiv und ich wurde eingeladen. Tickets waren für das gesamte Team bereits gebucht worden. Gleichzeitig saß ich noch über einem Entwurf für eine Abgabe im Architekturstudium und hörte nebenbei 1LIVE. Dort wurde irgendwann zwischen Musik gemeldet, dass im Big Apple etwas seltsames vor sich geht und ein großer Flieger in einen der Zwillingstürme geflogen sei. Die Radionachricht rüttelte mich wach und ich schaltete dasErste ein. Wenn ich mich recht erinnere, dann sah ich dort zu ungewohnt früher Stunde Ulrich Wickert live im Sendestudio und dieser Topmoderator wußte nicht so richtig, wie er die laufenden Bilder kommentieren sollte, die im Sendestudio unregelmäßig aus den USA zugeschaltet wurden. Es hatte etwas abstraktes. Ich hatte das Flugticket 24 Stunden später nach Kairo. Ein Kollege rief an und hatte sich spontan entschieden mit zu fliegen um die Grabung über meine Kontakte besuchen zu können. Er rief von seinem damaligen Arbeitsplatz an und dort ist er nicht an Unterhaltungsmedien angebunden. Das wußte ich. Meine Versuche, ihn davon zu überzeugen, dass es aufgrund der aktuellen Ereignisse -ich schilderte sie ihm telefonisch- wohl nicht so günstig wäre einen Flug am heutigen Tage für Übermorgen nach Kairo zu buchen prallten an ihm ab wie Wasser an Wachs. So gingen wir in das Reisebüro meines Vertrauens. Dort waren alle Mitarbeiter am Dauertelefonieren und beruhigten Menschen, die sie meist überhaupt nicht kannten, da von denen Verwandte, Freunde oder auch Bekannte über das Reisebüro zum damaligen Zeitpunkt in den USA weilten, oder auf dem Weg dorthin oder zurück waren. Der Chef machte mit hochrotem Kopf eine kurze Verschnaufpause und sagte lediglich knapp und präzise zu uns herüber: “Ihr könnt euch nicht vorstellen, was hier seit Stunden abgeht!”. Das Reiseanliegen meines Kollegen wurde überhaupt nicht wahrgenommen. Das Szenario in dem Reisebüro ließ so etwas überhaupt nicht zu. Am 12. September 2001 am frühen Morgen bekam ich einen Anruf. Der Flug am 13. September wird nicht stattfinden, er wird verschoben. Ich wäre jedoch geflogen. Ich kann es nicht erklären. Im Frühjahr 2002 ging es dann dorthin. Ich wurde nach dem einchecken ausgerufen. Der BGS fand in meinem Fluggepäck ein Zippo – Feuerzeug. Das flog bis dahin immer mit. So etwas ging nun nicht mehr. Das muss ein Hund erschnüffelt haben.

  289. Ich war seit 07:30 am arbeiten.Ich habe den ganzen Tag das Radio an.Als ich hoerte was passiert war,dachte ich erst da waer ein Spinner mit seiner Cessna gegen das WTC geknallt.
    Aber dann,schon allein wegen dem Ton des Nachrichtensprechers und die Direktleitung nach NY,dachte ich da ist etwas nicht in Ordnung.Normalerweise hoere ich nicht genau hin.Ich arbeite allein,und habe das Radio eher um ein bisschen Musik zu haben.
    Aber da war es doch anders.
    Bin ins naechste Café um um die Ecke gegangen um etwas mehr im TV zu sehen.
    Ich wollte es einfach nicht glauben.Es ist nicht wahr ,war mein erster Gedanke.Alle guckten hin,ich hoerte alle moeglichen Kommentare.
    Ich weiss ,dass ab dem Zeitpunkt, mein Rechtigkeitsempfinden sich absolut geaendert hat gegenueber Menschen die in der Lage sind so etwas zu tun.
    Fuer mich, haben solche Menschen ihr Recht auf Leben verloren und es sollte alles unternommen werden um sie zu fassen und wenn es sein muss ,zu toeten ,egal wie.
    Mir tut es leid so zu denken,aber leider ist es so.Ich kann es nicht zulassen ,dass mein Nachbar plotezlich meint ,wegen einer irrsinnigen Ideologie,meine Nachbarn,Bekannte,Freunde,Familie zu toeten.
    Es ist meine Pflicht, ihn,mit allem was mir zur Verfuegung steht,daran zu hindern.Ab dem Zeitpunkt hat er kein Recht auf ein anstaendiges Verfahren,Anhoerung,Menschenrechte oder sonstwas.
    All das empfinde ich seit dem 11.September.

  290. Ich war in Saarbrücken, hatte sehr früh mit dem Dienst begonnen, dank Gleitzeit gerade Feierabend und stieg in mein Auto, um nach Hause zu fahren, als bei Radio Salü (ich glaube, Klaus Dittrich moderierte) die Nachricht kam, in New York sei ein Flugzeug in den Turm des WTC gestürzt. Man ging zu dem Zeitpunkt, glaube ich mich zu erinnern, von einer kleinen Sportmaschine aus, die sich wohl verirrt habe. In den nächsten Minuten präzisierte sich die Nachrichtenlage, dann kam die Nachricht vom zweiten Turm. Ich war mittlerweile fast zuhause, wie in Trance gefahren, immer das Ohr am Radio. Als ich unser Haus betrat, saß meine Frau stumm vorm Fernseher. Wir sprachen kein Wort. Dann der Schockmoment, als der Südturm zusammenbrach. Wir saßen auf der Couch, total “numb”, wie gelähmt. Dann kamen die Nachrichten von “Flight 93″, und kurz danach brach auch der Nordturm in sich zusammen. Jetzt erst wurde uns das ganze Ausmaß klar, wir riefen sofort unsere Bekannten in Redwood City (CA) an, die waren gerade aufgestanden, aber natürlich informiert. Unsere erste Frage: “Seid Ihr o.k.?” Man musste ja befürchten, daß überall in den USA Anschläge stattfinden würden.
    Meine Frau und ich hatten Flugtickets in die USA für den 20.09., wir wollten unsere Freunde in Kalifornien besuchen, wie schon dreimal zuvor in den Neunzigern, das Thema war natürlich in diesem Moment durch. Ich wollte sogar zuerst noch fliegen, mit dem Argument: “Sicherer als jetzt geht’s wohl nicht, die werden ab heute auf den Flughäfen auch noch die zusammengerollten Socken checken…”, aber mit einem Blick ins Gesicht meiner Frau starb diese “Idee” umgehend. Am nächsten Morgen war auch klar, daß wir die Tickets zurückgeben konnten. Unser nächster Besuch in Kalifornien fand dann 2005 statt, fast vier Jahre danach. Das freundliche, offene Land, das ich bis dahin gekannt hatte, war da nicht mehr dasselbe.

  291. Ich war damals 8 Jahre alt, hatte um 12 Schulschluss und hatte mich mit meinem damals besten Freund bei ihm zu Hause verabredet.

    Um 13 Uhr war ich bei ihm wir spielten damals in seinem Zimmer, als sein Vater frührer als sonst nach Hause kam so um 14:00 – 14:30 Uhr und zu uns sagt: ” Jungs kommt mal mit! “.

    Er machte den Fernsehr im Schlafzimmer an und da sah ich es wie die Türme brannten. Sie wiederholten die Szene in der das Flugzeug in den Südturm einschlug. Ich war 8 Jahre alt und fragte mich was passiert da ? Die Nachrichtensprecherin sagte: Wir wissen nicht ob es Terroristen waren aber es wird vermutet das es Terroristen sind die Amerika Angegriffen wollen und es getan haben!

    Ich fragte den Vater meines damals besten Freundes: ” Was passiert da? ”

    Dann erklärte er uns die Sache während der Fernsehr lieft, das Flugzeuge entführt wurde es warscheinlich Terroristen sind und und und….

    Dann sah ich auf den Fernsehr und der erste Turm krachte zusammen, damals hätte ich nie gedacht, dass so was mal passieren könnte, das durch ein Flugzeug so ein wirklich großes Gebäude zusammen stürzt!

    Als ich nach Hause kam um 18:00 Uhr umarmte meine Mutter mich fest und fragte mich ob ich weiß was passiert ist, ich sagte : ” Ja, ich hab es live gesehn! “, ich ging ins Wohnzimmer wo der Fernsehr lief und mein Bruder sahs, ich guckte mir Nachrichten an, auf allen Sendern ausser auf SuperRTL lief die Katastrophe mit dem WTC, ich erinnere ich mich noch Heute wie im Fernsehen auf RTL II eine weinende Frau am Telefon erzählte: “Mein Mann rief mich an er arbeitete im WTC, er sagte das er mich liebt und er sagte alles wird gut aber er muss nun auflegen die Decke kommt runter!”

  292. Ich war am 11. September 01 hochschwanger und sollte an diesem Tag vormittags den letzten Termin zur Kontrolle beim Gynäkologen haben. Den Mittag verbrachte ich zusammen mit meiner Mutter, als wir im Radio eine Meldung darüber hörten, dass ein Flugzeug in einen Turm des World Trace Centers geflogen sei. Daraufhin haben wir den Fernseher angemacht und bereits eine Liveschaltung nach New York verfolgen konnten mit einem völlig verstörten Ulrich Wickert als Moderater. Es wurde noch von einem Unfall gesprochen, der Pilot wäre betrunken oder verrückt oder eingeschlafen, als man plötzlich sehen konnte, wie das zweite Flugzeug frontal auf den zweiten Turm zusteuerte und hineinflog. Mein Vater kam herein und wollte nicht glauben, dass das real in NY passiert. Er sagte, das ist ein Horrorfilm. Den Nachmittag verbrachte ich bei meinen Eltern vor dem Fernseher und abends schaute ich mir zusammen mit meinem Mann die weiteren Berichterstattungen an. Meine Tochter wurde am 20.9. geboren und ich weiß noch, dass ich die Berichte über den 11.9. in unserer Regionalzeitung täglich im Krankenhaus gelesen habe. Die Welt hat sich seitdem verändert, für mich persönlich begann durch die Geburt meiner Tochter ein neuer Lebensabschnitt, den ich aber immer in Verbindung mit den Anschlägen am 11.9.01 bringen werde.

  293. I was at home, my baby was taking a nap, around 3 p.m. I checked my eMails – and I saw a banner on the right margin of the page showing the plane crash into the 1st tower. My first thought was “Stupid advert for another stupid American movie” – but something made me turn on the radio and I heard about this catastrophy. In 2004 I went to NYC and also went to Ground 0. I never exerienced that kind of feeling before: My association was Harry Potter – the dementor’s kiss, sucking all happiness and posive engergy out of you. Or a black hole in the universe, devouring everything coming in its way. This is how I felt – a horrible cold and forlornness, very disturbing. I could literally feel all the lost souls buried there longing for relief and peace.

  294. Am Nachmittag des 11.September.2011 saß ich in einem Fitnessstudio vor einer großen Glasscheibe und wartete auf das Ende der Karatestunde meines damals knapp 5-jährigen Sohnes. Ich bekam eine SMS meines damaligen Freundes in der er schrieb, dass ein Flugzeug in den Turm des WTC geflogen sei, ich habe gedacht er hätte einen Witz machen wollen und fand das gar nicht komisch.
    Nach dem Ende der Karatestunde ging mein Sohn in die Umkleide und ich an die Theke im Eingangsbereich des Studios. Dort war ein Fernseher und jede Menge Leute standen erstarrt davor. Er hatte doch keinen Witz gemacht.

  295. Ich war 14 Jahre alt damals und ging noch zur Schule. Es war ein Tag wie jeder andere auch, für mich. Habe mich wie immer zur Schule geschleppt und mich gefragt warum ich nicht schlafen darf. Der Unterricht lief damals auch wie gewohnt, hatte Mathe, Deutsch, Politik usw.

    Als die Schule endlich vorbei war bin ich direkt nach Hause gefahren mit dem Bus. Zuhause habe ich meine Schulsachen auf den Tisch geworfen und mein Fernsehen eingeschaltet. Auf RTL 2 liefen ja gute Animes. Jedoch merkwürdigerweise lief die Nachricht. Hatte mich gewundert, normalerweise sollte meine Lieblingssendung laufen. Mit großen interesse habe ich die Nachrichten weiter verfolgt, dachte ist nur vorübergehend. Bis mir langsam aber sicher klar wurde dass die keine gewöhnliche Nachrichten sind sondern etwas sehr großes gerade passiert. Als ich diesen Moment erfasst und realisiert habe war ich geschockt, ich saß bis in die Abendstunden vor dem Fernsehen und habe die Nachrichten verfolgt. Ich konnte es kaum fassen, dachte oder wollte das es ein Film sei, das gleich das Happy End kommen wird, aber die Realität sieht das nunmal nicht so.

    Es war der Tag an dem mein Weltanschauung sind verändert hat. Zu wissen das gerade live Menschen aus den Türmen in den Tod springen, Menschen die eine Zkunft hatte, die Lebensfreude hatten, die vllt Familien hatten, Kinder, Eltern…das es Ihr letzter Tag wird an diesem letzten Sonnenaufgang, würde keiner wissen. Jedes Jahr an diesem Tag denke an die Vorfälle die passiert sind und lege eine Schweigeminute ein…

    Auch diesmal…

  296. Mein letztes Jahr in Italien war fast um. Von unserer damals offenen Küchen aus blickte ich hinüber ins Wohnzimmer, in dem der Fernseher lief. Ich hatte eine Apfelkuchenim Ofen und machte den Abwasch. Mit offenem Mund stand ich da und wollte nicht glauben, was ich sah … wie hypnotisiert starrte ich auf die Mattscheibe, den Teller und das Trockentuch in der Hand, unfähig beides wegzulegen, nicht in der Lage, mich auf einen Stuhl zu setzen.

    Mein Lebensgefährte war zu dieser Zeit in den USA. Seine Großmutter war dort verstorben, die Trauerfeier vorbei und es war der Tag seines Rückfluges – eine Stunde bevor das erste Flugzeug in den Nordturm gekracht war, ging sein Flug – es war einer der letzten, die über den Airport JFK .

    Noch heute bewegen mich die Bilder, besonders die der einschlagenden Flugzeuge – perfide Szenen, wie sie kein Horror-Filmemacher mit allen Tricks der Welt hinbekommen hätte. Ein Entsetzen, das bis heute namenlos geblieben ist.

  297. …ich war in der Arbeit wie soviele und wurde von Kollegen auf diese Katastrophe aufmerksam gemacht.
    Wir verfolgten dann an einem TV die weitere Berichterstattung. Ich hatte Angst, das ein Krieg beginnt und irgendwie ist dieser Krieg heute noch.
    Ich hasse die Kreaturen (es sind für mich keine Menschen) die in ihrem blinden Eifer dieses Unglück über den Erdball gebracht haben. Kein Gott würde so etwas gutheissen. Merkt euch das!

  298. Ich bin 1976 in die USA eingewandert und war oft in NYC zu besuch oder bin mit Bekannten oder Verwandten hin gegangen und natuerlich war der besuch “to the towers” immer der hoehepunkt. An Sept 11th war ich in Florida, etwa 10 Minuten von Sarasota Flughafen weg, als ich die Kolone mit President Bush mit hoher geschwinidigkeit in richtung flughafen gesehen habe. Weniger als 10 min spaeter sah ich diese wunderbare Air Force 1 in der Luft. Diese berichte am TV haben sehr schnell klar gemacht, dass sich alles aber auch alles von heute an aendern wird. Der Patriotismus der amerikaner war einfach unglaublich fuer die naechsten paar wochen. Dieser anschlag hat genauso viel fuer die Muslims zerstoert, wie fuer den rest von uns, vielleicht mehr. Es ist traurig, dass wir als menschen nicht besser miteinander umgehen koennen. Der Hass ist unbeschreiblich. Traurig

  299. Ich war Schüler und war zu hause als mich ein Kumpel anrief und sagte ich soll den Fernsehr anmachen.. zuerst machte ich den kleinen in meinem Zimmer an, dann den großen unten im Wohnzimmer…

    Ich bin mir nichtmehr sicher ob ich den zweiten Einschlag live direkt gesehen hatte…

    Naja ab da klebte ich für mindestens 24 stunden am Fernsehr…

    In der Schule am nächsten Tag boten uns einige Lehrer an über die Ereignisse zu sprechen, aber ich glaube es gab arekien Interesse oder wir waren dazu nicht in der Lage.

  300. An diesem Tag war ich mit einem Freund am Nachmittag Tennis spielen. Ich weiss noch es war ein sehr bewölkter Tag, recht kühl und nass.

    Als wir am spielen waren, kam die Mutter meines Freundes auf die Tennisanlage, sie ging zu unserem Platz auf dem wir spielten und fragte uns, “habt ihr das schon mitbekommen? In New York ist EIN Flugzeug in ein Hochhaus gekracht.”
    Wir dachten uns erstmal nichts grosses dabei, “muss wohl ein Unfall gewesen sein”, sagte ich und wir spielten erstmal weiter.
    Als es dann jedoch zu regnen begann bin ich dann nach Hause gegangen, da war es dann auch schon ca. 17.00 Uhr und es gäbe dann eh bald Abendessen.

    Zuhause angekommen, sassen meine Eltern und auch meine jüngere Schwester mit entsetzten Gesichtern vor dem Fernseh, eingeschaltet war damals RTL aktuell die ja ab dem ersten Flugzeug Live berichteten.
    Ich wusste sofort das es sich um dieses Flugzeug in New York handeln muss. Ich bekam dann auch erst mit das auch ein zweites Flugzeug in den Südturm gekracht war. Die Bilder schockten mich zutiefst, ich war völlig sprachlos und perplex. Meine Mutter war den Tränen nah als die Türme dann noch einstürtzten, dass sich wohl keiner vorszustellen vermag!

    Am nächsten Tag in der Schule wurde dann mit den Lehrern darüber gesprochen.

  301. Am 11.09.2001 arbeitete ich als Assistentin in einem Cargo-Unternehmen am Frankfurter Flughafen. Als unser Chef per Internet die Nachricht eines Flugzeugabsturzes ins World Trade Center weitergab, dachten wir alle noch an einen tragischen Unfall. Doch als das zweite Flugzeug in Turm zwei einschlug, wurde es uns klar…das ist kein Zufall mehr, sondern Terror!
    Noch nie hörte ich von Osama Bin Laden, geschweige denn von Al Quaida. Afghanistan als Land kannte ich aufgrund zwei lieber Freundinnen, die von dort stammten und mir ein wenig ihre Kultur näherbrachten.
    Das aus diesem Land nun zwei Männer Flugzeuge entführen konnten und sie gezielt als Waffen einsetzten….??!!! Ich starrte auf dem Bildschirm und konnte es nicht fassen, in meinem Kopf schwirrte es.
    Doch wir hatten nicht viel Zeit, uns damit auseinanderzusetzen. Plötzlich wurde es hektisch und wir bekamen einen Anruf eines anderen Mitarbeiters, dass der Frankfurter Flughafen geschlossen werden soll. Im gleichen Augenblick klingelte mein Handy und meine Mutter sagte mir: Geh da weg, fahr sofort nach Hause!
    Das Internet war überlastet, so dass wir den Fernseher einschalteten und sahen dort mit Entsetzen die weiteren Einstürze. Außerdem wurden öffentliche Gebäude und Flughäfen gesperrt und evakuiert.

    Ich schaute aus dem Fenster, wir sassen damals im Bereich Cargo-City-Süd…und bemerkte, wie ruhig es plötzlich auf allen Ladeplätzen war. Wir machten alle unsere PC’s aus…Feierabend…ich war damals den Leuten noch nie so nah…verabschiedeten uns für den morgigen Tag und ich setzte mich ins Auto und schloss mich dem Autokorso an, der langsam Richtung Schranke nach draußen führte. Amerikanische Soldaten, deutsche Polizisten, Feuerwehrleute…plötzlich war es so nah.
    Ich fuhr die verstopfte A5 Richtung Familie.

    • Am 11.09.2001 war ich Zivildienstleistender. Ich arbeitete in einer Altentagesstätte. Am Nachmittag brachte ich die älteren Besucher aus der Tagesstätte mit einem Kleinbus wieder zurück in ihr Zuhause.
      Während der Fahrt hörte ich im Radio was geschah. Zuerst konnte ich es nicht glauben, bis ich später die Bilder im Fernseher sah!
      Ich dachte es wird Krieg geben.

  302. Ich war am 11. September 2001 im Büro bei der Arbeit. Erste Gerüchte erreichten das Büro in dem noch weitere 7 Kollegen waren, und es war von einem kleinen Sportflugzeug die Rede, Wenig später war über das Radio von einer Passagiermaschine die Rede. Als der damalige Präsident von einem eindeutigen Akt von Terrorismus sprach, konnten wir es erst kaum glauen. Zuhause angekommen wurde gemeldet das der erste Turm einstürzen würde. Am Fernsehen, nur wenig später, habe ich gesehen (wie warhrscheinlich jeder Mensch auf der Welt der davon wußte und einen TV zur Verfügung hatte) wie auch der 2. Turm einstürzt.

    Für mich waren die beien Türme zeit meines Lebens ganz besondere Bauwerke, ich malte Sie in der Schule nach, wollte dort Silvesert 2000 erleben (dazu ist es aus privaten Gründen nicht gekommen) und auch sonst empfand ich eine tiefe emotionale Bindung an diese beiden Tower von New York. Ein Sinnbild der modernen Welt, auch eine architektonische Schönheit. Ein Symbol der Hauptstadt der Welt (New York ist für mich die heimliche Hauptstadt der Welt).

    Die Terroristen haben mir mein Symbol genommen, es ist für immer aus der Welt ausradiert. Leider kam dannach niemand auf die Idee, die Tower exakt genauso wieder aufzubauen (zumindest wurde diese Vorstellung in der Öffentlichkeit nicht diskutiert) wie diese noch am 10.12.01 gestanden sind. Somit hätten die Anschläge für die Tower und das Symbol nichts anhaben können, wie eine Art Trotzreaktion auf die Anschläge. Schade.

    Ich denke noch heute oft an den Tag, es gibt auch nicht viele solche Tage auf der Welt, an dem die Welt selbst, für einen kurzen Augenblick aufhört sich zu drehen. Andere solche Tage waren die Ermordung Kennedys (vor meiner Zeit, ich wurde 1974 erst geboren) oder der Tod von Diana.

    Danke für diese Site und die Idee darin diese Erinnerungen teilen zu dürfen.

    Volker

  303. In 2001 I was 21 years old.In the moment of the terrorist attacks I was in Minden/Germany in a Karstadt store. I was looking for avocation, because some weeks before I decided to abandon my studies of architecture at the FH in Minden. In the store there was a tv. The first what I saw was manhattan filled with an explosive cloud of smoke. Everything was shown from the bird’s eye view. I think it was n-tv (news channel) showing the pictures.
    The first I was thinking of was :” Shit, it might be a big accident.”
    But then I heard of a terror attack done by two planes flying in the twin towers. Banned by the pictures I left the store and in the evening I listened to the news.

    I remember my trip to the university of bielefeld, some days after.There I wanted to read articles about 9/11 in several newspapers. It was so quiet. On the central floor of the university there was established a room-like area with a screen and some chairs. It was all so unreal and sad. A great depression in the hearts of the mankind.

    Thanks to the admin who gives me and others a plattform to write about 9/11 and our circumstances!

    Daniele

  304. Am 11. September 2001 war ich auf der Arbeit, zu der Zeit machte ich eine Ausbildung zur Mediengestalterin und war ganz am Anfang des dritten Lehrjahres.

    Der Junior-Chef kam durch die Tür und erzählte immer wieder ganz aufgebracht, dass alles Bin Ladens Schuld sei. Da wir damals noch nicht an jedem Computer Internet hatten, konnte ich die Aufnahmen erst am späten Nachmittag zu Hause sehen.

    Auf der Fahrt nach Hause, hörte ich Antenne Bayern, die nur sehr langsame, traurige Lieder spielten. Ich war wie benommen, überall, die Stimmung war unglaublich bedrückend.

    Danke für diese Website – eine tolle Idee!

  305. Am 11. September 2011 war ich bei der Arbeit. Ich hatte im Monat davor meine Ausbildung begonnen und war in unserer Postabteilung eingeteilt. Nachmittags kam unser Mitarbeiter von seiner Post-Tour zurück und erzählte uns, dass das World Trade Center brennen würde, er hatte das im Radio gehört. Warum wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Also haben wir sofort das Radio eingeschaltet, um neue Informationen zu bekommen, einen PC hatten wir dort noch nicht.
    Nach Feierabend bin ich direkt nach Hause und habe den ganzen restlichen Tag vor dem Fernseher verbracht. Ich konnte das überhaupt nicht fassen, dass dies die Realität sein sollte, weil ich unbedingt einmal nach New York reisen wollte.

    Im Januar 2007 bin ich dann mit einer Freundin nach NYC geflogen. Am letzten Tag sind wir zum Feuerwehrmuseum gegangen. Eigentlich wollten wir dort nur ein Souvenir kaufen, aber dann kam ein sehr netter pensionierter Feuerwehrmann auf uns zu und schleppte uns einfach in die Ausstellung. Er hat uns alles erklärt und dann kamen wir in den Gedenkraum für die über 300 Feuerwehrleute, die an diesem Tag gestorben sind. Seine Söhne waren bei der Polizei und sind an diesem Tag ebenfalls ums Leben gekommen. Was mir aufgefallen ist, er sagte die ganze Zeit “they were killed on 9/11″ und nicht “they died”. Seine Geschichte hat uns echt berührt und auch heute kommen noch Tränen, wenn ich an diesen faszinierenden Menschen denke, der seine Lebensfreude trotzdem nicht verloren hat. Er erzählte stolz von seinen Enkeln und hat uns die Geschichte der New Yorker Feuerwehr sehr lebhaft erzählt.

    Wahnsinn, dass dieser Tag schon 10 Jahre her ist, es kommt mir vor wie gestern.

    Nina

  306. Beim Verlassen der Wohnung hat mir meine inzwischen verstorbene Mutter noch erzählt : “du , da ist etwas in New York passiert”. Nur mit einem einfachen Textpager – noch ohne die modernen Smartphone Apps und Widgets nach dem Motto “Info everywhere about everything” ausgerüstet – habe ich unterwegs zur Arbeit dann auf dem kleinen Display gelesen “Flugzeuge ins World Trade Center gestürzt”. Da das Nachrichtenteam des Textpageranbieters schon öfters Rechtschreibfehler “eingebaut” hatte, dachte ich erst an einen Tippfehler , also 1 Flugzeug – vielleicht ein Kleinflugzeug wie schon öfters zuvor auf der Welt.
    Mein Weg zur Arbeit führte dann durch die Unterführung eines Einkaufsmarktes mit Überwachungskameras und -bildschirmen, Die Securitymitarbeiter hatten wohl CNN auf die Bildschirme geschaltet und ich konnte zum ersten mal das volle Ausmass sehen. Der Arbeitstag wurde dann wegen der Recherche von Kunden nach dem Verbleib von Verwandten in New York schnell beendet und auch ich musste an meine Einladung nach New York 3 Monate zuvor denken : “Was , wenn ich die Einladung angenommen hätte – und vielleicht sogar 3 Monate dort geblieben wäre ?”
    Der schon angeschlagene Gesundheitszustand meiner Mutter hatte mich dann doch in Deutschland festgehalten.

  307. Ich war am 11. September auf der Arbeit. Ich habe mich nur gewundert, warum auf einmal das Internet stehen blieb. Ich bin in das Büro von meine Chef gegangen und wir haben den Fernseher angestellt. Bei den ersten Bildern habe ich sofort an einen Unfall gedacht.
    Was für die Generation von meinen Eltern die Ermordung von Kennedy deutetet die Weltt bleibt stehen ist für meine Generation der 11. September.

  308. I was in Tennessee at my friends house. I live in germany and came to visit my friend. He was the best friend of my brother who died a year before 911 in a bad motorcykle crash.
    I was in bed as Joe came to wake me up.
    “Get up Pete, you better to see this” he said.
    As I entered the living room to sit on the couch I looked into TV and we both sat there beeing paralized.
    “that´s war on America” Joe comented the scene.
    As he came back with a cup of coffee for me, we both tried to analyse the things happening.
    Suddenly the second plane appeared and crashed into the tower.
    We both got off the couch on our feet and felt so helpless and shocked right there!

    Over the day authoritys and national gard, police and airforce all where in a move and I felt like beeing in a crisis area such as seen many times on TV before like the Cosovo or anywhere else.
    We went downtown Tiptonville Tn to see whats going on and we saw lines of cars and trucks and other vehicles at gas stations waiting to gas up. The roads where blocked! We drove down main street and saw grocery markets crowded with people.
    The sky was clean and silent and only once a while fighter planes and helicopters passed by.
    It was so unreal!
    It took me 6 more days till I could fly back home to germany.
    Somehow I feel like beeing a part of it.
    I am a fire fighter and paramedic and I feel for all comrades beeing killed in this act of cowardice and senselessness.
    We do remember….every year!

  309. Am 11.9. ging wie immer nach meinem Nachtdienst um kurz vor 15 Uhr mein Wecker. Wie jeden “morgen” führte mich mein Weg zum TV einschalten und dann sofort in die Küche Kaffee kochen. Zurück im Wohnzimmer begann ich wie gewohnt zuerst die Nachrichtenkanäle durch zu zappen, als mein Blick und Finger bei CNN hängen blieb. Die Skyline Szene von NYC mit dem brennenden Turm. Ein Laufband das sagte: “Flugzeug rast in das WTC.”. Eine Stimme im OFF. “Ein Flugzeug ist in das WTC geflogen und im Turm brennt es. Wir haben keine Infos über die Art des Flugzeuges und warum es das WTC traf. Ich wiederhole. Vor ein paar Minuten ist ein Flugzeug in das WTC gerast.” Ich dachte mir das sieht schlimm aus. Diese riesige Rauchentwicklung. Das wird eine große Sache.

    Da meine Mutter im selben Haus wohnte und zur der Zeit im Garten war rief ich sie rein. ich erklärte ihr gerade was passiert war und versuchte neben bei zu übersetzen, als es passierte. Ein Schatten auf der linken Seite des Bildes, eine Explosion, eine Stimme im TV die rief: “Oh ****!” und Sekundenbruchteile später eine riesige Explosionswolke.

    Meine allerersten Gedanken? Anschlag, Moslems, Krieg und mein Gott da müssen tausende Menschen gestorben sein.

    Kurz nach dem 2. Einschlag gab es auch endlich auch auf deutsche Sendern Sondersendungen. Ein 3. Flugzeug in Anflug auf New York, mehre Flugzeuge entführt, Autobombe vor dem US Aussenministerium explodiert, Feuer im Pentagon, Luftraum gesperrt, ein Flugzeug abgestürzt usw.

    Als der erste Turm einstürzte war ich so fassungslos das ich nur noch dachte, das muss zehntausende Opfer gegeben haben und Gott stehe uns bei. Downtown verschwand in einer Wolke und ich hoffte das nicht jetzt einer auf DEN Knopf drückte.

    Nach dem Einsturz des 2.Turms verschwinden meine Erinnerungen, nur das ich noch stundenlang die News verfolgte und abends ausserplanmässig doch zum Dienst musste.

  310. Am 11. September 2001 lag ich im Krankenhaus mit einer sehr ernsthaften Wirbelsäulenverletzung. Weil ich mich kaum bewegen konnte lief der Fernseher schon morgens. Die laufende Sendung wurde für die Berichterstattung aus New York unterbrochen.
    Es dauerte eine Weile, bis ich das Wort “live” in der oberen Ecke des Bildschirms wahrnahm. Bis dahin sah das alles aus, als würde ein Roland-Emmerich-Film gezeigt.
    ich empfand tiefes Erschrecken, als ich das Ausmass der Ereignisse realisierte.
    Da ich wusste, dass fast die gesamte Familie einer Krankenschwester in Manhattan lebte, machte ich mich auf den sehr langen und langsamen Weg zu ihr, um sie zu informieren.
    Der Tag verging so, dass mein Bett zum Treffpunkt des Stationspersonals wurde, das die Geschehnisse verfolgen wollte. Teilweise saßen wir mit 5 oder 6 Personen auf diesem Bett.
    Gesprochen wurde kaum. Einig waren wir uns allerdings, dass dies irgendwann zu erwarten war: ein Angriff auf die USA auf eigenem Boden.
    Die USA war an wenigen Kriegen weltweit nicht beteiligt – war da ein Angriff so unwahrscheinlich?
    Ich empfand und empfinde noch immer Bedauern für die Opfer, Mitgefühl für die Hinterbliebenen und höchsten Respekt für die Rettungskräfte.

  311. Am 11.09.2001 war ich am Flughafen Nürnberg, um in ein Flugzeug zu steigen. In der Wartelounge leif der Fernseher und ich konnte sehen, wie der erste der beiden Türme einstürzte. Ein komisches Gefühl, dann in einen Flieger zu steigen….

  312. Wir saßen im Büro, als um gegen drei die ersten Meldungen im Radio kamen. Irgendwie fand ich das erst gar nicht so schlimm, weil ich dachte, es handelte sich bestimmt um ein Sportflugzeug. Und ich weiß noch, dass ich zu meinem Kollegen sagte, dass sowas für die Amerikaner bestimmt kein Problem ist. Die haben ja sogar die brennenden Ölquellen in Kuwait gelöscht bekommen. Wie naiv! Während der Heimfahrt im Autoradio hörte ich dann davon, dass noch weitere Flugzeuge entführt worden seien und dass der zweite Turm getroffen ist… Da ist mir ehrlich gesagt erst klar geworden, dass hier etwas wirklich grauenhaft schlimmes passiert. Ich weiß noch, dass der Sender (hr3) die ganze Zeit über nur ganz ruhige Musik, also hauptsächlich Balladen, gespielt hat. Alles andere wäre auch unerträglich gewesen. Wenn ich an der roten Ampel in die Autos neben mir geschaut habe, konnte ich sehen, dass nicht nur ich schockiert war. Zu Hause habe ich dann natürlich auch sofort den Fernseher eingeschaltet. Da wurde es auch mir endgültig klar, dieser Tag verändert die Welt. Und wenn ich heute die Bilder sehe bin ich immer noch sprachlos, dafür gibt es keine Worte. Schade, dass die Menschen nicht begreifen, dass wir nur diese eine Welt haben und wir in dem großen Universum vielleicht besser zusammen halten sollten.

  313. Ich bin Polizeibeamter des Landes Berlin und habe Freunde in New York – bei der Polizei und zivilen Institutionen. Wer jetzt eine reissende Story erwartet wird sicherlich enttäuscht. Denn es war ein ganz normaler Tag bis ich nachmittags vor meinem planmäßigen Nachtdienst beschloss zu bügeln – was man als Junggeselle eben so macht. Und wie jede gute “Hausfrau” tat ich das vor dem Fernseher: Ulrich Wickert mit einem brennenden Turm im Hintergrund…… Ich habe sofort einen Unfall ausgeschlossen: „Das geht nicht: keine Linienmaschine fliegt in einen der Türme……“.
    Dann das unfassbare: die zweite Maschine schlägt in den zweiten Turm ein. Keine Minute später klingelt mein Telefon: Mein Kollege mit dem ich stets gemeinsam zum Dienst mit dem Fahrrad fahre: „Bist Du fertig? Ich hole Dich jetzt ab“. Mir blieben 15 Minuten meine Sachen zu packen, die Diensthemden blieben ungebügelt. Auf dem Weg zu unserer Dienststelle (damals war ich noch Angehöriger einer Einsatzhundertschaft) hielten wir an einem Supermarkt und kauften ein, was wir für nötig hielten um einen Dienst mit keinem sicheren Feierabend zu überstehen: Bananen, Kekse, Müsliriegel und Apfelschorle. Schwer bepackt radelten wir zur Dienststelle und ich dachte, wir wären die ersten 3 Stunden vor Dienstbeginn……weit gefehlt. Die gesamte Mannschaft war bereits da – ohne dass sie alarmiert wurde. Von alleine hat jeder sofort die Tragweite der Ereignisse begriffen und sich früher aufgemacht. Jeder wusste was zu tun war, die Ausrüstung war eine andere als sonst. Wir schützten eine Demo mit Angehörigen der Feuerwehr und vielen anderen Menschen, die sich bedankten, dass wir sie da waren…….das sind Töne die man als Berliner Polizist nicht gewohnt ist. Die Grenzen verschwommen….nahmen wir unseren gesetzlichen Auftrag war oder waren wir selbst Teilnehmer einer Demonstration in Gedenken an die verschütteten, zu Tode gekommenen und „gefallenen“ Polizisten und Feuerwehrleute New Yorks? Wir hatten noch andere brisante und spektakuläre Operationen in dieser Nacht, auf die ich nicht näher eingehen darf…..aber eines kann ich sagen: es war besonders, es bleiben mir besondere Erinnerungen mit Angehörigen der Bundesregierung und den Berliner Bürgern, die sich plötzlich in ungewohnter Vielzahl der besonderen Beziehung zu den Amerikanern besonnen und ihre Anteilnahme zum Ausdruck brachten. Nach 21 Stunden in einem ungebügelten Hemd und nachdem alle Verpflegung verputzt war, durfte ich in den Feierabend radeln. Die Welt war eine andere. Irgendwann riefen mich Freunde an, die mir bestätigten, dass die gemeinsamen Freunde in New York allesamt unversehrt waren.
    Was bleibt? Wer die „Amis“ nicht kennt, versteht nicht, was dieser Anschlag für sie bedeutete. Als am 1.5. Osama binLaden im Kampf fiel wurde hier die Reaktion der Amerikaner kritisert: Wie kann man den Tod eines Menschen bejubeln? Das kann nur der kritisieren, der nicht versteht, was dieser Mann für die Amerikaner bedeutete. New York ist noch lange nicht soweit, es ist nach zehn Jahren noch nicht verkraftet. Im letzten Jahr sorgten Sport- und Kunstflugzeuge auf dem Wasser zwischen Ellis Island und Battery Park für panische Gesichter. Für mich und erst Recht für die New Yorker. Dieses Trauma wird bleiben. Die sich anschließende Kriege, der NATO-Bündnisfall…..all dieses sind diskutable Dinge. Was nicht diskutabel ist, sind die Folgen dieses hinterhältigen Angriffs auf ein Symbol des „Westens“. Ich erinnere mich an jubelnde Araber in Berlin, die unverhohlen und völlig straffrei ihre Freude und Häme über diese feigen Anschläge zum Ausdruck brachten und sich solche Anschläge für Deutschland wünschten. Ich erinnere mich an „USA-Kritiker“ die meinten die USA seien selbst Schuld. „Die USA“ seien Schuld an der Schuld tausender Menschen, die ihrer Arbeit nachgingen, die wie Polizei und Feuerwehr versuchten, Menschen losgelöst von Hautfarbe und Religion zu retten…….
    Ach ja, um „meine Geschichte“ zum Abschluss zu bringen: Sie war noch lange nicht zu Ende. Im Grunde ist sie es bis heute nicht. Dieser Tag hat die Welt verändert.

  314. Ich war mit meiner Mutter im Krankenhaus bei meinem Vater, der an diesem Morgen operiert worden war. Im Aufwachraum haben wir nichts von den Ereignissen mitbekommen. Als wir am Nachmittag nach Hause kamen, legte meine Mutter sich hin und ich las Zeitung, als das Telefon klingelte. Mein Bruder war dran, total aufgeregt. “Wo wart ihr denn? Ich versuche euch schon seit Stunden zu erreichen! Mach schnell den Fernseher an, Amerika wird angegriffen. Das bedeutet Krieg!” Dann legte er auf. Ich war wie vor den Kopf geschlagen, völlig verwirrt und dachte erst, der spinnt. Dann habe ich schließlich den Fernseher angemacht. Beim Anblick der brennenden Türme dachte ich im ersten Moment an einen Film, aber auf allen Kanälen lief dasselbe Programm. Da begriff ich erst, dass das, was so unwirklich wirkte, Wirklichkeit war und bin die nächsten Stunden nicht mehr vom Fernseher weggekommen. Aber ich hätte nie gedacht, dass mein Bruder recht behalten sollte.

  315. Am 11. September freute ich mich riesig, gegen 17.00 Uhr mein neu zugelassenes
    Traum-Auto englischer Bauart beim Händler abholen zu können und fieberte darauf, mich von unserem Sohn dorthin fahren zu lassen.

    Allerdings war unser Sohn noch im Flugzeug von New York nach Frankfurt unterwegs und
    sollte laut Videotext ca. eine Stunde verspätet- so gegen 14 Uhr – ankommen. Meine Frau war zum Flughafen unterwegs, um ihn abzuholen.

    Gerade als die beiden vor unserem Haus vorfuhren, klingelte das Telefon und sein bester
    Freund, der ja wusste, dass unser Sohn sich in New York aufhielt, fragte, wo er denn sei.
    Ich fragte ihn, ob er einen 7. Sinn habe, denn er käme gerade zur Tür rein. Er antwortete
    mir damit, dass sein 7. Sinn , ihm sage, dass zwei Flugzeuge in das WTC geflogen seien
    und bereits 1 Turm eingestürzt sei. Ich konnte dies nicht glauben und fragte ihn, welchen
    Horrorfilm er sich gerade ansehe. Seine Antwort war nur, ich sollte das Fernsehen einschalten.

    Die Bilder der einstürzenden Türme und vor allem der aus Verzweiflung in den sicheren
    Tod springenden Menschen haben sich bis heute bei mir eingebrannt. Dies umso mehr,
    als unser Sohn uns erzählte, noch am 10. 9. auf der Aussichtsplattform gewesen zu sein.

    Das Auto, das ich noch heute fahre, haben wir zwar abgeholt, die Freude war allerdings weg.
    Einige Tage später sagte mein Sohn zu mir, dass die Terroristen möglicherweise über den
    damals .populären „Flight-Simulator“ auf diese verbrecherische Idee gekommen sein könnten,
    denn es habe fast niemand geschafft, zwischen den Türmen durch zu fliegen.

  316. Ich habe gegen Mittag des 11. Septembers meine zweite Tochter Elisa Joy zur Welt gebracht. Drei Stunden später wurden wir mit unserem Kind nach Hause entlassen. Als wir zuhause unsere Verwandten über die Geburt informierten, da erfuhren wir von den Vorgängen in New York und hörten dann den Rest des Tages Radio, denn wir hatten keinen Fernseher. Erst die Bilder in der Zeitung haben für uns das wahre Ausmaß des Ereignisses erahnen lassen. – Unsere “Liesel” hat morgen zehnten Geburtstag und versteht so langsam, an was für einem Tag sie zur Welt gekommen ist.

  317. Nachher zum Alex, zur “Freiheit statt Angst”-Kundgebung. Ich erinnere mich, wie ich fast genau vor zehn Jahren auch am Alex war. Am 11. September hatte ich ein wenig Zeit zu vertrödeln, und besuchte dort um die Mittagszeit einen großes Elektro-Fachgeschäft, eigentlich nur um herauszufinden, ob die vielleicht noch Tape-Decks verkaufen.
    Und dann latschte ich so durch diesen Laden, kam dann bei den Riesenfernsehern vorbei, und dachte dann, warum kucken denn alle Verkäufer auf ihre Glotzen, morgens läuft doch noch kein Fussball. Und überhaupt, warum hocken und knien die denn auf dem Boden?
    Und dann sah ich warum:
    In einem nicht endenden Bild-Karrussel flogen Flugzeuge in die Twin-Towers, und die Türme fielen in sich zusammen, und die Verkäufer und ich verstanden sehr schnell, in all unserer gemeinsamen Fassungslosigkeit, in unseren Kopfschüttelgesten, in unserem Schweigen, in unserem Hände vors Gesicht schlagen, dass dies kein Science-Fiction-Film. Es war echt. Diese erschreckenden Bilder zu sehen, das fühlte sich echt an.

    Und in dieser Szenerie gab es eine Kundin, die völlig unberührt von allem, mit einem alten Zollstock einen dieser Riesenfernseher abmaß, um herauszufinden, ob die Kiste wohl in ihre Schrankwand passe. Und das war so absurd, wir als minutenlange Erfahrungsgemeinschaft vereint im Entsetzen in Richtung Riesenfernseher schauend, erstarrt von diesen immer wieder sich wiederholenden Film-Sequenzen, und sie, die Kundin, an einer dieser Riesenglotzen stehend, in ihr Ausmessen vertieft.

    Ich werde diesen Tag niemals vergessen, weil er zu meinen traurigsten, unerklärlichsten aber auch zu meinen fassungslosesten gehört, und jeder war doch schonmal in New York, und ich selbst war schonmal an Heiligabend in einem der Türme, und habe von oben auf Wolken schauen können, eine Sicht, die doch eigentlich nur aus dem Flugzeug heraus möglich ist. Und diesen Zauberplatz gibt es nicht mehr.

  318. ich wollte zuhause (deutschland, saarbrücken) die star trek next generations-folge “datas tag” aufnehmen (tng wurde damals auf sat 1 wiederholt und ich habe alle folgen aufgenommen). leider wurde statt dessen live aus new york berichtet. auch die nächtliche wiederholung fiel der berichterstattung zum opfer, und so fehlte mir diese eine folge. statt dessen nahm ich eine stunde lang die nachrichten auf und kaufte mir später die data-box…

  319. Ich wohnte zu der Zeit mit meiner damaligen Frau in Texas und war gerade auf Arbeitssuche. Wie fast jeden Morgen saß ich mit einem Kaffee am Rechner um Stellenausschreibungen zu suchen bzw. Bewerbungen zu verschicken. Da kam eine Mail von meinem ehemaligen Arbeitskollegen Holger am DFKI mit der Frage was da denn los sei und ob bei mir alles in Ordnung wäre. Ich wusste nicht, wovon er redet, aber auf meine Nachfrage hin kam nur die Nachricht “Schalte Deinen Fernseher ein!”. Den Einsturz des zweiten Turmes habe ich dann quasi noch live erlebt, und für den Rest des Tages immer und immer wieder die Bilder gesehen.
    Natürlich war auch Angst dabei… zu dem Zeitpunkt wusste ja niemand, ob es sich um ein (oder mehrere) Einzelattentate handelt, oder ob die gesamte USA jetzt massiv unter Beschuss gerät. Da wir ganz in der Nähe eines nicht unbedeutenden militärischen Ziels wohnten, hätte es auch uns treffen können. Ich glaube, ein solches Erlebnis lässt sich schwer in Worte fassen.
    Die Auswirkungen des Anschlages (von dem wir immerhin mehrere tausend Kilometer entfernt waren) waren aber auch bei uns ganz deutlich zu spüren. So wurde die Bevölkerung zu Blutspenden aufgerufen. Da der gesamte Flugverkehr lahmgelegt war, konnten dringen benötigte Blutkonserven – die durchaus vorhanden waren – nicht auf die örtlichen Krankenhäuser verteilt werden. So verbrachte ich den Nachmittag in der Warteschlange beim United Blood Service, wurde aber letztendlich doch weggeschickt und für einen späteren Termin wiederbestellt, da die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung die Kapazitäten weit überschritt.
    Nach diesem Tag hatte sich auch mein Leben in den USA einschneidend verändert. Insbesondere gestaltete sich die Arbeitssuche noch schwieriger als sie ohnehin schon nach der geplatzen Dot-Com-Blase war, und ich kehrte 2003 wieder nach Deutschland zurück.

  320. Der Vormittag des 11.September war ganz normal, um 14 Uhr war die Mittagspause vorbei und ich kam wieder an meinen Arbeitsplatz. Es lief wie immer das Radio. Nur nicht Musik wie sonst, sondern andauernd wurde von New York berichtet…irgendwann hab ich dann lauter gestellt und mal richtig hingehört.
    Ich konnte gar nicht glauben was da berichtet wurde. Also hab ich im PC auf verschiedenen Internetseiten versucht Neues zu erfahren. Aber überall waren diese Standbilder vom brennenden WTC und plötzlich waren die Türme weg. UNVORSTELLBAR! Solche Hochhäuser stürzen doch nicht einfach so ein!
    Noch heute jagen mir diese Bilder Schauer über den Rücken und man ich kann das unendliche Leid der Menschen spüren.

  321. Pingback: Wo warst Du am 11. September? | Incetrix

  322. Es war Dienstag und Schulanfang, der erste Schultag in der K12. Fünf Tage zuvor habe ich endlich meinen Führerschein bekommen (06.09.) und so durfte ich das erste Mal mit Muttis Auto zur Schule fahren.

    Ich weiß noch, dass die Kollegstufe viel später erst Schule hatte, als die anderen Klassen, so habe ich meine Freunde und Mitschüler am Vormittag getroffen. Nach der Ausgabe der Stundenpläne und noch etwas Plauderei mit den Kumpels bin ich dann am Mittag wieder nach Hause gefahren. Davor bin ich noch kurz zu einem Metzger und habe ein bisschen Brotzeit mitgenommen.

    Zu Hause war es dann ganz gemütlich und normal, im Grunde wie all die Schuljahre zuvor: man spricht über den Stundenplan erzählt, welche Lehrer man hat usw. Dann gab es die eben gekaufte Brotzeit, im Fernsehen lief gerade “Barbara Salesch”.

    Irgendwann kam eine Bauchbinde, die verkündete: “Unglück in New York, Flugzeug fliegt in World Trade Center. Später dazu mehr”. Ich schau meine Mutter an und wir konnten es anfangs nicht glauben. Unsere ersten Kommentare waren, dass es ganz sicher nur ein kleines Flugzeug gewesen sein muss, denn die großen Passagiermaschinen fliegen doch nicht über Manhattan. Erst recht nicht so tief!

    Auf die Idee umzuschalten, zu den Nachrichtensendern oder gar zu CNN kamen wir zunächst nicht. Anfangs lief die Salech nun unbeachtet weiter und wir haben es noch als kleinen Unfall gesehen. Irgendwann aber meinte ich, wir sollten doch mal zu CNN etc. schalten … und dann sah ich die Bilder. Von nun an auf jedem Sender. Den ganzen Tag und länger.

    Ich weiß noch, wie ich im Bad aus dem Fenster gesehen habe und wirklich Angst bekommen habe. Nicht Angst vor weiteren Angriffen, sondern vor dem US-Präsidenten. Mit Recht, wie sich mittlerweile herausgestellt hat.

    Aus irgendeinem Grund habe ich meinem besten Freund eine SMS geschrieben, er solle den Fernseher anmachen. Kurz darauf hat er mich angerufen und sich “bedankt”, denn er war bei seiner Oma im Garten und hat bisher nichts mitbekommen.

    Am nächsten Tag, dem zweiten Schultag ging es für mich mit Geschichte los. Mit der Klasse wartete ich vor dem Klassenraum und der erste Kommentar von irgendeinem Mitschüler, den ich gehört habe war Zynismus pur und einfach geschmacklos: “Hoffentlich sagen die jetzt nicht das Oktoberfest ab!” Ich weiß nicht mehr, wer das war, ein Kumpel oder Freund war es aber Gott sei Dank nicht!

  323. Ich kam gerade aus der Schule. Damals war ich in der elften Klasse und wir hatten endlich mal früher frei. Ich war hundemüde und legte mich im elterlichen Wohnzimmer auf die Couch. Irgendwann schaltete ich den Fernseher an und wollte mich berieseln lassen. Ich zappte ohne hinzuschauen und drückte dann auf 2, wie ZDF.

    Als ich zum Fernseher hinsah, dachte ich mir: “komisch, ein Film, Dienstags um 15 Uhr im ZDF? Ist ein Feiertag?” Das war kein Film. Ich war schlagartig wach und konnte nur noch in den Fernseher starren. Entführte Flugzeuge, tausende sterbende Menschen. Das war für mich nicht zu fassen. Ich war wie gelähmt und bekam auf einmal wirklich Angst.

    Irgendwann kam mein Vater von der Arbeit nach Hause. Meine Mutter war zu dem Zeitpunkt nicht zu Hause. Sie war drei Tage vorher mit dem Flugzeug zu einer dreimonatigen “Heimatreise” zum Verwandten-Besuch aufgebrochen. Wir riefen sie an und berichteten ihr von dem Geschehenen. Mein Vater und ich saßen bis zum Abend zusammen und sahen den Geschehnissen zu. Den einstürzenden Türmen, den mit Staub bedeckten Menschen, einer Stadt im Ausnahmezustand.

    Ich werde mein ganzes Leben nie mehr vergessen welche Unterrichtsfächer ich an diesem Tag hatte, welche Kleidung ich trug und was ich zu dem Zeitpunkt gemacht habe…

  324. Ich war am 11. September 2001 in Bad Neuenahr -Ahrweiler an der Akademie für Notfallplanung und Zivilverteidigung auf einem Lehrgang.Wir machten direkt ein Pause und verfolgten die Livereportagen und hielten eine Gedenkminute ab.An eine regulären Unterricht war nicht mehr zudenken .

  325. Am 11. September 2001 war ich in New York. Ich war mit zwei Kollegen aus beruflichen Gründen dort, wir wollten über die schönen Seiten der Stadt schreiben. Als wir am morgen nach dem Frühstück auf die Straße kamen, sahen wir die Türme des WTC vor einem wunderbaren blauen Himmel – am Abend zuvor waren ihre Spitzen noch in graue Wolken gehüllt. Unsere Photograph machte Bilder von diesem wunderbaren Anblick. Dann stiegen wir in die U-Bahn (weil wir zum Glück kein Taxi bekamen), wir wollten mit der Fähre zu Freiheitsstatue und waren am Nachmittag im WTC verabredet. Als wir unterm WTC durchfuhren, schrien einige Menschen: “A Bomb!!”. Wir sind jedoch sitzengeblieben und es kam ein Kommentar (lapidar übersetzt): “Das ist typisch New York”. Die meisten blieben ruhig und wir fuhren weiter. Beim Aussteigen am Battery Park hörten wir Sirenen und wir sahen eine graue Wolke, die den Himmel durchschnitt. Später sahen wir, dass es die Rauchsäule des Nordturms war. Noch im Glauben, dass es sich um eine Bombe handelte, riefen wir in unserer Redaktion an, um Bescheid zu geben, dass es wohl nicht klappen wird mit dem Termin im WTC. Noch während ich mit meiner Kollegin in Hamburg sprach, sehe ich eine dunkle Maschine auf die Twintowers zu fliegen. Ich denke noch, ein Löschflugzeug, das ging aber schnell. Doch dann wundere ich mich, dass es so tief fliegt, viel zu tief, ich denke nur, dass er jetzt doch langsam abdrehen müsse, sonst trifft es den Turm – es dreht jedoch nicht ab und fliegt geradewegs in den Südturm. Ich erkläre meiner Kollegin, was ich gerade gesehen habe und beende das Telefonat so schnell ich kann, dann rufe ich meinen Mann und sage ihm, was passiert ist und dass es mir gut geht – für ihn muss das ziemlich unglaubwürdig klingen. Nun stehen wir da, vielleicht einen Kilometer Luftlinie von den Türmen entfernt und fragen uns, was gerade passiert ist. Wir sehen Papier und Gegenstände herunterfallen – zum Glück können wir nicht sehen, wie Menschen aus lauter Verzweiflung in den Tod springen. Dann entscheiden wir, wir müssen hier weg. Doch wohin. Erst gehen wir auf die Türme zu, doch meine Kollegin ruft nur nein, nicht da hin. Wir drehen um und gehen in die andere Richtung. Erst langsam, dann hören wir ein Grollen und sehen, wie der erste Turm in sich zusammenstürzt. Wir fangen an zu laufen. Hinter uns rennen Menschen um ihr Leben, vor uns ein Zaun. Ich denke nur: „Jetzt nicht stolpern.“ Wir stehen vor einem Cafe, durch die Glasscheiben können wir die Angestellten sehen, sie haben die Türen abgeschlossen und lassen uns nicht rein. Einige versuchen die Scheiben mit Stühlen zu zerschlagen. Wir stellen uns an einen Brunnen, tränken unsere T-Shirts in dem Wasser und halten uns den feuchten Stoff vor den Mund, damit wir den Staub, der jetzt auf uns niedergeht, nicht einatmen. Nachdem wir wieder was sehen können, erkennen wir die Fähre zur Freiheitsstatue, meine Kollegen wollen mit fahren, doch mir ist das zu kriminell, ich höre nur Nebelhörner und die Fähre ist voller Menschen. Wir warten also und entfernen uns noch ein Stück weiter vom WTC. Plötzlich stehen wir wieder in einem Staubregen. Ich hatte es nicht gehört, aber vermutete, dass nun auch der Nordturm eingestürzt ist und wir flüchten uns mit anderen, uns fremden Menschen, in einen Hauseingang. Als wieder einigermaßen klare Sicht herrscht, gehen wir weiter. Ein Mann verteilt Getränke aus seinem Kofferraum. Es entsteht ein Gefühl des Zusammenhalts an diesem Tag, an dem wir tausende Kilometer von zuhause fern sind und nicht wissen, was noch passieren wird. Wir gehen zur Staten Island Fähre. Irgendwann fährt sie wieder und wir fahren mit. Weg von Manhattan. Wir stehen an der Reling und schauen auf die Skyline von New York und sehen dort, wo gerade noch die Twintowers ihr das unverwechselbare Gesicht gaben, nur noch Rauch. Neben uns steht ein Mann. Er starrt auch auf die klaffende Wunde Manhattans. Er fragt uns, wo wir her kommen. Wir antworten: „Aus Deutschland“. Er sagt: „Ich komme mit euch dorthin.“ Doch wir können nur sagen, dass wir momentan gar nicht wissen wo wir hin sollen. Die Flughäfen sind gesperrt und in unser Hotel (es lag in der späteren Sperrzone) konnten wir auch nicht zurück. Wir wollten auf Staten Island ein Hotel suchen. Da es dort damals jedoch keine Hotels gab, lud er uns ein mit zu ihm zu kommen. Wir waren drei Fremde Personen und er nahm uns einfach mit nach Hause. Er hatte selbst vier Kinder, von denen drei noch zu hause lebten, sein Haus war also voll – doch er und seine Familie halfen uns – DANKE dafür.

  326. Dazu muss ich ein wenig ausholen: Meine Eltern, mein Ehemann und ich fuhren Ende August 2001 mit dem Auto nach Spanien. Am 01. September 2001 erlitt mein Vater in Granada einen schweren Schlaganfall. Als er außer Lebensgefahr war, planten wir den Rückflug zusammen mit dem ADAC. Mein Vater war so schwer erkrankt, dass er liegend in Begleitung eines Arztes zurück transportiert werden musste. Endlich am 08. September 2011 genehmigten die Ärzte die Rückreise nach Deutschland. Der ADAC buchte einen Flug für den 12. September 2001.

    Damit meine Mutter noch ein wenig von der schweren Krankheit meines Vaters abgelenkt werden sollte, besuchten wir am frühen Morgen des 11. Septembers 2001 Gibraltar und verbrachten einen wunderschönen Tag auf dem kleinen Berg. Zurück in der Stadt wunderten wir uns, dass kaum Menschen auf der Straße waren und die Menschen sich in den Gaststätten um die Fernseher drängten. Kurz vor der Grenze staute sich dann auch noch der Straßenverkehr, was dort sehr ungewöhnlich ist. Da wir unser Auto auf der spanischen Seite abgestellt hatten, gingen wir zu Fuß auf die Grenzposten zu. Dieser hielt uns zu unserer Verwunderung an, sah in unsere Taschen und ließ uns dann erst durch. Wir schüttelten mit dem Kopf, weil wir nicht verstanden, warum wir dort kontrolliert wurden. Normalerweise kann man hier die Grenze von Spanien zu (Gibraltar) nur unter Zeigen des Personalausweises übertreten. Aus dem Augenwinkel nahm ich wahr, dass die Touristen die Busse verlassen mussten und diese durchsucht wurden. Nun wurde mir langsam klar, dass etwas geschehen sein musste.

    Wieder in Marbella angekommen, wurden wir von meiner Schwester aus Deutschland angerufen. „Macht mal den Fernseher an, da ist was in Amerika passiert!“ Wir stellten den Fernseher an und sahen die Bilder, doch leider gab es hier nur spanische Sender und wir verstanden nichts. Noch währenddessen rief dann auch der ADAC an. „Alle Flüge sind gestrichen. Die Flugplätze und alle Grenzübergänge sind geschlossen. Wir wissen auch noch nichts Konkretes. Wir melden uns wieder, wenn wir wissen, ob, wann und wie wir ihren Vater über die Grenze bringen können.“

    Wir beschlossen, eine deutsche Gaststätte in der Nähe aufzusuchen, um an mehr Informationen zu kommen. Dort schalteten die Restaurantbesitzer auf einen deutschten Sender am Fernseher ein. Da der Fernseher draußen stand, versammelten sich immer mehr Deutsche dort. Mit Schrecken verfolgten wir nun die Bilder. Als die Türme zusammenfielen, schrien sämtliche Menschen dort auf.

    Dann kam die Nachricht, dass auch das Pentagon angegriffen worden war. Ich fragte mich nun, was ist, wenn nun Krieg ist. Ich war hier in einem Land, dessen Sprache ich nicht spreche, mit meinem schwerstkranken Vater. Wie sollte es weitergehen? Die Sorge, die Angst und Hilflosigkeit werde ich nie vergessen können.

    Knapp eine Woche später wurde er dann über den ADAC mit einem Flugzeug nach Deutschland geflogen. Auch wir packten unsere Sachen. Da wir nur wenige Informationen über die Grenzen hatten, stellten wir uns auf eine längere Rückreise ein. 70 Liter Wasser und viele Pakete Zwieback und Kekse sollten uns bis zu Hause versorgen. Wir hatten Glück. Die Pkws wurden sofort durchgelassen und so kamen wir dann auch wenige Tage später in Deutschland völlig übermüdet an.

    Beate Eickelmann, Kamen
    http://www.beate-eickelmann.de

  327. Ich weiss noch genau. Damals war ich mit meiner Schwester im Supermarkt einkaufen. Ich weiss sogar noch genau das wir in der CD Abteilung standen und überlegte uns mal was neues zum hören zu kaufen. Plötzlich unterbrach eine Lautsprecherdurchsage die Unterhaltungen der Leute. Durch die Supermarktanlage wurde mitgeteilt, dass ein Flugzeug in das Word Trade Center geflogen ist. Wir waren fassungslos. Wir schauten uns in einem der ausgestellten Fernseher die ersten Bilder an und ich fühlte mich in diesem Moment so unglaublich hilflos und angreifbar. Plötzlich hatte ich tief drinnen das Gefühl das man nirgendwo sicher sein kann….
    Wir fuhren auf dem schnellsten weg nach Hause und schalteten direkt den Fernseher ein. Als unsere Mutter nach Hause kam dachte sie erst wie machen einen schlechten Witz… Dem war aber leider nicht so.

    Bis heute hat mich das geprägt und tief erschüttert und die Angst sitzt tief in mir. Aber das Leben muss weitergehen und jedesmal wenn ich Bilder von dem Unglück sehe und Reportagen wo mit Familen gesprochen wird, werde ich ganz nachdenklich und mir kommen die Tränen.
    Das schlimmste an der ganzen Sache ist, dass nicht nur das WTC uns klar macht was da draussen vor sich geht, doch dieses Ereignis hat den Menschen die Augen geöffnet.

  328. Am 11. September 2001 war ich mit meiner Frau und meiner Mutter in Ostfriesland im Urlaub. Von einem Mittyagsschläfchen zurück, saß meine Mutter auf der Chouch und hat Ferngeshen. Sie rief völlig aufgeregt: “Komm schnell, da ist ein Flugzeug in einen der Wolkenkratzer in New York geflogen!” – “Soetwas gibt es nicht, das ist ei schlechter Film!” habe ich noch etwas schlaftrunken geabtwortet.Doch dann nahm ich die Nachrichten wahr! Gerade in dem Moment, als der zweite Jet in den Südturm stürzte! 2 Fugzeuge, das konnte kein Unfall sein!
    Das ist RealitäT! wurde ich hell wach und habe alle Nachrichten weiter verfolgt!

  329. Ich war 14 und hatte schon Schulschluss. Meine Mutter war arbeiten, mein Vater saß unten im Büro und ich schaute heimlich fern.
    Mein Vater kam kurz vor 15 Uhr ins Wohnzimmer gestürzt und meinte nur ich soll umschalten. Ich war ganz erstaunt, das er nicht sauer war, immerhin sollte ich eigentlich Hausaufgaben machen. Ich schaltete um.
    Wir sahen das der Nordturm brannte und kurz danach flog das zweite Flugzeug in den Südturm.
    Mir war zuerst nicht klar, das wir Live Mitschnitte sahen. Das so etwas passieren könnte, war für mich damals unvorstellbar. Meine Tante hatte meinen Vater angerufen und war auf dem Weg zu uns.
    Ich saß teilweise alleine vor dem Fernseher und sah wie Menschen sich in den Tod stürzten.
    Ich habe am 11. September 2001 mehr gesehen als 14 jährige verstehen können.
    Wenn so etwas in Amerika passieren kann, was kann dann hier passieren?
    Die nächsten Tage waren selbst an meinem Gymnasium alles andere als normal. Obwohl Amerika so weit weg war, standen alle unter Schock.

  330. I was in London visitng my husband who was studying at Great Ormand St. Hospital. I took the boys Ingmar (4) Ragnar (2) to the newly opened Winston Churchill War Rooms under London. We located pictures of our grand/great grandfather in the same place and also wandered through accompanies by recordings of phone from Franklin Roosevelt to Winston Churchill informong him that the war is officially over indeed. “Yes fine thankyou Franklin, I’ll tell the others.” “I’d wait a little bit before informong the Russians Winnie, but have a nice day ‘ol chap…” I held the boys tight and said “Whew, boys you will never have to live through something like this I hope. The Great conflict is behind us thank God!
    Then we ascended and shortly after my phone rang. It was my husband: “Get to the hotel and turn on the TV. Just do it!”

    The night before he and I had been crossing the Thames bridge by foot after a play at the Nat’l Theatre. (ALL MY SONS). I remember saying to him: Gosh I feel so vulnerable suddenly on this bridge. I mean any idiot could just decide to plant a bom on it and we’d go up.” I don’t know what made me think such a silly thing after Arthur Miller, but I was tapping in to something in the collective uncoscious I suppose. It’s all ONE!

  331. Ich war an jenem Tag in der Londoner Filiale der Investmentsparte der Dresdner Bank. Ich sollte Kollegen schulen. Über Bloomberg kamen die ersten Meldungen über den Absturz eines Sportflugzeuges in das WTC. Wir dachten, wie schrecklich. Kurze Zeit später kamen Meldungen über den Absturz eines zweiten Flugzeuges. Vom Nachbartisch hörte ich, wie das Telefonat mit Kollegen in New York abbrach. Diese Kollegen hielten sich in einem Nebengebäude der WTC-Towers auf. So langsam machte sich im gesamten Großraumbüro Unbehagen breit. Wir versuchten Bilder über das Unglück zu bekommen und sahen die brennenden Türme. Irgendwann kam über Lautsprecher die Aufforderung das Bürogebäude zu verlassen. Die Flugzeugabstürze in NY seien Terroranschläge gewesen und man könne für die Sicherheit der Mitarbeiter nicht mehr garantieren, da auch die City von London Ziel von Terrorangriffen werden könne. Einige verliessen fluchtartig das Gebäude, andere packten zügig ihre Sachen und gingen, einige wenige blieben. Ich ging zu Fuß zurück zum Hotel. Aufzug, U-Bahn und ähnliches vermied ich. Es war ein merkwürdiges Gefühl zu Fuß durch die City zu gehen! Im Hotel angekommen, versuchte ich die Rückreise zu organisieren. Ich musste und wollte zurück nach Frankfurt. Nach langem hin und her wurde mir versichert, daß ich am morgigen Tag fliegen könne. Ich ging auf’s Zimmer, schaltete den Fernseher ein. Ich schaute die ganze Nacht Berichte über den Anschlag! Am nächsten Morgen machte ich mich auf zum Flughafen. Mittlerweile kamen Meldungen, daß die Londoner Flughäfen gesperrt werden. Ich wollte nach Hause!!!! Ich habe den letzten Flieger aus London bekommen, wie schön!!! Im Wartesaal des Flughafens saßen mir Mitarbeiter des Formula 1 Rennstalls McLaren-BMW gegegenüber – mit Turbanen!!!! Da war wieder das Unbehagen und es wurde noch größer als diese tatsächlich den gleichen Flieger wie ich nahmen. Im Flieger gab es die Financial Times mit ausführlichen Berichten über den Anschlag. Der Flug verlief unproblematisch bis wir nach Frankfurt kamen. Die Maschine konnte aus mir mir unbekannten Gründen nicht direkt landen sondern musste in die Warteschleife. Quälend lange drehten wir unsere Runden, scheinbar direkt über und zwischen den Banktürmen des Frankfurter Finanzzentrums. Endlich konnten wir landen. Ich eilte nach Hause, in den 7. Stock und schaute wieder im Fernseh Berichte über den Anschlag!
    Tage in denen ich mich absolut hilflos und verlassen fühlte! Tage, die ich nie vergesssen werde!

  332. Ich arbeitete damals noch im Reisebüro. Am 11. September kam ich von meiner Mittagspause zurück ins Büro und wollte ein Fax verschicken. Eine Kollegin aus der Busreisen-Abteilung kam mit weit aufgerissenen Augen zu mir und erzählte sehr aufgeregt, dass im Radio gerade die Nachricht durchgegeben wurde, ein Flugzeug sei in einen der Türme des World Trade Centers hineingeflogen. Im ersten Moment dachten wir an einen Unfall. Kurz darauf lief eine weitere Kollegin zu uns und berichtete, nun sei ein weiteres Flugzeug in den zweiten Turm geflogen. Da wurde uns schlagartig klar, dass es sich um ein Terroranschlag handelte. An jenem Nachmittag konnten wir uns alle nicht mehr auf unsere Arbeit konzentrieren. In der Buchhaltung lief die ganze Zeit das Radio, so dass wir nach und nach über das Ausmass der Katastrophe informiert wurden. Wir konnten uns aber kaum vorstellen, was in New York wirklich vor sich ging, als es etwas später hiess, beide Türme lägen nun in Schutt und Asche,.
    Als ich nach Feierabend auf die Straße ging, kam mir die Stadt gespenstig vor. Ich weiß nicht, ob ich mich daran richtig erinnere, oder ob der Schock mir einen Streich spielte: es waren so gut wie keine Menschen unterwegs. Und als mein Bus kam, stieg ich in ein leeres Fahrzeug ein. Es lag eine Art Bedrohung in der Luft, ich empfand regelrecht Angst. Auf dem Weg nach Hause stiegen noch zwei oder drei weitere Fahrgäste ein. Sie wirkten alle sehr betroffen, keiner sprach. Ich dachte, nun würde die Welt nicht mehr so sein wie bisher.
    Daheim angekommen, zog ich gerade nur den Mantel aus und setzte mich vor den Fernseher. In allen Programmen war dasselbe zu sehen: die beiden schlanken Wolkenkratzer, gekrönt von der teuflischen grau-schwarzen Rauchwolke, gefolgt von dem apokalyptischen Zusammensacken der Türme.
    Als mein Mann von der Arbeit nach Hause kam und die Tür aufschloss, rief er mir sofort zu. “Was ist das für ein Wahnsinn, sag mal!” Er setzte sich zu mir ins Wohnzimmer, und wir schauten Stunden über Stunden, den ganzen Abend lang, immer und immer wieder dieselben Bilder, wie hypnotisiert von diesem Entsetzen, dem wir keinen Glauben schenken konnten.
    Wir konnten nicht einmal zu Abend essen; wir waren zutiefst betroffen und berührt von der Tragweite der Tragödie, von den vielen Einzelschicksalen, über die in sämtlichen Sendern berichtet wurde.
    Heute, 10 Jahre nach diesem dunklen Tag der Menschheitsgeschichte, schaue ich mir wieder die Bilder im Fernseher an. Und ich bin nach wie vor erschüttert und in Trauer. Die Tränen steigen mir wieder in die Augen, wie damals.
    Ich bin sicher, es werden noch sehr viele Tränen fliessen, wegen “nine eleven”.

  333. Ich kann mich erinnern, dass ich im “Renovierungsstress” war. Zu Hause lief der Fernseher.Ohne auf die Kommentare zu achten, dachte ich, dass ein neuer Actionfilm vorgestellt wurde. Ich dachte:” Wow, ist dass ein cooler Film.”Doch Ich musste zum Baumarkt , Farbe für die Wände kaufen.
    Als ich später im Baumarkt war ,liefen die Fernseher. Da dachte ich , dass das kein Film sein kann.
    Als ich zu Hause ankam, zappte ich sämtliche Kanäle durch (ZDF. ARD. n-tv.N24..sogar Rai uno (italienischer Sender)). Jetzt begriff ich , dass etwas bestialisches passiert ist. Der Schock sass tief.
    Tage später zeichnete mein damals dreijähriger Sohn , Flugzeuge , die in Hochhäuser einflogen. Und sagte worte wie “Osama böse”.
    Ich war tief beeindruckt, dass Kinder dies wahrgenommen hatten. Auch kleine verstehen, wenn was schlimmes passiert…

  334. Ich saß in einem Labor im Keller einer Abteilung der Uniklinik. Studentenkurs. Ein Assistenzarzt kam runter und erzählte was von einem Flugzeug im WTC. Da ich selber erst 4 Jahre zuvor einmal davor stand und diesen Gigantismus noch bildlich vor Augen hatte, rechnete ich mit einem Kratzer an der Gebäudefassade, und mehr nicht…. Dann noch ein Flugzeug. Das Wort Terrorismus fiel. Der Kurs wurde vorzeitig beendet und wir alle nach Hause geschickt. Autoradio an. ‘Der Südturm des WTC ist soeben in sich zusammen gestürzt’…ich weiß genau die Stelle der Autobahn an der ich war, als der der Nachrichtensprecher dies bekanntgab. Zuhause TV an …..Es war einfach unfaßbar. Der restlicheTag verging. Ich war wie in Trance. Am nächsten Tag gab es natürlich nur ein Thema an der Uni.
    Am meisten entsetzt hat mich jedoch die Tatsache, daß einige unserer ausländischen Mitstudenten anläßlich dieser sinnlosen Katastrophe Partys feierten und amerikanische Flaggen auf dem Balkon des Studentenwohnheims verbrannten. Und man ließ sie gewähren….. Läuft hier bei uns nicht was ganz gehörig schief? Damals wie heute?……

    • In unserer westlichen Welt ist Krieg in den anderen Kontinenten immer sehr weit weg und daher fühlen wir uns hier geborgen. Umso schlimmer traf uns dann dieser Paukenschlag in New York.
      In der Dritten Welt geschahen und geschehen täglich derartige Horror-Szenarien, die uns -sorry- am Arsch vorbeigehen. Auch dort sind viele Verstorbene zu beklagen, müssen ganze Familien umgesiedelt werden und werden Lebenspläne von Generationen zerstört. Von daher lief vielleicht schon grundlegend vor den Anschlägen in New York – und auch heutzutage weiterhin, siehe die Finanzkrise – etwas ganz gehörig schief. In Amerika und unserer westlichen Welt gehts doch eigentlich nur noch um Knete, Geld, Moos. Menschen spielen untergeordnete Rollen.
      Ich fand die Anschläge auch grauenhaft und weiß auch heute noch genau, wo und wann ich war, aber ist das wirklich so wichtig? Wir sollten auch das Leid anderer Menschen in der Welt sehen und nicht nur, was um unseren Bauchnabel geschieht.

  335. 11. September 2001 – ich war mal wieder allein zuhause, meine Tochter bei meinen Eltern. Ich weiß nicht mehr, was ich Tagsüber gemacht habe. Aber Abends, habe ich gebügelt. Ich kam gerade aus dem Bad und wollte in das Wohnzimmer. Der Fernsehn lief noch. Ich stellte mich hinter das Bügelbrett, so das ich zum Fernehn schauen konnte, aber auch auf das Bügelbrett u die Wäsche. Ich sah aber gar nicht auf den Fernsehn, sondern war in meine Gedanken vertieft. Plötzlich , hatte ich den Drang, nach oben zu blicken und sah im Fernsehn, ein Flugzeug, dass gerade in einen Turm voll hineinflog. Ich schüttelte den Kopf und dachte und sagte laut: “Was haben sie denn da wieder für einen scheiß gedreht, wird immer schlimmer”. Kam mir vor wie ein Horror oder Sigtfictionfilm. Am liebsten hätte ich den Fernsehr ausgemacht oder umgeschaltet. Da flog ein zweites, in den anderen Turm und ich hörte, das es reale Nachrichten waren. Ich war schockiert und starrte Fassungslos auf den Bildschirm. Ich bekam weiche Knie und musste mich auf die Coutch setzen. Dann rief meine Eltern an, die mir sagten, dass sie es auch gerade gesehen haben und das gleiche gedacht haben, das sei nur ein film.
    Noch Tage danach, als ich zum einkaufen ging, saßen die Kassiererinnen versteinert an ihrem Arbeitsplatz.

    Und ich bin über mich verwundert. Wenn ich Nachrichten von Unfällen sehe und höre, habe ich es bald wieder vergessen, oder weiss zumindest nicht mehr, was ich an diesem Tag, oder Zeitpunkt gemacht habe, aber die Nachricht vom 11. September 2001, hat sich in das Gehirn eingegraben.

  336. Ich war damals 8 Jahre alt. Ich kam gerade von der Schule nach Hause und wolte meine Sendung anschauen und wolte deshalb ins Wohnzimmer da saß mein Vater und schaute einen Film dachte ich mir auf jeden fall. Bis ich fragte wie der Film heissen mag und er meinte es wäre kein Film sondern die USA wird angegriffen von Terroristen. Bis ich die einstürze von die Zwilligs Türme sah wusste ich das es ernst war. Damals wusste ich nicht was die WTC sind und Terroristen sind. Aber ich fands sehr traurig ich weinte und mein Vater und meine Mutter auch. Wir saßen bis spät in der Nacht vor dem Fernseher und sahen uns immer wieder an wie die Türme zusammen stürzten. Am nächsten Tag in der Schule würden wir gefragt ob wir bescheid wussten was gestern passiert war. Wir haben kein normalen Unterricht gemacht sondern nur uns über diesen einen Thema uns unterhalten. Ich fand es persönlich sehr schlimm denn ich bin halb Americaner und haben auch verwande in die USA auch in New York aber keiner von unsere Verwanden haben in die WTC gearbeitet. Sie haben alles live mit bekommen und sind auch weck gerant wo der einstürz war. Echt traurig sowas ich weine teilweise immer noch wenn ich die Bilder sehe. Also ich finde das sehr schlimm was an diesen Tag passierte. Denn ich bin inzwichen auch Feuerwehrmann und mir geht immer die muffe wenn wir zu einem Hochhausbrand gerufen werden. Da denke ich und meine Kolegen meist an den 11.September 2001. Die New Yorker Feuerwehrmänner und Polizisten sind meine großen Vorbilder geworden und ich finde die gefallene Feuerwehrmänner und Polzisten solten unseren größten respect verdient haben. Wer weiss wie viele noch am leben sind weil, sie dort waren und Menschleben gerettet haben. Ich bin euch dankbar !!!!

  337. Ich war bei der Arbeit bei SAP St.Ingbert. Irgendwann kommt ein Kollege vorbei und sagt, daß die beiden Tower eingestürzt sind.
    Da musste ich wirklich ein paar mal nachfragen, ob das stimmt. Ich war sprachlos und konnte keine klaren Gedanken fassen. Einen Fernseher hatten wir nicht, Internet war auf den Nachrichtenseiten überlastet.
    Erst später zu Hause habe ich die Bilder gesehen.

  338. Ich hatte zu der Zeit einen Statisten – Komparsenjob für eine TV Comedyserie in einer Kölner Bowlingbahn.
    Der 11.9 war bereits der dritte Drehtag und plötzlich -so gegen 17 Uhr – hat der Inhaber alle Monitore und Fernseher ,die an der Decke hängen, angeschaltet.und plötzlich kamen diese Bilder.Auf ca. fünf -10 Bildschirmen um mich herum sah ich diesen livestream aus meiner Lieblingssatdt.
    Ich dachte nur “das wars jetzt – nun gibts Krieg -auch bei uns.- das läßt Bush sich nicht bieten.Und da wir in der Nato sind müssen wir die Amis unterstützen.”

    Im weiteren Verlauf wurden die Dreharbeiten beendet – Schluss mit lustig!

    Und ich dachte “was ist jetzt wenn ich rauf gehe,wird jetzt der Ausnahmezustand – auch in Köln ausgerufen – wird irgendetwas anders sein – wird der Verkehr ruhen?”

    Es war alles wie immer und es ist alles so geblieben wie es war.Der Verkehr floß.Meine Bahnen und Busse kamen alle.Ich bin unbeschadet in meiner Wohnung angekomen.

  339. Am 11. September 2001 war ich hochschwanger. Ich stand im Wohnzimmer und bügelte Wäsche und sah nebenbei irgendwas hirnloses im TV. Mein Mann kam mit seinem Kaffee herein und zappte durch die Programme bis wir auf einem Nachrichtensender die ersten Bilder des brennendes Turmes sahen. Gerade als wir mitgekriegt hatten was da passiert ist sahen wir wie das zweite Flugzeug einschlug. Vorher dachten wir an einen Unfall aber ab dem zweiten Flugzeug war klar, das konnte kein Zufall sein! Bis mein Mann abends zur Arbeit fuhr saßen wir dort und schauten gebannt ob es irgendwas neues gib. Mir war ganz merkwürdig. Ich hatte Angst. Angst davor, dass mein erstes Kind vielleicht im Krieg aufwachsen muss. Als die Bilder der springenden Menschen gezeigt wurden, als die Türme einstürzten war mir ganz elend zumute.

    Auch heute noch, wenn man Reportagen oder Bilder über das WTC und seinen letzten Tag sieht wird mir ganz anders und ich frage mich nach dem warum.

  340. Ich war in der Stadt, einen neuen, grösseren Fernseher kaufen, als die Bilder über den Äther gingen. Ich dachte mir nur, welchen Sch** sendet RTL da nur wieder. Nie im Leben dachte ich an echte Live-Bilder. Auch in der Tram nach Hause, mit dem Trum von Fernseher vor meinen Knien war alles wie immer. Erst als ich nach Hause kam, erzählte meine damalige FReundin mir etwas von einem Flugzeug-Absturz in Amerika, und das die im Fernsehn nix anderes mehr zeigen. Sie war sehr beunruhigt, da ich gerade angefangen hatte für die Pilotenauswahl der Lufthansa zu üben. Leider bin ich in Hamburg durchgefallen, denn so tragisch die Ereignisse auch waren, sie liessen mich keine Sekunde an meinem Berufsziel Pilot zweifeln. Leider kam es dennoch anders, da ich die “FQ” in Hambrug nicht bestanden habe.

  341. Ich hatte an diesem Nachmittag frei, da ich auf eine Beerdigung musste. Da recht schönes Wetter war und die Pilzzeit in vollem Gange war, bin ich nach der Beerdigung schnell nach Hause gefahren, habe mich umgezogen und mich danach wieder ins Auto gesetzt um einige Kilometer Richtung meines besten Pilzwaldes zu fahren. Da war es ungefähr 14.30 Uhr. Nach zwei Stunden bin ich wieder zum Auto zurückgekehrt und Richtung Heimat gefahren. Aus irgendeinem Grund habe ich den CD Player, der bei mir im Auro normalerweise läuft auf Radio umgestellt und habe dann die Meldungen gehört. Zu Hause angekommen bin ich sofort vor den Fernseher und habe dann den Rest des Tages dort verbracht, die meiste Zeit mit meiner damaligen Freundin und heutigen Frau. Wir haben fassungslos, aber auch ein bißchen fasziniert die unglaublichen Bilder angesehen.
    Bis heute ist für mich nicht zu verstehen, wie so etwas passieren kann, ohne das irgendjemand davon Wind bekommen konnte.

  342. Ich war am 8. September von New York nach Peru aufgebrochen, wo ich einen Rucksackurlaub geplant hatte. Peru liegt in der gleichen Zeitzone, so wurde ich beim Frühstück live im in der Herberge laufenden Fernseher von den Ereignissen überrascht. Viele Wochen später habe ich meine Dias von New York entwickelt, auf denen die Twin Towers noch zu sehen sind. Eines davon habe ich kürzlich wiedergefunden.

  343. Vor 10 Jahren war ich 7 Jahre alt und ging in die 2. Klasse.
    Ich weiß noch ganz genau, was geschah: Mein Vater saß am Computer, ich schaute Kinderkanal. Plötzlich kam mein Vater an und hat auf ein Nachrichtenkanal umgeschaltet. Und da sah man die Bilder, die man bis heute nicht vergessen hat.
    Am Anfang hat es mich nicht intressiert was da passierte, ich war wohl auch noch zu jung. Außer einmal, da schaute ich Logo weil ich einfach neugirig war.

    Vor 10 Jahren sagte meine Mutter “Da sind heute so viele Menschen gestorben wie hier im Ort wohnen”.

  344. Ich war im Rahmen einer partnership for peace Übung in Norfolk, wir hatten alle Vorbereitungen abgeschlossen um am Morgen des 11. sep mit der übung zu beginnen. Als wir in der Base ankamen war auf einen großen Bildschirm der brennende erste Tower zu sehen. Alle diskutierten und gingen von einem Unfall aus, als nach einer weile der zweite Jet in den Twin Tower raste. Die Übung wurde sfort abgsagt und wir wurden unter Blaulicht zurück in unsere Unterkünfte gebracht. Es war Alarm und die Flugzeugträger sowie das Kommandoschiff des Kommanders liefen sofort aus. Wir waren dort für fünf Tage, ehe wir einen der ersten Flüge zurück nach Berlin bekamen. Durch die von mir erlebte nähe zum diesem verachtungswürdigenden Anschlag, berühren mich die Jahrestage zum Gedenken an die unschuldigen Menschen die getötet wurden und dehren Angehörige zutiefst.

  345. Am 11.September kam unsere Tochter in die Schule, wir hatten an diesem Tag so schönes Wetter und wir dachten alles sei perferkt.
    Als wir nachmittags mit unserer kleinen Familienfeier fertig waren, bekamen wir einen Anruf eines Freundes der uns bat, den Fernseher einzuschalten.
    Er sagte, dass über das Radio komische Nachrichten verbreitet wurden.
    Genau jener Freund, ist Hauptberuflich Feuerwehrmann und jeder Jahr 1 x in den USA. Auch dort rückt er mit den amerikanischen Feuerwehrmännern aus.

    Als wir ihm mitteilten, was wir sahen, verschlug es uns die Sprache. Tränen stiegen auf und es war eine unbändige Wut in uns.
    Die Frage nach dem warum, ist bis heute geblieben. N.Y. und das WTC sind überall auf der Welt und wir hoffen und beten wie viele anderen Menschen auch, dass so etwas NIE mehr im Leben passiert.

    Die Welt hat sich verändert. Leider nur zum bösen.

  346. Ich war damals gerade 14 jahre alt. Ich war mit meiner Mutter in Chemniz im Media Markt bei einen Freund (der damals dort arbeitete). Ich war gerade bei der Radio/Tv Abteilung,als ich hörte das etwas mit NY ist. Erst dachte ich, New York. Keine Sekunde später rannte ich zu meiner Mutti und sagte: “Mum,irgendwas ist in New York, was mit dem World Trade Center und Flugzeugen, Ach und Jason und Jeremy sind dort”? ( Das waren Freunde die wir in Juni kennengelernt haben(durch ihr Chor damals in Weimar))
    Meine Mutti meinte nur: ” Wo” ” Was”?? Ich schrie sie nur an, “Mensch New York,da wo Jason und so sind” Ich muss sagen, wir waren damals in September eingeladen in NY ,zu eine Hochzeit von einen von ihnen. Meine Mutti könnte sich aber leider nicht den Flug für uns 2 Kinder leisten (Der damals was bei 1000€ lag p.P. Also konnten wir leider nicht zur Hochzeit,auch wenn wir im Nachhinein Froh sind nicht dagewesen zu sein. Wer weiß was dann mit und passiert wäre damals.
    Meine Mutti meinete nur: ” Wir fahren Heim und sehen dann was mit ihn ist”
    Die ganze Heimfahrt über kam im Radio,das gleiche. Wir waren dann kurz vor Jena als ich sagte,halt im ProMarkt an. Halt einfach an,ich will das sehn. Plötzlich als wir dort ankamen,sah ich das erste mal die Bilder von NY. Ich wusste damals nicht richtig was ich machen sollte. Für mich was das alles unglaublich. So unrealistisch. Keine 2 Sekunden später,kam das 2 Flugzeug. Ich weiß noch,neben mir stand damals ein Junge (er war 5 oder 6 Jahre alt) Er sagte zu seiner Mutter:” Mama warum weinen die denn alle,das ist doch nur ein Film” Das werde ich nie vergessen. Zuhause angekommen,bin ich nur am Fernseher gewesen und bin erst spät ins Bett. Am Nächsten Tag habe ich erst begriffen,was da wirklich passiert ist. Ich musste immer wieder an die Bilder denken und an die Menschen die aus dem Fenster sprangen. Ich wusste damals nicht ob nicht einer von ihn der jenige ist, den wir sofort vermissten. Erst Wochen später haben wir alle erreicht, 2 von unseren Freunden haben dort jemand verloren. Also bin ich etwas persönlich mitbetroffen,auch wenn ich sie nicht ganz persönlich getroffen habe.

    Damals habe ich mir fest Vorgenommen,am 11/9/2011 in New York zu sein und das ganze richtig verarbeiten zu können. ( Ich muss sagen, seit damals habe ich immer wieder Alpträume bekommen oder könnte Nachts gar nicht schlafen,weil ich immer wieder die Bilder im Kopf hatte,von den “Falling Man und den einstürzenden Türmen”

    Am 11. September 2011 war ich dann wirklich in New York,was ja mein Traum war. Was nur komisch war, an den Wasser Becken habe wir nach nicht mal 2 Minuten den Namen gefunden, von unseren Freund den wir verloren haben. Daniel Partick Trant
    Das war von einem Freund der Bruder.
    Das war ein komisches Gefühl, zu wissen das er da gestorben ist. Ich musste mir das Weinen unterdrücken,was aber leider nicht ging. Wie immer wenn ich daran denken muss. Meine Schwester meinte nur : “Ist nicht schlimm wenn du Weinst,das machen alle hier”
    No Day Shall Erase You From The Memory Of Time Dieser Spruch steht auf der Kette die ich mir kaufte und immer an ihn errinnern wird und an all die anderen die ihr Leben lassen mussten.

  347. Am 11. September 2001 war ich bei meinen Eltern im Bayerischen Wald. Diese waren gerade dabei, ihr Wohnzimmer umzubauen. Mit meinem Vater befand ich mich in einem Baumarkt, als aus dem Lautsprecher Nachrichten über einen Anschlag (auf ein Einkaufszentrum, wie ich glaubte zu verstehen) zu hören waren. Näheres war aber nicht zu verstehen, die Nebengeräusche waren zu laut. Wieder im Haus meiner Eltern, empfing uns meine Mutter mit der Nachricht vom Anschlag auf das WTC. Von diesem Moment lief der Fernseher ununterbrochen, es wurde schwer, sich auf die Arbeit zu konzentrieren. Die Nachrichten überschlugen sich: zum Beispiel diese, dass auch das Empire State Building getroffen sei. Man erwartete minütlich neue Hiobsbotschaften. Den Einsturz der Türme erlebte ich life: Sprachlosigkeit, es war eine Zeit – alles stand still. Sorgen um einen Freund, der gerade in New York arbeitete, machten sich breit (zu Hause dann – ein paar Tage später – die Mail mit der Schilderung der Ereignisse vor Ort).
    Welche Gefühle ich hatte? Es ist auch heute – nach zehn Jahren – schwierig ohne Trauer, Wut, Zorn aber auch Angst und Sorge an diese Tage zurückzudenken. Und die Fragen, die auch heute nicht oder nur schwer zu beantworten sind: Welche Entwicklung hat sich an diesem Tag manifestiert, welche waren die Folge dieses Tages und welche langwierigen Folgen wird dieser Tag noch in der Zukunft haben?

  348. Vier Jahre zuvor – im April 1997 – besuchte ich das erste Mal NY und stand auf einem der beiden Türme – ein grandioses und bis heute unvergessliches Erlebnis. Schaue ich mir heute die Fotos an, so läuft es mir kalt den Rücken hinunter….
    Am 11.September 2001 arbeitete ich…die Meldung, dass ein Flugzeug ins WTC geflogen ist, breitete sich rasend schnell aus und Minuten später versammelten sich fast alle Kollegen in einem Büro , in dem ein Fernseher stand und wir starten ungläubig auf die Bilder.
    Seit diesem Tag haben Terror, Angst, Kontrollen, Misstrauen, Hass und Rache nach vielen Jahrezehnten nach Ende des 2. Weltkrieges wieder stärker verbreitet und die Welt in Ihren Grundfesten gestört.
    Dennoch empfinde ich, dass die Weltgemeinschaft trotz vieler noch ungelöster Aufgaben deutlich enger zusammen gerückt ist und in vielen Teilen der Erde Einigkeit darüber besteht, das Diktatoren und Terroristen, die Menschen töten lassen, Kriege führen und Anschläge verüben so lange verfolgt werden müssen, bis sie vor Gericht stehen und gerecht bestraft werden….
    2007 besuchte ich mit meinem Sohn NY und wir standen vor dem großen tiefen Loch von Ground Zero – und die Bilder waren wieder da….
    Aber wir beide lieben diese Stadt und hoffen, dass sie eines Tages wieder den Charme und das Einzigartige von dem zurück gewinnt was sie schon seit 100 Jahren ausmacht – als Stadt die niemals schläft !

  349. Auch wenns mittlerweile über 10 Jahre her ist, sowas vergisst man nicht, wir kamen grad aus der Berufsschule ins Wohnheim zurück und dort war ein richtiger Tumult vor dem TV-Raum und plötzlich hieß es habt Ihr schon Gehört, der TV-Raum war brechend voll und alle starrten auf den kleinen TV, wo die aktuellen News darüber liefen. Das war ein total surrealer Moment.

  350. Hallo!
    Ich habe gerade das Buch aus dem iBook Store geladen und war sehr begeistert vom Buch, wie sehr es einen wieder in den 11.09.01 zurückversetzt.
    Ich war an dem Tag genau 8 Jahre alt, und saß mit meiner Mum auf der Couch und habe TV geschaut. Doch als wir umschalten wollten, kam auf jedem Sender dasselbe: Das brennende WTC, und kurz darauf das zweite Flugzeug, als es in den Südturm flog. Wir waren geschockt und wussten natürlich auch nicht, was da vorgeht, da es einfach zu diesem Zeitpunkt noch keiner wusste. Wir riefen sofort undere Verwandten aus Kanada an, die eigentlich diese Woche nach NY wollten, ob es ihnen gut geht. Da diese aber wegen einem kaputten Autos nicht gefahren sind, sind sie ausgekommen, weil sie auch ins WTC wollten.

    Das ist meine Geschichte.

    Tobi

  351. Ich war damals zu Hause bei meinen Eltern – ich hatte den Tag frei, weil mein Architekt und ich den Tag voll Terminen mit Handwerkern bzgl. des bevorstehenden Umbau meines Wohnhauses hatten – da wir uns schon aus Schulzeiten kennen, haben wir uns über’s Fernsehprogramm und insbesondere die Quizshow von Sonja Zietlow unterhalten und rumgealbert, dass sie immer “korrekt” sagt. Da wir gegen 14 Uhr ‘ne halbe Stunde keine Termine hatten und diese Quizshow hätte gesendet werden sollen, haben wir den Fernseher eingeschaltet. Was da aber statt der Quizshow berichtet wurde, war nicht “korrekt” ….

  352. Ich weiss noch ganz genau, wo ich am 11. September war und wie der Tag verlief.
    Ich arbeite bei einem grossen Mineraloelkonzern und wir hatten ein Marketing Meeting am Flughafen in Amsterdam in einem Besprechungsraum mit Blick auf den Flughafen.
    Mein Rueckflug nach Hamburg war gegen 17:30 oder so geplant.
    Ich sass mit dem Ruecken zum Fenster im Besprechungsraum und wir hatten den ganzen Tag gearbeitet. So gegen 16 muss es gewesen sein, als ich dann mal wieder auf Toilette ging. Im Rezeptionsbereich des Meetingcentres hing ein Monitor, einige leute standen davor und sahen dort hin, ich ging zunaechst auf die Toillette. Auf meinem Rueckweg blieb ich stehen, und sah Bilder von rauchenden Gebaeuden, es lief CNN. Ich fragte die umstehenden was denn los sei, und sah dann in diesem moment wie einer der tuerme zusammenstuerzte, vermutlich die wiederholung. Sofort ging ich zurueck zum besprechgsraum, trat ein, unterbrach sofort meinen chef und sagte ihnen was los sei. Wir gingen alle sofort hinaus zum monitor, dann brach mein chef die besprechung sofort ab, bat uns, Angehoerige oder Verwandte sofort anzurufen. Auch ba er uns, dass wir uns sofort bei ihm melden sollten wenn etwas nicht in Ordnung sei und wenn wir gut zu hause angekommen sind.
    Einer meiner hollaendischen Kollegen sagte zu mir, als ich wieder die Tuer hereingekommen sei, sei ich totenblass gewesen und das blanke entsetzen haette mir im Gesicht gestanden. Er habe sofort gewusst, dass irgendetwas ganz schlimmes passiert sein musste. Und im nachhinein war ihm dann auch klar, warum immer mehr grosse Flieger auf dem Flughafen geparkt worden waren und nicht abgeflogen waren.
    Am Flughafen herrste eine sehr merkwuerdige stille atmosphaere, ueberall Polizei schwer bewaffnet, starke Kontrollen. Alle Menschen ganz still, schauten auf die TV Schirme.
    Auch im Flugzeug zurueck nach Hamburg eine sehr angespannte Stimmund unter den Passagieren. Ich war froh, als ich endlich zu hause war. Schaltete den Fernseher ein, und schaute mir die Bilder an, telefonierte mit meinen Eltern, Freunden bis spaet in die Nacht hinein.
    Man wusste sofort, dass nichts mehr so bleibenn wuerde wie es war.
    Ein Tag, den ich nie vergessen werde.

  353. Am 11. September 2001 war ich auf Geschäftsreise von Oslo nach Darmstadt. Wir haben alle unsere Arbeit abgebrochen und nur noch Fernsehen geguckt. Mein Kollege aus Norwegen und ich reisten abends nach Neustadt an der Weinstraße, wo wir ein Hotelzimmer bestellt hatten (in Darmstadt war alles voll wegen der Automesse in Frankfurt). Irgendwann haben wir uns vom Fernsehen losreißen können, und sind nach Maikammer gefahren, wo wir in einer Straußwirtschaft gegessen und Wein getrunken haben. Dort war die Stimmung so gut wie immer wenn Weinlese ist. Später, als wir ein Taxi gesucht haben, wurden wir zu einem Bier in ein anderes Lokal eingeladen. Die Freundlichkeit und die merkwürdig gute Stimmung war auf der einen Seite fast absurd, hat uns aber ganz sicher sehr gut getan. Zwei Tage später reiste ich mit Zug und Fähre zurück nach Oslo, weil mein Arbeitsgeber nicht mehr zugelassen hatte, dass wir mit Flugzeug zurückfuhren.

  354. Pingback: W3C Deutschland/Oesterreich » #OpenData – Social Sharing – Fotos des 11. September @ReinhardKarger

  355. Pingback: Open Data – private Erinnerungen: Eine Woche im September 2001 at Information and Web Science

  356. I was in an electronics store surrounded with a wall of televisions nearly all tuned on CNN…that’s how I found out. The sight of all those screens with the smoking towers is imprinted just as the odd sickening feeling to the stomach knowing it was a day that changed the world instinctively…

  357. Mittlerweile sind meine Erinnerungen verblaßt aber das kleine Buch “Erzähl mir deinen 11. September!” enthält viele Interviews aus dem Jahr 2002. Es war für mich wie eine Zeitreise. Damals waren wir alle schockiert und verblüft. Trotzdem einige Interviewten haben eine distanzierte Erzählweise (sie wollen scheinbar cool wirken), was nicht daran ändert, dass sie sich genau daran erinnern, was sie oder andere getan, gedacht oder gesat haben.

  358. Am 11. September 2001 hatte ich einen CTG-Termin. Ich war in der 34. Schwangerschaftswoche und freute mich darauf, die Herztöne meines Kindes zu hören. Gegen Ende der Untersuchung kam mein Mann mit unserer Tochter in den Raum und erzählte mir, das das WTC brennen würde. 20 Minuten später zuhause angekommen sah man im Fernsehen grade die Bilder des eben eingestürzten 2. Turmes. Mit dabei meine Tochter, damals 21 Monate, völlig in Tränen aufgelöst, als ob sie verstanden hätte, was dort gerade passiert.

    Ich lag also beim Arzt, hörte wie neues Leben entsteht, während tausende Menschen starben.

  359. Ich war am 11. September 2001 ganz normal wie jeden Dienstag auf der Arbeit. Mein damaliger Chef kam von seiner Hausbesuchs-Tour und meinte nur, da wäre ein Flugzeug ins World Trade Center geflogen. Mein erster Gedanke war, dass das bestimmt so ein kleines Sportflugzeug gewesen ist und damit war das Ganze für mich erstmal gegessen. Bis mein Chef von unten (in der Apotheke hatten sie einen Fernseher) kam und sagte, dass ein zweites Flugzeug ins WTC geflogen ist und er damit keine kleinen Flugzeuge sondern richtige Passagierflieger meinte.
    Ich konnte mir nicht wirklich viel darunter vorstellen, hatte auch irgendwie gar nicht die Zeit dafür, da die Patienten so langsam eintrudelten und wir mit der Sprechstunde beginnen mussten. Erst später am Abend, als ich die Bilder im Fernsehen gesehen habe ist mir klar geworden, was da überhaupt passiert ist und ich konnte nur ahnen, wie viele Menschen dabei gestorben sind. Diesen 11. September 2001 werde ich nicht vergessen, es ist immer noch so, als wenn es gestern passiert wäre und ich hoffe, dass sich sowas nie wiederholen wird.

  360. Am 11. September 2011 sind mein Mann und ich in der Heidelberger Fussgängerzone (unsere damalige Heimat) entlang geschlendert. Eigentlich war es ein schöner Tag. Eigentlich.
    Vor dem Schaufenster der Heidelberger Zeitung sind wir auf einen merkwürdigen Tumult gestoßen. Die Menschen standen da, kaum Stimmen, kaum Bewegung. Wir drängten uns nach vorne. Im Schaufenster lasen wir den Ausdruck. Zu dem Zeitpunkt war es noch nicht klar, was passierte, nur dass es was schreckliches war und dass ein Turm des World Trade Centers brennt. Wir wurden auch still und starr. Fassungslosigkeit trieb uns auf dem direkten Weg nach Hause, wo wir gleich den Fernseher eingeschaltet haben und den Blick gar nicht mehr von wenden konnten. Nach und nach wurde immer klarer was passiert war und der Kloß im Hals wuchs. Es hat sich etwas geändert. Unwiderruflich und allgegenwärtig.

  361. It was in the afternoon as I am from England. I can remember the whole day like it was yesterday. I was absent from school because I was sick and I was having a nap on the sofa next to my dad. I won’t up and the news was on, I saw the screen and asked my dad what film this was. Nieve because I was young and I had never seen anything like that before. My dad explained to me what the WTC was and what has happened. I can remember him say “the evil men crashed an aeroplane into the building to make Americans cry. He had to explain it too me like that because I was only 6. I can remember sitting with my dad and thinking in my head.. ‘ I really want to go there I want to see it for my own eyes.’ Eventually I did and I visited the memorial February 17th 2012. Such a surreal feeling..

    That is what I can remember from that very sad day..

  362. Ich war damals elf Jahre alt und in der sechsten Klasse.
    Vom 10.09. bis 14.09.2001 waren wir auf Klassenreise auf einem Ponyhof in Schleswig Holstein.
    Am 11. September hatten wir unsere Reitstunden und keiner sagte uns etwas. Am Abend hatten wir unsere kleine Disco und erst da fiel uns auf das unsere Lehrer eine seltsame Stimmung hatten. Die meiste Zeit hielten sie sich in einem Zimmer von den Lehrern auf weil dort der einzige Fernseher war. Das einzigste was wir Kinder mitbekamen war: “Irgendwo sind Leute aus dem Fenster gesprungen”
    Erst am nächsten Morgen nach dem Frühstück, in unserem Gruppenraum, erzählten uns die Lehrer was passiert ist. Genaues haben wir jedoch nicht erfahren.
    An diesem Tag sind wir dann in eine Stadt zum shoppen gefahren und dort in einem Döner-Imbiss lief ein kleiner Fernseher mit Bildern aus New York. Ich hatte nur einen kurzen Blick auf den Fernseher geworfen, konnte mir aber immer noch kein Bild von dem Ausmaß der Katastrophe machen.
    Erst als ich wieder zu Hause war und mit meinen Eltern darüber sprach wurde mir erst vieles bewusst. Da habe ich auch das erste mal geweint.
    Bis heute ist es für mich unfassbar was dort passiert ist. Doch ich werde nie die besorgten Gesichter unserer Lehrer, den Döner-Imbiss mit dem Fernseher oder den Moment vergessen als uns die Lehrer von den Anschlägen erzählten.
    Heute, elf Jahre später, weiß ich immer noch an welchem Platz ich im Gruppenraum und wer von meinen Mitschülern neben mir saß.
    Ich denke alle die diesen Tag bewusst erlebt haben werden ihr Leben lang nicht vergessen wo sie an diesem Tag waren und was sie getan haben. Ich werde es wohl nie.

  363. Am 11.Sept. – ein für mich typisch stressiger Schultag mit 6 Std. am Stück – kam ich um ca 14.30 von meiner damaligen Schule via Bahnhof unserer Kleinstadt und Rad heim, noch ohne jegl. TV+Radiokontakt, sah dass meine Frau und Baby fest schliefen, und ging sogleich ohne mich auch nur kurz hinzusetzen mit meinem 1.Sohn, damals gerade 3,5 J. alt, auf den nahen Spielplatz – wie fast täglich.
    Während er froh herumtollte, stieg ich wie üblich auf einen kleinen Hügel dort – und erkannte nach wenigen Minuten der Ruhe fast blitzartig – etwas stimmt nicht – es war zuviel Ruhe (wie in einem der damals populären Virusfilme) :
    die Stadt rundherum war völlig still, kein einziges Auto, keine Kinder, Passanten, Hunde – absolut niemand – es war so unheimlich und beklommen, so ein intensives Gefühl einer offenbar gerade stattfindenen Katastrophe hatte ich nie zuvor, und auch nie mehr danach.
    Ich dachte sofort an ein Attentat oder den Tod des Präsidenten, allerdings bei uns hier in Österreich (!).
    Ich beruhigte mich etwas, doch brach dann vorzeitig unseren Spielplatzbesuch ab und ging mit dem Sohn heim – in völliger Stille.
    Zuhause setze ich mich aufs Sofa, drehte den TV auf, um euronews zu schauen – und sah sofort auf ORF1 ca. 5min nur scharzen Rauch – ich dachte jetzt bringen sie schon nachmittags “Stirb langsam” – an den (heute mir absurdest erscheindenen) Gedanken kann ich mich ganz genau erinnern.
    Dann kam der teletext – ich begann zu zittern, ich schrie meiner immer noch schlafenden Frau zu “wach auf, sieh dir das an !!!” – mein Sohn sah unverständlich zu.
    der Rest des Tages war ein Schock – alle Telefonate blieben unbeantwortet, niemand hob ab. Später abends war ich extrem depressiv denn ich wusste – nun würdest du nie mehr auf dem WTC stehen können – als Bub hatte mir mein Onkel ein Foto von der Aussichterasse geschenkt , ca. 1978. Nur einmal hatte ich sie Jahre später von JFK aus selbst gesehen……..DAS Merkmal der NY Skyline – dieses Wolken/Lichtbetonte Bild habe ich heute noch ganz klar vor Augen -
    es ist nicht leicht das alles in Worte zu fassen.
    G.Pestal, Baden bei Wien, Ö

  364. Am 11.09.2001 begann für mich ein neuer Lebensabschnitt: gemeinsam mit einem Studienkollegen war ich zum Anfertigen der Diplomarbeit nach Zürich gezogen. An diesem Tag hatten wir unsere Siebensachen in zwei Autos gepackt und Karlsruhe verlassen, waren in eine Wohnung gezogen, die wir vorher nie gesehen hatten. Nachdem alles aus den Autos ausgepackt war, hatten wir einen kurzen Stadtbummel gemacht, danach hatte mein Studienkollege damit begonnen, am Fernseher die Sender einzustellen, während ich an meinem Computer herumwerkelte und immer nur mit einem Auge auf den Fernseher schaute. Ich fragte mich, wie er eigentlich die unterschiedlichen Sender erkannte, weil doch überall das gleiche Bild zu sein schien: aus meinem Blickwinkel sah es nach einem Vulkanausbruch oder etwas ähnlichem aus. Dann klingelte mein Handy und meine Mutter war dran. Ich dachte, sie würde wissen wollen, wie die Wohnung ist, ob wir gut angekommen sind usw. Aber nichts dergleichen! Sie: “Hast du schon Nachrichten gehört?” Ich: “Nein, wieso?” Wandte mich dabei dem Fernseher zu. “Das World Trade Center gibt’s nicht mehr. Da sind zwei Flugzeuge rein geflogen.” – Ich dachte: “Jetzt spinnt sie!” Gab meinem Studienkollegen ein Zeichen, er möge mal kurz aufhören, ständig umzuschalten, und siehe da: da standen zwei Türme, und aus beiden rauchte es. Aber es gab sie sehr wohl noch… bis der erste einstürzte.
    Im Nachhinein stellte sich heraus, dass mein Studienkollege gar nicht auf das Bild geschaut hatte, sondern nur auf die Senderkennungen. Deshalb war ihm gar nicht aufgefallen, was die ganzen Sender alle zeigten. – Aber dass es ein Dienstag war, hätte ich nicht mehr gewusst!

  365. Am 11.09.01 war ich bei meinem damaligen Arbeitgeber in Saarbrücken länger in einem SAP-Meeting mit meiner chinesischen Praktikantin. Wir kamen scherzend und lachend zurück in unser Büro, als mein Chef mich ansprach: “Schaut mal her, dann vergeht euch das Lachen!”. Er hatte Spiegel Online geöffnet und wir starrten auf die Meldung: “Generalangriff auf die USA”.
    Wahnsinn. Ich rief zu Hause an, meine damalige Freundin-jetzt-Gattin erzählte mir, sie sei bei der Meldung einfach über eine rote Ampel gefahren….
    Ein Freund von uns lebt als Fotograf in NYC und erzählte uns ein paar Tage später, wie er für die “ZEIT” unterwegs war, aber kaum in der Lage, Fotos zu schiessen….sein langes Essay lese ich immer wieder, weil es so beeindruckend ist….

  366. ich war gemeinsam mit meinem damaligen freund und einem kunden auf einer it-messe in wien, auf der wir auch von dem anschlag erfuhren. alles wurde auf einmal voellig unwirklich, irreal

    mein erster gedanke: das waren arabische terroristen
    mein zweiter gedanke: jetzt erleben die amerikaner einmal selbst, was sie anderen menschen antun, auch wenn es wieder unschuldige opfer trifft.

    meinen ersten gedanken konnte ich (mit)teilen, den zweiten eigentlich nicht. aber ich stehe dazu – und tue es jetzt hiermit.

  367. Ich war an dem Tag beim Ferienjob in München bei BMW. Ein Monat später sollte für mich die Unizeit beginnen und ich war furchtbar aufgeregt und neugierig.
    Wir waren dort gerade im Empfangsbereich, als einer der Berater aus seinem Glascube herauskam und meinte, dass da was in NYC passiert sei. Da kam was im Radio, er hat es aber nicht genau mitbekommen, auf jeden Fall irgendwas mit einem Flugzeug und die Türme brennen. Da haben wir dann die leichte Musikuntermalung ausgestellt und dann den normalen Radio lautergeschaltet, so dass man die Berichte leise im gesamten Bereich hören konnte. Immer, wenn neue Informationen dazukamen, wurden wir still und hörten fassungslos zu, was nun in NYC gerade passiert.
    Eine Schulfreundin von mir war gerade zu dieser Zeit in den USA, und sie hat auch als erste Station in NYC Halt gemacht, aber ich wusste nicht, ob sie schon weitergereist war oder noch direkt vor Ort. Ich weiß noch, dass ich nur gehofft habe, dass sie nicht mehr dort war. Was sich im nächsten Moment dann darauf ausgeweitet hat, dass ich insgesamt gehofft habe, dass möglichst wenige direkt dort vor Ort sind. Es war ein kleiner hoffnungsvoller Wunsch, denn der Anschlag kam ja zu Bürozeiten, da waren bestimmt viele schon in die Gebäude gegangen. Aber ich als kleine neunzehnjährige hoffte eben einfach, dass sie noch alle gut dort herausgekommen sind. Dann kam die Meldung, dass nun Menschen aus den Türmen springen und ich brach zusammen.
    Das kann man sich einfach nicht vorstellen, will man sich nicht vorstellen, dass die Menschen einfach rausspringen. Aber nach so vielen Jahren und auch mehr Lebenserfahrung kann ich es verstehen. Man kann mit sich selbst abschließen und Ruhe finden und dann eben das für einen selbst leichtere wählen.

    Ich weiß nur noch, dass ich hier dann für diesen Tag abgebrochen hatte und nach Hause gefahren bin. Dort war dann mein Papa und hatte bereits alles im Fernseher verfolgt. Er hat mir angesehen, dass ich die Nachrichten auch live mitbekommen hatte, und hat mich kurz auf den aktuellen Stand gebracht. Dann haben wir was zu essen gemacht und über andere Anschläge, die es bis zu diesem Zeitpunkt überall auf der Welt gegeben hatte, geredet. Bis dahin hatte ich nie wirklich Ahnung davon, dass es zum Beispiel schon einmal einen Versuch gab, das WTC zu zerstören.
    Anschließend haben wir uns dann gemeinsam auf das Sofa gesetzt und noch ein wenig die Berichte angesehen. Später am Abend dann habe ich meiner Freundin geschrieben, dass ich hoffe, es geht ihr gut, und dass sie sich melden soll, wenn sie das liest. Die Antwort kam dann etwa eine Woche später. Eine sehr lange Woche, aber ich war glücklich als ich die wenigen Zeilen gelesen hatte.

  368. Ich saß am betreffenden Tag beruflich auf einem Krankenwagen in Gladbeck. Die ersten Meldungen kamen über das Radio und waren relativ unglücklich formuliert von dem in New York anwesenden Korrespondenten. Der Meldung nach klang es so, als ob ein Kleinflugzeug (Cesna etc.) in das Restaurant im Turm gestürzt sei. Ich war dann ca. 15 Minuten später in der Wache und sagte den Kollegen sofort, dass das WTC brenne und schaltete den Fernseher auf n-TV ein. Dort liefen dann schon die Bilder von BEIDEN brennenden Türmen. Alle starrten gebannt und geschockt auf das TV. Bei den Rückblicken dann, als klar war, dass zwei Flugzeuge die Türme getroffen hatten, herrschte atemlose Stille im Raum. Nur ein Kollege schüttelte die Lethargie ab und sagte: “Wisst ihr was das bedeutet? Es ist Krieg!” Er sollte Recht behalten.

  369. Ich hörte von dem 1. Flugzeugunglück im Radio während ich mit dem Auto meine Stieftochter von der Schule abholte. Ich weiß noch ganz genau, an welcher Stelle ich auf der Straße diese Information hörte. Manchmal passiert es mir, wenn ich an der Stelle vorbei fahre, dass ich an das Unglück denke. Eigenartig. Zuhause angekommen machte ich den Fernseher an und konnte mit erleben, wie das 2. Flugzeug in die Türme flog. Ab da saß ich den ganzen Tag vorm Fernseher und das für den Rest der Woche.

    Ich war 1997 in NY im Urlaub und damals waren wir auch in den Türmen und ich kann mich erinnern, dass wir in dem Wintergartenrestaurant waren und haben dort Kaffee getrunken. Damals haben wir darüber gesprochen, dass in diesem Wintergarten ein James-Bond-Film mit Grace Jones gedreht wurde. Vielleicht kennt den jemand.

    Ich habe an diesem Tag 4 Bekannte beim Einsturz der Türme verloren. Kollegen aus der Deutschen Bank in NY, ein Feuerwehrmann aus NY, der wiederum mit einem Freund von mir befreundet ist. Von einer Freundin der Nachbarssohn war an diesem Tag in NY und die Eltern wußten, dass der das WTC besuchen wird. Er kam nie wieder raus. Sein Name steht mit auf der Gedenktafel, die am Ground Zero aufgestellt ist. Schrecklich.

  370. Ungefähr zwei Wochen vorher bin ich nach einem längeren Aufenthalt aus New York zurück nach Deutschland gekommen. Ich hatte mein Praktikum in New York gemacht und bin zur Sprachschule gegangen. Die Zeit war für mich unvergesslich schön.

    Mittwochs sind wir einige Male in die Bar in einem der oberen Stockwerke im WTC gegangen. Schule und Wohnheim waren zwei Blocks vom WTC entfernt. Einige Geschäfte im unteren Geschoss hatten 24/7 geöffnet und waren manchmal Anlaufstelle für z. B. Lebensmittel. Stets dienten die Tower schon von Uptown Manhattan zur Orientierung in den Schluchten der Großstadt.

    Zwei Wochen später. Ich war zurück in Deutschland, am Arbeitsplatz, als ich von meiner Familie einen Anruf bekam. Um mich herum schien es noch niemand zu wissen. Ich konnte es nicht glauben. Da es sowieso spät am Nachmittag war, bin ich auf dem schnellsten Weg nach Hause, um so viele Informationen wie möglich zu erhalten. Irgendwie war alles so unfassbar. Ich war absolut unfähig, die Bilder zu verstehen. Es hat wirklich eine Zeit gedauert, dass ich erstmal begreifen konnte, was geschehen ist.

  371. Am 11.September 2001 kam ich gegen Abend mit meinen deutschen Schülern im Rahmen unserer Schulpartnerschaft gerade vom berühmten “Berg der Kreuze” zu unseren litauischen Gastgebern bei Klaipeda zurück. Sie empfingen uns ganz aufgeregt und machten gleich deutlich, dass etwas Schreckliches passiert sei und zogen uns vor den Fernsehapparat. Wir waren entsetzt…
    Einige Tage später, kurz vor unserer Rückkehr nach Deutschland, drückten wir bei der Verabschiedung in unseren Dankesreden noch noch die Hoffnung aus, dass deswegen doch um Himmelswillen kein Krieg ausbrechen möge. Die spätere Geschichte erfüllte diese Hoffnung leider nicht.

  372. Ich war gerade im zweiten Jahr als Student der Technischen Informatik an der Hochschule Bremen eingeschrieben. Der Hochschulalltag und der Stramme Stundenplan brachte es mit sich, oder vielmehr erforderte es, dass man sich auf das Studium konzentrierte und der Kopf immer gut gefüllt ist. Ich weiß nicht mehr ob es damals noch innerhalb der vorlesungsfreien Zeit war oder warum ich an diesem Tag in der HS war. Am späten Nachmittag, als die Türme längst zerstört sein mussten machte Ich mich auf den Weg nach Hause, das bedeutete zunächst wieder zurück zum Hauptbahnhof, dann in den Zug nach Verden. Am Bahnhof hatte ich noch ein paar Minuten “Leerlauf”, also schlenderte ich zum Zeitvertrieb zunächst durch die Bahnhofshalle und dann durch den Korridor mit den Abgängen zu den Gleisen. Im hinteren Bereich des Bahnhofs angekommen, wo es Kneipen und Imbisse gab, hing auf der rechten Seite ein winziger Fernseher, aber was viel spektakulärer war, es stand eine Traube von ca 30 Menschen und beobachtete was im Fernsehen vor sich ging. Ich blieb ob der Traube kurz stehen, und fragte mich was es hier interessantes zu sehen gab. Auf dem Fernseher sah man eine Menge Trümmer (von dem ersten Turm, der bereits eingestürzt war). Die aktuelle Szene zeigte dann ein Hochhaus, welches gerade im Begriff war, zu kollabieren. Ich war zu diesem Zeitpunkt total Weltfremd. Meine Pipeline war sozusagen noch voll mit Lernstoff dass ich überhaupt nicht begriffen habe was da gerade Schlimmes vor sich ging. Ich habe gedacht dass da in irgend nem Entwicklungsland ein baufälliges Hochhaus gesprengt wird, was ist so interessant daran sich das anzusehen. Mein Zug kommt, ich wende mich wieder ab und denke noch “Hauptsache Gaffen”. Im Zug habe ich mit niemandem gesprochen. Auch keine Unterhaltung dazu vernommen. Entweder wussten die es auch (noch) nicht, so wie ich oder sie waren ob Ihrer Bestürzung sprachlos. Zu Hause angekommen gehe ins Wohnzimmer meiner Eltern und sehe den Fernseher laufen. Die Aufzeichnung mit den beiden Flugzeugen werden nacheinander gezeigt. Ich dachte mir fallen die Augen ausm Kopp. Den ganzen Tag vor lauter Ignoranz nix mitgekriegt. Bis zu diesem Zeitpunkt.

  373. Sehr spezielle Geschichte meinerseits, die mit dem 11. September 2001 verbunden ist.

    Ich war am 11. September damit beschäftigt, meine Sachen zu packen um nach Russland zu gehen. Ich hatte die einzigartige Möglichkeit, an einem Kosmonauten-Survival Training teilzunehmen als erster Zivilist, der nicht einer Besatzung angehörte. 6 Monate Vorbereitungszeit führten zu diesem Event. Nachmittags dann während dessen ich meine Sachen packte und noch e-mails versendete und mit anderen Begleitern über die kommenden Tage sprach, kam meine Freundin nach Hause und sagte, das wohl ein Sportflugzeug ins World Trade Center gerast sei. Ich schaltete den Fernseher an und sah Peter Klöppel auf RTL der über die Vorgänge berichtete. Das was meine Aufmerksamkeit sofort auf sich zog war die Bauchbinde “USA under attack” und ich dachte als ich den brennenden Turm sah, dass dies kein Sportflugzeug gewesen sein könnte. 2 Minuten später sah ich dann live auf dem Schirm, wie das zweite Flugzeug in den zweiten Turm flog.

    Die Welt veränderte sich, insbesondere meine. Ich war kurz davor nach Russland zu fliegen und ich dachte bei mir: Niemals werde ich nun dort hin fliegen. Sofort lief das Telefon heiß und Bekannte und Freunde riefen an, ich solle doch wohl lieber zu hause bleiben. Wir riefen dann in Russland im Gagarin Cosmonaut Training Center an um uns zu informieren, was denn nun Sache wären. Die Jungs dort sagten nur: “That’s the problem of the other nation, survival training will be held, with our without you.”.

    Ich erinnere mich noch gut als ich mit meinem Geschäftspartner darübe sprach. Ich hatte natürlich Bedenken zu fliegen. Keiner wusste, was nun passieren würde. Den ganzen langen Nachmittag lang dann Telefonate. Should I stay or should I go? Mein Geschäftspartner, ehemaliger LH-Flugkapitän erzählte mir von seinen Erfahrungen als Pilot und das er ständig von Deutschland nach Israel die Route hatte und er meinte: “Nun kann man sich noch sicherer sein zu fliegen, denn das was dort passiert ist versetzt alle in Alarmbereitschaft”. Seine Worte klingen mir noch heute im Ohr und ich entschied mich genau deswegen, am Tag später nach Russland zu gehen. Es war eine einzigartige Gelegenheit, so schnell würde dies nicht wieder kommen, also flog ich am nächten Tag auch unter ganz anderen Umständen nach Russland zum ersten Mal.

    Die Tage die darauf folgten waren phänomenal vor Ort, ich trainierte mit Russen und Amerikanern das Überleben auf See nachdem die Soyuz-Kapsel notgewassert ist. Wir hatten nur 3 TV Kanäle im russischen Sochi, und mein Zimmerpartner war Ed Lu von der NASA. Der konnte russisch und wir informierten uns so gut es ging was auf diesem Planeten so von sich ging. Wir waren hochspeziell mit dem Training beschäftigt, und nur Bruchstücke drangen zu uns. In Sochi war das kein Tagesthema, das wurde es erst als ich wieder zurück in Moskau war und anschließend in Deutschland.

    Der 11. September 2001 ist für mich ein Tag, den ich nicht nur aus den Gründen vergessen werde da er die Weltgeschichte für immer verändert hat, sondern auch verbunden mit mir ist in einer sehr persönlichen Geschichte. Gerade heute, 12 Jahre danach denke ich darüber nach und blicke für mich zurück, was seitdem alles passiert ist. Ich könnte einen Roman darüber schreiben.

    Andreas P. Bergweiler, 11. September 2013

  374. Ich bin um 8.00 h im Habitat Hotel in der 57. Strasse aufgestanden. Ein wunderschöner Morgen. Habe dann mitbekommen, daß etwas nicht stimmt und bin auf die Strasse und – da die Strassen in NY schnurgerade sind – konnte von der 57. Strasse die Türme sehen – brennend.. Ein Alptraum.. Während der Einstürze war ich irgendwo in China Town, und bin – wie viele andere auch – über die Brooklyn Bridge geflüchtet….

  375. Ich war mit meiner Oma um den Bauernsee (Neufeld, Österreich) spazieren. Wir hatten dort ein Haus. Währenddessen bügelte meine Mutter dort. Alles war seelenruhig und unbehelligt. Nach der Beendigung des Spazierganges schauten sie beide für den Rest des Tages nur mehr fern. Ich musste irgendein Bilderbuch “lesen”. Von den tatsächlichen Ereignissen habe ich erst ein paar Jahre später erfahren. Irgendwie erschreckend dass ich für solche lange Zeit ahnungslos weiterlebte und wie jeden Tag in den Kindergarten ging. Vermutlich das Beste in dem Alter…
    Was ich an dem Tag machte wusste ich erst nach ungefähr 10 Jahren.

  376. In der Psychiatrie.
    Am 11. September 2001 war ich wegen Depression in der Klapse Niederrad/Frankfurt. Der Fernseher im Gemeinschaftsraum lief meistens. Egal, ob jemand hinschaute. Doch nach dem Frühstück bildete sich plötzlich eine Menschentraube um den Apparat herum. Da ich mich schon auf dem Weg der Genesung befand, war meine Apathie den natürlichen neugierigen Regungen gewichen und ich schaute auch nach, was dort gezeigt wurde. Ach so, ein geschmackloser Actionfilm. Am frühen Morgen. Neiiin! Oh Grausen, es war real… Ich war paralysiert. In den 90ern war ich öfter in NYC gewesen, und von der Besucherplattform des WTC aus Mannhattan unter sich zu betrachten, war stets mein Liebstes gewesen… Die schönen Türme, die markante Skyline… Futsch? Unfassbar! Noch unfassbarer das Leid der Menschen…
    Abends erhielt ich einen Anruf aus New York auf dem schwarzen Stations-Wandtelefon: meine Mutter hatte meinem Freund Arturo meine Krankenhausdurchwahl gegeben, damit er mich beruhigen könne, dass es ihm gut geht. Er kam durch.
    Die Station wurde nach dem 11.9. übrigens nochmal merklich voller…

    Ps: Danke für das außergewöhnliche Fotobuch!

  377. Ich kann mich sehr gut an den 11. September 2001 erinnern. An den 10. nicht mehr, aber das geht bestimmt allen so.

    Ich war damals noch Schüler und hatte an diesem Dienstag meine Hausaufgaben nicht. Ich hatte keine Lust die von gestern und dann auch noch die von Heute zu machen. Ich bin von der Schule gekommen und habe mein Rucksack in die Ecke geschmissen. Ich saß auf dem Sofa und habe meine Lieblingsserie geguckt. Damals die Ducktales. Naja, dann habe ich umgeschaltet und eine Sondersendung gesehen, wo die Nachrichtensprechen von den Unglaublichen Ereignissen berichten.

    Am nächsten Tag war in der Schule der ganze Tag über diesen Tag gesprochen. An diesen Tag werde ich mich wohl immer erinnern.

    Dafür und für viele andere Erfahrungen habe ich eine Website erstellt.
    http://www.wiewowann.de
    schaut vorbei und hinterlasst eure Erfahrungen.

  378. Wir haben gerade den Geburtstag meiner Mama gefeiert (Sie hat ausgerechnet an diesem Tag Geburtstag) als plötzlich die Meldung im Fernsehen kamen.

    Wir waren alle geschockt.

    Ich weiß noch, dass es an dem Abend des 11.09.2001 gewittert und ohne Ende und massenweise geregnet hat. Das passte zur Stimmung.

  379. Am 11.Sept.2001 arbeitete ich bei einem bekannten deutschen Unternehmen als Zeitarbeiterin. Dieses Unternehmen befindet sich im Schwabenland, fängt aber nicht mit D an, sondern mit B und ist kürzer wie das mit D. Ich habe heute noch eine sehr sehr große Wut auf dieses Unternehmen. Warum? Wie würde sich jemand fühlen der keinen Kontakt zur Außenwelt hat (Handyverbot, Internet gesperrt und Radio ebenfalls verboten) und ewig lange Zeit (so kam es mir auf jeden Fall vor) eine Sirene hört in Stuttgart-Feuerbach? Einfach nur monströs hilflos. Und denkt man: Jetzt hört die Sirene auf, dann geht eine in einem anderen Stadtteil los. *shit* Die Mittagspause war schon lang vorbei und während der Arbeit in die Tiefgarage (der Aufenthalt dort war auch irgendwann gesperrt) zum Autoradio rennen, ist und war nicht drin. *shit* Da sagt die Sirene: Schalten sie ihr Radio an und warten sie auf Anweisungen. Tja aber wie, wenn ich doch gar keins haben darf am Arbeitsplatz.Von dieser Zeit an, habe ich für unterwegs IMMER ein Radio mit in meine Arbeitstasche und natürlich genügend Batterien. Die damaligen Handys waren noch nicht so fortschrittlich wie heute und nicht so verlässlich. Ich bin froh, dass ich das endlich mal loswerden konnte.
    LG Martina

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